Tortina di punte d’ortica

Sformatino di ortiche 0_2009 04 26_9767

Flantörtchen mit Brennesselspitzen. Eine köstliche Brennnessel-Frittata von Päm im Blog mestolo war Anlass, mich meinen Brennesseln im Juragärtchen anzunehmen. Mit 10 cm Humus auf Kalkstein gedeiht hier nicht sehr viel, aufgeschüttete Erde wird in kurzer Zeit in den zerklüfteten Untergrund ausgewaschen. Ausser… Brennesseln, die sind wüchsig und ausdauernd.  Wenn die in Umbrien schmecken, werden sie das hier wohl auch tun. Ein kleines Flantörtchen mit Brennesselspitzen, dazu eine einfache, schnelle Paprikasauce. Die Idee dazu aus dem Buch I Sapori del piemonte von Rudolf Trefzer, AT-Verlag ISBN 3-03800-242-9.
Ich war bislang der irrigen Meinung, dass Brennessel einfach wie Spinat schmecke. Nein, viel zarter, delikater. Für mich eine Entdeckung. Auch wenn ich sonst, als noch gutbezahnter, kein besonderer Liebhaber der italienischen sformatini bin: die Flan-törtchen waren gut.

Zutaten
für 2 Törtchen, kleine Vorspeise
50 g Brennesselspitzen, ich nahm Spitzen und den obersten Blattstand, das freut die Nesseln, sie treiben dann die doppelte bis vierfache Menge neuer Triebe aus.
25 g Butter
12 g Mehl
1.5 dl Milch
2 ganze Eier
2 Elf. Parmesan
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

für die salsa al peperone nach eigenem Rezept:
1 grosse, rote Peperoni (Paprika)
wenig Olivenöl
2-3 Elf. Halbrahm
Salz, Pfeffer

meine Brennesseln im Saft
meine Brennesseln im Saft
im Förmchen
im Förmchen

Zubereitung
(1) Backofengrill auf 230°C vorheizen.
(2) Peperoni vierteln und entkernen, mit der Hautseite nach oben auf ein beschichtetes oder mit Backpapier belegtes Kuchenblech legen. Hautseite mit wenig Olivenöl bestreichen und leicht salzen.
(3) ca. 15 Minuten grillieren bis sich auf der Haut Blasen und schwarze Stellen bilden.
(4) Herausnehmen, etwas abkühlen lassen, dann mit einem Messer die Haut abziehen. In einem Mixbecher mit wenig Halbrahm zu einer homogenen Sauce mixen. Würzen und beiseitestellen.
(5) Ofen auf 140°C herunterfahren. Flachen Bräter mit heissem Wasser befüllen und in den Ofen stellen.
(6) Brennesselspitzen und Blätter abzupfen (Handschuhe) und eine Minute in kochendem Salzwasser blanchieren. Kalt abschrecken. Wasser gut ausdrücken. Fein hacken, dann in wenig Butter andünsten.
(7) Aus der verbliebenen Butter (ca. 15 g), dem Mehl und der Milch eine dickliche Béchamelsauce zubereiten. Grundrezept siehe hier. Würzen mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss. Nach dem Auskochen etwas abkühlen, dann die gedünsteten Brennesseln, die verquirlten Eier und den Käse in die Béchamel unterrühren. (Handmixer).
(8) Ofenfeste Porzellanförmchen mit Butter gut ausstreichen, leicht bemehlen, die Masse in die Förmchen füllen und diese im Wasserbad ca. 30 bis 40 Minuten stocken lassen.
(9) Die Törtchen auf vorgewärmte Teller stürzen und mit der aufgewärmten Peperonisauce umgiessen.

Anmerkung
In gut ausgebutterten Förmchen bleiben die Törtchen nicht kleben. 5 mal hintereinander laut vor mich hinsprechen.

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25 thoughts on “Tortina di punte d’ortica”

  1. Grien sind fescht umringt vo Rot. Und das am erschte Maie.

    Spass bi Syte. Das Rezäpt iiberzygt und i gang grad in Allschwilerwald go Brenessleblèttli zupfe. Danggscheen fiir die feini Idee.

  2. Das unterscheidet die einfache umbrische Küche am Niederrhein von der professionellen Sterneküche in der Schweiz – es ist alles etwas feiner, kleiner und verspielt. Ich hätte allerdings statt dem müden Petersil eine Brennnesselchen obenauf gesetzt.
    Alles Gute zum Tag der Arbeit! :)

  3. Nun kommen mir in den letzten Tagen schon zum zweiten Mal Brennesseln unter…ob es wohl mal Zeit wird, dass ich mich mit denen auch beschäftige??

    Ein Hingucker ist es ja allemal.

  4. Was für entzückende “Schweinereien” am frühen Maimorgen! Habe neulich in einem vegetarischen Restaurant Spinat mit Brennesseln und Giersch vermengt gegessen, das war weniger überzeugend.

  5. @Rosa: nettles, schon wieder ein neues Wort kennengelernt.

    @Baslor Dybli: doo het der Allschwiler Dialäggt duredruggt :-)

    @Mestolo: der rheno basso fliesst nicht durch Umbrien ? Auch Dir einen schönen Freitag ! feiner ist meine Küche nicht und Sterneküche schon gar nicht. Das Einfache ist immer das Bessere. Die Brennesselchen haben so arg gepiekt, dass ich sie keinem Gaumen zumuten wollte und dem Petersil war auf dem heissen Köpfchen zu heiss :-)

    @Eva: Der Nachschub ist unbegrenzt und immer frisch. Lohnt sich.

    @Nathalie: bei jungen Nesseln sind das der oberste Blattkranz, der sich eben entfalten will, dazu Stengel und der nächstuntere Blattkranz.

    @mipi: Unkrautvernichtung mit dem Kochtopf.

    @Buchfink: kommt vielleicht drauf an, wie man das zubereitet, Giersch wäre auch noch im Gärtchen.

  6. Essen? Ich habe da diverse Sportunfälle mit mehr Kontakt als mir lieb ist in Erinnerung. Vielleicht sollte ich sie zur Strafe kulinarisch vernichten. Eigentlich ein guter Ansatz :D

  7. Also, DAFÜR hast du die Brennesseln gepflückt!!! *staun* Wunderbar!!! Meine Mama hat, als ich noch Kind war, aus den Brennesseln im Garten immer einen Brennesselspinat oder Suppe gemacht – die Brennesseln waren ihr heilig! :-) Und ich liebe ihren speziellen Geschmack auch sehr!
    Fröhliche Maiengrüße zu dir!!!

  8. Brennesseln kenne ich bisher nur als Salat, und den mag ich. Eine tolle Idee, das probier ich vielleicht auch mal. Das “Unkraut” gibt es ja in Hülle und Fülle.

  9. Nachdem der Löwenzahn jetzt abgeerntet und aufgegessen ist, könnte ich ja zu den Brennnesseln übergehen – ich habe aber ein bisschen Angst vor den Schmerzen :-(

  10. Die habe ich auch noch nie probiert … Sollte ich vielleicht wagen, vielleicht wird es ja im Kleinstgarten Brennesseln geben. Hab auch Gartenhandschuhe, um die Biester zu pflücken ;-)

  11. @rike: dan musst Du aber die Wurzeln mitkochen.

    @Erich: ein Törtchen gegen ein Stück Rhabarber-Linzer.

    @Elisabeth: Danke für die Grüsse, hast Du gedacht, ich setze mich in die Nesseln ? :-) Heilig sind sie mir gerade nicht, ich wollte ihnen lange wehren, aber sie sind stärker als ich. Also dürfen sie mitwachsen.

    @Johannes: hab ja nicht mal die Paprikasauce durch das Sieb gedrückt :-)

    @George: Salat ? blanchiert ?

    @april: nach dem blanchieren ist nichts mehr mit aua.

    @sammelhamster: dafür gibts doch Handschuhe :-) und nach dem Kochen sind sie brav.

    @Anikó: sind sie einmal da, ist Schluss mit Biodiversität :-) dann hilft nur noch aufessen.

  12. Nein, nicht blanchiert, nur eine ein paar Minuten gewässert (in lauwarmem Wasserr. Ich glaube sogar in kaltem Wasser geht das…)
    Man sollte für den Salat in jedem Fall auch nur die zarten jungen Blätter nehmen, etwa die oberen drei oder vier Blattpaare.

  13. Die Dinger brennen durch den Handschuh durch(zumindest mich) aber sie schmecken himmlisch! Und dein Bild ist wieder mal 1A!

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