Tellerrand als Mülleimer

Angefangen hat es mit Puderzucker auf dem Tellerrand von Nachspeisen. Weisser Schnee auf Weiss haute nicht hin, also wurden schwarze Teller angeschafft. Dann kamen Kakaopulver (wieder auf weissen Tellern), Brösel von Pistazien, grob gemahlener schwarzer Pfeffer, Gewürznelken, getrocknete Petersilie usw.
Als Kulminationspunkt dieser Leidensgeschichte erlebte ich kürzlich einen Safran-Risotto, der mir in einem honorigen Schweizer Restaurant vorgesetzt wurde. Tellerrand über und über mit ganzen Safran-Fäden belegt. Der Wert der Safranfäden dürfte den Materialwert des Risottos bei Weitem übertroffen haben. Ich ärgere mich, dass ich den Blütenrand nicht eingepackt und nach Hause mitgenommen habe. Oder lag der Blumenschmuck schon beim letzten Besteller auf dem Tellerrand ?

Eine uralte Gastronomen-Regel besagt: Der Tellerrand gehört dem Gast. Darauf haben weder Küchen-Müll noch Fingerabdrücke etwas zu suchen.

7 Gedanken zu “Tellerrand als Mülleimer”

  1. Irrtum, der Tellerrand gehört dem Service! Der Gast bekommt den Teller serviert. Zum Tellerdrehen braucht er keinen Rand. Liegen jedoch Gurkenscheiben oder andere glitschige Beilagen auf dem Rand, möchte ich die Servicekraft sehen, die schneller als die Schwerkraft ist. Auch würden Fingerabdrücke den Gast vergraulen…. (Ich bin kein Gastro-Mitarbeiter, sondern nur Gast)

  2. @Tellerrand: beim Auftragen schätze ich weisse Handschuhe. Gerade bei Rändern, die mit Puderzucker oder Kakao bestäubt sind, sind Fingerabdrücke kaum zu vermeiden. Und wenn der Teller vor mir steht, gehört er mir, bis ich ihn leergegessen habe.

  3. Wenn man immer alles aus der fachlichen sicht sehen würde wäre alles eintönig und langweilig also lass dem koch doch seine spielereien dsenn die machen die Kochkunst aus auch wenn er mal denn tellerrand zu deko zwecken benutzt!!

  4. Ähm, ich sag da nur, vier Jahre später: Tellerrand hat recht! Der Tellerrand gehört dem Service. Der leere Tellerrand gehört eben genau nicht dem Gast, weil es dort nichts gibt, ausser eine Fläche, die es ermöglicht den Teller zu tragen.

  5. Noch ein Jahr später – ein bekladderter Tellerrand wirkt immer unsauber und schmutzig. Der Mittelpunkt ist das Gericht, egal ob nun der Service Anspruch erhebt oder nicht. Auch ein guter Kellner braucht nicht die Breitseite vom Rand, sondern nur den wirklichen Rand, denn man fasst auch als Kellner nicht auf den Rand. Kunst kommt von Können, auch Servierkunst.

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