Tajarin tartufati

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Meine Soufflée-übungen für den Portwein-event haben 10 Eigelb hinterlassen. Jeweils mit wenig Olivenöl überdeckt und eingefroren. Für mich endlich, endlich eine Gelegenheit, Tajarin zu machen, jene sagenhaften Nudeln aus dem Piemont, die mit bis zu 25 Eigelb pro Kilo Mehl zubereitet werden. Und weil das Rezept aus dem Kochbuch Piemont und Aostatal der Duttenhofers stammt, welches auch schon seit 10 Jahren nahezu ungelesen im Gestell der Grossformate steht, wird daraus gleich ein Beitrag für den DkduW. Die Überreste des einen event liefern mir gleich den Beitrag für den nächsten. Effizient ! zum Rezept

ZutatenDKduW
Hauptmahlzeit für 4 Personen
10 gefrorene Eigelb mit Olivenöl
1 ganzes Ei
Weissmehl 300-400 g
1 Tlf Salz
Teigwarenmehl zum Bemehlen

gute Butter
4 Salbeiblättchen
2 Elf. Parmesan frisch gerieben
Sommertrüffelkonserve aus dem 90 g Glas (carpaccio di tartufi estivi, MIGROS Sélection), im Originlrezept werden natürlich frische weisse Trüffel verwendet, die aber unerschwinglich und jetzt sowieso nicht erhältlich sind.

10 Eigelb am Auftauen Tajarin: maschinengängig
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Zubereitung
(1) Eigelbe auftauen. In der Küchenmaschine mit einem ganzen Ei , dem Salz und soviel Weissmehl verkneten, als der Teig aufzunehmen vermag. Es ensteht ein weicher, aber keineswegs klebriger Teig. Kein Wasser !!! Den Teig mit Olivenöl bestreichen, in Haushaltfolie einpacken und mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen. Nicht länger, sonst verfärbt sich der Teig.
(2) Teigstücke unter Bemehlen mit Teigwarenmehl auf der Nudelmaschine zu feinen Platten walzen, Stufe 7/9. Die Teigplatten auf Tüchern oder Besenstielen ganz leicht antrocknen lassen, dann zu Nudeln schneiden.
(3) Nudeln in viel kochendem Salzwasser al dente kochen (ca. 2-3 Minuten), dann tropfnass in ein Pfännchen geben, in welchem zuvor ein gehöriges Stück gute Butter mit dem Salbei aufgeschäumt wurde. Die Nudeln darin wenden, wenig Parmesankäse und ein halbes Gläschen Trüffelscheiben untermischen und auf vorgewärmten Tellern servieren.

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Anmerkung
Die Nudeln schmecken ausgezeichnet, die Trüffelkonserve einmal mehr enttäuschend, wie meist bei Sommertrüffeln. Muss nicht sein, die vollmundige Werbung hat mich wieder einmal verführt. Eine Parmesancreme wie bei meinen Alfredonudeln, mit etwas Pfeffer und Knoblauch hätte uns besser geschmeckt.

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18 thoughts on “Tajarin tartufati”

  1. Wirklich effizient! ;-)

    Ich wusste gar nicht, dass man Eigelb einfrieren kann. Mit etwas Olivenöl drauf – das merke ich mir… Das Öl kann man bei der Weiterverarbeitung aber unterschlagen, d.h. braucht es bei Rezepten nicht zu berücksichtigen, oder? Einfach Anzahl Eigelb, fertig?!

    Die Fotos machen so richtig Lust auf Nudeln-Selbermachen. :-)

  2. Das mit den Sommertrüffeln ist ja schade, ich habe exakt das selbe Produkt auch bei mir in der Küche stehen. Habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen von meiner Schwiegermutter aus Konstanz, die das in der Migros in Kreuzlingen gekauft hat.

  3. @Barbara: die Eigelbe reagieren ganz unterschiedlich auf das Einfrieren, die einen werden nach dem Auftauen wieder weich, andere bleiben fest. Ich brauche sie nur als Teigwarenzusatz. Ein Soufflé würde ich damit nicht machen wollen. Öl wird mit den Eiern untergeschlagen. Der Pastateig kriegt dann einfach kein zusätzliches öl mehr.

    @Martin: die zweite Hälfte tue ich in eine Terrine, mal schauen, ob sie gegart besser werden.

  4. Tolle Farbe die Nudeln und gute Eigelbverwertung. Wobei bei mir eigentlich öfters Eiweiß übrig bleibt. Piemont und Trüffel – da habe ich gerade einen kulinarischen Krimi gelesen und werde dieser Tage ein Dessert aus dem Piemont bloggen. Und weiße Trüffel vertragen sich leider gar nicht mit meinem Geldbeutel.
    Frohe Ostern

  5. Wow, so viel Eigelb! Die Nudeln sehen sehr verführerisch aus, sehr sinnlich. Dass die schmecken, kann ich mir vorstellen. Meinen Trüffelreinfall hatte ich mit asiatischen. Die sind zwar erschwinglich und duften herrlich – aber von Geschmack keine Spur.

    Frohe Ostern Dir und Frau L.!

  6. Das nenne ich mal Osternudeln!
    Bisher konnte ich mich nicht zur Produktion der hocheierigen Nudeln durchringen, aber Du machst mir Mut.
    Wenn man nicht so viele Eigelb übrig hat, könnte man ja auch die Eiweiße portionsweise einfrieren.
    Bei Trüffelkonserven und -ölen gibt es meist Verdruss. Ich erliege auch immer mal wieder der Versuchung, obwohl man mit Steinpilzen und auch mit Steinpilzöl im Zweifelsfall auf der sicheren Seite wäre.
    Neulich habe ich gelesen, dass die Firma Bosfood in Meerbusch unter anderem auch fairer Experte für Trüffel und Trüffelkonserven ist. Vielleicht sollte man die mal zum Problem interviewen.

  7. So müssen Nudeln sein! Nichts anderes von Dir erwartet, es kommt auf die Nudeln an, Trüffel rüberhobeln kann jeder!!!!!!!

    Joyeuses Pâques!

  8. @Petra: mit meinem Geldbeutel auch nicht. Eiweiss und Eigelbverbrauch wollen einfach nicht zusammengehen.

    @Claudia: die Sommertrüffel kommen meist aus Umbrien, die piemontesischen weissen Trüffel oft auch.

    @Franz: Eiweisse haben wir auch schon eingefroren. Der Pastateig war sehr weich und schön zu verarbeiten. Mit Trüffel ist jetzt wieder lange lange Pause.

    @Bolli: Danke für die Wünsche.

    @sammelhamster: das hat unser Osterhase auch gemeint. Ich bin heuer gestraft genug, hab mich beim Einkauf vergriffen und einen weissen Schoko-Hasen nach Hause gebracht. Sah man ja nicht unter der Goldfolie. Ausgerechnet. Jetzt muss ich ihn alleine essen.

    @kulinaria: mit kühlschmelzendem Kern und aussen heiss ?

  9. ich erblasse vor neid! die nudeln schauen super aus – will auch ne nudelmaschine!!!! trüffel hab ich noch nie probiert, leider. schaut sehr lecker aus.

  10. lieber robert jipiiieeee :-) das wäre ja der wahnsinn. mit nicht elektrisch meinst du eine zum kurbeln???? wäre der versand (für den ich natürlich aufkommen würde) nicht sehr teuer? lg

  11. @nysa: es geht auch ohne, schau mal hier: http://picasaweb.google.de/elettra30/Tagliatelle?authkey=0yN-WGYStq4

    Teig auswalkeln, einrollen und in Streifen schneiden. Manche mögen es für Maltagliate halten, sie werden natürlich nicht so akkurat wie mit der Maschine, aber dem Geschmack tuts keinen Abbruch, und Arbeit ist es auch nicht großartig.

    @Robert: wir haben hier nicht den cholesterinlastigen Teig (zugegeben: wesentlich feiner und üppiger) aus dem Norden, sondern die ärmliche Sparversion mit Nudelgrieß, Wasser und sonst nix aus den südlichen Regionen Italiens “verwurstet”. Geschmeckt hat es dank der raffinierten Füllungen und Saucen dennoch hervorragend.

    Aber ich wollte eigentlich nur sagen, dass es nicht unbedingt eine Nudelmaschine braucht…um mich von eigenen Kaufgelüsten abzulenken.

    Trüffel…hm, ich bekam mal ein Trüffelöl geschenkt, das hab ich dann weggeschmissen, es roch nach…ich sags lieber nicht. Aber wer’s mag…

  12. @elettra: gewiss, jedoch käme ich mit dem schlanken, langen Nudelholz der Italienerinnen nicht zuwege, meine Küche ist dafür zu klein. Das Maschinchen senkt die Hemmschwelle, wieder einmal einen Pastateig anzusetzen.
    Tranig-fischig. Hab auchs chon mal ein Fläschchen in den Abguss geleert.

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