Dörrbohneneintopf

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Kein Bild aus dem Everglades Nationalpark in Florida. Eingeweichte Dörrbohnen, fotografiert bei blauem Himmel auf meinem Küchenfensterbrett. Nicht einfach Bohnen, Dörrbohnen müssen in diesen Topf. Marroni und Wurst sind nur Statisten. Leider geraten die Dörrbohnen immer mehr in Vergessenheit. Aus hiesiger Klein-Produktion sind sie teuer. Drum gibts bei COOP und MIGROS seit Jahren nur noch Ware aus China, billig, oft in Aktionen verramscht. Ich ziehe einheimische Bioproduzenten vor. Ein Standardgericht aus Frau L.’s Winterküche. zum Rezept

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Zutaten
100 g Dörrbohnen, über Nacht in viel Wasser eingeweicht
1-2 Schalotten, fein geschnitten
1 Knoblauch, fein geschnitten
3-4 Zweige Wild-Bohnenkraut (eigenes aus dem Tiefkühler, hält sich sehr gut)
4 getrocknete Tomatenhälften in feinste Würfelchen geschnitten
2 Elf. Speckwürfel, in feine Würfel geschnitten
1 dl Weisswein
0.5 dl Kalbsfond oder 1 dl kräftige Brühe
1 Elf. Tomatenpüree oder Ketchup
Olivenöl
Petersilie grob geschnitten
ggf. (bei Brühe) Saucenbinder braun

Beilagen
1 Neuenburger Saucisson (geräuchte Schweinswurst). Anstelle der Wurst kann ebensogut anderes Schweinefleisch, Rippchen etc. Verwendung finden
250 g Marroni, frisch vom Marronibrater geholt (das war dann wieder mein Job)

Ein Teil der Ausgangsmaterialien Der fertige Eintopf
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Zubereitung
(1) Speckwürfel in wenig Olivenöl anbraten, Temperatur reduzieren, Schalotte und Knoblauch zugeben und hellgelb andünsten, Tomatenmark und -würfel zugeben, dann mit Weisswein und der Brühe/Fond ablöschen.
(2) Bohnen dazugeben. Mit  Wasser ergänzen, die Bohnen sollen knapp bedeckt sein, und zugedeckt garen bis die Bohnen weich sind. Etwa 45-60 Minuten. Nach etwa der Hälfte der Garzeit den Deckel entfernen, Kräuter zugeben und die Sauce auf etwa 1 dl einreduzieren.
(3) parallel dazu die Wurst zubereiten: Wurst etwa 40 Minuten in Wasser von genau 80°C ziehen lassen. Enthäuten und aufschneiden.

Anmerkung
Der Saft, bzw. die Sauce schmeckt köstlich, notfalls kann man sie sogar mit Wasser und einem Tlf.  ordinärer, gebundener Bratensauce zubereiten, wie das in diesem Kleinhaushalt auch schon geschehen ist.

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16 thoughts on “Dörrbohneneintopf”

  1. Richtige Hausmannskost, ich liebe solche Gerichte! Dörrbohnen habe ich auch noch nie hier gesehen, jedenfalls nicht solche, weisse, braune etc ja, aber nicht die Haricots verts. Da man das ganaze Jahr¨über ( Kenya etc…) damit versorgt wird, sind die wohl in Vergessenheit geraten.
    UNd die Wurst, herrlich!!!!!!!!!!!!

  2. Manchmal komme ich mir beim Lesen hier, wie ein absolut Unwissender vor. Dörrbohnen??? Noch nie gesehen, noch nie gegessen – keine Ahnung! Tröstet mich ein bißchen, dass es in Paris auch keine gibt. Die Wurst und die Maroni nehme ich dann aber sehr gerne!
    Viele Grüße

  3. @Bolli: wir sind richtige Dörrbohnenfans und essen noch Dörrbohnen, wenns auf dem Markt längst grüne gibt. Gedörrte Bohnen sind einzigartig im Geschmack, nicht einfach nur gedörrte Bohnen.

    @Petra: dabei ist das die älteste Methode, der Bohnenschwemme in Bauerngärten Herr zu werden. In den Kriegsjahren gabs hier auf dem Land sogar Gemeinschafts-Dörranlagen, die zu festgelegten Zeiten Dörrgut (Apfel- Birnen, Bohnen etc.) entgegengenommen haben. Aber sie sind wirklich der Vergessenheit anheimgefallen. In Restaurants sogar fast gänzlich verschwunden. Ausser in urchigen Beizen wo es noch Berner Platte gibt.

  4. Bitte mitbringen im April! Die kenne ich nicht und sie sind hier auch nicht zu bekommen.
    Bei uns gibt es saure Bohne, milchsäurevergoren wie Sauerkraut. Das ist auch köstlich.

  5. @fressack: mach ich.

    @Barbara: Äpfel (und Birnen) sind auch so gut, haben wir immer im Auto als Reiseproviant.

    @Sivie: diese regionalen Unterschiede erstaunen mich.

    @Balu: frische Busch- oder Stangenbohnen in kochendem Salzwasser ca. 3 Min. blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken. Danach, etwas abgetrocknet, auf ein Dörrapparat-sieb legen und schonend, lang trocknen (weiss leider keine Temp/zeit). Hält sich, trocken aufbewahrt 1-2 Jahre.

  6. @Petra: wenn ein Produkt, das hier in guter Qualität gedeiht und reichlich angebaut wird, aus China dahergekarrt und -geschifft werden muss, so empfinde ich das als Auswuchs der Globalisierung. Schlecht müssen die Bohnen deswegen nicht sein. Also ruhig aufessen :-)

  7. Dörrbohnen? Noch nie gehört.
    Und ehrlich gesagt, sie sehen aus, als wären sie in der Wüste Gobi umgekommen. Das ist leider ein sehr unattraktives Gemüse. Hoffentlich schmeckt es besser, als es aussieht.

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