Remake: Grapefruitsorbet mit Campari

Grapefruit-Karkade-Sorbet 00_2009 01 12_7657

Frau L. gelüstete vor einigen Wochen nach Grapefruitsorbet. Mein bisheriges Rezept, noch unter Zusatz von Sorbitol, einem Zucker, der weniger süss ist und die Eiskristalle am wachsen hindert, habe ich überarbeitet: anstelle von Sorbitol habe ich einen erhöhten Anteil Traubenzucker (gesehen bei Joerg von ars coquinaria experimentum) zugegeben, sowie als Farbgeber Karkadeblüten (gesehen bei chriesi von Almond Corner). Mein früheres Rezept neigte nach Lagerung im Tiefkühler zum Hartwerden, mit dem aktuellen Rezept bleibt das Sorbet besser entnehmbar. Bei -15°C wird es weich. Passt doch zu den gestrigen 33°C in Basel.

Zutaten
5 g Karkadeblüten, ganze (Hibiskus)
6 dl Grapefruitsaft
1 dl Wasser
100 g Zucker
100 g Traubenzucker

zum Servieren Campari

Karkadeblüten getrocknet
Karkadeblüten getrocknet
Sorbet mit Campari
Sorbet mit Campari

Zubereitung
(1) Die Karkadeblüten auf einem Sieb erst mit siedendem Wasser abbrühen, dann in einem Topf mit 1 dl siedendem Wasser übergiessen und zugedeckt langsam erkalten lassen. Abseihen.
(2) Kristallzucker und Traubenzucker zu dem Absud zugeben, unter Rühren kurz aufkochen, bis sich alles gelöst hat, erkalten lassen, dann mit dem abgepressten Grapefruitsaft mischen und gut vorkühlen.
(3) Saft in der Eismaschine rühren bis ein feines, weiches Sorbet entstanden ist. Servieren mit einem Schuss Campari.

Anmerkung
Karkadeblüten werden gerne dem Hagebuttentee zugesetzt, da sie eine schön rote Farbe geben und durch ihren leicht säuerlich-aromatischen Geschmack gut dazupassen. In meiner Jugend war ich in einer Drogengrosshandlung einige Zeit mit der Aufgabe betraut, eingehende Jutesäcke mit Karkadenblüten aus Senegal von Hand zu erlesen. Das war auch notwendig. Zwischen den getrockneten Blütenblättern fanden sich Glasscherben, Zeitungsfetzen, Jutesackbestandteile, rostige Nägel und vor allem Ziegenexkremente. Klar doch, der Tee wurde damals gewiss auf dem afrikanischen Dorfplatz getrocknet.  Drum heiss abbrühen.

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32 Gedanken zu “Remake: Grapefruitsorbet mit Campari”

  1. Dr nägschti Hitzedaag in Basel kunnt bestimmt. Somit schnäll gnueg Zyt zum Vorbereite und parat z’si. Danggscheen fir das ideeriiche und gluschtige Rezäpt!

  2. Bei den gestrigen Temperaturen hätte man sich nur von Sorbet ernähren können. Frisch, säuerlich – genau richtig.
    Ich glaube, ich muss mir langsam mal eine Eismaschine zulegen

  3. 33°?? (Jetzt verstehe ich deinen Kommentar bei mir und danke auch :-)

    Ihr solltet vielleicht mal zu uns in den Norden kommen: gestern war es hier angenehm so um die 20-22°, gut Wind und viel Sonne.

    Dein Grapefruitsorbet mit Campari hätte ich mir aber auch bei den moderaten Temperaturen gerne servieren lassen!

  4. Bei der Hitze genau das Richtige.

    Getrocknete Karkadeblüten habe ich auch noch. Also steht einem Nach”kochen” nichts im Weg.

  5. Danke für deine Anmerkung! Das muss eine schöne Arbeit sein, so zwischen all diesen aufregenden Düften zu hantieren…
    Aber wo bekomme ich, bitte, Karkadeblüten? Eine so schöne Farbe…
    Eismaschine steht auch ganz oben auf meiner Liste :-)

  6. Grapefruit UND Campari…. ich glaube, die vielen Bitterstoffe sind nur etwas für eingeschworene Fans. Für diese ist es sicherlich ein ganz erfrischendes Vergnügen :-)

  7. @Basler Dybli: es geht auch ohne Karkade, da der Campari rot ist.

    @Alex: auch mit einer einfachen Maschine wirds feiner als wenn die Masser nur gelegentlich mit der Gabel zerdrückt wird.

    @Claudia: mit Sorbitol wirds klebriger als mit Traubenzucker.

    @Rosa: la vie en rose.

    @Bolli:
    @Nathalie:
    ihr lasst euch aber schnell verjagen :-)

    @Eva: erst eine warme Suppe, dann ein sorbet, warum nicht :-)

    @sammelhamster: ja gerne, es ist noch sorbet da.

    @mipi: die Karkadeblüten halten sich jahrelang.

    @Johannes:
    @chriesi:
    Hauptsache kalt :-)

    @Elisabeth: da war ich 15. Nach 4 Wochen brach sich mein Kräuterchef das Bein und ich war 3 Monate Alleinherrscher über 350 Blüten, Blätter, Rinden, Moose und Wurzeln. Eine wunderschöne Zeit. Dann ging die Firma Konkurs, wurde von einer noch grössern übernommen, und ich durfte nur noch Etiketten als Hilfskraft aufkleben. Ein tiefer Fall.
    Karkade bzw. Hibiskus kriegst Du in Apotheken und Kräuterfachgeschäften oder in ägyptischen Handlungen.
    Hier ein Rezept für einen sommerlichen Drink für Dich:
    20 g getrocknete Hibiskusblüten und ca. 50 g Zucker mit 1 Liter heissem Wasser übergiessen, erkalten lassen. Gut gekühlt servieren oder mit Prosecco verdünnen.
    Falls Du keine findest sende ich Dir welche.

    @Ellja: das stimmt, wir sind hier unbeirrbare Bitterfreunde und Wenigzuckerverbraucher.

  8. Die Hibiskusblüten passen bestimmt gut zu den Bitteraromen. Und wenn ich in unserer Küche noch irgendwo einen Stellplatz finde, kaufe ich mir auch eine Eismaschine. Im Gefrierfach ist es einfach zu kalt für Sorbets :(

  9. Eure Lordschaft mag ja gerne Campari, das habe ich schon bemerkt. Ich denke auch in Kombi mit dem Sorbet trinkt und löffelt sich das ausgesprochen gut.

    Für alle Österreicher: Karkade = Hibiskus. Der Tipp mit dem Hagebuttentee war schon einmal gut, aber google hat dann Klarheit gebracht.

  10. Einmal ohne den Campari ;) Könnte ich nach dem schwül-warmen Exkursionstag mit vielen Mücken gut gebrauchen :)

  11. Karkade ist ja ein netter Name, kannte ich noch nicht. Für mich sind das Malven, und Malventee ist tatsächlich schön rot und sehr aromatisch. Kann oft noch ein Fitzelchen von Schale von Zitrone vertragen, wie man so sagt.

    Campari mit Grapefruit- oder Pampelmusensaft war auch schon immer was sehr sehr leckeres.

    Das alles als Sorbet… clevere Idee!

  12. Als Quelle für richtig grosse Mengen Malvenblüten kenne ich übrigens ganz krass die Metro. Sackweise (2 kg, wenn ich nicht irre), sehr saubere Ware…

  13. Es freut mich, dass Deine Frau wieder Gelüste hat und diese gemeistert werden! Die besten Genesungswünsche vom Kater und mir an Frau L.!

  14. @Guy: ja wenn ich Platz hätte, würden da auch noch ein paar Gerätchen herumstehen.

    @entegut: sorry, Lady duck, Campari ist ein grässliches Gesöff. Geht nur mit etwas anderem zusammen.

    @kulinaria: kalt muss er einige Stunden ziehen.

    @Anikó: den Campari separat in einem Glas aufstellen, dann gehen die Mücken an den Campari und Du hast das sorbet für Dich allein :-)

    @zarl: Karkade (Hibiscus sabdariffa) sind afrikanische Malven. Was hier in Apotheken als Malventee (Flos malvae) gegen Husten angeboten wird ist Malva silvestris, der sieht ganz anders aus.

    @duni: Danke Dir und eine extra Sardine an den Kater.

  15. Wow, was für eine Geschichte – aber siehst du, sie hat ein gutes Ende genommen, jetzt bist du König über dein eigenes Küchen-Reich! :-)
    Na klar, da hätte ich selbst drauf kommen können, in Ägypten servieren sie auch immerzu diesen köstlichen Hibiskustee – danke für das Rezept und für das liebe Angebot, Blüten zu senden!!! *umarm*

  16. Dieses Sorbet ist genau das Richtige für heiße Tage. Hier macht der Sommer zwar mal kurz Pause, aber bald geht’s weiter. Und da ist es gut, wenn man so ein Rezept in petto hat….

  17. Endlich mal ein Rezept, wo ich meine Karkadenblüten verwenden kann! Habe sie vor 16(!) Jahren auf einem Markt in Marrakesch gekauft und noch nie verwendet… Jetzt muss ich nur noch warten, bis das Thermometer Plusgrade aufweist und ein Sorbet Kühlung verspricht…. bei den momentanen Temperaturen ist eher Käsefondue angesagt!

  18. Mal eine Frage: Welche Vorteile bringt der Traubenzucker zum Sorbitol? Und hättest Du eine Idee für eine Alternative? 200 Gramm Süße würde ich wohl eh halbieren, hab aber auch keinen Traubenzucker oder Sorbitol im Haus.

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