
Die dampfende Bratwurst aus den Ski-Ferien von Kochschlampe hat mich beeindruckt. Eine Bratwurst muss (wieder einmal) her. OLMA-Bratwürste gibts hier nur zeitweise, also muss eine ordinäre, etwas kleinere Kalbsbratwurst herhalten. Anstelle der in Restaurants dazu servierten, industriellen, braunen Bratensauce mit Zwiebeln mach ich eine schnelle Rotweinsauce und separat gebratene, knusprige Zwiebelringe. Die Sauce ist mein Vorschlag auf zorras Umfrage nach Rotweinsaucen. Noch nicht fertig: von rohen Kartoffeln abgedrehte Spaghettifäden werden zu Rösti/Backers-küchlein verbacken. Das einfache Gericht gibt für einen Alleinkochenden ordentlich Arbeit, schmeckt aber viel besser, als was man in Schweizer Restaurants unter dem Namen Kalbsbratwurst vorgesetzt erhält. zum Rezept
Zutaten
2 Kalbsbratwürste
Milch
Bratbutter
für die Zwiebelringe:
1 Zwiebel
Hartweizendunst (Pastamehl)
Fritieröl
für die Rotweinsauce:
1 kleine Schalotte
Butter
1.5 dl Rotwein
0.7 dl Portwein
0.7 dl Kalbsfond von meinem (1 Dose aus dem Tiefkühler)
1 Zweig Thymian
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette
1 Elf. Maizena Saucenbinder braun
für die Röstiküchlein:
4 kleine Kartoffeln
Olivenöl
Salz, Pfeffer, Muskat
| abgedrehte Kartoffelspaghetti in Ringen | Zwiebelringe am Rütteln |
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Vorbereitung
Würste 1-2 Stunden vor Gebrauch abspülen, trocknen, in Milch einlegen und gelegentlich wenden.
für die Rotweinsauce:
fein geschnittene (nicht gehackte) Schalotte in wenig Butter, ohne Farbe zu nehmen, andünsten, mit dem Rotwein ablöschen und stark einreduzieren. Portwein, Kalbsfond, Thymian und etwas Maizena Saucenbinder dazu und auf die gewünschte Konsistenz einreduzieren. Würzen. Beiseitestellen.
für die Zwiebelringe:
Die Zwiebel auf dem Hobel quer in 2-3 mm dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben zusammen mit 2-3 Elf. Teigwarenmehl in einen Plasticsack geben, locker verschliessen und solange kräftig schütteln, bis die Ringe mit dem Mehl überzogen sind. Herausnehmen, gut abklopfen und in heissem Öl halbschwimmend backen, bis sie gelb sind. Herausnehmen und auf ein Küchenpaper legen. Kurz vor Gebrauch nochmals in heissem Öl fertig ausbacken. Dann sind sie schön knusprig.
Zubereitung
(1) Bratwürste aus der Milch nehmen, trocknen, auf den Liegeflächen mehrfach einstupfen und in Bratbutter bei moderater Hitze (4-5 von 9) langsam anbraten. Nach Halbzeit wenden. Das dauert rund 30 Minuten. Geduld, dann platzen sie nicht.
(2) Parallel dazu die Kartoffeln schälen und durch einen Gemüsespaghettischneider drehen. Den Kartoffel-Spaghettihaufen würzen und in einer beschichteten Bratpfanne zu Küchlein formen und in wenig Olivenöl langsam beidseitig anbraten. Das Anbraten in Ringen muss nicht sein, sie werden damit nur schöner geformt.
(3) Rotweinsauce wieder erwärmen.
(4) Zwiebelringe ein zweites Mal in heissem Öl backen.
(5) Anrichten

Anmerkung
Über die Kunst, knusprige Zwiebelringe herzustellen, hat Claudia einen eigenen, wie immer perfekten Eintrag geschrieben. Ich mache die Zwiebeln etwas anders. Dass meine etwas braun geworden sind, liegt nicht am Rezept, sondern an meiner Überforderung, 4 Pfannen und 2 Flaschen gleichzeitig zu überwachen.
In St. Gallen isst die OLMA-Bratwurst kein Mensch so wie ich sie hier mache, sondern: stehend, die Wurst in ein Papier eingeklemmt, ohne Senf !, dafür mit Bürli.













Ich finde Bratwurst mit Bratensauce etwas gewöhnungsbedürftig. Bekam ich vor 10 Jahren in Köln serviert – und habe mich über so etwas Unmögliches aufgeregt. Das war aber auch ein Tütenprodukt. Deine Rotweinsauce hätte ich sicher genossen.
Von: Claudia am Januar 23, 2008
um 7:34
da könnte man auch als ansonsten bratwurstverweigernder durchaus mal reinbeißen
wobei ich den rösti trotzdem den vorrang geben würde…
Von: sammelhamster am Januar 23, 2008
um 7:35
Lecker!!!
Ich liebe Bratwurst, egal ob mit Schwein oder Kalb, und jedes Mal wenn ich in dt. gefilden bin, esse ich eine auf die Hand, oder Currywurst. Sauce zur Bratwurst kenne ich auch nicht….Aber, warum nicht?
Die Kartoffelspaghettis sind genial!
Von: Bolli am Januar 23, 2008
um 7:48
Ich habe zwar erst gerade gefrühstückt, aber zum 2. Frühstück komme ich vorbei
Lecker!!!
Bei den Kartoffelspaghetti fällt mir ein, ich könnte auch mal wieder mein ‘Spirali’ hervorklauben und Kartoffelnester machen.
LG Ulli
Von: Ulli am Januar 23, 2008
um 7:52
Bin zwar kein Brat-Wurst-Fan, aber ich würde auch mal probieren.
Sag’ mal, wie wäre es mit einem kleinen, schnuckeligen Restaurant ? Wirklich nur klein, gemütlich, mit wenigen Tischen und Kerzen-Schein?
Ich verspreche: wir kommen, egal, wo Du es eröffnest !!
Solange begnüge ich mich mit Zuschauen und gelegentlichem Nach-Kochen.
Du bist der Größte !!
Von: ultraistgut am Januar 23, 2008
um 8:14
When we, me and my family, come back in switzerland, better in Davos where we spend normally our holiday, this is the first lunch of my children, sometime also the second, third…
Loste
Von: Loste am Januar 23, 2008
um 8:16
@Claudia: normalerweise gehörte eine Zwiebel-Bratensauce dazu. In hiesigen Restaurants meist aus der Tüte, was mich nicht einmal besonders stört
@sammelhamster: ich musste mich auch erst daran gewöhnen, aber mit viel Sauce wird sie erträglich.
@Bolli: mit Schwein ist sie noch würziger, die isst aber Frau L. nicht. Ein Kompromiss.
@ulli: den Spirali benutze ich nicht mehr, produziert zuviel Kartoffelabfall. Der Twister ist besser, aber nur für kleine Kartoffeln. Aber es gibt auch noch Profigeräte.
@ultraistgut: Bis 4 Personen behalte ich die Übersicht, darüber wirds chaotisch. Nein, in einer restaurantküche könnte ich nicht arbeiten. Der Grösste ?. Mit 1.92m früher ja, heute muss ich öfters aufblicken.
@loste: you have my sympathy !
.
Von: lamiacucina am Januar 23, 2008
um 8:39
Bratwürste sind was feines, wenn sie von einem guten Schlachter kommen. Letztes Jahr haben wir aus einem frisch geschlachteten Schwein selbst welche hergestellt – lecker!
Die Einlegen in Milch habe ich noch nie gehört – was genau bringt das den Würsten? Gerade gestern mittag habe ich auch Bratwurst gemacht, mit einem Rest Pilzrisotto (http://kueche.san-lorenzo.com/2008/01/risotto-ai-funghi-volvarielle.html) und Postelein-Salat!
Von: Matthias Metze am Januar 23, 2008
um 8:50
Ich will jetzt sofort eine Bratwurst!
Und Danke für das Saucenrezept. Ich werde es bald mal ausprobieren.
Von: zorra am Januar 23, 2008
um 8:54
@Matthias: das glaub ich gern ! Das Einlegen in Milch soll angeblich das Platzen verhindern. Die Grossmütter haben das so gemacht, die Mütter.. und auch wir, obwohl ich dafür keine plausible Erklärung habe. Vielleicht witd die Haut dadurch geschmeidiger, vielleicht auch nur die Bräunung befördert.
@zorra: Wünsche hast Du…
Von: lamiacucina am Januar 23, 2008
um 9:21
Nun werde ich mir also heute abend von meinem (Schweizer) Koch Bratwürste (”) zubereiten lassen.
Das hat mir Appetit gemacht.
Bei uns gibt es Schmorzwiebeln dazu. Und Püree. Oder Bratkartoffeln. Oder Apfelweinbrot.
Von: fressack am Januar 23, 2008
um 9:52
Von Zeit zu Zeit verlangt der Körper einfach nach Bratwurscht – ganz gleich ob mit oder ohne Soße. Die Idee mit den Kartoffelspaghetti gefällt mir sehr gut.
Von: lavaterra am Januar 23, 2008
um 10:47
So schön habe ich Bratwurst noch nie serviert bekommen. Die Rotweinsauce klingt sehr interessant, ob sie auch zu Salsiccia passt?
Von: LillY am Januar 23, 2008
um 10:53
So schön habe ich Bratwurst noch nie serviert bekommen. Die Rotweinsauce klingt sehr interessant, ob sie auch zu Salsiccia passt?
(Error-cannot post comment? Vielleicht doppelt, dann sag ich T’schuldigung)
Von: LillY am Januar 23, 2008
um 10:55
So eine gute Bratwurst mag ich ab und zu auch gerne, die Sauce klingt auch toll. Die Kartoffelschlangen auch! Aber ganz schön aufwändig…
Unseren Spirali habe ich schon vor über 1 Jahr bei ebay versteigert, nachdem ich ihn 1 x benutzt hatte und er sonst im Schrank lag..
Von: Barbara am Januar 23, 2008
um 12:54
Bratwurst mit Sauce klingt wirklich gewöhnungsbedürftig. Da kommen die unbedingt-vom-Holzkohlengrill-stammenden-Grillwürstchen-BefürworterInnen nicht so auf ihre Kosten
Das größte Problem für uns ist allerdings, dass es weit und breit in unserer Stadt keine vernünftigen Bratwürste gibt, ein überaus mißlicher Umstand! Dabei rühmt sie sich dafür.
Von: kulinaria katastrophalia am Januar 23, 2008
um 1:14
@fressack: nach dem dazugehörigen Getränk will ich gar nicht erst fragen.
@Lavaterra: ach der Körper verlangt das
. Die Kartoffelspaghettis sind ja ein alter Hut, aber ich mag sie immer noch und wieder.
@LillY: kaum, die Sauce passt eher zu weissfleischigen Würsten.
@Barbara: ich könnte ja meinen Spirali bei e-bay versteigern, und Du ersteigerst ihn wieder
@kulinaria: Grillwurst, vielleicht war ich darum noch nie in Berlin.
Von: lamiacucina am Januar 23, 2008
um 1:59
@robert: Vielleicht ein Syrah von Ch. Gres St.Paul, oder doch ein Veltliner von Jurtschitsch? Oder…
Von: fressack am Januar 23, 2008
um 2:35
Ich will keinen mehr!
Von: Barbara am Januar 23, 2008
um 3:40
I love such dishes! Super lecker! Potatoes, onions, sauce and Bratwurst = a taste of heaven ;-P!
Cheers,
Rosa
Von: Rosa am Januar 23, 2008
um 4:31
YUM!
Von: DKM am Januar 23, 2008
um 6:19
erdäpfelpüree statt der röstiküchlein und ich würde von dem gericht mehr essen, als mir gut täte… liebe l’s, es ist mir eine freude, eure rezepte und kochereien mitverfolgen zu dürfen!
Von: katha am Januar 23, 2008
um 7:14
@fressack: Du überraschst mich !
@Barbara: Dir hätt ich ihn ja geschenkt.
@Rosa: merci à Genève !
@DKM: meauw ?
@katha: Spar Dir den Hunger für Thailand ! Gute Reise und schöne Zeit.
Von: lamiacucina am Januar 23, 2008
um 9:00
was bitte ist/sind “Bürli”?????
Die einzigen einigermaßen genießbaren sind die vom Discounter mit A vorn und I hinten. In der Not….aber ich lasse von Zeit zu Zeit importieren für den Vorrat.
Ich kenn eh bloß “Zwaa in am Weggla” bzw. “6 mit Kraut”. Was die Oberbayern als (Brat-)Wurst verkaufen ist eine Qual für alle Exilfranken. Und da ändert auch Uli Hoeness nichts dran.
Und Worschd und Soße geht mal gar nicht (in Franken), aber das Rezept für die Sauce heb ich auf, geht immer mal für was her. Wenn ich mal gar nix mehr zu tun habe, koche und aliquotiere ich auch Kalbsfond in Mikroportionen!
Die Zwiebeln mach ich genauso, allerdings wie fressack zum Rostbraten oder zu Leber. Aber der Tütentrick ist genial, ich hab sie bisher immer nur in einer Auflaufschale gewendet, mit haufenweise Abfall an Mehl. Sehr sparsame, effiziente Methode, gefällt mir!!
Aber da kennt die Puristin kein Pardon:
Wenn scho Brodwärschd, dann mit Kraut und Salzkartoffeln oder Pürree oder einfach nur eine ordentliche Scheibe gescheites Roggenbrot dazu; bzw. allenfalls an Neujahr: Saure Zipfel! Mit ordentlich Zwiebel-(Franken-)Wein-Essigsud. Zum Frühstück (mittags)
Sauer macht lustig
Von: elettra am Januar 23, 2008
um 10:53
Allmächt, a Fränkin’! Worum hod die sich donn noch ned ogmeld für den neinzehnden Abril?
Von: fressack am Januar 24, 2008
um 12:00
@elettra: Bürli ? sind doch wiki-bekannt. Die fränkischen Essregeln habens in der Tat nicht über die alemannische Grenze geschafft. Bratwurst mit Sauce geht hier.
“Dem Reinen ist alles rein” das sagte schon ein anderer, fränkischer Purist. Danke übrigens für die Reklame an e-2 !
Von: lamiacucina am Januar 24, 2008
um 7:34
Nur um zu nölen: Die kochschlampe war gar nicht skifahren, vielmehr war das ikke, der bei der verehrten dame aus berlin die sich kochschlampe nennt ja nur co-author bin. Aber die haarspalterei beiseite: Deine bratwurst hier überflügelt ja jedes banalrestaurationsniveau um lichtjahre. Kompliment!
Von: groefaz de la cuisine am Januar 27, 2008
um 11:45
@groefaz: ein Bratwurstkollektiv ? Aha, jetzt blick ich durch.
Von: lamiacucina am Januar 28, 2008
um 6:41