Pomponettes oder Chaussons oder Étoiles neuchâteloises

Rauchwurststerne
Rauchwurststerne

Irgendwas Geräuchtes solls sein. Geraucht wird hier nie, geräucht noch weniger. Zu Rauch fällt mir gar nichts ein, ausser dass mir mal in jungen Jahren beim Rauchen einer Hoyo de Monterrey elendiglich schlecht wurde. Vor und zwischen den Festtagen war die Lust auf grosse Kochübungen ohnehin reduziert. Blieb also Rauchfleisch, Rauchkäse oder Rauchfisch. Das heisst, kalt geräuchte Neuenburgerwurst war noch im Kühlschrank.
Also machte ich dreierlei Täschchen: Pomponettes, gefüllt mit Neuenburgerwurst. Pomponettes heissen hier diese altmodischen, runden Quasten oder Troddeln an geflochtenen oder gedrehten Schnüren, mit denen man Ende des 19. Jhdts. Vorhänge zuzog, um sich oder das Schlafzimmer vor fremden Blicken zu schützen. Und weil Tante Betty Bossy für Täschchen ein ingeniöses Gerät erfunden hat, den Täschler, mit dem man gleich sechs Täschchen in einem Arbeitsgang verschliessen kann, sind es bei uns rechteckige Täschchen  geworden. Die würden dann chaussons heissen. Da Tante Betty Bossy in ihrem Heft vor Weihnachten die Idee hatte, Blätterteig sternförmig mit irgendeiner Füllung zu beschicken, wurde auch dieser Vorschlag in die Evaluation miteinbezogen: Sterne, étoiles. Das war dann aber eindeutig zuviel des Guten. Eine Sternschnuppe. Mein Beitrag für den Kochtopfevent, diesmal ausgerichtet durch Véronique von Wie Gott in Deutschland

Blog-Event XLI - Räuchern gestattet

Zutaten
1 Paket Fertig-Blätterteig (2 mal 25×42 cm)
200 g Saucisson neuchâtelois, eine kalt geräucherte Rohwurstware aus Schweinefleisch mit unterbrochener Reifung, oder eine andere, würzige Rauchwurst.
1 Ei
1 Strauss Petersilie
1 Elf. Dijon-Senf
Pfeffer
1 Eigelb zum Bestreichen

Pomponettes, rund von Hand
Pomponettes, rund von Hand
Chaussons mit dem Täschler
Chaussons mit dem Täschler

Zubereitung
(1) Die Wurst ca. 30 Minuten in heissem Wasser bei 80°C ziehen lassen. Anstechen, schälen. Grob hacken.
(2) Ei, Petersilie, Senf dazumischen, würzen mit Pfeffer.
Pomponettes:
(3) Runde Teigstücke mit einem Ausstecher von ca. 6 cm aus den Teigbahnen stanzen. 1 Tlf. Füllung in die Mitte geben, die Ränder mit einem wasserfeuchten Pinsel bestreichen, ein zweites Teigstück drauflegen, die Nahtstellen gut andrücken.
Alternative chaussons:
wir machen sie lieber mit dem Betty-Bossy-Täschler (4×6cm). Damit gehts rationeller.

(4) Die Teigtaschen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und die Oberseite der Teigtaschen mit Eigelb bestreichen. 20 Minuten in den Kühlschrank stellen.
(5) im auf 210°C vorgeheizten Backofen während 12-15 Minuten ausbacken.

Chaussons backbereit
Chaussons backbereit
Pomponettes aus den Teigresten
Pomponettes aus den Teigresten

Alternative étoiles:
mit dem Pizzarad acht 12×12 grosse Quadrate aus der etwas ausgewallten, zweiten Teigplatte schneiden. Auf zwei Backpapieren auslegen, 1 gehäufter Elf. Füllung in die Teigmitte geben, die Ränder mit einem wasserfeuchten Pinsel bestreichen, ein zweites Teigstück um 45° versetzt drauflegen, die Nahtstellen gut andrücken und die Oberseite der Teigtaschen mit Eigelb bestreichen. 20 Minuten in den Kühlschrank stellen. Dann ausbacken.

Chaussons neuchâteloises
Chaussons neuchâteloises

Anmerkung
Einfrieren in einer dicht schliessenden Plasticdose. Nach dem Herausnehmen sind die Dinger an der Luft innerhalb von etwa 30 Minuten aufgetaut. Frisch gebacken sind sie natürlich am Besten. Ausbeute: 12 chaussons. 8 étoiles und ein paar pomponettes. Pomponettes und chaussons sind sehr gut, an den Sternen hats viel zuviel Blätterteig.

Die chaussons sind verwandt mit unseren:

Schinkenkrapfen
Silvesterkrapfen

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21 Gedanken zu “Pomponettes oder Chaussons oder Étoiles neuchâteloises”

  1. Oh klasse, du hast was gefunden und dazu auch noch wie immer was, das toll aussieht und bestimmt gut schmeckt – mir ist bis heute noch nichts eingefallen :-(

  2. @Eva: Dir fällt schon noch etwas ein, ist ja noch genug Zeit. Eigentlich horte ich seit Jahren überalterten Schwarztee und wollte damit eine Entenbrust räuchern, aber das geht in einer Wohnung einfach nicht mehr, so horte ich ihn halt weiter :-)

    @mipi: ist aber von der japanischen Faltkunst noch weit entfernt.

    @Rosa: Wurstwecken wollte und sollte ich einmal machen.

    @Nathalie: nur bei der Sternform, ich hab auch lieber Füllung.

    @Bolli: die chaussons, viel Füllung, wenig Teig. Wird schon umgebaut ?

  3. Und dabei gefallen mir die Sterne doch am besten, aber zu viel Teig ist zu viel Teig und Geschmack geht vor. Eine Räucheridee habe ich aber auch noch nicht, mal sehen, ob noch eine geflogen kommt…
    Viele Grüße

  4. Hast du bei den eckigen Betty-Täschchen wieder die Luft rauspuffen müssen?

    Bei den Sternen ist mir nicht ganz klar, wo die Füllung ist. Zwischen den verschobenen Teigblättern? Irgendwie sieht es aus, als hättest du Löcher gestanzt.

  5. Am schönsten sind die Pomponettes! Oder doch die étoiles? Große Bewunderung für Ihr kunstgewerbliches Backwerk

  6. @sammelhamster: Ihr habt doch ein Haus mit Speicherraum unterm Dach :-)

    @BerlinKitchen: kein Problem, ein Ravioligebiss geht genauso, halt nur eins aufs mal.

    @Petra: sicher, lass Dich vom Rauch benebeln.

    @entegut: Luft rauspressen nur bei Ravioli, damit sie nicht an der Wasseroberfläche schwimmen. Hier nicht nötig. Die Sterne sehen in der Mitte aus wie ein Spiegelei. In der Mitte (wo beim Ei der Dotter ist) hält sich die Füllung versteckt. Im Stern, nicht im Ei :-) noch alles klar ?

    @Buchfink: nur zu- und ausschneiden, der Rest passiert im Backofen :-)

    @sammelhamster: der Sternenhimmel ist ja derzeit besonders schön :-)

    @Dieter: entweder Versandgeschäft oder bloggen, beides geht nicht. Das letztere macht mehr Freude.

  7. Esse am liebsten die Enden vom Filet Wellington. Blätterteig ist soooo eine tolle Erfindung. Auch Deine Kunstwerke würde ich lieben.
    Kenne Leute, die in ihrer Wohnung räuchern, ohne so viel Qualm. Das den Rauch erzeugende Material in einen Bräter, darüber liegt ein Gitter mit dem Fisch oder Fleisch darauf. Deckel drauf und auf den Herd. Vom Herd nehmen und erst öffnen, wenn es abgekühlt ist.

  8. @the rufus: wir wohnen näher an Paris als Ihr an Moskau.

    @Sivie: Frischling geräucht ?

    @Charlotte: Mit dieser Füllung haben sie uns besser geschmeckt als nur mit Schinken. Als Eventbeitrag aber: viel Schall, wenig Rauch :-)

    @Poulette: Du auch ? Den durchsafteten Mittelteil mit dem Fleisch überlasse ich gerne andern. Für Hausräuchern braucht es Bräter mit gut schliessenden Deckeln.

  9. das ist ja ein praktisches gerät von fr. bossi! und die etoiles gefallen mir am besten. bei mir gibts ja auch nix geräuchertes… an einer zigarre hab ich noch nie gezogen, aber zigarette schon und wußte sehr früh, nach einem spektakulären hustenanfall, das das nix für mich ist.

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