Im Chianti, Nähe Panzano steht die (fast) jedem Toskanareisenden bekannte Trattoria Montagliari. Giovanni Minuccio Cappelli ist leider 2007 verstorben. Die Trattoria verkauft. Unvergessen aber seine Baumnusssauce zu pasta. Beim Blättern im Buch Toskana, Küche, Land und Leute von Martina Meuth/ Bernd Neuner-Duttenhofer bin ich wieder drauf gestossen. Noch nie hab ich sie gemacht, entweder fehlte es an Baumnüssen, an Basilikum, oder… keine Ausreden. Jetzt muss sie her. Heavy, fast herbstlich, aber der Arvenknospenpesto muss wieder ausgebügelt werden. Und weil ich im genannten Buch schon lange nicht mehr geblättert habe, gibt das gleich einen Beitrag für den DkduW. Zudem muss ich den sportlich Ambitionierten wieder mal was zu essen liefern. Ach Gott, das Rezept zum sagenhaften Apfelkuchen von Cappelli ist ja auch noch im Buch. Der kommt später, wenns wieder vernünftige Äpfel gibt.

Zutaten
Menge für 3-4 Personen als Hauptgericht:
100 g Baumnusskerne, wohlschmeckende, nicht ranzige
40 g Pinienkerne, dito
20 g Parmesan
20 g Pecorino toscano
30 g Butter
1/2 Knoblauchzehe
10 Basilikumblätter
0.8 dl Halbrahm
1.5-2 dl natives Olivenöl
Salz, Pfeffer,
3-4 Tropfen Tabasco (nicht im Original)
500 g Spaghetti
Zubereitung
(1) Pinienkerne in der trockenen Bratpfanne leicht anrösten, dann mit den Baumnusskernen und dem Knoblauch sehr fein cuttern. Käse sehr fein reiben.
(2) Alle Zutaten in einen Mixer geben und zu einer homogenen, cremigen Sauce mixen. Soviel Olivenöl untermixen, dass eine cremige, feine Konsistenz erreicht wird.
(3) kalt oder leicht erwärmt unter die in Salzwasser vorschriftsgemäss aldente gekochten Spaghetti geben.
Anmerkung
Die Sauce ist optisch unscheinbar, geschmacklich sehr zart abgestimmt, die leichte Bitterkeit der Baumnüsse wird durch den Rahm maskiert, Käse, Basilikum, alles ist im vollendeten Gleichgewicht, mehrheitstauglich. Sehr gut auch als Sauce zu Ricottaravioli.













Pesto ist immer gut und als sportlich Ambitionierte fühle ich mich angesprochen, aber…..ich oute mich als total unwissend: was sind Baumnusskerne? Peinlich wahrscheinlich…ich weiß!
Von: Eva am Juli 14, 2008
um 7:20
So schnell drüber fliegen ist da nicht – gut, dass ich nicht koche.
Die 10 Knoblauchzehen hätten sich dann nämlich nur mit meinen Geschmacksnerven vertragen …
Von: the rufus am Juli 14, 2008
um 7:20
@Eva: Walnüsse, was soll an dem Sprachgewirr peinlich sein ?
@the rufus: die würzigere Variante. Beim Kochen ist alles erlaubt. Fast. alles.
Von: lamiacucina am Juli 14, 2008
um 7:29
Guten Morgen,
meinen Pecorino hab ich gestern in Italien bestellt. Die Soße wird getestet!
Dabei … ich könnte jetzt schon
Von: kochundbackoase am Juli 14, 2008
um 8:37
Sehr fein. Bekomme ich bei dir eine Portion? Hier gibt es Walnussallergiker da darf ich nicht
Trotzdem gespeichert vielleicht habe ich ja mal die Gelegenheit. Liebe Grüße
Von: Petra am Juli 14, 2008
um 9:02
Nebenbei darfst du das durchgestrichene “Täglich” wieder ändern, die EM ist vorbei und du bist wieder da.
Grüße
Von: Petra am Juli 14, 2008
um 9:05
Walnuesse sind noch genuegend da – Pinienkerne auch gekauft, Tabasco tue ich auch rein…
Die Sauce ist vorgemerkt, dazu ein guter toskanischer Rotwein…
Von: Barbara am Juli 14, 2008
um 9:16
@lamiacucina: Walnüsse…da wär’ ich wohl nur mit Frau Google draufgekommen = DANKE!!!
Von: Eva am Juli 14, 2008
um 9:20
Heute ist Nudeltag!
Die Entscheidung zwischen Bollis Gratin und der Nuss Pasta wird allein aufgrund der Walnussallergie getroffen werden müssen
Von: sammelhamster am Juli 14, 2008
um 9:33
Hach, das ist genau mein Ding! Jetzt muss sich mein Chefkoch gleich wieder mein Geheule anhören, warum er nicht so gerne Sahnesaucen mag…
Aber ab und an setze ich mich einfach darüber hinweg und er muss sie trotzdem essen, das werde ich sicher als nächstes mit diesem Rezept tun
Von: Marcie am Juli 14, 2008
um 11:02
Schon wieder Walnusszeit? Oups, kam mir gar nicht so lange vor….
Lecker!
Von: Bolli am Juli 14, 2008
um 4:34
@kochundbackoase: Geheimquelle ?
@Petra: schade, aber es gibt ja noch soviel andere. Der Kampf um das “täglich” wogt noch hin und her. Frau L. möchte mir eine 5-Tage Woche verordnen, dabei arbeite ich gerne 7 Tage.
@Barbara: Veltliner gabs hier.
@sammelhamster: höhere Mächte, da muss man nachgeben.
@Marcie: Dein Chefkoch scheint aber aufsässiges Personal zu beschäftigen
Wenn ich was koche, was nicht ankommt, esse ich alleine.
@Bolli: Bis die Walnusszeit kommt, ist mein Basilikum erfroren.
Von: lamiacucina am Juli 14, 2008
um 4:40
Klingt lecker und ich suche noch eine Sauce zu Ravioli.
Von: Sivie am Juli 14, 2008
um 8:41
JAAAAAAAAAAAAAAAA
das ist das richtige Läufer-Essen – schon beim Lesen läuft mir das Wasser im Munde zusammen.
Das kommt auf denTisch !!
Von: ultraistgut am Juli 15, 2008
um 12:01
Habe ich noch vergessen:
GENAU ZUM RICHTIGEN ZEITPUNKT !
Wie machst du das, kannst du hellsehen
Von: ultraistgut am Juli 15, 2008
um 3:05
Mmm das ist bestimmt sehr lecker. Muss umbedingt nachkochen!
Von: chriesi am Juli 15, 2008
um 5:58
@ultraistgut: hab ich extra für Langläufer wie Dich gekocht, leider 3 Tage zu spät.
@chriesi: very simple, derived by Minuccio from ancient recipes.
Von: lamiacucina am Juli 15, 2008
um 9:21
Dafür einen EXTRA – na -du weißt schon !!!!
Von: ultraistgut am Juli 16, 2008
um 7:45
Wirklich eine schöne Pestovariation! Knoblauch stört mich nicht im geringsten, aber auf Walnüsse wäre ich auch nicht gekommen!
Von: Sebastian am Juli 16, 2008
um 12:44
Danke für das Rezept – heute abend haben wir es nachgekocht, es hat uns ausgezeichnet geschmeckt, wirklich sehr lecker!!!
Von: Barbara am Juli 20, 2008
um 10:58
[...] unbekannte Wesen etwas zuzubereiten. Zum Beispiel Robert von Lamiacucina, der “eher herbstliche” Spaghetti con salsa di noci, also Spaghetti mit Walnüssen, zaubert. Die Walnuss- oder Baumnuss-Sauce klingt wirklich [...]
Von: DKduW - Juli 2008 - FoodFreak am August 5, 2008
um 5:33
Genau was ich suchte, ich habe noch eine Menge kleine Nüsse aus dem Périgord. Die eignen sich sicher sehr gut für dieses Rezept. Nur der Pecorino fehlt.
Von: Vanille am August 23, 2008
um 1:56
Sensationell! Dieses Gericht schafft es auf Anhieb von 0 auf 1 in meinen Pasta-Charts. Ich hatte noch Walnüsse vom letzten Jahr übrig, also was das eine gute Gelegenheit. Allerdings muss ich zugeben, dass ich nach 50 g Kernen keine Lust mehr zum Knacken hatte und mit 50 g Kürbiskernen verlängert habe. Das Pesto wurde dadurch vermutlich etwas kräftiger als das Original. Als Wein hatte ich einen Merlot dazu (leider nicht aus Italien, sondern aus Frankreich, war aber trotzdem lecker). Das nächste Mal muss ich es unbedingt mit einem Sangiovese probieren, der müsste noch besser passen.
Von: Weinnase am Oktober 20, 2008
um 4:55