Risotto ai mirtilli

Risotto ai mirtilliHeidelbeerrisotto. Ein Gericht aus den Bergen für Bergler und Andere. Er wird in den südlichen Alpentälern aufgetischt, vor allem dort, wo es viele Heidelbeeren hat. Den letzten habe ich gegessen in der Trattoria degli Alpi in Ronco im Bedrettotal, den vorletzten im Herbst im Ristorante Passerini in Chiavenna. Den aktuellsten zuhause, selbst-gemacht. Wie meist: besser. Er zeigt die herb-frische Fruchtigkeit der Beeren, spürbare Fruchtsäure, er ist kaum süss, ganz sicher kein Milchreis mit Beeren ! Doch doch, in den Bergen gibts noch andere Dinge zu essen als nur gerade Raclette, Fonduta und Fondue ! zum Rezept:

Zutaten
200 g Rundkornreis (Carnaroli)
150 g frische kleine Heidelbeeren (bitte keine amerikanischen Blueberrys, meine waren aus dem Schwarzwald)
1 Schalotte fein geschnitten
1.5 dl Rotwein
5 dl heisse Gemüsebrühe
2 Elf. Parmesan gerieben
50 g Butter
Pfeffer, Salz

Zubereitung
(1) 30 g Butter in der Pfanne schmelzen lassen, Reis zugeben und glasig dünsten, die Schalotten zufügen und kurz mitdünsten (dürfen keine Farbe annehmen), dann mit 2/3 des Rotweins ablöschen.
(2) 100 g Heidelbeeren zugeben. Den Risotto unter stetem Rühren bis zur sämigen Konsistenz einkochen, die verdunstete Flüssigkeit immer wieder durch kleine Zugaben von der Gemüsebrühe ersetzen. Die Heidelbeeren sollen dabei zerquetschen.
(3) Nach 15 Minuten den Rest des Rotweins und die restlichen Heidelbeeren vorsichtig unterrühren. Diese sollen jetzt möglichst ganz bleiben.
(4) Nach total 20 Minuten restliche Butter und den Parmesan vorsichtig unterrühren.
(5) Mit Pfeffer und ggf. Salz abschmecken.
Eingangsweg zur Trattoria degli Alpi, Bedretto

Anrichten
Risotto in tiefen Tellern anrichten.

Anmerkung
Im Kochbuch “Urchuchi, Bd 2: Tessin und Misox” ist ein Rezept der Trattoria degli Alpi in Ronco abgedruckt. Zubereitung mit Fleischbrühe, alle Beeren von Anfang an mitgekocht. Das war mir zu urchig, urchuchig und fleischlich. Die Zugabe eines Teils der Beeren gegen Schluss bringt mehr Frucht in den Risotto.

19 Gedanken zu “Risotto ai mirtilli”

  1. nein..gar nicht..heute konnte ich sozusagen ausschlafen..normalerweise bin ich um die uhrzeit schon längst über alle berge..hoff,heut abend noch myrtilles zu finden..den rest hätt ich ja zuhaus…das tönt ganz nach meinem gusto,was du da gekocht hast,mmh*****..so..und nun aufn zug..en guete tag…jacqueline

  2. Super!!!!!!!!

    Sieht genial lecker aus! Verlockend!!! Ich dachte, Du machst es mit MIlch, aber dann hab ich gelesen, dass es Gemüsebrühe ist!
    Würdest Du es eher als Beilage oder als Dessert essen?

  3. @Bolli: als Entrée. Auf keinen Fall als Dessert. ist überhaupt nicht süss. Die kleinen Schwarzwälder Heidelbeeren wachsen ja im Schatten der Tannen und kriegen wenig Sonne und sind mehr herb als süss. Schmeckt eher nach meinem Risotto al vino Sangiovese. Aber den kennst Du ja nicht. Du Ärmste.

  4. Irgendwas mit Rotwein, oder?
    Setzt Du ja vielleicht mal auf den Blog, damit ich es kenne?……

    Hier gibt es saucisson sec mit myrtilles, also dann damit als entrée.

  5. @Bolli: Wozu Wurst dazu ? Ich geb mir Mühe die Fleischbrühe aus dem Risotto zu verbannen und Du willst Wurst dazu ? Also gut. Deinem Geschmack vertraue ich blind. mit Wurst !

  6. Nein, ich dachte nur, dass man dazu ein paar rondelles der saucisson sec mit Blaubeeren reichen könnte!!!!!!!!!
    Eventuell sogar angebraten?….

    War nur so ne Idee….

  7. @BerlinKitchen: da ist gar nichts wild daran. Das ist ein etabliertes Gericht. Wächst halt nicht auf dem Kudamm, aber vielleicht in der Heide, die ist ja auch irgendwo da um die Ecke.
    @Bolli: Als primo piatto lieber allein. Aber die Wurst als Antipasto: sofort. Schliesslich sind wir hier in Italien: Meine Postleitzahl I-4000 Basilea.

  8. Sehr interessant! Dass das nur mit Waldheidelbeeren und nicht mit den dicken Kultur-Heidelbeeren schmeckt, liegt auf der Hand. Diese pralle Fruchtigkeit gepaart mit Säure gibt es nur bei Waldheidelbeeren.

  9. hab eben meine söhne verabschiedet,sie kamen zum heitirisotto und waren total begeistert..auch ich bin hingerissen..nehm ich gern in mein repertoire auf..vielen dank..jacqueline

  10. geht’s jetzt wirklich schon los mit den “mirtilli”? üblicherweise gehen wir erst ende juli bzw. im august “in die schwarz- oder moosbeeren”, wie das heidelbeer-ernten in tirol heißt. aber heuer ist ja alles möglich, warm wie’s ist. da müssen wir offenbar wirklich dringend rauf auf den berg und unseren heidelbeerschlag plündern. damit wir dann Deinen risotto nachkochen können – der sieht nämlich super-verlockend aus!

  11. @jacqueline: bin ja immer froh wenn ich keine Fehler im Rezept habe. Danke fürs Probekochen.
    @reibeisen: In den Berglagen wirds wohl erst beginnen, aber im Schwarzwald hats. bzw. auf dem Markt.

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