Nachgekocht: Rotkraut mit Marroni

Rotkraut mit Marroni 0_2009 01 04_7536

Nicht, dass mir Frau L. ihr Rotkraut nicht mehr schmecken würde, im Gegenteil. Aber wenn ich schon Rotkraut koche, darfs auch mal ein nachgekochtes sein. Das kürzlich bei Rike von Genial Lecker gesehene Gewürzrotkraut hat meine Sinne gleich betört, wenige Tage darauf ein nicht minder würziges bei Cascabel in Chili und Ciabatta. Ich habe mich beim Nachkochen für beide entschieden. Etwa in der Mitte, mit Abweichungen. Zumal ich für ein Hauptgericht für 2 Personen sowieso alles herunterrechnen musste. Und damit ich auch noch etwas eigenes beitragen konnte, habe ich den Rotkohl ohne Marinieren gemacht. Besonders wenn Rotkraut auf den Tisch soll und Herr L. das Marinieren vergessen hat.  Todsünde ? Ich glaube nicht, dass es eine Todsünde war. Die Schweizer Köche Fredy Girardet und Phillippe Rochat tun es nicht in ihren Büchern, der Farbe und dem Geschmack tut es offenbar keinen Abbruch. Andere Meisterköche schwören drauf. Ohne direkten Vergleich schwer zu entscheiden.

Zutaten
1 kleiner Kopf Rotkohl, 350 g
Saft einer Orange
20 ml Portwein
150 ml Rotwein
1 Elf. Zitronensaft
40 ml Balsamico, vom Guten, mittelteuren
2 cm Zimtstange
1 Lorbeerblatt
2 Nelken
Eine Umdrehung Korianderkörner aus der Mühle
Salz
Pfeffer
1 Schalotte
1-2 Elf. Butter
1 Elf. Zucker

dazu frisch gebratene Marroni vom Marronibrater, der auch gelebt haben muss.

essbereit
essbereit
Die Marronischalen
Die Marronischalen

Zubereitung
(1) Am Vortag (bei mir gleichentags) den Rotkohl putzen, vierteln, vom Strunk und den dicken Rippen befreien und in feine Streifen schneiden. In eine große Schüssel geben. Alle Zutaten für die Marinade vermischen und über den Kohl geben, durchrühren und abgedeckt über Nacht (bei mir 5 Minuten) ziehen lassen.
(2) Am nächsten Tag (bei mir 5 Minuten später) die Butter mit dem Elf. Butter in einem Topf erhitzen und aufschäumen lassen, bis die Butter gut riecht , aber noch nicht braun ist, dann die gehackte Schalotte reinwerfen, kurz umrühren und sofort mit einem Schuss Wasser ablöschen. Das Rotkraut mitsamt Marinade zugeben, durchrühren und etwa 50-60 Minuten zugedeckt schmoren lassen, zum Schluss nochmal abschmecken.

Anmerkung
Ein sehr gutes Rotkraut. Am Schluss hatte ich noch einen Apfel übrig, den wollte ich doch auch noch beigeben :-)  Kurz darauf lese ich in einer Schweizer Kochzeitschrift vom Rotkraut aller Rotkraute, gekocht von einer Schweizer Spitzenköchin. Rotkraut, das nächste bitte.  Vorwarnung: Mindestens 2 Tage marinieren.

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27 Gedanken zu “Nachgekocht: Rotkraut mit Marroni”

  1. Tolle Kombination. Ich vermisse allerdings einen Fruchtanteil im Rotkraut (etwa Apfel). Das käme sicherlich auch gut mit den Maroni zusammen.

  2. ich mariniere nicht, sondern schütte entweder ein Gemisch aus Orangensaft und Porto warm über das Kraut, oder nur heisses Wasser.

    Rotkohl ist schon was feines!
    Aber mir fehlen Äpfel in DEinem Kraut!

  3. das mit dem marinieren ist ein holler. es wird vielleicht mürber von der konsistenz, aber dem geschmack tut das keinen abbruch. du hast’s ja eh eine stunde gekocht. das erinnert mich ein bissl daran, dass man früher bei chicoree immer den strunk rausgeschnitten hat, weil der sooo bitter war. was bitte ist an einem chicoree heutiger züchtung noch bitter? leider viel zu wenig.

  4. Sehr lecker! Ich liebe Rotkohl und Maronen sowieso. Lustig, habe am Dienstag Gäste und bei einem Gang sind Rotkohl und Maronen dabei, obwohl schon fast Frühling ist.
    Bei mir sind die Gewürze gleich, aber Himbeeressig, zusätzlich Apfelmus, Rübenkrautsirup, Holundergelee, Preiselbeeren und eine Menge Rotwein. Finde, mindestens über Nacht marinieren und ab und an mit den Händen zerquetschen macht den Rotkohl noch viel besser.
    Ob wir am Dienstag nach dem ganzen Wein den hier gängigen Nachsprechvers -Rotkraut bleibt Rotkraut und Brautkleid bleibt Brautkleid- noch hinbekommen, ist fraglich.

  5. Schöne ein Kombi-Rezept. Das Rotkraut mit Maronen steht schon auf der Liste und das obwohl wir ein absolutes Lieblingsrotkraut haben…
    Viele Grüße

  6. @Barbara: was das bisschen Rot ausmacht :-)

    @Eva: -Innen, ich hab doch nur nachgekocht.

    @sammelhamster: kalt, damit die Leute Marroni kaufen, nicht zu kalt, damit er nicht an die Füsse friert, so mag ers.

    @michaelpicht: der übriggebliebene Apfel wurde nachträglich gegessen :-)

    @Cascabel: der eigene Anteil war sehr bescheiden.

    @Bolli: in einem der beiden Vorlagerezepte hats keine Äpfel, wahrscheinlich habe ich das aufgegriffen.

    @Elisabeth: und ich soll das Rotkraut essen ?

    @Rosa: wir mögens auch.

    @katha: Danke, in alten Büchern findet sich von Marinieren auch nichts.

    @Sivie: wir sind nicht so verwöhnt :-)

    @the rufus: Marroni allein kommen halt so trocken daher, da brauchts schon was saftiges dazu.

    @kulinaria: nachmarinieren, sagt dem nicht “altern” ?

    @Poulette: Frühling, ich denke Du lebst in Deutschland ? wenn der Nachsprechvers nicht gehen sollte probiers mit:
    “how much wood wood a woodchuck chuck, if a woodchuck wood chuck wood”

    @Petra: warte noch, bis ich das Rotkraut aller Rotkraute gekocht habe, vielleicht ist das noch besser. lg.

  7. Ja schon, aber seit drei Tagen scheint die Sonne und die Amseln singen. Wenn man keine Heizung hat, ist das schon wie Frühling.
    Schöner Vers. Ist tatsächlich einfacher, finde ich. Nahezu melodisch.

  8. Rotkohl ist eines jener Gemüse, die ich immer, wirklich immer essen könnte! Egal ob im Winter oder im Hochsommer :) Ich liebe es einfach!

  9. @Poulette: die fehlende Heizung geht mir schon seit der letzten Erwähnung nicht aus dem Kopf. Jedenfalls wünsche ich Dir viel Sonne.

    @the rufus: ein kleines r ersetzt ein ganzes Stück Fleisch.

    @moony42: aber immer

    @Elisabeth: ich teile gern :-)

    @zorra: Du auch noch mit einem Rotkraut, dann noch mit Backpflaumen. Auch das auf die Liste :-)

  10. Heute nachgekocht und für sehr lecker befunden. Gott sei Dank war der Rotkohl so groß, dass es noch für 2 weitere Portionen gereicht hat, die eingefroren wurden.

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