Knöpfli oder Spätzli Convenience

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Ich weiss nicht wer sie zuerst erfunden hat. Die Schweizer ihre runden Knöpfli oder die Schwaben ihre geschabten Spätzle. Knöpfli gehören jedenfalls auch bei uns zu den Grundrezepten. Die werden bei der lamiacucina GmbH immer gleich kiloweise hergestellt. Mein Rezept ist etwas anders als jenes der Schwaben. Es enstammt einem Zufall. Vor 4 Jahren wollte ich mit einer Versuchsreihe besonders zarte Knöpfli herstellen, herausgekommen sind besonders chäche, urchige. Seither mache ich sie nur noch nach diesem Rezept. Bevor ich mich hinter geschabte Spätzle mache, muss der Knöpfli-Vorrat wieder aufgestockt werden.

Andere Rezepte inklusive einer Zusammenstellung kürzlich verbloggter Spätzle bei Barbara. Nicht zu vergessen jene von nysa. Egal nach welchem Rezept, wer die selbstgemachten mal gegessen hat, kauft nie wieder convenience-Knöpfli bei den Grossverteilern.

Zutaten
ergibt 3 mal knapp 500 g Knöpfli, ich setze immer gleich 2 Teige an
500 g Teigwarenmehl (Hartweizendunst)
5 ganze Eier
50 ml Halbrahm
50 g braune Butter
2 dl Mineralwasser
1 Elf. Salz, Muskatnuss

Glutenstränge im Teig Gutes mise en place vereinfacht die Arbeit
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Zubereitung
(1) Die Zutaten in der Küchenmaschine mit dem Knethaken 10 Minuten kräftig rühren lassen. 1 Stunde zugedeckt ruhen lassen.
(2) Einen grossen Topf, zu 3/4 mit gesalzenem Wasser gefüllt, knapp zum Sieden bringen. Der Topf soll nicht zu fest dampfen, sonst verklebt der Teig schon im Sieb.
(3) Einen Klumpen Teig auf das gelochte Knöpfliblech bringen und mit einer Teigkarte durchdrücken. Sobald sie nach oben steigen noch ein, zwei Minuten leise sieden lassen, dann mit der Schöpfkelle in ein Salatsieb geben, dieses in ein grosses Gefäss mit kaltem Wasser tauchen und nach einer Minute herausnehmen und abtropfen lassen. Nächste Teigportion ins Sieb geben etc. bis aller Teig aufgebraucht ist.
(4) Knöpfli in Plasticbeutel abfüllen, diesen flach in einen Vakuumbeutel legen, leicht einvakuumieren und einfrieren.

Das Schweizer Knöpfli-Lochsieb Lohn der Arbeit
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Anmerkung
Derart eingefrorene Knöpfli lassen sich in der Mikrowelle rasch auftauen und danach in Butter anbraten mit Spiegelei oder zu Käsknöpfli oder Knöpfli mit Zwiebelschwitze aufbereiten.
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19 Gedanken zu “Knöpfli oder Spätzli Convenience”

  1. Schon wieder was gelernt: Knöpfli oder Spätzli kann man einfrieren!

    Gute Idee, das Fabrizieren ist doch eher eine Sauerei und oft fehlt die Zeit. Also: Leckerste selbstgemachte Convenience. :-)

    Wenn Pasta aus China über Italien ins Schwäbische kam, war sie zwischendrin logischerweise in der Schweiz, denke ich…

  2. @Barbara, grosse Vakuumbeutel nehmen und den Inhalt flach drücken. Sie frieren dann zu einer Platte zusammen. Zum Auftauen 15 Minuten warten, dann zerteilen und in der Bratepfanne mit Butter langsam anbraten bis sie aufgetaut sind.
    So wirds sein: Knöpfli, die Ahnen der Spätzle.

  3. Danke! Guter Tipp – und ein Grund, dieses fast vergessene Vakuumfabrizierteil mal wieder auszubuddeln.

  4. Jetzt habe ich doch fast wegen des Interviews diese leckren Spätzle übersehen, so geht das aber nicht!!!
    Ulli & Ilka, die Spätzleprofis, dürften nichts sagen können….Comme il faut!!!!

  5. Du Glücklicher hast Platz in der Truhe – bei mir herrscht dort immer Platzmangel also muß ich meine Spätzle frisch machen…
    Liebe Grüße

  6. es geht mir wie barbara… wie geil ist das denn, dass man knöpfli/spätzler einfrieren kann. ich hatte schon drüber nachgedacht, aber die idee gleich wieder verworfen. dein rezept hört sich gut an und der teig schaut nach knöpfli/spätzleteig aus, oder wie ich ihn auch nenne: kleister! wird ausprobiert und dann eingefroren. danke für denn tollen tipp :-)

  7. Hallihallo! Auch ich mache Spätzle immer auf Vorrat für den TK. Aber vielen Dank mit dem platten Einfrieren, spart auch Platz! (Äh, eigentlich sind es wohl auch eher Knöpfle, aber da ich im Badischen wohne, hinten mit “e” und nicht mit einem schweizer “i” ;-). Nur bräuchte ich bitte mal eben die Übersetzung für die nett zu lesenden Worte “chäche, urchige…” trotz Nachdenkens er- schließt sich mir leider der Sinn dieser beiden Knöpfli-Attribute nicht…. Danke im voraus!

  8. Das kann ich nur bestätigen; als ich die Manzfred-Einweihungsparty gegeben habe, habe ich die Spätzle auch vorher eingefroren. Ergebnis: Kein Unterschied zur frischen Nudel.

  9. @Barbara: mit dem Vakuumbeutel bilden sich mit der Zeit weniger Eiskristalle als ohne.

    @Bolli: ich hatte schon eine Träne in den Augen und wollte zum Telefon greifen. Du weisst, was mich das an Überwindung gekostet hätte.

    @Petra: Du kochst zuviel Neues. Hin und wieder muss der Tiefkühler wieder abgebaut werden, Blog hin oder her.

    @nysa: wieso geil ? Tiefgefroren ist für mich nicht geil. :-)

    @Osteria: also eine alemannische Osteria ?
    chäch=stark, dick, kernig
    urchig= ist die alemmannische Form von urig, bedeutet also urwüchsig, echt
    Danke für die Frage, musste ich auch zuerst nachschlagen.

    @Jutta: auch frische Nudeln und Ravioli werden bei uns tiefgefroren. Im Prinzip gilt der Satz: es kommt nichts besser aus dem Tiefkühler als man es reingegeben hat. Aber auch das stimmt nicht immer. Rindsbraten tiefgefroren ist nach dem Auftauen viel zarter.

  10. Danke für das Erklären der Vokabeln ;-)… nein, ich bin keine Alemannin, wohl eher eine soge-nannte “Badenserin” oder “Gelbfüsslerin”, da aus Nordbaden, Richtung dem schönen Kraichgau und der Bergstraße, Nähe Heidelberg. Die Alemannen sind ja eher die Südbadner.

  11. Wir Österreicher dürfen mit Nockerl (Wasserspatzen) mitmischen. ;-) Vielleicht waren wir die Vorreiter. Who knows?
    Nur bei Hartweizendunst steige ich aus, das gibts bei uns nicht. Ich verwende griffiges Mehl.

  12. Wer hats erfunden?

    Ich kenne die Knöpfli und geschabte Variante nicht Territorial abgegrenzt sondern Glaubensbedingt, wonach Knöpfli katholisch (vorwiegend Bayrisch Schwaben) und geschabte evangelisch (vorwiegend Württembegrisch Alemannisch) sein sollen. Solange jedoch beide Varianten gut schmecken dürfte das egal sein. Wie jetzt Atheisten aus anderen Landesteilen ihre Spätzle machen dürfte auch egal sein. Ich glaube jedoch mich zu erinnern gehört zu haben, wonach die Spätzle aus Italien kommen, wo man kleine Klöße aus “Spätzlesteig” zubereitete. Somit dürfte die Knöpfli – Variante evtl. die Ältere sein.

      1. Ich weiss, ich bin Jahre zu spät, (hinke bei allen Rezepter arg hinterher) aber ich habe die Knöpfli mehrmals gemacht auch für Gäste, sie sind wirklich sehr fein, werde beim Rezept bleiben, Danke. :-)

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