Wunschkochen (2): Falsche Kutteln für Jacqueline

Falsche Kutteln

Gewünscht hat sich dieses Gericht bei meiner Aktion Wunschkochen die Jacqueline aus Basel-Gundeldingen. Streifen der Abschnitte von Pfannkuchen in Tomatensauce. Aus den schönen Rechtecken gibts Cannelloni. Später. Die Tomatensauce natürlich nicht irgendeine Tomatensauce, sondern die Tomatensauce. Versetzt mit leicht confierten Tomatenfilets, gewürzt mit Oregano, Piment d’Espelette und Orangenschale. Kein Basilikum, ich hab gern Ordnung in den Aromen auf dem Teller und die Grossmütter hatten auch keinen Basilikum. Ich habe mir alle Mühe gegeben, den Kochkünsten der Grossmutter von Jacqueline gerecht zu werden, hier das Rezept (2 P.):

Zutaten:
für den Pfannkuchenteig (CH: Omelettenteig):
300 g Halbweissmehl gesiebt
4 dl Milch/Wasser 1:1
3 Eier (62g)
2 Tlf. Salz
2 Elf. Olivenöl
Kochbutter

für die Tomatensauce:
4 gute (gute!) Tomaten
1 Dose Pelati Tomaten,  ganze
Oregano getrocknet (erhalten von Bürokollegin Polixenia, einst aus Griechenland mitgebracht, immer noch besser als mein letztjähriger)
Piment d’Espelette der hier seinen ersten Einsatz erlebt (erhalten von Frau B. aus P., einer bekannten Food-Bloggerin. Herzlichen Dank fürs Paket !)
Orangenschale gerieben (erhalten von Frau L. aus unserem Tiefkühler)
Salz, Pfeffer
1 Tlf. Aceto Balsamico vom Guten
2 Elf. Parmesan, frisch gerieben

Zubereitung
für die Pfannkuchen:
(1) Zutaten (ohne Butter) in der genannten Reihenfolge in die Rührschüssel einer Küchenmaschine vorlegen und mit den Schwingbesen 10 Minuten lang schlagen. Der Teig muss glatt sein.
(2) 2 grosse beschichtete Bratpfannen jeweils mit wenig Bratbutter ausreiben, je 1 Suppenschöpfer Teig verteilen, dünn und gleichmässig verlaufen lassen und bei moderater Hitze gelb backen, einmal wenden und zweite Seite ebenfalls ausbacken. Die gebackenen Pfannkuchen auf einem vorgewärmten Teller aufeinander legen, mit Deckel oder Teller zudecken. Gibt 8 Pfannkuchen. Aus den Rondellen Rechtecke für 8 Canelloni ausschneiden und beiseitelegen, die Abschnitte aufrollen und in 1 cm breite Streifchen schneiden. Warmstellen.

für die Tomatensauce:
(3) Tomaten schälen (oder mit kochendem Wasser enthäuten). Filets herausschneiden, Gelee, Kerne und Häute in eine Pfanne geben. Die Filets auf einem Backblech salzen und mit wenig Puderzucker überstäuben und 30 Minuten bei Umluft bei 100°C confieren. Nicht zu stark, sie sollen nicht ausdörren, nur etwas Wasser abgeben.Tomatenfilets am Confieren
(4) Pelati abtropfen lassen, die festen Anteile zu den Tomatenresten geben, mit dem Rührlöffel zerstossen und ca. 10 Minuten leise kochen lassen.
(5) Den Tomatenbrei in eine zweite Pfanne sieben um die Kerne und Häute wegzubekommen.
(6) Evtl. noch etwas einkochen, so dass eine dickliche Tomatensauce entsteht. Abwürzen mit Salz, Pfeffer, 1 Elf. Balsamico, 1-2 Msp. Espelette, 1/2 Tlf. Orangen-abrieb (= etwa 1/4 Orange) und Oregano.
(7) Die Tomatenfilets dazugeben und kurz aufwärmen.

Anrichten
In 2 tiefe Suppenteller zuerst einen Teil der Tomatensauce mit den Filets vorlegen, die Pfannkuchenstreifen verteilen, den Rest der Tomatensauce zugeben. Wenig Parmesan drauf reiben.

Anmerkung
Vermutlich nicht ganz so, wie es die Grossmutter den Kindern vorgesetzt haben mag. Trotzdem: Frau Jacqueline, Zufrieden ??
Im guten, alten Fülscher-Kochbuch gibt es noch eine Variante: Fastenkutteln mit Käsecreme. Da werden die Pfannkuchenstreifen in einer Auflaufform mit Eierguss gratiniert.

Die Canneloni-rechtecke hab ich mit aufgetauter Salsa Bolognese gefüllt, mit etwas Tomatensauce und Besciamella umgossen. Das ergibt eine zweite Mahlzeit am nächsten Tag. 1xKochen, 2xEssen, 2xPosts. Rationell.

16 thoughts on “Wunschkochen (2): Falsche Kutteln für Jacqueline”

  1. mmh…mir läuft gerade das wasser im mund zusammen,sieht toll aus und weckt viele positive erinnerungen…RIESENMERCI..ja,mein groseli hats natürlich nicht mit deiner akribie gekocht,aber ich war jedesmmal im siebten himmel..espelette “und so zeugs” gabs natürlich damals nicht..(hätte es wohl auch kaum geschätzt,ganz im gegensatz zu jetzt)..hoff,euch hats auch geschmeckt?
    da`s mir natürlich nicht reicht( zeitlich) jetzt sowas zu zaubern,gibts “tifig” anstelle ne andere kindererinnerung:es ragusa..smile..denn:
    Der Duft eines Pfannkuchen, bindet mehr ans Leben,
    als alle philosophischen Argumente.
    Georg Christoph Lichtenberg, (1742 – 1799)
    lieber,”säliger”kindergruss ausm gündülü,jacqueline

  2. @jacqueline: so früh am Morgen kann ich noch keine Philosophen zitieren, aber recht hat er. Hab ich vergessen zu sagen: das Gericht schmeckt wirklich gut. Vielleicht gibts den Espelette in St. Louis ? liebe Grüsse.

  3. siehste..da gehts mir ähnlich wie dir mit lörrach..geh selten nach st.louis..obwohl die öv-anbindung ja eigentlich mit dem 11er supi wäre..freut mich,dass es euch auch gemundet hat..wurde gestern leider nix mit dem “heiti-risotto”,aber den probier ich sicher demnächst aus..ragusagruss,jacqueline

  4. Wow, die Tomatensauce hat ja eine Frabe! Super, das ist aber natürlich, oder? Nichts mit Technik…..
    Es sieht so lecker aus, dass ich Jacqueline nicht alles geben kann…..

    Erinnert mich an eine Suppe, die meine schwäbische Urgrossmutter ( ja!!) Louise immer machte: Kromer Schnitz und Knöple, auch mit Pfannkuchenresten…

    Weiter so mit dem Wunschkochen!!!!!!!!!!

  5. Wer lässt sich denn so eine Chance durch die Lappen gehen? Gib doch mal nen Hinweis, oder heiteres Wunschkochenraten, Du kochst und wir müssen raten, für wen es denn nun ist!!!
    Die Tomatensauce haut mich um!

  6. Ich könnte mir vostellen, dass die Aktion noch einen dritten Post hergibt: Irgendetwas aus dem Abtropf der Pelati, denke ich.
    Sind denn hier eigentlich nur Frühaufsteher unterwegs?

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