Schweizer Militärkäseschnitten

Frau lamiacucina hat es sich sehnlichst gewünscht: das Reglement 60.6 d der Schweizer Armee. Das Reglement ist seit 01.01.2005 in Kraft und beim Bundesamt für Bauten und Logistik, CH-3003 Bern für Fr. 40.-  erhältlich. Da stehen neben vielen Rezepten andere wichtige Erkenntnisse der Schweizer Armeeführung drin, wie etwa:

Während einem Gefecht und unmittelbar danach wird bestenfalls getrunken!

Die Beanspruchungen des Kampfes lassen den Nahrungsbedarf stark ansteigen. Unter Schlafentzug kann sich der tägliche Energieumsatz zusätzlich erhöhen.

Die warme Mahlzeit gibt das Gefühl von innerer Erwärmung, Wohlbefinden und Belebung.

Dieses Buch vermittelt uns den lange vermissten kulinarischen Halt im zunehmend schlimmer werdenden Überlebenskampf mit Falschfahrern, Steuerbehörden, Rauchern im Nichtraucherabteil und andern Anfechtungen des täglichen Lebens.

Rezept R0811 ist das wichtigste Rezept des ganzen Buches: Militärkäseschnitten. Grundlage der gefürchteten Schlagkraft des Schweizerischen Wehrwesens seit Hunderten von Jahren. Dass andere Armeen diesbezüglich den Stand der Schweizer Armee nie erreicht haben, liegt ganz einfach an den Käseschnitten. Mit Allgäuer Emmentaler, russischem Tilsiter oder Swiss-Cheese aus Wisconsin kann man keine Schweizer Militärkäseschnitten herstellen. Verstanden ! Zum Rezept:

Zutaten
6 kg Käse, gerieben (2T Emmentaler, 2T Geyerzer, 1T Tilsiter, 1T Appenzeller)
1 kg Zwiebeln, gehackt
10 Zehen Knoblauch, gehackt
2.5 kg Weissmehl
4 L Milch
1 L Vollei pasteurisiert
13 kg Ruchbrot
4 Liter Speiseöl
Salz, Pfeffer, Paprika Muskat
Nachschuboffiziere haben Anrecht auf eine CD mit integriertem Mengen-Kalkulator. Pro Mann wird eine Portionengrösse von 300 g abgegeben.

Zubereitung
(1) Käse mit Zwiebeln, Knoblauch, Mehl, Salz und Gewürzen trocken mischen
(2) Der Masse nach und nach Milch und Eier beimengen.
(3) Abschmecken undn 3 Stunden ruhen lassen
(4) Brot in 1 cm dicke Scheiben schneiden und diese auf der einen Seite ca. 1/2 cm dick mit der obigen Masse bestreichen.
(5) Speiseöl erhitzen
(6) Brotschnitten partienweise, bestrichenen Seite nach unten, hellbraun backen
(7) Fertig gebackenen Schnitten auf einem Sieb abtropfen lassen und warm stellen.
(8) Fassen. Abtreten.

Weinempfehlung
Rebberg bei AubonneDer von Toblerone-Panzersperren uneinnehmbar geschützte Rebberg vor Aubonne liefert den passenden, wehrhaften Trunk mit fruchtigen Anklängen an Stachelbeeren und mineralisch-stahligem Abgang. Bezugsquelle: Association Viticole Aubonne.

11 Gedanken zu “Schweizer Militärkäseschnitten”

  1. Das ist jetzt aber für mehr als 4 Personen, oder?

    [lamiacucina]: als Hauptmahlzeit für etwa 1 Kompagnie, also ca. 100 Soldaten.

  2. Ein anderes Militärrezept. Man beachte die 0.03 Lorbeerblätter pro Soldat.

    20000 Gramm Fleisch
    2000 Gramm Zwiebel
    2000 Gramm Rüebli (Möhren, Karotten)
    2000 Gramm Lauch
    2000 Gramm Sellerieknollen
    4000 Gramm Kabis (Kraut od Kohl)
    Salz
    Muskatnuss
    3 Lorbeerblätter
    5 Nelken
    50000 Milliliter Trinkwasser

  3. habe heute per zufall die lamiacucina-site entdeckt und sie wurde subito zur lieblings-küchen-site. wenn nur mehr sites und die dahintersteckenden solchen humor und leise (manchmal laute) ironie hätten… die welt und so wäre saftiger! hier noch ein kommentar zu den gourmandisen 2007, den militärrezepten: es gibt einen dokumentarfilm über die verköstigung von heeren in aller welt, das ist schräg über absurd bis makaber, der da heisst: “Cooking History” von Peter Kerekes. Leider noch nicht auf DVD, man hofft und wartet… unbedingt ansehen!!!!!!
    yvikiwi

  4. Wenn ich die bestrichene käseschnitte nach unten ins heisse Oel lege,bleibt
    eine schicht vom Kase am boden kleben.Sag mir warum?
    Gruss Klaus Schmid

    1. nun aber im Ernst, Du hast Käseschnitten für 100 Personen gebacken ? :-)
      Damit der Käse nicht anklebt, brauchts genügend Öl (also halb schwimmend) oder eine gut eingebrannte oder beschichtete Pfanne. Oder man macht sie alternativ auf Hausfrauenart im Backofen bei 200°C 20 Minuten, Käse nach oben.

  5. Danke für deine Antwort.
    Es ist richtig,ich habe für 19 Jäger 51 Käseschnitten gebacken.Am Vortag habe ich genau nach
    Rezept (wie viele male vorher)die streichfertige Masse vorbereitet und über Nacht in den Kühl-
    schrank gestellt.Tags darauf am 24.Okt.2011 habe ich diese bei der Jagdhütte vor den gwundrigen
    Jäger in meinem Privaten Benzinvergaser Brenner schön braun gebacken wie unzählige male
    vorher.Die vorige Masse habe ich nach Hause genommen und eingefroren.An Weihnachten habe
    ich bei mir zu Hause mit dem Rest aus dem Kühlschrank in der beschichteten Bratpfanne mit
    genügend Oel Käseschnitten gebacken.O je beim einlegen der Schnitte mit dem Käse nach unten
    bildet sich sofort ein brauner film ,der dann mit dem rest der Masse am Pfannenboden klebt.
    Passierte vorher nie.Kanns event.an der eingefrorenen Masse liegen?
    Für deine Antwort zum voraus besten Dank.
    Lieber Gruss Klaus Schmid

    1. Dann hast Du viel mehr Käseschnittenerfahrung als ich !!! Käse, selbst in Fertigfondue-Mischungen kann sonst gut eingefroren werden. Bei deinen Käseschnitten habe ich das Ei im Verdacht. Das tendiert im Gefrierer zu verhärten. Aber genau weiss ich es leider auch nicht.

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