Melone purceddu d’Alcamo

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Viele Menschen haben sich heute leider daran gewöhnt, im Dezember frische Erdbeeren zu essen. Früher, als die tägliche Ernährung noch von den Jahreszeiten bestimmt wurde, haben Bauern darüber nachgedacht, wie sie Früchte für die kalten Monate aufbewahren könnten. Aus diesen Traditionen hervorgegangen ist die in der Gegend von Trapani angebaute Wintermelone. Geerntet wird sie im Sommer. Durch ihre dicke, zähe Schale wird die Verdunstung von Wasser behindert, die Früchte bleiben, korrekt aufbewahrt, haltbar bis etwa im Januar. Korrekt lagern heisst, in Netzen aufgehängt, so dass sie keine Druckstellen erhalten, in einem kühlen Raum.
Da sich der Anbau wenig rentiert, ist die Frucht leider vom Aussterben bedroht. COOP-sei-Dank, ist eine Wagenladung dieser Melonen unter der Ägide von Slow Food in die Schweiz gelangt, wo sie in den Läden des Grossverteilers…  als Bückware kaum beachtet wird.

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Das weisse Fruchtfleisch der Melone schmeckt etwa wie eine Netzmelone, ist aber ungleich saftiger und soll bis zum Januar durch langsames Aufkonzentrieren des Zuckers noch süsser werden. Bei mir hängen 3 Stück davon im Keller, ich glaube aber nicht, dass die bis Weihnachten noch da sind. Oh Schreck, heut ist Mittwoch. Bin schon weg.

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34 thoughts on “Melone purceddu d’Alcamo”

  1. Wie schön, auch an einem Mittwoch von dir zu lesen, lieber Robert! Und dann noch so saftige, köstliche Geschichten, dass mir das Wasser im Mund zusmamenläuft… :-) Melonen lagern bis in den Winter… das klingt traumhaft!

  2. Noch gibt es scheinbar Menschen, die davon wissen (hier habe ich einen gefunden) ;-)
    Für mich ist das eine echte Bildungslücke. Bei Melonen hätte ich nie und nimmer eine so lange Haltbarkeit vermutet. Das mit der Zunahme der Zuckerkonzentration will ich unbesehen glauben.
    Danke für den Bericht (am Mittwoch). :-D
    LG Heidi

  3. “Bildungsblogging” ist auch am Mittwoch erlaubt. Danke, Robert, ich wusste nicht, dass diese grünen Melonen Wintermelonen sind. Es sind neben Wassermelonen meine absoluten Lieblingsmelonen, weil fein und nicht aufdringlich im Geschmack. Ich habe sie bei uns noch nicht aus italien und noch nicht von Slow Food importiert gesehen, ich bekomme die nur aus Spanien. Ob die auch pc sind? ;-)

  4. Auch bei mir gibt es keine Erdbeeren im Winter. Melonen sieht man hier noch ab und zu, doch diese sizilianische Sorte habe ich noch nicht entdeckt. Danke für die Info; man lernt nicht aus :-).

  5. In Wien gibt es seit neuesten Erdbeeren im November, die aus Österreich stammen. Ich habe mich noch nicht erkundigt, unter welchen Verhältnissen die Früchte gezogen werden und ob man sie guten Gewissens kaufen könnte.

    Die Sache mit der Melone: Da ich natürlich keine Ahnung hatte, wo Trapani liegt, habe ich recherchiert und erkennen müssen, dass diese Melone nach Wien mehr als 1700 km zurücklegen würde und einen äußerst schlechten ökologischen Fußabdruck hinterlässt (nach Basel ist es 200km näher).
    Für meine Begriffe muss Slow Food hier auch ein wenig umdenken und auf die Regionalität der Produkte ganz großen Wert legen und dafür auch ein Bewusstsein schaffen. Sortenvielfalt und Ökologie sind nämlich nicht unbedingt ein Widerspruch, ganz im Gegenteil!

    (Ich fall schon wieder unangenehm auf. Ich muss aber sagen, durch den Anblick der saftigen Melone habe ich gerade derartige Zähne auf ein gutes Stück Melone. Ich könnte vermutlich nur schwer widerstehen. Schönen Mittwoch!)

  6. Die Melone sieht gut aus, aber ich glaube nicht, dass ich sie hier [Berlin] schon gesehen habe.

    Dafür wirft der Markt hier immer noch Bitterkürbis und unreife Zuckermelone zum Kochen und Einlegen aus. Aber da trau ich mich nicht wirklich ran.

  7. Bald müssen keine speziellen Sorten mehr gezüchtet werden. Klimawandel (?) sei Dank kann ich jetzt noch Tomaten ernten und die Zucchini haben Blüten. Verkehrte Welt.

  8. Ente, die Melonen werden ja gemeinsam mit den sowieso durch die Gegend gekarrten und nicht mehr wegzudenkenden “Südfrüchten” Zitronen, Orangen und Mandarinen zu uns gebracht. Das macht den Fussabdruck etwas leichter, oder?

  9. Hmmm… solche Gewächse mag ich. Werde mal sehen ob ich irgendwo Samen ergattern kann. Trotz des nördlichen Klimas gedeiht hier ziemlich viel, z.B. Feigen und Pfirsiche. Werden halt später reif und nicht so gross und man muss schlechte Jahre in kauf nehmen. Aber einen Versuch wäre es mir wert.

  10. lieber ´ne “Bück-und dann Häng-Melone” im Winter als die glorreiche Idee meiner Arbeitskolleginnen für die Orderrunde im Januar in unserer Agentur den Kunden Spargelcremesuppe anzubieten!!! IM JANUAR!!!??? Die Gegenfrage kam prompt: “Wiesoooo?”
    Ohne Worte.

  11. Mittwoch: Bildungstag mit Expertenstreit ;) ich bin dabei!

    Wegen der Neugierde würde ich genau eine kaufen und aufhängen – die ökologischen Einwände sind berechtigt: wenn diese fremde Frucht über Coop verteilt wird, dann ist nicht irgendwo mal eben so eine Kiste zu einer bereits vorgesehenen Sendung mit dazugeladen worden

    Alternative für die Basler wenn es ein Mehr an Exotik sein soll: am Kaiserstuhl werden neuerdings erfolgreich Kakis angepflanzt.

  12. @kitchenroach: beim Wochenendeinkauf geh ich nachsehen, ob noch welche da sind.

    @Eva: solange ich nicht koche am Mittwoch :-)

    @Rosa: sie hat tatsächlich eine streng gerunzelte Stirn.

    @Bolli’s Kitchen: In Frau L.s Früchtekur wird alles gegessen, was nach Frucht aussieht.

    @sammelhamster: ich habe heute morgen an mehreren Ständen noch Erdbeeren gesehen (jedoch keine gekauft)

    @Elisabeth: dabei sind sie nicht mal besonders teuer. Rund 4 €/Stück.

    @Claus: die Marmandino-Tomaten haben eine ziemlich zähe Haut, aber ob die so lange halten ?

    @Heidi, die II.: ich glaubs auch erst, wenn ich eine davon an Weihnachten angeschnitten habe.

    @Ellja: freier Mittwoch !

    @Eline: wusste ich nicht. In Kalabrien werde auch welche angepflanzt.

    @Charlotte: Melonen gibts bald das ganze Jahr, bald kommen die aus Gouadeloupe. Muss ich aber nicht kaufen.

    @Hannes:
    @chezuli:
    vor einer Woche habe ich von deren Existenz auch noch nichts gewusst.

    @entegut: Erbeeren sind zu dieser Zeit nur noch sauer, kaufe ich nie mehr. Um am Aussterben betroffene Produkte am Leben zu erhalten, müssen Kompromisse mit dem Handel und Transportwegen geschlossen werden. Nur was genügend Absatz hat und Gewinn abwirft, wird weiterhin produziert werden. Und im Winter werde ich nie auf sizilianische Mandarinen verzichten wollen, so gern ich Äpfel und Birnen esse !

    @kochschlampe: Bitterkürbis ? noch nie geschmeckt.

    @zorra: bei uns war heute auch 16°C. Und ich hab einen neuen Rührflügel für die Eismaschine gepostet.

    @Buntköchin: da heisst es sich durchbeissen, wir greifen dann auf tiefgefrorene Beeren.

    @aftenstjerne: hab Dir ein mail geschickt.

    @Arthurs Tochter: Spargelcremesuppe im Januar aus der Tüte. Ja warum denn nicht. Tüten gibts das ganze Jahr :-)

    @Christine: ach nein, die Dinger sind ja über 1 kg schwer. Die kommen lastwagenweise. Genau wie Orangen und Mandarinen auch. Das sind für mich keine Exoten. Kaki haben wir genügend aus Tessiner Produktion im Herbst.

  13. Hmmmmm .. heute ist doch Mittwoch :-)
    aber trotzdem habe ich viel gelernt ..
    was sagt denn Frau L. zu Deinen ” Ausrutschern ” am Mittwoch *gggg* ?

      1. Handtasche! *reißtaugenweitauf*
        Welche Farbe?
        Gibt es davon bitte einmal ein Foto.

        (Mandarinen ess ich natürlich auch. Ich mag sie sogar sehr gerne, besonders wenn sie mir geschält werden! Bezüglich Melone: Bei 60 Mio Ew kann man diese und noch andere Agrarprodukte leicht am Leben erhalten und muss sie nicht quer durch Europa karren. :-D Übrigens denke ich, diese Melone in Portugal mit gelben Streifen – wie grüne Tigerente – gegessen zu haben. Das Fruchtfleisch schaut täuschend ähnlich. Nur wie heißt die Kugel? kA)

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