Das düstere Wetter von gestern Montag muss mit Farbe bekämpft werden. Geröstete, dunkelrote Peperoni mit Tomaten-Agar-sülze, Balsamico und Peperoncino habe ich in die Dreiecksterrine gestopft. Serviert mit einer roten Sauce aus den übriggebliebenen Peperoni, die mussten ja auch verwertet werden. Und garniert mit verirrtem Bärlauch. Ich gehe jede Wette ein, dass das Wetter bald umschlagen wird. Merci Frau Bolli für die Wetterdurchsagen.
Zutaten
für eine 450 ml Terrine:
4 rote Peperoni
1 Peperoncino
2 Knoblauchzehen jung
1 Dose pomodori pelati ca. 420 g
1 Tlf. (gestrichen) Agar-Agar pulver
wenig geriebene Bio-Orangenschale
Salz, Piment d’Espelette, Pfeffer, Aceto Balsamico vom Guten
1 mittlerer Lauch
etwas Grünes zum Garnieren: Bärlauch, Petersilie, oder Schnittlauch
| Peperoni geröstet vor dem Skalpieren | Auslegen der Form mit den Lauchstreifen |
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Zubereitung
(1) Terrinenform (Staedter Dreieck, 450 ml) einbuttern, dann mit Küchenfolie ausschlagen.
(2) Lauch (vom grünen Teil) in ca. 20 cm lange Blattstücke schneiden, ca. 3-4 Minuten in siedendem Salzwasser blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken. Dann jedes Blatt mit einem dünnen Messer in zwei Schichten spalten, die nur noch halb so dünn wie das originale Blatt sind. Das geht oft auch durch Gegeneinanderreiben zwischen den Fingern. Blätter mit Küchenpapier gut trocknen.
(3) Die Terrine quer zur Länge mit den geteilten Lauchblättern belegen. Das geht leicht mit Hilfe einer Teigkarte.
für die Peperonieinlage:
(4) Backofengrill auf 230°C vorheizen.
(5) Peperoni vierteln und entkernen, mit der Hautseite nach oben auf ein beschichtetes oder mit Backpapier belegtes Kuchenblech legen. Hautseite mit wenig Olivenöl bestreichen und leicht salzen.
(6) ca. 15 Minuten grillieren bis sich auf der Haut Blasen bilden und schwarze Stellen bilden.
(7) Herausnehmen, mit einem feuchten Tuch bedecken, etwas abkühlen lassen, dann mit einem Messer die Haut abziehen. In 1-2 cm breite Filetstreifen schneiden.
für die Tomatensülze:
(8] Pelati, Agar-Agar-pulver, die feinstgeschnittenenen Knoblauchzehen und den Peperoncino in einen Topf geben, mit dem Rührlöffel zerstossen und ca. 10 Minuten leise kochen lassen.
(9) Den Tomatenbrei in eine zweite Pfanne sieben um die Kerne und Häute wegzubekommen.
(10) Würzen mit Salz, Pfeffer, Aceto Balsamico, Espelette, wenig Orangenabrieb, dann erkalten lassen und vor dem Festwerden verwenden.
anstelle von Pelati kann mein passato di pomodoro verwendet werden. Einfach weniger würzen.
| Gefüllt und halbverschlossen | Auf dem Teller |
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Einfüllen der Terrine:
(11) Tomatensülze mit einem Pinsel dick in der lauchbelegte Terrine verstreichen. Schichtweise Peperonistreifen und Tomatensülze einfüllen. Gut andrücken. Terrine auf ein Holzbrett schlagen, damit sie kompakt befüllt ist, dann die Lauchstreifen überklappen, zuletzt die Küchenfolie überziehen und die Form mit dem Deckel zudecken und etwa 3 Stunden in den Kühlschrank stellen.
Anrichten
Aus den restlichen Peperonistreifen und dem Rest der Tomatensülze eine Sauce kochen, passieren. Die Terrine vor Gebrauch stürzen, Küchenfolie entfernen und die Terrine in Stücke schneiden. 30 Minuten zum Anwärmen stehen lassen. Kaltes Gemüse ist selten gut. Dazu die lauwarme Sauce servieren.

















Farbe hat diese Terrine in der Tat. Es sieht sehr sehr lecker aus.
Von: mipi am April 22, 2008
um 6:15
Und, bei so einer leckren Terrine wird das Wetter erst recht besser, bis zum WE 23° und Sonne, versprochen!
Mit Agar Agar komme ich nicht klar, meistens wird die Chose nicht fest….
Von: Bolli am April 22, 2008
um 7:40
Ja, Bollis Wetterdurchsagen sind echt gut – bekam ich gestern Abend auch noch live mitgeteilt.
Terrinen könnte ich echt auch mal wieder machen, so eine Dreiecksform habe ich sogar (eigentlich für Kuchen gekauft, aber das ist ja egal…). Die hier macht so richtig Appetit.
Von: Barbara am April 22, 2008
um 8:24
Ja, Appetit macht das. Aber Lauch spalten, Paprika häuten, Tomaten sieben … das sind so Zubereitungsschritte, die ich großzügig überspringen würde. Und dann käme eine ziemlich derbe Version raus, die keinen rechten Appetit machen würde vermutlich.
Von: Hedonistin am April 22, 2008
um 8:44
wenn das wetter doch jetzt umschlägt, schmeckt gemüse auch kalt
Von: sammelhamster am April 22, 2008
um 8:52
@mipi: Danke, bis jetzt hats noch nichts genützt. Es schüttet anhaltend.
@Bolli: oder zu fest, mit Gelatine ist es sicherer.
@Barbara: diese Version hält schlanker als die Kuchenfüllung. Aber Du kannst Dir Kuchen ja leisten.
@Hedonistin: die kocherzieherische Komponente der Zubereitung darf nicht ausser Acht gelassen werden.
@sammelhamster: bin ja gespannt, ob.
Von: lamiacucina am April 22, 2008
um 9:34
Was ein Augenschmaus! Vermutlich würde ich es wie die Hedonistin verschlimmeinfachen.
Von: rike am April 22, 2008
um 10:15
Wieder mal wunderschön. Ich experimentier derzeit auch mit Terrinen, aber meine Herren essen sie zwar, haben aber noch nicht ihre wahre Liebe dazu gefunden. Schade.
Um deinen Regen abzustellen schicke ich dir ein bißchen bedeckten Himmel von hier und hoffe, dass es für mich noch reicht, um auf dem Hundespazierganz trocken zu bleiben. Viele Grüße
Von: Petra am April 22, 2008
um 10:33
Oh, die Farben sind Dir durchaus wunderbar gelungen. Lecker angerichtet, nicht nur ein Gaumenschmaus
Von: future4web am April 22, 2008
um 12:09
Sieht nach kulinarischer Ampelkoalition aus.
Lauchblätter in der Mitte teilen? Hilfe, gibt es dafür ein ordentliches Küchengerät? Nein, ernsthaft: Kann man Lauchblätter tatsächlich durch reiben teilen?
Ich bewundere die Geduld der Männer, wie sie sich stundenlang um eine schöne grüne Außenhaut einer Terrine bemühen können. Dazu bin ich ich viel zu quirrlig und kribbelig. Überlege gerade eine sinnvolle Alternative – Mangoldblätter vielleicht?
Noch eine Frage: Wenn ich einmal die innere Ruhe besitze (alles schon vorgekommen) und eine perfekte Terrine hinbekomme, dann zerstöre ich sie zumeist, wenn ich Scheiben daraus schneide, weil sie irgendwie gequetscht werden.
Von: entegutallesgut am April 22, 2008
um 12:37
agar agar habe ich auch noch nie ausprobiert und terrine auch noch nie, weil da immer irgend etwas dabei ist, was mir nicht schmeckt. diese hier auf gemüsebasis würde ich verspeisen
tolle terrine, tolle farben, tolle fotos!!!
Von: nysa am April 22, 2008
um 3:29
@rike: das Verb gefällt mir.
@Petra: da sind die Katzenbesitzer im Vorteil
@future4web: Die Farben stammen aus dem Gemüse
@entegutallesgut: roh lässt sich der Lauch nicht teilen, nach kurzem Kochen fallen die Lauchblätter aber fast wie von selbst auseinander. Mangold oder Wirsing gehen auch und sind einfacher zu verarbeiten.
Ein wirklich scharfes Messer schneidet und quetscht nicht. Bei festeren Terrinen nehm ich das Elektromesser, bei dieser Terrine weniger empfehlenswert.
Warum ich Lauch zerteile ? Die innere Ruhe stellt sich beim Lauchzerteilen wie von selbst ein
@nysa: im Unterschied zur Gelatine ist der agar etwas schwieriger einzustellen. In diesem Fall kann man aber mit der Sülze eine Gelierprobe machen und wenns zu wenig agar drin ist mehr zugeben und nochmals aufkochen
Von: lamiacucina am April 22, 2008
um 3:30
Super Foto, tolles Rezept, die Terrinenform besitze ich, Zutaten sind kein Problem…aber um den Lauch in zwei Schichten zu spalten muss ich in Rente sein, oder meinem Mann die Küche zur Verfügung stellen….
Von: uschi am April 22, 2008
um 7:50
Uhh, was für ein schönes Tomatengruen
Von: Dandu am April 22, 2008
um 9:10
Scharfe Messer sind so selten, wie aufgeräumte Handtaschen …
Von: entegutallesgut am April 22, 2008
um 11:08
@ente: du sprichst ein wahres Wort gelassen aus.
Von: elettra am April 23, 2008
um 2:15
Schöne farben die einem bei diesem s…wetter das herz wärmen, obwohl die terrine ja kalt ist. Das mit den lauchblättern wird doch glatt mal probiert.
Von: crazy cook am April 23, 2008
um 12:31
@ursula: Lauchspalten ist einfacher als Holzspalten
@Dandu: keine Werbung auf meinem blog
@entegutallesgut: dann die Handtasche wechseln auf mini. Je kleiner das Platzangebot, desto mehr Ordnung.
@crazycook: die grossen Blätter sind halt einfach etwas lederig, drum das Spalten.
Von: lamiacucina am April 23, 2008
um 12:40