Kabissalat mit orientalischen Wirrungen

Kabissalat orientalisch 0_2009 10 29_3321

Tief in Gedanken, mit welchem Linsengericht ich Frau L. zu Mittag überraschen könnte, überrascht mich eben dieselbe mit einem Kabiskopf, der seit einer Woche im Kühlschrank unbeachtet sein Dasein fristet. Da ! Mach was draus ! Legt mir den (Kabis)-Kopf mitten auf die Tastatur -rtzuidfghjkcvbnm-, was bedeutet, dass jeder Widerstand sinnlos ist, und das Rezept, ihr Gürbetaler Kabissalat, gleich mit dazu. Solche Einengungen meiner Kreativität mag ich hingegen gar nicht. Sonst ginge mir im Blog das Material rasch aus. Mach was draus ! sagte sie doch. Wortwörtlich. Also mache ich was draus.

Im Kühlschrank lagerten noch schachtelweise Meedjol Datteln, von denen ich jeden Winter zuviele einkaufe. Die neue Ernte liegt schon in den Läden. Weg damit, Kabissalat mit Datteln. Und wenn mich schon der Mut des Verzweifelten packt, dann gleich richtig, anstelle von Kümmel Kreuzkümmel hinzugetan, erst vorsichtig, dann freigebiger. Passt. Und das Erstaunliche: es hat ihr wie mir geschmeckt. Das alles ohne Wurstbeilage.

Zutaten
für 2-3 Personen
ca. 600 g Kabis (kleiner Kopf)
1 Elf. Bratbutter
70 g feinste Speckwürfel
1/2 Zwiebel
1 Tlf. Dijonsenf
3 Elf. Speiseöl
5 Elf. Obstessig
1 Elf. Apfelbalsamessig (Gölles)
1 Mokkalöffel Kreuzkümmel (Cumin)
Salz, Pfeffer
5 Meedjol Datteln

Zubereitung
(1) Kabis vierteln, Strunk herausschneiden. Auf einem Hobel oder einer Mandoline in 2 mm dicke Scheiben raspeln.
(2) Die Speckwürfel in der Bratbutter leicht anrösten, die gehackten Zwiebeln zugeben und glasig dünsten. Das Kraut zugeben, mischen und solange mitdünsten, bis es etwas zusammenfällt.
(3) Die Sauce mit Senf, Öl und den Essigen anmachen, darübergiessen, würzen mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel. Die vom Stein befreiten, in Streifen geschnittenen Datteln zugeben (verteilen, damit sie nicht zusammenkleben), gut mischen und solange unter milder Hitze weitererwärmen, bis das Kraut gar, aber immer noch etwas knackig ist.

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37 Gedanken zu “Kabissalat mit orientalischen Wirrungen”

  1. Wie kann man nur deine Kreativität einengen? Wie kann man nur?! :-)

    Euer daraus entstandener – gemeinsamer – Krautsalat gefällt mir aber sehr gut.

    1. Ein Klick auf den angegebenen Link “Gürbetaler Kabissalat” und das Rätsel ist gelöst. Da braucht es keine hochdeutschen Untertitel :-).

  2. Erinnert mich an die Werbung: “Iss was g’scheits!” ;-)

    Eine interessante und gute Variante eines Krautsalats. Du isst nur das und sonst nix dazu? Himmel, da würde ich vermutlich am Plafont kleben, wegen der … du weißt schon. Bindet sich am Tischhaxen an und macht sich über den Krautsalat her.

  3. @Rosa: gross nicht, aber es war durchaus geniessbar.

    @Eva: Du verstehst mich :-)

    @Bolli’s Kitchen: cavolo bianco.

    @sammelhamster: hat das Goethe gesagt ?

    @Schnick: im Moment sieht es eher nach Sommer aus.

    @Sivie: auf die Dauer nehm ich auch lieber den Gürbetaler.

    @entegut: der Imperativ hat bei mir seine Wirkung noch nicht verloren. Fleisch gabs erst kürzlich.

    @Ursula: ach, der Rotkohlevent dräut auch noch.

    @Isi: Kabis ? Weisskohl

    Die Sonne scheint, wir fahren aus.

  4. Frage von der Seite: Sind das frische oder getrocknete Datteln? Noch gibt es hier im Geschäft die frischen zu kaufen, aber wenn die schon fast ein Jahr lagern… eher getrocknete?

  5. Obwohl ich kein so großer Liebhaber von Krautsalat bin, gefällt mir das Rezept mit den frischen (Kühlschrank-)Datteln sogar sehr gut. Zum Vergleich würde ich aber auch den originalen Gürbetaler Kabissalat nachmachen und mich dann für eine der Varianten entscheiden.
    Beim nächsten Einkauf muß ein Krautkopf her :-).

  6. Mit Rosinen und Trockenpflaumen (aber ohne Schokolade) kenne ich süße Krautsalate schon, die Datteln sind eine schöne Vorspeisen-Inspiration.

  7. Lecker! – zum Reinbeißen und super gesund!

    Der richtige Salat, um danach – unter den Fittichen einer huldvollen Sonne – eine schöne Ausfahrt zu unternehmen!

  8. :lol: “rtzuidfghjkcvbnm” (= mach was draus) würde ich beantworten mit: mach ich sofort – sobald Du das verständlich und fließend aussprechen kannst :!:
    Aber Du bist ja ein Netter und aus eigenem Erleben weiß ich, wie leibhaftige stumme Vorwürfe sich auswirken – hat sich doch aber gelohnt Dein Gedanke: wennschon – dennschon ! ;-)
    Mir gefallen übrigens beide Varianten gut – wird noch ausgelost welche zuerst… :roll:
    LG Heidi

  9. @kochschlampe: getrocknete, die Meedjol haben viel Fleisch am Kern.

    @Charlotte: getrocknete Datteln, frische hab ich noch nie gegessen.

    @Heidi: hier gibts selten Menufolgen. Einmal essen muss reichen, ohne Dessert.

    @Claus: ja, deshalb hab ichs.

    @Elisabeth: ich halte mich an einer Nussschale, um nicht zu ertrinken.

    @Arthurs Tochter: das macht jede Hausfrau ohne ein story draus zu machen :-)

    @bee: ich kannte nur Frau L. ihren.

    @Christine: der Rheinnebel hat uns einen Streich gespielt. Aus der Sonne sind wir ins Trübe gefahren und haben nicht mehr rausgefunden.

    @Ellja:

    @Ulla: diverse Bloggerinnen, wie u.a. sammelhamster, kochen täglich so.

    @Karin: dabei war das ihr Weisskohl.

    @Heidi, die II.: die Antwort der PC-tastatur, wenn frau etwas draufstellt, ist zuweilen ebenso kryptisch, wie wenn sie es direkt gesagt hätte :-)

    @Nathalie: wir haben 2 Kühlschränke für 2 Personen. Und immer sind alle voll.

    @the rufus: Kabeljausalat ? Donnerstags gibts hier nie Fisch !

    @Hannes: nicht so jubeln, das verdirbt meinen Charakter.

    1. Lieber Robert, “auszufahren”, um wieder “zurückzufinden” hat durchaus ‘was für sich …ich selbst schaue jetzt entspannt dem morgigen lamiacucina-Ereignis entgegen ..

  10. Es ist sehr nett wieder einmal das Wort Kabis zu lesen, weckt Erinnerungen an meine Zeit in der Schweiz.
    Mit Datteln würde ich meinen Kabis zwar nicht unbedingt wollen, da ich bis jetzt zu dieser Frucht keinen Zugang gefunden habe. Aber interessante Idee.

  11. Naja, wenn der Kopf weg muß, würd ich mich auch darauf einlassen. Wenn es nur nicht immer solche Mengen geben würde, so dass mindestens einer nochmal davon essen muß. Ich fände interessant, wie es zu dem Kohlkopf kam? Angebot, anderes Vorhaben, beim Spaziergeng vom Feld geklaut, Geschenk der Marktfrau? Zwei Kühlschränke, ernsthaft? Oder einen für Wein?

  12. @Kochsinn: auch Gorrfried Keller nennt den Kabis Kabis.

    @Poulette: für den Wein hab ich einen dritten Kühlschrank, da kommt mir kein Kohl rein. Eingekauft, weil er auf dem Einkaufszettel stand.

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