Restenstrudel

Restenstrudel
Restenstrudel

Frau L. bemängelt (nicht zum erstenmal) meine unhaushälterische Koch- und Einkaufspraxis: Einkaufen-Anbrauchen-Restenvergessen-Nächstes Rezept. Sie will nicht dauernd meine Resten verbrauchen müssen. So hat sich wieder einiges im Kühlschrank angesammelt, das den Platz verstellt und zu vergammeln droht. In einer umfassenden Aktion verpacke ich alles, alles in einen Strudel. Abgeguckt vom Kartoffelstrudel bei crazycook von kochsinn.

Zutaten
Restenverwertung für 2 Personen:
3 Blätter Strudelteig
3 Elf. Quark
4 Elf. Vollrahm
1 grosse Kartoffel (250 g)
je eine Handvoll tiefgekühlte, eisverkrustete Erbsen und Bohnen

dazu aus dem permanenten Vorrat:
50 g Parmesan, frisch gerieben
1 Peperoncino
1 Ei
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel
natives Olivenöl
flüssige Butter

das appetitliche Füllmaterial
das appetitliche Füllmaterial

Zubereitung
(1) Kartoffel schälen, in 3 mm dicke Scheiben schneiden und beidseitig langsam in wenig Olivenöl sorgfältig anbraten, übereinanderliegende Scheiben vermeiden. Wenn sie hellbraun sind, beiseite stellen.
(2) den in Streifen geschnittenen Peperoncino in derselben Pfanne leicht anrösten, die gefrorenen Gemüse dazugeben -das Eis zischt kräftig- und kurz mitgaren, salzen, pfeffern.
(3) “Guss” verkleppern aus einem Ei, den Quark- und Rahmresten, dem Reibkäse, würzen mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und wenig Kümmel.
(4) erstes Strudelblatt auf ein Tuch auslegen und mit flüssiger Butter bepinseln, zweites Blatt auflegen, ebenfalls bepinseln, dasselbe mit dem dritten Blatt. 2/3 der Fläche mit dem “Guss” bestreichen, die erkaltete Gemüse/Kartoffelmischung draufgeben und mit Hilfe des Tuchs zusammenrollen. Den Strudel dick mit Butter einpinseln.
(5) 30 Minuten auf einem mit Backpapier belegten Blech bei 170°C (Umluft) backen. Zwischendurch etwas Butter nachpinseln.

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18 Gedanken zu “Restenstrudel”

  1. Das Einfachste sieht bei Dir schön aus, wie üblich.
    Du verwendest die Bezeichnungen ‘Olivenöl extra vergine’ und ‘natives Olivenöl’. Wann verwendest Du ‘natives’ und wann ‘vergine’? Oder ist es das gleiche Öl? Warum nicht immer ‘vergine’?
    Als Wissenschafter der Küche hast Du da sicher eine Antwort.

  2. @Eva: Resten schmecken, hübsch verpackt, besser.

    @Rosa: its not a great dish, just the clearance of the fridge.

    @Nathalie: immer wieder anders, so ist es.

    @Sammelhamster: die Alpenluft !

    @Bolli: dazu fehlt mir noch einiges, obwohl ich auch staubsauge.

    @Houdini: das liegt an meiner verkürzenden, schludrigen Schreibweise, wir haben nur zwei Olivenöle, gemäss Deklaration auf der Etikette -falls es stimmt- beides extravergine, d.h. nativ extra. Das normale native (vergine corrente), das bis zu 2% freie Fettsäuren und kleine Geschmacksfehler haben darf, benutze ich nicht. Ich gelobe ab sofort korrekte Schreibweise.

    @rike: Du machst ja den Strudelteig selbst, was ich von mir nicht sagen kann.

  3. Oh ja, das Problem kenne ich. Aber es ist auch sehr gut geworden und der Kühlschrank für neue Schandtaten befreit worden. So hast du dir deine Absolution geholt und kannst wieder sündigen. Was für ein Leben! ;-)

  4. Dein “Restenstrudel” verdient ja fast den Namen nicht. ;) So edel kommt er daher.

    Hast du deinen Kauftipp für fertigen Strudelteig? Das ist in meinen Augen das heikelste daran. Ich sträube mich vor allem, das mit Teig und Ausrollen zu tun hat….

  5. Ich sah den hauchdünnen Strudelteig und bin vor Neid erblasst – doch dann die Erleichterung – du kaufst fertig- na dann. Ich kaufe mal fertig und verwende mal Ilkas Teig, aber so dünn bekomme ich den noch lange nicht hin. Resteverwertung ist bei mir auch meist Auflauf, wie bei Rike.
    Viele Grüße

  6. @entegut: so geht das, wenn man der richtigen Religion zugehört :-)

    @Sabine: für D nein, ich kaufe ihn hier im Schweizer COOP, Marke “Betty Bossy”.

    @Petra: Wenn der Strudelteig so schwierig ist, muss ich ihn unbedingt einmal selbermachen.

    @kulinaria: Verpackungen werden nicht eingebacken.

    @Jutta: ab und zu bin ich sehr tugendhaft.

    @sunrisedreamer: Geduld, ich werde mich am Strudelteig mal versuchen, der müsste doch hinzukriegen sein und ist von den Zutaten (Mehl und Wasser u.a.) günstiger als Blätterteig.

  7. Strudelteig ist wirklich nicht schwer. Unter einer heiß ausgespülten Schüssel ruhen lassen, ca. 1h (oder bis halt die Füllung fertig ist), ausrollen, natürlich von Hand und megadünn, danach auf dem bemehlten Geschirrtuch ausziehen zu einem µm-dünnen Monolayer von Gluten, auf Deiner Skala 10 von 9, oder bis man halt die Zeitung durchlesen kann (NZZ Dünndruck!). Das geht nur nach Reifung des Teigs. Aber das geht ja alles noch. Am diffizilsten ist für mich immer der Transport des Strudels auf das Blech. Die Menge an Füllung (es müssen möglichst viele Äpfel der Schwiemu weg!) ist meist überdimensioniert, und dann wirds wirklich schwer. Quer geht nicht, also irgendwie halbschräg aufs Blech würgen, intelligenter wäre es vielleicht, 2 kleinere zu machen und einen einzufrieren. Aber frisch schmeckt er halt einfach am schönsten ;

  8. mir geht es genau so… deswegen will immer gut überlegt sein, was gekocht wird. aber die schränke quillen langsam über. super idee mit dem strudel!

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