Arrosto di vitello al vino rosso

Kalbsbraten

Kalbsbraten, 3 Stunden leise in Rotwein geschmort. Entgegen meinen sonstigen Kochgewohnheiten habe ich den tugendhaften Pfad der klaren Würzlinie verlassen und abenteuerfreudig in die Gewürzkiste gegriffen. Mit puritanischem Mass, was die Mengen betrifft, nichts soll vorherrschen, mit orgiastischem Zugriff, wenn ich die verwendeten Zutaten ansehe. Noch selten ist er mir so gut gelungen. Durchaus kein Kuddelmuddel. Drum darf er sich hier jetzt zeigen. zum Rezept

Das schöne Stück, vom Metzger gerollt und mit Speck und Lauchstreifen eingebunden:
Kalbsbraten ungebraten

Zutaten
ca. 900 g Kalbsrollbraten
5-7 dl Rotwein (mein Gigondas)
1/2 rote Peperoni
1 kleine Zwiebel
1 Karotte mittelgross
1 Petersilienwurzel
1 Stangensellerierippe (hatte nur noch ein Stück Knollensellerie)
1/3 Lauchstange
4 getrocknete Tomaten
1 Elf. Tomatenmark
2 Knoblauchzehen
3 Stück Zitronenschale
3 Lorbeerblätter
5 Wacholderbeeren
5 Pimentkörner ganz
5 Korianderkörner ganz
1 Prise Zimtpulver
1 Prise Sternanispulver
Piment d’Espelette
Salz
1 Rosmarinzweig
1 Stück Schwarzbrot (Endstück)
100 ml Kalbsfond von hier
30 ml Madeira
1 Tlf. Aceto Balsamico tradizionale >10 anni.
Olivenöl

Zubereitung
(1) In einer Kasserolle in 30 ml Olivenöl allseitig anbraten (ca. 15-20 Minuten). Braten herausnehmen und im Ofen zugedeckt bei 140 °C warm stellen bis die Gemüse angebraten sind.
(3) Oel abgiessen, dann Tomatenmark und Gemüse, ganz oder grob geschnitten, anrösten. Mit 3/4 des Weines ablöschen.
(4) den Braten in die Kasserolle zurückgeben. Die Hälfte der Gewürze, Kalbsfond und das Brot zugeben.
(5) Bei 140°C im Ofen zugedeckt während 3 Stunden langsam schmoren (simmern) lassen. Nicht kochen. Sobald der Topfinhalt zu blubbern beginnt. Ofentemperatur auf etwa 110°C zurückschalten. Gelegentlich wenden. Deckel ab Halbzeit je nach gewünschter Saucenkonsistenz leicht öffnen.
(6) 20 Minuten vor Schluss den Rest der Gewürze und den restlichen Wein sowie den Madeira zugeben.
(7) Zum Schluss das Bratenstück und das Brotstück (”Kinderbraten”: für alle, die kein Fleisch mögen) herausnehmen und die Sauce fertig stellen: Durchseihen, bei Bedarf etwas einkochen, Balsamico zugeben.

Anrichten
Braten aufschneiden und mit den Gemüsen in die Sauce zurücklegen. Aus der Kasserolle servieren oder auf vorgewärmte Teller einen Saucenspiegel giessen, 1-2 Bratenstücke hineinlegen. Nach 3 Stunde Küchenarbeit, der Beaufsichtigung des Ofens und des Kochweines, ein schwer erarbeitetes Essen. Dazu gabs Maistriangel aus rotem Mais. Der verdient einen eigenen Blogeintrag.

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21 thoughts on “Arrosto di vitello al vino rosso”

  1. Genial!

    Da stimmt einfach alles! Bravo.
    Da kriege ich richtig Lust drauf, einen Kalbsbraten zu machen!!

    Warst Du ganze 3 Std. in der Küche? Hast wohl immer mal probiert, oder?……

  2. Das Brotendstück (“Knust”) kommt bei meiner Rehkeule auch mit in den Topf – hab ich so von einer Mutter übernommen.
    Sieht herrlich aus! Leider ist gutes Kalbfleisch hier kaum zu bekommen.

  3. weiss ich etwa nichts von einem neuen schweizer feiertag oder macht ihr l.s sowas einfach unter der woche? liest sich sehr gut. würdest du das auch mit einem (erwachsenen) rindvieh machen?

  4. @Cascabel: der Preis wird die Nachfrage d$mpfen.

    @katha: geht auch mit Rind wenn es noch nicht im Seniorenalter ist. Ich hab immer zuviele Einträge, die ich vor mir herschiebe. Da kann es vorkommen, dass ein Feiertagsbraten an einem Werktag aufgetischt wird. Die unveröffentlichten Spargelrezepte vom letzten Mai lass ich aber schon noch warten. :-)

  5. Das sieht wirklich bombastisch aus!

    Dass es ein Gästeessen sein musste, hatte ich aufgrund der Menge bereits kombiniert – zumindest den 2 Essern in unserem Haushalt wäre der Braten etwas zuviel. ;-)

  6. lamiacucina,

    das sieht ja wieder leckerst aus, mir läuft das Wasser im Munde zusammen, einfach wunderbar !!

    Heute beim Laufen habe ich an Dich und Deine mannigfalten Rezepte gedacht – auch an meine Speisekarte, die von Zeit zu Zeit auch nicht von schlechten Eltern , aber mit Deiner nicht annähernd vergleichbar ist.

    Danke – schön, Dich gefunden zu haben. 8)

  7. @Barbara: nein, kein Gästeessen, wir sind meist unsere eigenen Gäste. Was nicht gegessen wird, kommt in Aluschalen und wird eingefroren, portionsweise. Auch die Maistriangel.

    @ultraistgut: schön, wenn Du Dich freust und äusserst, über das was ich hier koche. Das gibt auch mir Ansporn weiterzumachen.
    Beim Laufen hat man Zeit um nachzudenken. Früher bin ich auch mehr zu Fuss unterwegs gewesen als jetzt, diese Zeit fürs nachdenken fehlt mir heute.

  8. Sieht ganz toll aus. Bin auf das Rezept für die Maistriangel gespannt! Bei uns gibt es unter der Woche auch mal Feiertagsessen (nicht nur blogmässig verschoben) wenn ich gerade ein gutes Angebot beim Einkaufen bekommen konnte. Am Sonntag kann es aber auch mal nur Reste bei uns geben, so genau nehmen wir es nicht.
    Liebe Grüße

  9. Sagenhaft!

    Ich habe es Dir neulich schon geschrieben, Du bist und bleibst ein Künstler!

    … aber nicht, dass Du jetzt wieder mit ‘brotloser Kunst’ anfängst ;-)

    Viele Grüße

  10. Was soll ich noch schreiben, es ist ja bereits alles gesagt.. und eigentlich fehlen mir auch die Worte. Bin sprachlos und freue mich auf die Maistriangel!

  11. @ulliwp: Danke, ich bleibe lieber auf dem Boden: Sonntagsbraten.

    @Jutta: Dir als versatilen Schreiberin fällt nichts mehr ein ? :-)

    @Barbara: als Kleinstfamilie kann man sich auf diese Weise auch mal ein grosses Stück machen. Und die werden einfach besser als das kleine Zeug. Und wenn man abends mal müde heimkommt und in der Mikrowelle sowas aufwärmen kann, ist das schön.

    @She: nach dem Essen ? da schaue ich mir nicht mal mehr Kochblogs an :-)

  12. Das klingt superlecker! Aber Kalb ist hier auch extrem schwierig zu bekommen. Mein regulärer Metzger führt nur Rind und Schwein (dafür brilliante Qualität) und auf dem Markt ist das Angebot sehr wechselnd.
    Bei uns zwei Essern wird entweder spontan eingeladen (lustige Hausgemeinschaft) und abends noch für 4-6 gekocht oder eben portionsweise eingefroren. Besonders nach langem Arbeiten liebe ich es, nur noch auftauen zu können.

  13. @rike: wir haben dafür gleich 2 rätselerfahrene Tiefkühler. Das Rätsel: “was koche ich heute ?”

    @Sivie: das wird wohl schwierig werden, den ausserhalb CH zu bekommen, aber ein anderer Vollkornmais geht ja auch.

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