Wildkräuterschaumsuppe

Wildkräuterschaumsuppe

Meine Gartenputzaktion vor Pfingsten brachte Erstaunliches an den Tag: Wildkräuter, von mir sonst unbeachtet oder erbarmungslos niedergemäht. Mit der Pflanzenwelt eher unvertraut, habe ich sie versuchsweise eingesammelt und für morphologisch-bildliche Vergleichsstudien mit nach Hause gebracht. Blogfotos bei Barbara (für Giersch), Kulinaria (für Brennessel) und Jutta Schnuppschnuess (für Pimpinelle) erlaubten mir, unerwünschte Kräuter wie Gras, Löwenzahn und Taubnesseln auszusöndern. Nach dieser Fleissleistung habe ich aus meinen Kräutern ein Wildkräuterschaumsüppchen gebraut, dass mancher Kräuterhexe darob heiss geworden wäre. So eine frische Brennesselblattdekoration hats in sich.
Die im Bildhintergrund violett blühende Paulownie darf nicht in die Suppe.
Wildkräuter Brennessel, Pimpinell und Giersch

Zutaten
30 g frische Brennesselblätter ohne Stengel, (wenns brennt, dann sind es keine Taubnesseln)
30 g Gierschblätter mit Stengel
5 g Pimpinelle, gemeiner Wiesenknopf, die kleinen Blätter waren weniger ausgiebig als erwartet.
1 Schalotte
2 dl Hühnerbrühe (Rest)
2 dl Gemüsebrühe
40 g Butter
2 Elf. Kartoffelflocken
1 dl Halbrahm
Salz, weisser Pfeffer frisch gemahlen
1 Eigelb
frische Brennesselblätter und Chilifäden als Deko.
Leckerli für Kräuterhexen

Zubereitung
(1) die Kräuter in Salzwasser gut waschen (ob das gegen Fuchsbandwurm nützt ?), in kochendem Salzwasser 30 Sekunden zusammenfallen lassen, dann sofort in kaltem Wasser abschrecken. Etwas ausdrücken und grob hacken.
(2) Schalotte hacken und in der Butter anziehen lassen, Kräuter zugeben, dann mit den Brühen ablöschen. Kartoffelflocken unterrühren, dann sehr fein mixen, ich hab sie nicht gesiebt, und in die Pfanne zurückgeben.
(3) Ei mit dem Rahm verkleppern, Suppe aufkochen, vom Feuer ziehen, den Eirahm unter kräftigem Schlagen unterziehen, nochmals auf den Herd stellen aber nicht kochen lassen, weiterschlagen bis sie etwas andickt, weg vom Feuer, mit dem Zauberstab aufschäumen, abschmecken und servieren.

Andere Wildkräuter hatten weniger Glück:
Wildkräuter vorher

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25 thoughts on “Wildkräuterschaumsuppe”

  1. Solche Suppen und alle Gerichte mit Wildkräutern begeistern mich – sehr schön! :-)

    Interessant, dass man auch die verbreitetsten Wildkräuter nicht kennt, sondern sie nachschlagen muss – das geht mir genauso. Ein paar kenne ich schon, jedes Jahr werden es mehr und wieder ein paar neue Geschmackserlebnisse.

  2. Na da kann man als Wildkraut ja richtig froh sein, wenn man bei Dir in einer Suppe landet. Es sieht köstlich aus. Ich hätte wahrscheinlich schon mit der Typbestimmung große Probleme.

  3. Wir wollten auch letztens eine Bärlauchsuppe machen, aber der Maiglöckchenduft hat uns vom Verzehr abgehalten und wir haben sie irgend so einer alten Hexe weiter gegeben … sie war dann sogar in der Zeitung damit ;)

  4. Schön sieht die aus und geschmeckt haben wird sie erst…!! Da Herrn Deichrunners Lieblingsbeschäftigung stundenlanges Rasenmähen ist, wird es bei uns nie was mit dieser Suppe werden :-(

  5. Robert, Löwenzahn ist doch sooo lecker!

    Sieht gut aus, Dein Süppchen!!! War dann auch hochverdient nach dieser Schufterei im Garten!!!

  6. @Barbara: bei den Brenneseln musste ich nicht nachschlagen.

    @mipi: Giersch habe ich auch erst bei Barbara gesehen.

    @sammelhamster: die Gänseblümchen und Margeriten lass ich stehen. Der Löwenzahn ist unverschämt, drum muss er weg.

    @the rufus: hast Du Sie beerbt ?

    @eva: die Wildkräuter sind schlau und haben sich unter die Hecken zurückgezogen.

    @vanille: mit einer Kartoffel muss man länger kochen lassen.

    @Bolli: ich wollte noch fritierte Löwenzahnwurzeln machen, hab sie aber nicht unversehrt aus dem steinigen Boden rausgebracht.

    @Sivie: Kannst Du problemlos als Spinat deklarieren. Die Lieben brauchen nicht immer alles so genau zu wissen. :-)

    @Hedonistin: ja ein Fuchs. Unser Nachbar hat letzten Sommer seine Fleischkaninchen in einem portablen Käfig auf unsrer Wiese (ungespritzt und ungedüngt) weisen gelassen. Überlebt hat keines der Kaninchen. Der Fuchs hat sie alle geholt.

  7. Du traust dich was! Hättest du dich vorher nicht sicherheitshalber von uns verabschieden sollen? Nächstens verkochst du noch Baumschwamm, weil er dich so anlacht. Jetzt verstehe ich, warum du von sortieren und ordnen gesprochen hast. Nein, solche Spompanadeln mach ich nicht. Ich kenne Waldmeister, ich kenne Brennessel, ich kenne Saurampfer, Löwenzahn und Kleeblätter (darf man die essen?) und damit hat es sich auch schon. Die Suppe wäre sicherlich grün, ob sie auch schmecken würde, bezweifle ich.

    Die Chilifäden haben so etwas teuflisches an sich. ;-)

  8. @entegutallesgut: “Man muss einfach jeden Tag leben, als wäre es der letzte!” wo hab ich denn das eben gelesen ? Kleeblätter ? die vierblättrigen vielleicht. Chilifäden erinnern mich eher an das Haar der Rapunzel aus dem Volksmärchen, nur sind sie zu spröde, um daran hochzuklettern.

    @ultraistgut: nicht fürs Poesiealbum :-)

  9. Giersch und Brennesseln….falls jemand Bedarf hat, ich würde gerne eine Selbstpflückerplantage in meinem Garten eröffnen. Voraussetzung wäre allerdings, zu jedem Pflänzchen auch die Wurzel (gibts gratis!) mitzunehmen. Melisse, Minze etc. gibts auch, aber die Erdbeeren gehören mir, klaro?! ;-)
    Ah, ich vergaß den Löwenzahn, den gibts im Kilo billiger. Kann man mit Frauenmantel was vernünftiges anfangen außer Tee bei Menstruationsbeschwerden? Das Problem habe ich nicht (mehr)

    im Ernst: Giersch…schmeckt das? Für mich ist er Feindbild #1 nach Löwenzahn, Minze und Septemberkraut. Und ich habe neben Füchsen auch freipissende (leider nicht nur…) Hunde und Katzen der Nachbarn im Garten.

    Schachtelhalm gibts auch reichlich, gut gegen Gicht, oder vergoren als Dünger; für so Sachen hab ich leider keine Zeit mehr, oder noch nicht

  10. @elettra: Die Käufer müssen zuerst darauf getrimmt werden, etwas besonders Kostbares zu kaufen. Dann werden sie sich um Deine primeurs reissen und Du kannst Dir Angestellte zum Ausgraben leisten.
    Für Frauenmantel, der mit seiner wasserabweisenden Blattoberfläche die ganze Nanotechnik vorweg nimmt, wird uns schon noch was passendes einfallen.
    Nach was Giersch schmeckt, weiss ich auch nicht, gekocht spinatig.
    Mit Schachtelhalm werden Pfannen geputzt, daraus machen wir eine Kosmetiklinie, fürs peeling alternder Haut.

  11. Ich habe mich immer noch nicht getraut, den Giersch zu futtern – wenn es denn Giersch ist. Norbert meint, er rieche sehr kräftig. Dein Süppchen jedenfalls sieht köstlich aus. Vielleicht fasse ich ja doch noch Mut und probiere es einmal – zum Lehrgang “Klosterkräuter” bin ich jedenfalls angemeldet und hoffe, dort viel über essbare Kräuter zu lernen.

  12. @Sivie: ich bin eifriger Wiesenblog-Leser.

    @Jutta: das weiss ich auch erst seit Kurzem. Die werden doch aus Dir nicht eine Klosterfrau machen wollen ?

    @kulinaria: Honig und wasweissichnichtalles, man sollte 2 foodblogs haben.

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