Torta di mele

Torta di mele 0_2009 11 02_3382

Dieser Apfelkuchen hat mit seinen dicken deutschen Vettern nichts gemeinsam. Er ist hauchdünn und kross, man könnte beinahe von einer Pizza sprechen. Auf einen Rest Blätterteig, der von Würstchen in Blätterteig übrig geblieben war, habe ich Crème patissière verstrichen, 2 mm dünn gehobelte Apfelscheiben reingedrückt und gebacken. Am Schluss noch ein paar gehackte Haselnüsse drauf. Fertig. Das Rezept stammt von Giorgio Locatelli aus dem Buch Made in Italy. Der Nusszusatz von mir, damit ich den Kuchen am Kleinkuchenevent von Frau Hedonistin mit dem Schwerpunktthema Nüsse einreichen kann.

Monatlicher Blog-Event bei Low Budget Cooking: Kleine Kuchen
Zutaten
Fertig-Blätterteig, eine Restplatte von ca. 20x20cm
1 grosser Apfel, Rubinette oder Cox Orange
1 Elf. Puderzucker
10 Haselnüsse grob gehackt

für die Crème patissière:
22 g Eigelb, de facto hatte ich ein halbes Resteigelb (vom Bestreichen der Würstchen im Teig). Dazu nahm ich noch ein kleines Eigelb.
14 g Puderzucker
15 g Maisstärke
20 ml Rahm
80 ml Milch
1 kleines Stück Zimtstange
Saft und Schale einer halben Biozitrone (Schale in einem Streifen)

Torta di mele 1_2009 11 02_3371

Zubereitung
für die Crème patissière:
(1) Zucker, Maisstärke, Eigelb und Rahm mit den Schneebesen des Handrühreres zu einer hellen Mischung verrühren.
(2) Milch mit Zimtstange und Zitronenrinde zum Kochen bringen, vom Herd ziehen und auf ein Holzbrett gestellt 20 Minuten ziehen lassen.
(3) Zimtstange und Zitronenschale abfiltern, Eimasse und Milch auf dem Herd unter stetem Rühren mit einem Holzlöffel knapp zum Kochen bringen, sobald die ersten Blasen aufsteigen vom Herd ziehen und durch ein feinmaschiges Sieb passieren.
(4) Den Teig auf die Grösse eines 18-er Kuchenblechs zurechtschneiden, in das gebutterte Blech legen, mit einer Gabel einstechen. Mit der erkalteten Crème patissière bestreichen.

für den Kuchen:
(5) Apfel halbieren, Kernhaus mit Pariserlöffel entfernen. Auf einem Gemüsehobel in 2 mm dünne Scheiben schneiden. Diese sofort in den Zitronensaft legen.
(6) Apfelscheiben in konzentrischen Kreisen mit der schrägen Schalenseite nach oben auf dem Teigboden anrichten, gut in die Konditorcreme einbetten, dann verbrennen sie nicht.
(7) ca. 30 Minuten im vorgeheizten Ofen ausbacken, bis der Teig goldbraun und kross ist. Nach der Hälfte der Backzeit mit Puderzucker und den gehackten Haselnüssen bestreuen. Der Zucker schmilzt und caramellisiert.

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Anmerkung
Gegen Ende habe ich das Blech etwas höher in den Herd gestellt und die Temperatur auf 220°C angehoben. Die Apfelscheiben müssen etwas dünner sein als der Teig, dann werden Teig und Aepfel in derselben Zeit gar. Wer vom Kuchen mehr backen möchte: Im Originalrezept wurden für ein 28-er Blech 150 g Blätterteig, 8 Aepfel sowie das 5-fache meiner Menge an Konditorcreme zubereitet.

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Apfelkuchen für einen Bären

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43 Gedanken zu “Torta di mele”

  1. Die Edelversion einer Apfeltarte – die hätte ich dir ganz alleine weggegessen! Aber da sicher nichts mehr übrig ist, muss ich mich wohl ans Nachbacken machen!

  2. Schön!

    Ich habe auch schon zwei Mal Torta di Mele gemacht – das war allerdings eine Art Rührteig mit Äpfeln drin, also etwas ganz anderes. Torta ist im Italienischen wohl ein dehnbarer Begriff? (Ich kann nur wenig italienisch)

    Deine Version hier gefällt mir jedenfalls ausgesprochen gut. Auch mit den Nüssen!

  3. Speziell das 2. Foto gefällt mir ausgesprochen gut: alles so exakt angeordnet. Trotzdem weiche ich auf eine dicke und saftige Apfelkuchen-Version aus :-).

  4. Erinnert mich an die elsässischen Apfelflammkuchen, die beim Servieren flambiert werden. Optisch besonders ansprechend finde ich die Oberfläche, die glasiert aussieht und !!! mit welch einer Perfektion und demnach wohl auch Hingabe ;) !!! Du den Teig, Creme und Apfelscheiben im Förmchen angeordnet hast. Ein Mantra aus der Küche!

  5. @Claudia: Aus Nebenprodukten könen ganz gute Sachen entstehen.

    @Schnick: Bitte !

    @Bolli’s Kitchen: Du als ungekrönte Apfelkuchenkönigin (7 hab ich gezählt) weisst es am besten.

    @kitchenroach: wieder zurück auf dem heimischen Boot ?

    @sammelhamster: für die schlanke Linie lieber dünn, für erhöhten Genuss dann die dicke Version.

    @Erich: Dein Kürbisdessert werde ich mir für nächstes Jahr vornehmen.

    @Eva: die Tarte gehört an einen GrosseKuchen-event. Locatelli sagt in seinem Buch, dass sie sie gemacht hätten, um dem Publikum das Vorhandensein eines Patissiers vorzubluffen.

    @Nathalie: angebrannte Nusspitzen riechen nicht wie Trüffel :-)

    @Barbara: im Buch wird er als Torta / Kuchen bezeichnet. De facto handelt es sich um eine Tarte.

    @reibeisen: das empfiehlt auch Locatelli. Wir essen selten Eis und finden die Kombi etwas abgedroschen.

    @nata: Äpfel und Birnen genügen mir. Ich brauch keine Mangos und wie sie alle heissen.

    @Cascabel: die Tarte hätte noch etwas grösser sein dürfen. Aber das wird auch noch. Ich stehe ja erst am Beginn meiner Apfelkuchenkarriere.

    @nina: für grosse Kuchen ist hier wenig Bedarf :-)

    @Elisabeth: :roll: jaaa ! (Lüge ich nicht schön ?)

    @Charlotte: das ist doch das Schöne, dass man mit dem gleichen Produkte unterschiedliche Formen herstellen kann, von denen jede ihre Abnehmer findet.

    @kochschlampe: ein perfekter Patissier hätte gewartet, bis die Zuckerspitzchen geschmolzen wären.

    @Christine: die glasierte Oberfläche kommt vom Überpudern mit feinem Zucker. Die Wärme, die zum Schmelzen des Zuckers erforderlich ist, wird den Apfelscheiben entzogen und verzögert das Dunkelwerden.

    @Eline: Danke, aber ein wenig perfekter müssten sie schon noch sein.

    @Christian: als Dessert mag ich sie auch lieber so.

  6. ich habs nicht so mit Kuchen, jedenfalls mit den klassischen dicken deutschen. Das hier, so in Richtung Dessert, 1 Stück essen und noch nicht satt vom Stuhl fallen, das gefällt mir…

  7. Ich komme aus dem Staunen nicht raus! Wie schafft man es, den ungebackenen Kuchenteig am Rand mit so kleinen Zacken zu versehen? Bei mir wird so was sehr rustikal.

  8. Ich bekomme schon wieder die Krise, wenn ich sehe, wie akurat der Teigrand geradelt ist.
    Was ich wissen möchte, wie lange du zum Kochen, Backen, Vorbereiten eigentlich brauchst.
    Ein Apfel ohne Apfelbutzen … wächst bei uns in Ö nicht.
    Die Torte schaut herrlich aus. Wobei ist das eine Torte? Wehe wenn die Wähe weg ist und ich da bin.

  9. @Claus: so geht es uns auch.

    @alissa. kenne ich nur vom Hörensagen.

    @Hannes: ober-wie ? was ihr Jungen für Ausdrücke kennt :-)

    @chriesi: leider etwas zu klein geraten.

    @Karin: Du scherzest ? Das Stück ist bereits weg.

    @Buchfink: den rustikal eingepassten Rand einfach mit einem gezackten Teigrädchen abfahren. 5 Sekunden Aufwand.

    @Susa: die dicken sind bereits im Anmarsch.

    @Buntköchin: glaube nicht allen Gerüchten !

    @entegut: der Teigrest war ja schon da. Rund ausgeschnitten und ins Blech eingepasst: 2 Minuten. Die Konditorcreme: etwa 40 Minuten bis zum erkalten. Indessen die Äpfel herrichten plus 30 Minten backen. Hab mir noch überlegt, ob ich das bei cucina rapida einreiche. Das ist eine Tarte. Schöne Alliteration zum Schluss !

    @Heidi: Danke, die war gegessen bevor sie kalt war.

  10. Ach, was ist die schön! Ich bin hin und weg, wie gut so eine Tarte aussehen kann. Und ahne schon, dass es mir ab nun schwer fallen wird, mich bei meinen Eigenproduktionen mit der naturgesetzlichen Zwangsläufigkeit des rustikal-chaotischen Designs zu trösten. :-)

  11. @Petra: bin schon fleissig am zusammenschreiben.

    @Hedonistin: rustikal-chaotisch ist absolut liebenswert, erst wenn es in Verbindung mit Design steht, wirkt es gekünstelt.

  12. Sieht einfach nur fantastisch aus, nach meinen Tartes mit dicken Mürbteigböden, wäre das jetzt mal einen Versuch wert, etwas zarteres zu versuchen

  13. kürzlich nachgebacken, weil sie ja so schön aussah. Hat dann auch meine Gäste erfreut, obwohl ich finde, dass man die Apfelscheiben vorher anbraten sollte, sonst werden sie einfach zu trocken beim Backen.

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