Canocèi

CanoceiAus dem Valle di Fiemme (Dolomiten) kommen die Canocèi, das sind gefüllte Teigtaschen, die für den Alpenraum typisch sind. In diesem Tal werden sie mit Kartoffeln gefüllt. Trotz der einfachen Zutaten waren diese Ravioli ein Festtags-essen, da die Frauen für die langwierige Zubereitung nur an Feiertagen Zeit hatten. Jede Familie kennt ihr eigenes Rezept. Die Idee zu meinem Rezept verdanke ich Arturo Tettamanti.

Weiterlesen

Fleur de Sel, Badesalz für Gewürzesoteriker

Ich staune immer wieder über Spitzen- und Hobbyköche, die verklärten Blickes ihr gutes, teures fleur de sel hemmungslos in Saucen und Brühen schütten oder damit den Braten einsalzen, bevor er in die Schmorflüssigkeit zu liegen kommt. Das fleur de sel freut sich auf das Wasser und löst sich sofort darin auf, wobei es in seine Ionen und die Ionen seiner Begleitstoffe zerfällt. Zwischen Salzkristallen von fleur de sel und unraffiniertem Meersalz sind gewiss geschmackliche Unterschiede wahrnehmbar. Diese beruhen auf geringfügig unterschiedlichen Begleitstoffen und morphologischen Unterschieden der Kristalle. Sind die Kristalle aber einmal aufgelöst, ist ein Unterschied nur noch von Gewürzesoterikern herauszuschmecken.
Kurz: unraffiniertes Meersalz eignet sich für wässrige Zubereitungen, fleur de sel für das Salzen von Feststoffen zum richtigen Zeitpunkt.

Rubis de Gingembre

zenzero4Diese Ingwerspezialität findet man bei manchen Chocolatiers und Confiseuren. Vorzüglich sind sie bei Tristan Carbonato, einem Chocolatier, der bei Guignard in Orbe und Fredy Girardet in Crissier gearbeitet hat. Sein hübscher Laden in Bougy-Villars ist ein Mekka für alle Schokolade-Freunde. Seine “rubis de gingembre” kosten aber ein halbes Vermögen, drum habe ich ruhelos experimentiert, bis mir eine perfekte Kopie gelungen ist.

Zum Rezept Weiterlesen

Im Schatten des Kerbelzweiges

Adjektive und Präpositionen entlarven die Fähigkeiten eines jeden Kochs.
Wenn mir in einer Speisekarte: “…das im Baumnussmantel sanft gegarte Zwischen-rippenstück des frohen Weidelamms, auf einem Püree von dreierlei wildgewachsenen Bohnen, mit einem fruchtigen Balsamico-Jus, serviert im Schatten eines Kerbelzweiges…” angeboten wird, verschlägt es mir Sprache und Appetit.