Geschnetzeltes Schweinefleisch mit Krautstielen, Ingwer und Knoblauch gebraten. Sogar die kritische Frau L., die sonst kaum Schweinefleisch isst, ass freudig mit. Mein Beitrag zum Kochtopfevent sau-gut, angerichtet durch Wolf von Hausmannskost 2.0. Mein Rezept ist inspiriert durch ein Gericht in der Saisonküche Juli 2008, das ich aber bezüglich Zutaten und Zubereitung stark verändert habe. Dort wird im Eintopfverfahren gebraten und danach in viel Fleischbrühe ein-, weich- und hartgekocht.
Zutaten
für 2 Personen:
300 g Krautstiele
20 g Ingwer in feine Scheiben geschnitten
1 Knoblauch in feine Scheiben geschnitten
300 g grob geschnittenes Schweinsgeschnetzeltes (ich hab ein Filetstück verwendet)
70 ml Kalbsfond konzentriert
1 dl Weisswein (Chablis)
natives Olivenöl
2 Elf. Zitronensaft, etwas Zitronenabrieb
Salz, Pfeffer
Marinade:
1 Elf. Sojasauce, 1 Elf. Maizena, 1 Elf. Cognac, 1 cm Dijonsenf scharf
Zubereitung
(1) Fleisch mit der Marinade mischen und bei Raumtemperatur 1 Stunde ziehen lassen. Auf auf ein Sieb geben und abtropfen lassen.
(2) Ofen und einen Teller auf 80°C vorwärmen.
(3) Krautstielblätter waschen und von den Stielen schneiden. Stiele und Blätter getrennt in ca. 1 cm breite Streifen schneiden.
(3) Stiele im Dampfsieb ca. 5 Minuten vorgaren, abtropfen lassen und mit Küchenpapier gut trocknen.
(4) Fleisch in heissem Olivenöl kurz und kräftig anbraten, Ingwer und Knoblauch zugeben und kurz mitbraten. Salzen, alles in den vorgewärmten Teller geben und im Ofen warmstellen.
(5) Bratfond mit Weisswein und Zitronensaft aufkratzen, Kalbsfond zugeben, einmal aufkochen, Fleisch wieder zufügen und 5 Minuten im Ofen bei 80°C ziehen lassen.
(6) Stiele in einer zweiten Bratpfanne in wenig Olivenöl kräftig anbraten, Krautstielblätter kurz mitdämpfen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fleisch und Gemüse vereinigen, nochmals abschmecken und servieren.
Anmerkung
Und weil nach einem guten Wein gefragt wurde, habe ich einen guten Wein aus dem Keller geholt: Ein 99-er Pinot noir aus der Bündner Herrschaft (im Rheintal südlich des Bodensees). Burgunder Klone, der Wein im Burgunder tonneau ausgebaut. Tiefes Granatrot, schwarze und rote Beerenfrucht in der Nase, anhaltende Frucht im Gaumen, stützende Säure und präsente Tannine. Zum Weiterlagern. Burgund direkt vor der Haustüre.
Nein Ihr Lieben, es blieb nichts übrig für Euch. Vom Wein schon gar nicht. Wein ist nichts für Schweine.















Klang indonesisch…doch ich liess mich bei weiterem studieren belehren.
So eine Schweinerei am Ende.
Von: Dandu am Juli 9, 2008
um 6:23
Da hättet ihr gerne eine Portion für uns übrig lassen dürfen! – (Dumme Frage: was meinst du mit ‘Krautstielen’? Und du hast da doch etwas Weißes und Grünes drin – sind wohl die Krautstiele??) Zum Wein hätte ich bestimmt auch nicht ‘Nein’ gesagt….aber dass du die armen Tierchen zeigst……
Von: Eva am Juli 9, 2008
um 7:18
Das ist natürlich praktisch, die eigenen Ferkel im Garten zu haben
.
Von: sammelhamster am Juli 9, 2008
um 7:29
Da wird dann selbst der Vegetarier zum Fleischfresser, und zwar hemmungslos!
Martin wird sich über den Wein freuen!
Von: Bolli am Juli 9, 2008
um 7:39
Hast du eine Ahnung wie lustig Schweine mit Wein werden
Sieht gut aus. Danke für die töstenden Worte. Hier ist es nicht ganz leer, wir haben noch einen jüngeren Schäferhund mit 5 Jahren. Und ab und an backe ich sogar extra Hundeleckerli für die Pfoten… auch wenn es jetzt nur noch 4 sind und keine 8 mehr…
Von: Petra am Juli 9, 2008
um 8:35
Schöner Beitrag zum schweinischen Kochevent und eine gute Entscheidung, ein Filet zu verwenden!
Von: Sebastian am Juli 9, 2008
um 9:16
Sieht lecker aus. Für das Event muß ich mir auch noch etwas einfallen lassen.
Von: Sivie am Juli 9, 2008
um 9:30
Sehr köstlich. Der Wein hat eine tolle Farbe. Hoffen wir, dass er nicht ein großer Täuscher wie sein Namensvorbild ist
Von: wolfhos am Juli 9, 2008
um 10:01
@Dandu: so weitab schweife ich fast nie. Das ist nicht meine Welt.
@eva: der heisst bei euch wohl Mangold. Stiele und abgeschnittene Blätter getrennt.
@sammelhamster: wenns eigene wären müsstn sie mir erst mal unter die Dusche.
@Bolli: der Ingwer macht das Schwein auch für jene tauglich, die sonst nur Kalb essen
@Petra: Jungschweine, da verbietet sich Alkohol
@Sebastian: das geht auch mit gewöhnlichem Geschnetzelten.
@Sivie: Dir wird sicher noch was einfllen.
@wolfhos: Der Winzer heisst Gantenbein, vom Wein habe ich noch im Keller und das Buch ist schon längst entsorgt.
Von: lamiacucina am Juli 9, 2008
um 10:11
Rind, Mangold, Rotwein – her damit!
Von: entegutallesgut am Juli 9, 2008
um 10:19
@entegutallesgut: roh oder gekocht ? und was mach ich mit dem Schwein ?
Von: lamiacucina am Juli 9, 2008
um 10:42
Eine schöne Sauererei die probiert werden muss. Mangold ist schon was feines und wird mit den restlichen Zutaten gut aufgewertet.
Von: KochSinn am Juli 9, 2008
um 1:07
Es sieht einfach gut aus und vielleicht arf ja so auch bei uns mal wieder Schwein auf den Tisch.
mandy
Von: amanda am Juli 9, 2008
um 9:34
@lamiacucina: Da fällt mir jetzt wenig ein, wie wäre es, es unter den Teppich zu kehren?
Von: entegutallesgut am Juli 11, 2008
um 8:50
@lamiacucina: ja, Mangold ist mir ein Begriff – danke!!
Von: Eva am Juli 11, 2008
um 1:25
Das Essen sieht natürlich köstlich aus und wird bestimmt mal nachgebastelt, noch mehr würde mich aber der Wein interessieren, immerhin ein 99. Auch hier in D gibts ambitionierte Rotweinwinzer ,nur halten deren Spätburgunder eigentlich nie länger als 5,6 Jahre. Kriegt Gantenbein also auch altersmässig die Kurve?
Wahrscheinlich frage ich auch nur deswegen so genau nach, weil ich heute Abend auch einen Wein im Glas habe, der mir etwas zu altersmüde vorkommt( 98 Les Ormes de Pez, St. Estephe)…
Von: duni am Juli 13, 2008
um 6:42
@duni: ich habe die bisherigen Gantenbein Pinots meist immer zu jung geöffnet. Der 99er schien mir immer noch sehr jugendlich, die erste von 6 Flaschen. Ein Spät-/Blauburgunder der noch 5 Jahre vor sich hat.
Ormes du Pez macht konstant gute, aber ich finde selten herausragende Weine. Da kann ich aber bald nicht mehr mitreden, da ich seit 3 Jahren keinen Bordeaux mehr gekauft habe, aus Preisgründen.
Von: lamiacucina am Juli 13, 2008
um 8:22
Lieber Robert, vermutlich hast Du Recht: Der 97 Ormes de Pez ist nicht schlechter oder besser als der 98, ungeachtet der heterogenen Jahrgänge. Gekauft habe ich diese Kiste nicht, Freunde aus Zug schenkten sie mir.
Von: duni am Juli 13, 2008
um 9:05
Wein ist nichts für Schweine? Ich empfehle das Buch ‘Tartufo’ von Wolfgang Zdral! Hier wird man des Besseren belehrt und köstlich unterhalten. Ich kann es nur empfehlen.
PS: Danke für den wunderschönen Blog, er ist immer eine Freude.
Von: brin am Juli 16, 2008
um 7:22
@duni: geschenkt trinke ich fast alles.
@brin: Danke für den Tipp. Bedenke bitte: das sind Jungschweine und ich will keine Kalamitäten mit dem Jugendschutz.
Von: lamiacucina am Juli 16, 2008
um 7:43