Schnitzel (1): Verfalldatum 13-Dez-2006

Ripplischnitzel Wiener Art_edGeräuchtes Schweinsrippli (Kasseler) 600 g, Verfalldatum: 13.12.2006. Zuunterst im Tiefkühler. Übersehen. Vergessen. Nun ist Sommer. Immer tiefgekühlt, sollte noch gut sein. Was machen ? Rippli mit Sauerkraut ? Rippli mit Dörrbohnen ? Rippli kalt aufgeschnitten mit Senf? Die Lust auf Winterrippli hält sich in Grenzen. Schnitzelspezialistin Frau L. löst das Problem wie folgt: Sie kocht das Rippli wie üblich direkt im Vakuumbeutel, nach dem Erkalten schneidet Sie es fein auf, paniert und brät es letzlich wie ein Wienerschnitzel. Warm oder kalt zu essen mit Zitronensaft beträufelt. Ein wunderbares Sommergericht. Da erbleicht jedes Wienerschnitzel. Die österreichischen Nationalheiligtümer beginnen langsam zu wanken (siehe Sachertorte). Und das ist noch nicht alles, Morgen gehts weiter mit der Verwertung zweitem Teil. Noch Schöner. Da hauen wir ein französisches Regionalgericht in die Pfanne. zum Rezept:

Zutaten
1 Kasseler Rippchen geräucht (ca. 600g), eingeschweisst in kräftige Metzger-Vakuumfolie und aufgetaut. Das Verfalldatum muss nicht unbedingt abgelaufen sein.
Für die Panüre: Paniermehl, vom selbstgemachten !!!, 1 Ei, Zitronenabrieb, Mehl
reichlich Bratbutter zum Ausbacken

Zubereitung
(1) Das Kasseler Rippchen ungeöffnet im Vakuumbeutel bei 80°C im Wasserbad während 45 Minuten (je nach Grösse) ziehen, anschliessend erkalten lassen.
(2) Öffnen, den Fleischsaft auffangen, nicht wegwerfen !!!, durch ein Melitta-Kaffeefilter klarfiltrieren und für das nächste Gericht (Morgen) kühlstellen.
(3) Das Fleisch fein (3-4mm dick) aufschneiden, die eine Hälfte für die Schnitzel verwenden, die andere für das nächste Gericht (Morgen) kühlstellen.
(4) Jede Rippchenscheibe wie üblich (muss ich es erklären?) durch Mehl, danach durch Ei ziehen, Zitronenschale beidseitig draufraspeln und zuletzt durch das Paniermehl ziehen, die Brösel gut andrücken und sofort ausbacken (verträgt im Unterschied zum Wienerschnitzel kein Zwischenlagern). Nicht zu heiss, Geduld, damit die Panüre nicht verbrennt.

13 Gedanken zu “Schnitzel (1): Verfalldatum 13-Dez-2006”

  1. naja..bei den im mom herrschenden tempis braucht man eig gar kein sommergericht..smile..hoff es hat geschmeckt und bin gespannt auf die “franz.variante..”morgengruss…

  2. @jacqueline: Hoffnung trifft zu, es hat geschmeckt. Mir ist das jetzige Wetter sehr lieb. In der Hitze vergeht mir die Kochlust, dann müsste ich im Blog Hitzeferien aufschalten.

  3. “bochanes” wie unsere ostösterreichischen landsleute (aus der gegend rund um wien) zu “gebackenem” zu sagen pflegen, ist in ösiland in jeder form beliebt. ob das nun ein wienerschnitzel, ein henderl oder champignons sind. zum beweis reicht der blick auf österreichische hüften, bäuche und ähnliche fettansatzstellen. Du würdest hierzulande also sicher auch mit Deinen ripperl, entschuldigung “rippli” (das klingt viel netter), für furore sorgen!

  4. Du machst Schnitzel mit geräucherten Kasseler? Das ist ja interessant, sehr gut!

    An diese Vakuumbeutelgarung habe ich mich noch nicht gewagt, veilleicht kannst Du mal einen Mme L. Post darüber bringen?

    Auf jeden Fall sehen Deine Schnitzel sooo lecker aus, dass ich sie jetzt gerne zum Frühstück hätte!

  5. Bravo! Endlich jemand, der mal nicht unter der “Abgelaufen”-Phobie leidet.
    Unterscheidet man in CH auch zwischen MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) und Verbrauchsdatum?
    Ansonsten freue ich mich auf die französische Aktion.

  6. @ilka: das mit dem Siedebeutel ist hier gebräuchlich, Rippchen, Schäufele etc. werden von den Metzgereien gleich so angeboten.

    @Bolli: sieht wirklich aus wie Wienerschnitzel und wenn man reinbeisst hat man das würzige Rippli-aroma. Lustiger Überraschungseffekt.

  7. hab ich mir gedacht..mein groseli(ja,das mit den falschen kutteln..smile)hat das jeweils als sonntag(fest)sessen zubereitet..ad wetter:bin auch froh,wenn nicht ne affenhitze ist..aber grad so kühl..naja..wenigstens das müssen wir so nehmen wies ist..man stelle sich vor,da könnten auch noch alle mitreden.madre mia….sonnengruss aus lenzburg

  8. @fressack: das ist auch hier so, wir sind ja ein wenig eigen aber doch ein halbwegs zivilisiertes Land.

    @jacqueline: Herr Bucheli und Fräulein Bäh (MeteoSchweiz) werdens schon richten

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