Bier-Windbeutel mit Bier-Schaum gefüllt

Blog-Event XXIV - Bier Windbeutel, aus einem Bier-Brühteig, gefüllt mit einem Bier-Sabayon. Auf französisch würde das schon eleganter benannt werden: choux au sabayon de bière. Auch ein sgonfiotto al zabaglione di birra würde mir gut gefallen. Haben aber nicht die Franzosen erfunden. Die Italiener schon gar nicht. Ich bringe, vermutlich zum ersten Male in der Geschichte des Biers, die von Klosterbrüdern längst erfundenen Bier-Windbeutel mit einem, von andern Klosterbrüdern ebenfalls längst erfundenen Bier-Sabayon zusammen. Die zartherben choux schmecken wirklich gut und sind erst noch rasch zubereitet. Prost auf diesen Meilenstein in der Geschichte des Biers. Damit erhoffe ich mir, wenigstens den Schweizer Bier-Orden “ad gloriam cerevisiae” verdient zu haben. 
Bierwindbeutel mit Bierschaumsauce gefüllt
zum Rezept:
Zutaten
für den Brühteig (gibt etwa 30 Stück):
2.5 dl Amber Bier (Ittinger Klosterbräu)
75 g Butter
1/2 Tlf. Salz
Pfeffer, Muskat
200 g gesiebtes Mehl
4-5 Eier

für den Sabayon (Menge um 12 Windbeutel zu füllen):
60 ml Amber Bier (Ittinger klosterbräu)
3 Eigelb
Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung
für die Windbeutel:
(1) die Zutaten für den Brühteig (ausgenommen Mehl und Eier) mischen, vorsichtig aufkochen, Pfanne vom Feuer nehmen.
(2) Das gesiebte Mehl im Sturz (auf einmal) in die Flüssigkeit geben, mit einer Kelle kräftig rühren bis sich ein glatter Kloss bildet, der sich vom Pfannenboden löst, ca. 5 Minuten auskühlen lassen.
Die Eier verklopfen und nach und nach unter die Masse rühren.
(3) Backofen auf 190°C vorheizen.
(4) Masse in Spritzsack mit grosser Zackentülle füllen. Backblech mit Backpapier belegen.
(5) Etwa 3 cm breite Windbeutel (choux) mit etwas Abstand auf das Backpapier dressieren oder wie ichs gemacht habe, weil der Spritzsack ausgerechnet heute ein Loch hatte: 4 cm Muffinformen knapp füllen.
Bierwindbeutelteig gerührtBierwindbeutel vor dem Backen
(6) ca. 45 Minuten bei 190°C auf Rille 2 backen. herausnehmen, etwas abkühlen lassen, dann Deckel abschneiden. Höhlungen bei Bedarf mit einem Messer etwas ausweiten.
Bierwindbeutel im Ofen

für den Biersabayon:
(7) Bier und Eigelbe würzen und in einem Wasserbad von ca. 90°C (nicht kochen) schaumig schlagen bis die dicke, schaumige Konsistenz eines Zabaglione erreicht ist (von Hand oder mit einem elektrischem Handrührgerät).

Anrichten
Den Biersabayon in die Höhlungen der Windbeutel giessen. Deckel drauf und servieren.

Anmerkung
Die lamiacucina GmbH hat einen unglaublichen Bierverbrauch. Da Frau L. wie Herr L. nur selten Bier trinken, erstaunlich. Auflösung: Frau L. benutzt das Bier als Haarpflegespülung. Warum es ausgerechnet das edle Ittinger Klosterbräu sein muss, bleibt allein ihr Geheimnis. Claudia Schiffer würde sagen: “Ich bin es mir wert”. Auf meinem Kopf würde auch ein Klosterbräu nicht mehr helfen. Damit wird wohl nichts mit dem Schweizer Bierorden: gemäss Satzung Abschnitt 3 wird er nur jenen zuerkannt, die Bier nicht vergeuden.

14 Gedanken zu “Bier-Windbeutel mit Bier-Schaum gefüllt”

  1. gratulation! die kombination scheint mir zum einen très chic und zum anderen sehr klug: sie nutzt nämlich die typischen (geschmacks-)eigenschaften des biers und bringt sie zugleich zur geltung. das ist höhere küche!

    grüsse von einem begeisterten
    reibeisen

  2. @reibeisen: Danke für die netten Worte zu meiner ersten Eigenkreation (sonst koche ich ja meist nach). Als Weinfreund habe bei diesem Koch-event gelernt, dass so ein leicht untergäriges, leicht malziges und doch bitteres Getränk auch was für sich hat. Frau L. wird mir künftig etwas von ihrer Haarpflegespülung abtreten müssen.

  3. Oh là là, das ist ja sublime!!!! Hhhmmmm!!! Ich mag kein Bier, und so stelle ich mir das vor mit Wein.
    Ist ja interessant, dass Du die choux in Formen backst, Recht hast Du, dann haben sie die gleiche Grösse. Und, ich mag choux gerne, wollte ich auch mal wieder machen, verrat mir doch bitte Deine Form, kauf ich dann!!!!
    Nächstes kulinarisches Ziel ist Basel…..

  4. @bolli: es ist die Kaiser 12-Loch Mini-muffinsform, antihaft-beschichtet
    Kaiser Muffinform
    Das Bier verleiht dem choux-teig eine herbe Würze, könnte mir sehr gut auch eine süsse Füllung damit vorstellen. Ab 10. Juni ist Basel via TGV erreichbar, fast so schnell wie nach Valence.

  5. Das hört sich schon schwer nach Gewinner-Rezept an ;-)
    Eine tolle Idee und sehr schöne Bilder!

    [lamiacucina]: Danke Claudia. Es geht nur ums Teilnehmen. Im Ausdenken und Kochen liegt der Spass.

  6. Ich beschließe das Jahr mit den Bier-Windbeuteln; einige gefüllt mit Bier-Schaum, andere mit einer Quark-Paprika-Mischung. Zum Jahreswechsel werde ich ein Glas auf den Meisterkoch und Frau L. trinken und hoffen, daß 2009 ein besseres Jahr (auch für mich) wird.

    Die Windbeutelchen benötigten nur 35 Minuten, aber das hängt wohl von der Größe ab. – Ich lasse mich überraschen, wie sie schmecken; aussehen tun sie gut.

  7. @lamiacucina: Nachtrag zum Kommentar vom 31.12.2008

    Die Windbeutelchen schmeckten mir ausgezeichnet mit beiden Füllungen. Als “Fingerfood” klar besser geeignet als die gefüllten Champignons im Rosmarin-Wald. Als Liebhaber von Fingerfood oder gar “Flying Buffets” würde ich mich allerdings nicht bezeichnen. Ich bleibe lieber auf dem Teppich, sprich Stuhl sitzen und genieße so das Essen.

  8. @lamiacucina: bei der Gougère war der Teig ganz klar zu fest gewesen, aber irgendwann werde ich sie wieder machen, weil sie mir ja trotzdem gut geschmeckt hat.
    Die Windbeutelchen habe ich mit etwas mehr Bier als angegeben gemacht (entschuldige bitte die Rezeptänderung) und zusätzlich größere Eier verwendet. Dadurch war die Teigbeschaffenheit wesentlich weicher. Die Teigreste im Spritzsatz ergaben noch eine feine Suppeneinlage. – Wird wiederholt.

  9. Die füllung hab ich noch nie gessehen. Werde in den nächsten tagen rezept
    kopieren und servieren. Hab hier in Brasilien ein restaurant .
    Gruss: kurt vom: Rest. FAROL

  10. Hallo, schaut sehr lecker aus!!! Hab mich gestern an pikante Windbeutel (mit etwas Käse im Teig) gewagt. Diese gingen leider fast nicht auf – doch erstaunlicherweise haben sie trotzdem geschmeckt. Werde dein Rezept bei Gelegenheit ausprobieren! hab zuviel Bier vorrätig und dies scheint mir eine sehr leckere Verwendungsform dafür! merci fürs Rezept.

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