Seezungen Ikebana

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Der Schlankheitswahn beherrscht (wie jedes Jahr) nach wie vor die hiesige Küche. So wurde das sonst in viel Butter zu bratende Seezungenfilet vollständig um die gute Butter erleichtert und in ein fettfrei auf Lauch gegartes Stück Fisch umdisponiert, gewürzt mit Ingwer und Limettenschale. Um mit optischem Spass den Kalorienmangel zu vertuschen, habe ich das Ganze mit in Safransud gegarten, dünnen Fenchelscheiben unterlegt. Das war dann zuviel des Guten. Das Fenchel-Safran-Gemüse für sich, zu einem gebratenen oder pochierten Fisch wäre köstlich. Die Ingwer-Limetten-Lauch-Fischkombi für sich ebenso. Beides auf dem gleichen Teller muss nicht sein. Kommentar von Frau L.: Ikebana auf dem Teller.

Zutaten
2 Seezungenfilets, je 130 g p.P.
ein zarter Lauch oder ein Bund Frühjahrszwiebel
2 Tlf. Ingwer, frisch gerieben
1/2 Bio-Limettenschale fein gerieben oder in Zesten geschnitten
Salz, Pfeffer, Muskat oder Muskatblüte gerieben
1 Fenchel
1 Sachet Safranpulver
4 dl Gemüsebrühe (aus Pulver angerührt)

bereit zum einwickeln
bereit zum einwickeln
etwas wirres Chaos
etwas wirres Chaos

Zubereitung
(1) Fenchel putzen, Strunk belassen, der Länge nach halbieren und auf einem Gemüsehobel in 3 mm dicke Scheiben schneiden, die wie aufgehende Knospen aussehen.
(2) Gemüsebrühe mit dem Safran zum Sieden bringen, Fenchelscheiben langsam darin garen, bis sie weich sind (etwa 15 Min.) Brühe nicht wegwerfen, gibt einen Risotto.
(3) Aus Backpapier oder kräftiger Alufolie zwei grosse Rechtecke schneiden, in welche die beiden Fischfilets eingewickelt werden können.
(4) Lauch oder Frühjahrszwiebeln zu feinster Julienne schneiden, 2-4 cm lang, und auf der Folie auslegen. Würzen mit Salz, Pfeffer, Muskat.
(5) Fischfilets waschen, etwas abtropfen lassen, aber ohne trockenzutupfen auf das Gemüsebett legen. Den Fisch würzen mit Salz, Pfeffer, Limettenschale und Ingwer.
(6) Die Folie an den Breitseiten ergreifen, die beiden Ränder übereinanderlegen und etwa 1cm breit mehrfach zusammenfalten. Darauf achten, dass über dem Fisch eine Luftkammer bestehen bleibt. Danach nacheinander die Schmalseiten analog zusammenfalten, so dass am Ende ein luftdicht verschlossenes Paket entsteht, das nicht rinnen darf.
(7) Im auf 200°C vorgeheizten Backofen im untern Bereich auf ein mit Alufolie als Tropfschutz belegtes Gitter legen und 16-18 Minuten (je nach Dicke der Filets) garen.
(8 ) Kurz vor Ende die Fenchelscheiben mit der Siebkelle herausnehmen, abtropfen und auf die gut vorgewärmten Teller auslegen.
(9) Fischfilets aus dem Ofen nehmen, Alufolie aufschneiden und Filets auf die Teller legen.

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20 Gedanken zu “Seezungen Ikebana”

  1. Hm, also auf Butter verzichte ich niemals – Kalorien werden bei mir nicht gezählt, da vergeht mir die Lust am Essen ;-) Und der unvergleichliche Geschmack von Butter ist einfach unersetzlich… :-)

  2. Mir geht es wie Sammelhamster: gestern da und nicht zu kommentieren und heute kein Beitrag von lamiacucina…das konnte nicht sein, also direkt auf der Seite gesucht! :-) – Wow, das sieht ja richtig künstlerisch aus….”wer nicht wagt…..”! – Wie wär’s denn einfach mit dem Ende des alljährlichen Schlankheitswahns? – Schmecken würde mir das sicherlich sehr gut und übers Ikebana hätt ich was zu lachen :-)

  3. Fett ist doch ein Geschmacksträger und gute Butter muss schon ein bißchen sein. War der Fisch denn so nicht trocken?

    @Tobias: Hier (De) fängt die Fastenzeit erst am 25.02. an.

    Viele Grüße

  4. Sieht wirklich richtig schick aus, gelb auf schwarzem Teller. Macht was her :) Aber wenn nicht zusammen, dann vielleicht wirklich zwei Gänge draus machen :) Wie sieht es denn aus mit Fastenzeit im Hause L.? Wird auch auf irgendwas verzichtet?

  5. Die Fenchelmännchen aber sind begeistert. Wenn man genau hinguckt, sieht man, wie sie mit ihren Ärmchen jubeln, weil der leckere Fisch auf ihrem Bauch liegt.

  6. Sieht auf dem Teller aus wie flachgedrückte Froschschenkel, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf.

    Ansonsten Seezung mein Lieblingsfisch, wobei ich ihn lieber auf die traditionelle Art ganz esse, ihn selbst filettiere, das macht für mich – neben des guten Geschmackes – das Besondere aus.

    So serviert wie bei dir würde ich natürlich auch gerne probieren ! 8)

  7. Du wirst lachen, vorgestern abend hatte ich Mahi Mahi mit grünem Spargel und Artischockenherzen, das sah fast so ähnlich aus, war ähnlich dekoriert und irgendwie habe ich schon besser gegessen.

    Bei Dir sieht das aber irgendwie besser aus als in diesem überkandidelten Restaurant vorgestern… ;-)

  8. @sammelhamster: die Verwirrung befiel sogar die Terminliste meiner postings :-)

    @Elisabeth: wie Recht Du hast…seufz

    @Weinnase: erst den Fisch, danach die Unterlage, zuletzt den Teller, nur das Glas muss ganz bleiben.

    @entegut: die kenne ich nicht, ich ghör net zu Wiener Gsöllschaft und noch weniger zur hiesigen.

    @Eva: nur noch ein Kilo, dann ist Schluss, dann wird wieder hemmungslos reingehauen.

    @Tobias: erst kommt noch Fasnacht :-)

    @Petra: der Fisch ist im Dampf des Gemüses gegart und da das Paket dicht verschlossen ist, sehr saftig und exotisch würzig. Man merkt das Fehlen der Butter kaum. Eine empfehlenswerte Zubereitung wenn Du den Fenchel weglässt.

    @Anikó: wir leben bescheiden und können deshalb beim Essen nicht auch noch Verzichten.

    @Nina: weil ich die Lederknipszange für das Einknipsen eines neuen Loches im Hosengürtel verlegt habe :-)

    @Poulette: Fenchelmännchen, ach wie süss, darauf bin ich gar nicht gekommen, sonst hätte ich sie gepresst und getrocknet.

    @ultraistgut: Seezunge mache ich sonst auch immer ganz, aber diesmal haben die Filets frischer ausgesehen als die Ganzen. Froschschenkel sind in der Romandie beliebt :-)

    @Barbara: hat man Euch wenigstens eine Blumengirlande um den Hals gelegt ?

  9. @Tobias:
    In Griechenland ist bereits Fastenzeit??? Bis (Faschings-)Dienstag lassen wir es noch krachen und eine Krapfenparty nach der anderen steigen! ;-) Theoretisch…

  10. Mit oder ohne Butter? In Holland bekommt man Seezunge in den fischläden frittiert. Gut, Holländer frittieren alles und ich persönlich finde, pikst man einen Holländer an, besteht er zu 95% aus Frittierfett, aber die wenigsten sind übergewichtig. Was ich damit sagen wollte frittiert ist auch lecker und gerne mit Butter.

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