Capunet Gefüllte Wirsingpäckchen

piemontesische Capunet
piemontesische Capunet

Capunet sind im Puschlav eine Art Spinatgnocchi. Die habe ich nach einem authentischen und köstlichen Rezept, siehe Capunet di Celeste, bereits einmal gemacht. Im Piemont und im sonstigen Norditalien werden die Capunet als mit Fleisch gefüllte Wirsingpäckchen hergestellt. Das Rezept aus dem Buch “I Sapori del Piemonte” von Rudolf Trefzer, ISBN 3-03800-242-9, sieht ganz einfach und unspektakulär aus. “Geschmacksimplosionen”, wie sie anscheinend in der Molekular- und Gewürzküche auftreten sollen, konnte ich mir bei bei diesem Rezept nicht vorstellen. Trotzdem habe ich sie nachgekocht und war davon sehr angetan. Sowas bringt nur die italienische Küche zustande. Frau L. verlangte sogar einen Farbausdruck des Rezeptes in ihre Sammlung.

Zutaten
Hauptgericht für 2 Personen, im Piemont ein antipasto für 4-6 Personen
12 grosse Wirsingblätter
200 g gehacktes Kalbfleisch (ich nahm 300 g, soviel hatte ich eingefroren und vakuumiert vorrätig)
ein Schuss Weisswein (nicht im Originalrezept)
300 g Spinat tiefgefroren
Olivenöl extra und gute Butter
1 Knoblauchzehe
1 Schalotte (nicht im Originalrezept)
50 g Parmesan, frisch gerieben (ich nahm 60 g Sbrinz)
1 Ei (wegen der erhöhten Fleischmenge nahm ich 1.5 Eier)
Salz, Pfeffer
Piment d’Espelette (nicht im Rezept)

Mehl, 1 Ei (ich nahm noch das halbe von oben hinzu) verquirlt, Olivenöl extra

Zutaten ohne Ei
Zutaten ohne Ei
Geschenkpakete einwickeln
Geschenkpakete einwickeln

Zubereitung
(1) Wirsingblätter in kochendem Salzwasser ca. 3-4 Minuten blanchieren, in kaltem Wasser auskühlen lassen und auf einem Küchentuch ausbreiten und mit Küchenpapier trocknen. Dicke Blattrippen herausschneiden.
(2) Kalbfleisch in heissem Olivenöl (ca. 2 Elf.) und 1 Elf. Butter anbraten, ausdämpfen lassen bis das Fleisch gut riecht und sich ganz leicht bräunt, gehackte Schalotte kurz mitbraten, beiseitestellen. (Bratfond mit wenig Weisswein auf- und einkochen und zum Fleisch geben, steht nicht im Rezept). Das Fleisch mit dem aufgetauten, ausgepressten und gehackten Spinat, der ausgepressten Knoblauchzehe, dem Parmesan sowie dem Ei vermischen und eine Viertelstunde im Kühlschrank ruhen lassen.
(3) Ca. einen gehäuften Elf. der Füllung pro Wirsingblatt verteilen. Päckchen formen, leicht in Mehl und dem verquirleten Ei wenden und in heissem Olivenöl rundum langsam goldgelb anbraten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und heiss oder lauwarm zu Salat servieren.

Etwas Füllung blieb noch übrig. Einfrieren. Daraus gibts was andres.

Capunet 3_2008 12 21_7270

Aus dem oben genannten Buch habe ich schon die :

Agnolotti al plin in tovagliolo
nachgekocht. Ebenfalls sehr gut.

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23 Gedanken zu “Capunet Gefüllte Wirsingpäckchen”

  1. Hallohallo, das ist feiner Entenschmaus! Ich hätte vielleicht noch gerne ein hausgemachtes Safterl dazu gehabt, vielleicht aus gehackten Tomaten und zwei, drei Erdäpfel?

    So, und nun sagst du mir bitte:
    1. wie teilst du ein Ei (besonders Eiweiß) in die Hälfte
    und
    2. was machst du mit der zweiten Hälfte?
    Ich bin wirklich immer in einem Dilemma, wenn ich mich bei Rezepten nach exakter Gewichtsangabe halten muss und dann bleibt mir was über, was eigentlich nicht der Rede wert ist. Wenn ich koche, dann werfe ich das komplette Ei dazu, weil mir einfach um ein halbes Ei zu leid ist und auf Eierspeis gerade keinen Gusto habe.
    Ebenso geht es mir mit Germ. Unsere Packungsgröße liegt bei 42g. Ich kenne kein einziges Rezept, wo da steht, verwenden sie den ganzen Germwürfel. Was passiert? Der Rest des Germwürfels grundelt so lange im Kühlschrank herum, bis ich ihn wegwerfe. Gut, ist ein Abfallprodukt bei der Biererzeugung, aber trotzdem tut es mir leid. (ich konnte gerade mein herz erleichtern, danke!)

  2. So so in der Schweiz legen die Hühner halbe Eier ;-)
    Sieht sehr gut aus, könnte sogar meinen Herren munden. Ist vorgemerkt!
    Viele Grüße

  3. Robert, das ist ein schoenes Rezept. Bei “Fleisch anbraten bis es gut riecht” muss ich an einen blinden Freund denken der wunderbare Sachen mit Nase und Ohren kocht.

  4. @mipi: das passt gut.

    @Eva: würde mit Rinderhack auch gehen.

    @Nathalie: welche Ehre :-)

    @Rosa: just one word “italian”

    @Bolli: Seite 30, antipasti

    @entegut: Enten mögen keine trockenen Brotbrocken, hätt ich wissen müssen. Als antipasto steht das einfach auf einem Teller. Als Hauptgericht, wäre ein Tomatensösslein ideal. Genau.
    Eier, sehr gut verquirlt, schöpfe ich mit dem Löffel.
    Aus der übriggebliebenen Füllung werde ich eine Lasagne machen, weil die Füllung für eine ordentliche Lasagne nicht reicht, mach ich eine Miniportion aus rund ausgestochenen Teigblättern als Vorspeise. Und schon ist wieder ein Beitrag beisammen :-) Das Innere des Wirsings blieb auch vor, ergab Pizokels. Nächster Beitrag. Nur bei Hefe geht es mir wie Dir. Ich backe zu wenig.

    @Petra: Eier gibt es hier sogar in Würfelform. Wirklich. Ein halber Würfel in diesem Fall :-)

    @Sivie: die unschönen Stellen vom Zusammenfalten sind natürlich unten versteckt :-)

    @kochundbackoase: doch, wir haben es sehr harmonisch gefunden.

    @karine: mit Nase und Ohren ? ein grosser Verlust, wenn ein Sinn fehlt, aber wie Menschen das zu kompensieren versuchen, imponiert mir.

  5. Diese Wirsingpäckchen würden mir auch schmecken, außerdem sehen sie unwahrscheinlich gut aus. Falls ich einen kleinen Kohlkopf finde, wird das Rezept nachgekocht.

    @entegutallesgut: die Sache mit halben Eiern ist bei mir an der Tagesordnung (Single-Haushalt). Entweder verschlage ich ein Ei und wiege dann die Hälfte ab (Rest wird mit Zucker gleich roh verspeist oder wandert in ein Gericht) oder trenne es, nehme erst nur das Eigelb und füge bei Bedarf noch etwas vom Eiweiß hinzu. Restliches Eiweiß kommt in ein Tupperware-Döschen, wird gesammelt und dann z. B. für Eiweißkuchen verwendet.

    Ich backe süßes Hefegebäck aus dem gleichen Grund meistens mit Trockenhefe. Falls ich Frischhefe verwende, wird der Rest entweder eingefroren oder für Hefesuppe verwendet.

  6. @Charlotte: mein Kohl war auch klein, drum waren nur die 12 äussersten Blätter brauchbar, aber das Innere wurde dann auch noch verwertet.
    Hefesuppe ? nie gehört.

    @Uschi: geht auch von Hand, die Piccatahülle hält.

    @nysa: Der Vorsatz wirk allein schon sättigend :-)

    @entegut: Eine Art Spätzle mit Kraut. Meine gnocchetti werden knallrot, passend zu grünen Federn :-)

  7. Robert. Wenn ich nicht verheiratet wäre, ich würde Dir für Deine Speisen einen Antrag machen. Du könntest mich wenigstens adoptieren. Ich schwöre, dass iich immer meinen Teller leer esse. Che deliziose!

  8. Was so ein bisschen Farbe ausmacht, sehr appetitlich! Ich liebe Kalbfleisch und Ihr auch, wie ich zu meiner Freude oft feststelle.
    Es amüsiert mich, dass auch Ihr nur gute Butter verwendet. Dachte, die gibt es nur hier.

  9. @peppinella: ältere Herren fühlen sich durch Eventual-Heiratsanträge jüngerer Frauen immer geschmeichelt. Frau L. winkt aber selbst bei Adoption ab und will nichts von Aufess-Schwüren hören.

    @Anikó: Dann kandidiere ich offiziell.

    @elettra: Capuns lassen sich auch mit allem füllen :-)

    @Poulette: Huhn ist hier nicht so beliebt.

  10. jetz hab ich sowas von heisshunger auf diese dinger.. und kann nicht raus zum einkaufen, da ich noch krank bin .. *lechz* aber am nächsten wochenende werde ich sie kochen ..

    danke für das rezept

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