Verfasst von: lamiacucina | April 27, 2008

Liebeserklärung an einen Toaster

Toaster2_2008_2051
Da steht er, mein Retro-Toaster. Lieblingstoaster. Ich besitze ihn gleich doppelt. Eine modernisierte Replika eines alten Modells aus Zeiten, in denen Toaster nichts anderes konnten als… toasten. Keine Digitalanzeige, keine Uhr, kein Bräunungssensor, kein BigBen-Gebammel, kein automatischer Wender, kein Auswurf.
Stattdessen:
Das Elektrokabel mit einem Textilschlauch überzogen. Ein Drucktaster, eine rot leuchtende “Ein”-leuchte, was nicht ganz einleuchtet, da hier rot “go” und nicht “stop” bedeutet, sowie zwei Toasterklappen mit Schlitzen, durch die man mit Hilfe einer Gabel das örtliche Elektrizititätswerk lahmlegen und den Notarzt in Aufregung bringen kann. Das wars.
Das Toasten ist Handarbeit. Toastscheiben einklemmen, warten, Geruch prüfen, sobald Röstduft aufsteigt ein prüfender Kontrollblick bei geöffneter Klappe. Auf-zu, auf-zu, auf-zu bis der gewünschte Bräunungsgrad erreicht ist. Die Toastscheibe rechtzeitig wenden. Richtig gemacht geht das sogar häufig ohne verbrannte Finger. Vor dem Genuss des Toastes die Kohle, falls sich welche gebildet haben sollte, oberflächlich abkratzen, weil gesünder. Nach dem Gebrauch einfach ausblasen und die danach auf dem Teppich liegenden Brösel mit dem Staubsauger wieder einsaugen.
Ich liebe ihn  und habe alle meine bisherigen Modelle (Braun, Koenig etc) längst dem Elektroschrott übergeben. Verarbeitung sehr solide, viel Metall, Chromstahl, Schrauben, made in China.
Toaster1_2008_2001
Dem Vernehmen nach will entegutallesgut einen noch schöneren Toaster besitzen. Ferrarirot. Wann fährt er denn vor und mit wieviel PS ?


Antworten

  1. juchuuu ich bin mal die erste, die hier ihren senf dazugibt!!! kann noch nicht einschlafen :-) ich find den toaster GEIL…. aber könntest du mal präzisieren wo genau du die toastscheiben reinsteckst? das verfahren hört sich so ähnlich an, wie das welches mein opa in portugal anwendet: brot toasten über offenem feuer, auch ohne stop-taste, röstsensor usw. das verbrannte wird weggekratzt und lecker ists trotzdem! sehr sehr stylisch… und auch noch von jura. da träum ich ja von einer espresso-maschine.. seufz :-) schönen sonntag!

  2. @nysa: Guten Morgen nysa, früh dran ! Der schwarze Hebel wird aufgeklappt und das Brot auf die Klappe mit den Längsschlitzen gelegt, dann wieder -mit Federkraft- zugeklappt. Geht beidseitig. Richtig gehandhabt, soll man damit sogar das Brot wenden können. Das braucht aber artistische Fähigkeiten. So gut wie beim Opa wird es aber nicht schmecken. Hier ist kein offenes Feuer.

  3. Artistische Fähigkeiten – ich fürchte, damit wäre ich überfordert. Aber aussehen tut der Toaster echt schick!

  4. Oh, so einen Toaster hatten wir früher! Ist der schick, ich habe sogar die Wendetechnik draufgehabt!

  5. Da beneide ich Dich ja drum! Ich habe mir jetzt zwar auch ein “schickeres” Modell zugelegt, aber da komme ich natürlich nicht ran. Einfach zu jung. SEUFZ!

  6. Ich habe überhaupt keinen Toaster!!!!!!!!!!!!!!

  7. ich will auch so einen toaster! (geht da auch eine schwarzbrotscheibe rein?)
    btw: ich mag diesen leicht selbstironischen, dabei vordergründig sachlichen tonfall.
    ps: hab ich das richtig verstanden – der ist von jura? (meine impressa auch, aber da ist nix mit kaffee mit der hand mahlen und brühtemperatur überprüfen… – ich würde mich vermutlich beim nächsten mal eher für eine klassische siebträgermaschine entscheiden, nysa. nicht aus geschmacklichen, sondern aus handwerklichen gründen.)

  8. In einer WG hatten wir auch mal so ein Teil. An dem ich mir immer die Finger verbrannt habe. ;-)

  9. @Barbara: deshalb hab ich ihn.

    @Ulrike: Kompliment, sogar mit zirkusreifer Wendetechnik.

    @rike: hier glänzt er eher mit Schönheit als durch Gebrauch.

    @Bolli: darum kriegst Du auch keinen Heiratsantrag von mir !!!!!!!! :-) Ich bin mit 2 Toastern vollauf beschäftigt.

    @katha: 14×7 cm Fläche. Da geht höchstens eine halbe Schwarzbrotscheibe rein. Das Urmodell wurde bei Jura produziert. Da zuviel Handarbeit dran ist, lässt man das jetzt in China fertigen.

    @zorra: da gewöhnt man sich dran :-)

  10. Klasse! Wir haben auch so ein altes Teil, das früher benutzt wurde und nun nicht weggeworfen werden wird – wir machen mal ein Technickmuseum auf ;-)
    Unser Teil glänzt aber lange nicht mehr so schön…
    Wunderschöne und sonnige Grüße

  11. Oh, der ist aber schick!
    Unser allererster Toaster war von ähnlicher Bauart – wenn auch nicht halb so schön und mit viel weniger Chrom. Das Wenden hab ich damals als Horoskop genommen: Tage, an denen die Brotscheibe sich nicht nur richtig drehte, sondern auch zielsicher wieder auf der Klappe landete, versprachen gute Tage zu werden. :-)

  12. [...] einer Idee von lamiacucina. Kann mir wer erklären, wie sein Toaster funktioniert? Nicht umsonst ist er ein Ingenieur in der [...]

  13. Here we are! And the Oskar goes to Swizzerland!
    Ein Toast für lamiacucina!

    Was für ein schönes Ding, eigentlich sollte es noch CDs brennen können und auch die rechter Hand liegende Ringbuchvorrichtung ist ausgesprochen praktisch für Toastrezepte und beeindruckt den geschätzten Betrachter.
    Tolles einseitiges Toastvergnügen. Ich glaube, nun habe ich begriffen, wie das Gerät funktioniert! Rot für “heiz mir ein Süßer”, der Hebel für Stop.

  14. so ein Toaster habe ich auch

  15. geniales teil. wo hast den denn her?

  16. @Petra: zeig doch den Rost !

    @Hedonistin: Auf die Auspizien des Toastwendens habe ich mich bislang nicht verstanden.

    @entegutallesgut: ja, etwa so. Das Toastvergnügen erfolgt üblicherweise im Doppel. Auf beiden Seiten des Toasters wird je eine Brotscheibe eingelegt, die durch Gitterstäbe und Heizschlangen getrennt sind. Jede Brotscheibe hat ihren eigenen Klapphebel, mit dem die Scheibe eingeklemmt wird. Gestartet wird am Einheits-Einheizknopf. Wenn keine Sicherungen durchbrennen, sind beide Brotscheiben am Ende gleichzeitig gebräunt.

    @baba: gut aufbewahren, in 200 Jhren ist er das Doppelte wert.

    @wortman: im Fachhandel, da ist er noch erhältlich

  17. wie heisst das model genau? da werde ich mich dann mal nach umsehen :)

  18. Aber das untere Bild – das Kabel, welches einer Schlange ähnelt – ist wohl von einem Bügeleisen, wahrscheinlich die erste Generation nach den Kohlen betriebenen Geräten, was?

  19. Ich muss gerade an die “guten alten Zeiten” bei meiner Oma denken, als ich hunderte von Toastscheiben toastete, nur um den spannenden Wendevorgang durch *aufklapp-rutsch-zuklapp* zu beobachten.

    Ich hätte nicht gedacht, dass solche Toaster heute noch hergestellt werden. Danke für die Erinnerung :)

  20. wortman: sorry, den link hatte ich irgendwann mal wieder gelöscht: http://www.ch.jura.com/home_ch_x/ironing_kitchen/household/chrome_toaster_x.htm Das aktuelle Modell ist gegenüber meinem kindersicherer geworden.

    @the rufus: Das Kabel gehört zum Toaster. Ohne Kabel kein Toast.

    @Balu: :-)

  21. @rufus: da kann man auch wirklich an ein bügeleisen denken :) die kabel waren dafür typisch :)

    danke lamiacucina für den link :)

  22. Ich denke, dass der Toaster das Beste machen kann. Mein Toaster springt immer nach 4 Sekunden aus.

  23. Hi,
    kann man den Toaster irgendwo kaufen. Mein Mann liebte seinen “alten” Toaster. Alle neuen sind Sch…..
    Vielleicht hat jemand eine Idee.
    Vielen Dank

  24. Den Toaster kannst du u.a. hier kaufen:
    http://www.tenic.ch/Jura_Chrome_Toaster_150_A__detail.html


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