Nachgekocht: Papas arrugadas – Mojo verde

Grüne Sauce, Salzkartoffeln, Friggitelli
Grüne Sauce, Salzkartoffeln, Friggitelli

Ein sinnvoller event, den die Hüttenhilfe eben lanciert hat. Fremd- bzw. Nachkochen. Von all dem Überfluss an guten Dingen, die im web täglich gekocht und präsentiert werden, verschwinden 99% gleich wieder in den Tiefen des web. Abgehakt. Spätestens übermorgen wieder vergessen. Die Aufnahmefähigkeit eines Individuums hat halt seine Grenzen. Von den 10-15 Gerichten, die ich mir monatlich merke, wenigstens eines oder zwei nachzukochen, gleicht zwar dem Tropfen auf den heissen Stein, ist aber doch besser als gar nichts.
Die kanarischen Runzelkartoffeln mit der kalten, grünen Sauce, der mojo verde, von Christel in Koch- und Backoase gekocht, seit Monaten auf meiner Nachkochliste stehend, sind als erste dran. Beides mir unbeknnte Gerichte. Als grüne Paprika habe ich die beim sizilianischen Gemüsehändler am Claraplatz erhältlichen Peperoni friggitelli verwendet, aromatisch, mild, stossen nicht auf. Das hat ein einfaches, aber ausgezeichnet schmeckendes Kartoffelgericht ergeben. L.: sehr empfehlenswert. Christel: sehr lecker.
Fremdkochen im Winter

Zutaten
500 g Rattes Kartoffeln, meine ziemlich gross
100 g Meersalz

Mojo Verde:
1 Tlf. Kümmel
1/2 Tlf. Fleur de Sel (L.: Meersalz tuts auch)
2 Knoblauchzehen
1 grüne Paprikaschote (L.: 60 g Peperoni friggitelli)
1 Bund Petersilie
100 ml Olivenöl
2 Elf. Weißweinessig

Friggitelli
Friggitelli
mixen
mixen

Zubereitung
(1) Die Kartoffeln knapp bedeckt halb gar kochen und das Kochwasser bis auf ca. 0,5 l wegschütten. Das restliche Wasser mit dem Meersalz salzen. Wenn das Wasser wieder zu kochen beginnt, ein Küchentuch zwischen Deckel und Topf legen. Dadurch kann das Wasser verdampfen und das Salz legt sich um die Kartoffeln. Anmerkung L.: Immer wieder am Topf rütteln, auch nach Verdunsten des Wassers hat sich bei meinen Kartoffeln die erwartete Runzligkeit nicht eingestellt. Nach einem prüfenden Blick Richtung Türe, Frau L. darf mich nicht mit dem spritzenden Salzbrei im teuren Chromstahltopf sehen: ein, zwei Elf. Wasser hinzu, mit dem Salzbrei die Kartoffeln übergiessen, eindampfen lassen, trocken weitererhitzen, rütteln, “abbrennen”. Danach sind die Kartoffeln ziemlich rösch, wenn auch noch nicht besonders runzelig.
(2) zwischendurch die Friggitelli halbieren, Kernhaus entfernen, kleinschneiden und zusammen mit den übrigen Zutaten der mojo mit dem Stabmixer mittelfein mixen.
(3) Da ich zuviel Friggitelli eingekauft hatte, habe ich den Rest in Streifen geschnitten und kurz in wenig Olivenöl angebraten.

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Herzpatienten: Salzkruste vorher abreiben

Weitere Rezepte mit Peperoni friggitelli:

Maccheroni con Peperoni friggitelli

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19 thoughts on “Nachgekocht: Papas arrugadas – Mojo verde”

  1. Extra wegen der Runzelkartoffeln mit Sauce hab ich mir vor Ewigkeiten ein Kochbuch von den Kanaren mitbringen lassen – aber das Kochen hat sich irgendwie nie ergeben. Das wird sich heute noch ändern müssen. :-)

  2. Ich vertrage Paprika (aus dem von dir erwähnten Grund) äußerst schlecht, daher mache ich auch recht wenig mit ihnen, leider :-( Sollte es da tatsächlich eine Sorte geben, bei der einem das nicht so geht? Dann sollte ich mich schleunigst mal auf die Suche danach begeben, müsste doch auf einem großen Wochenmarkt zu bekommen sein!

  3. Das freut mich, dass euch diese Köstlichkeit geschmeckt hat!
    Warum die Kartoffeln nicht so schön runzelig geworden sind weiß ich nicht, da ich aber Kartoffeln liebe, gehe ich nochmal in die Testphase.

  4. Früher hatte ich mit dem grünen Paprika keine Schwierigkeiten; ich aß ihn oft und am liebsten roh mit Schale; aber heutzutage… Doch wenn die Peperoni frigitelli so gut zu essen sind, wie erwähnt, werde ich mich auf die Suche machen und das Gericht nachkochen. Schon alleine die Fotos machen Appetit und runzelige Salzkartoffeln machte ich auch noch nicht.

  5. @Hedonistin: bin gespannt, wie Du die Runzeln in die Kartoffeln bringst, am Menschen geht das doch ganz schnell.

    @Eva: die friggitelli sind etwa gleich verträglich wie die gelben, aber viel besser als die grünen.

    @Rosa: Danke, Deine Katzen werden sich auch aufs WE freuen.

    @Nathalie: am ehesten beim Italiener.

    @sammelhamster: man hat dem Topf nachher nichts angemerkt.

    @Christel: vielleicht hab ich das Wasser zu schnell verdampft oder mit zu frischen Kartoffeln gekocht.

    @entegut: Salzkartoffeln allein will ich Dir nicht zumuten. Am Montag gibts Wienerschnitzel oder so ähnlich.

    @Bolli: ich koche auch schon fürs nächste Jahr :-)

    @sebastian: danke für den event, der eine Lücke füllt.

    @Dandu: was nicht ist, kann ja noch werden.

    @Charlotte: schälen kann man sie nicht gut, sind viel zu verknorzt gewachsen. Die friggitelli gibts bei uns nur bei diesem einen Italiener. Weiss auch nicht warum.

  6. Am Papas habe ich auch sehr gute Erinnerungen von den Kanaren. Sie werden auch mit roter, scharfer Sauce serviert. Das Einsalzen mach ich immer auf dem Backblech im Ofen.

  7. Ich finde den Mojo verde noch besser mit Koriander statt Petersilie. Nur um keinen Ursprungsstreit zu entfachen: hab ich dort auf der kleinen Insel auch so gegessen.
    Und es freut mich fast, so viele Peperoni-Leidensgefährtinnen hier aufzufinden, ich fühlte mich nämlich immer so allein mit diesem Problem! Die Übeltäter vor der Zubereitung mit dem Sparschäler zu schälen hilft im Übrigen enorm. Und ist gar nicht so schwierig, wenn die Peperoni zuvor entlang der tiefsten Stellen in Spalten geteilt werden.

  8. @wolfhos: gute Idee mit dem Blech, da können sie allseitig vor sich hin schrumpeln.

    @leavesleft: über die Koriandervariante hab ich auch schon gelesen, das nachgekochte Rezept hat mir wegen seiner Einfachheit und weil Koriander nicht im Hause war, gefallen. Grosse Paprika schäle ich auch immer.

    @kulinaria: zuwarten, Falten bilden sich beim Altern von selbst.

    @José: ist notiert, danke

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