I-23022 Chiavenna: Bruno Ritter

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Jedesmal, wenn wir in Chiavenna sind, essen wir bei Passerini. Seit Jahren am selben Stammplatz. Beinahe jedesmal sitzt uns derselbe, fliessend italienisch sprechende Geniesser gegenüber, der hier sein Mittagsmahl als Stammgast einnimmt. Einheimische nennen ihn pittore: Maler. Diskret, wie Schweizer sich im Ausland benehmen, ging es lange, bis wir überhaupt merkten, dass es sich um einen Schweizer handelt. Seither wechselten wir bei jedem Aufeinandertreffen ein paar freundliche Worte. Nach den vorletzten Ferien kamen wir via Internet (!)  zufällig in Kontakt und er lud er uns zu einem Atelierbesuch ein.

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Atelier
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Atelier

Die wichtigsten biografischen Daten des Künstlers sind auf seiner website einsehbar:

Der Rückzug aus der Stadt Zürich im Jahre 1982, als sich Bruno Ritter vorsätzlich in das enge, ländliche Tal Valchiavenna zurückzog, hatte in seinem Schaffen eine grosse Zäsur zur Folge. In seinen Werken setzt er sich mit breitgefächerten Themen auseinander: Der Berg, Metapher für die Einsamkeit, die Enge und Unausweichlichkeit des Tals, den hier wohnenden Leuten, die sich gegen die Naturgewalten wehren, der Konfrontation mit elementarster Natur und Kultur. Vor allem aber steht immer wieder die menschliche Gestalt in all ihren Verwandlungen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Interessierten möchte ich die homepage von Bruno Ritter nahelegen, die seine Entwicklung mit sehenswerten Bildern dokumentiert.

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Selbstbildnis
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Selbstbildnis
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Calendi Marzo
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Cheti/San Barnaba
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Tryptichon: in der Bar
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Atelier
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Bild Atelier im Atelier stehend
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Atelier
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Die Kübel hängen jetzt bei uns

Vor dem Atelierbesuch haben wir uns bei Passerini gestärkt, u.a. mit einem Steinpilzsoufflée an leichter Safransauce und dem besten Flan Caramel, den wir auswärts je gegessen haben.

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Steinpilzsoufflee
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Flan Caramel

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21 Gedanken zu “I-23022 Chiavenna: Bruno Ritter”

  1. Die Art der Bilder könnte mir auch gefallen, vorallem das Tryptichon sieht nach meinem Geschmack aus. Der Herr der Cucina würde schon für diesen Crème caramel den Weg auf sich nehmen.

  2. Ob ich jemals nach Chiavena komme? Auf jeden Fall wieder eine Adresse zum Notieren. Wie schön, dass dich der Maler Einblick in sein Leben, in sein Atelier nehmen ließ und damit auch uns hier in deinem Blog.

    Interessant, dass ihr euch die Kübel ausgesucht habt. Sie sehen wie zweckentfremdete Konservendosen aus und gefallen mir auch recht gut.

  3. Bei diesem Ausflug wäre ich gerne als Mäuschen dabei gewesen :-). Sowohl den Besuch im Atelier des Herrn Ritter (ein edles Atelier) als auch das Essen bei Passerini hätte ich genossen. – Die HP gefällt mir auch sehr gut, der künsterlische Werdegang ist schon interessant. – Bei der Auswahl an Bildern wäre mir eine Entscheidung bestimmt nicht leicht gefallen (die beiden kleineren Bilder hinter dem Tryptichon scheinen in Venedig oder auf einer Insel in der Nähe gemalt worden zu sein – oder täusche ich mich da?). Die Kübel gefallen mir auch farblich sehr gut (Gegenstück zum geordneten Haushalt?). Interessante Wahl.

  4. Es ist schön, wenn man ein Bild eines lebenden Malers an der Wand hängen hat, den man dazu noch kennt. Die Kübel könnten mir auch gefallen. Wunderbare Erinnerung habt Ihr sicher an den Atelierbesuch.

  5. @Franz: mit Menschen, die gerne gut essen, ist gut zusammensitzen.

    @Elisabeth: Jeder von uns wird solche Erfahrungen machen.

    @Schnick: ein schöner Palast.

    @Nathalie: uns auch. Leider sind unsere Wände dafür zu klein.

    @sammelhamster: auf die Ferne sind viele Kontakte am Schönsten.

    @april: die meisten der Bilder waren grossformatig. Die Farbkübel waren handlich genug um gleich miteingepackt zu werden.

    @Charlotte: Venedig ja. Da mir der Haushalt meist obliegt, ist es eher unordentlich bei uns.

    @Eva: zumindest wir essen gerne und sind ganz gewöhnlich.

    @Christine: Ferien sind immer schön.

    @kulinaria: alles.

    @Hannes: Maler, die die Welt mit ihren Augen sehen, brauchts.

    @the rufus: nicht einmal falsch geraten, malen tu ich auch, aber ich kanns nicht.

    @Buchfink: wenn nur die Wönde grösser und nicht schon so voll wären.

  6. Lieber Robert,
    beim Essen reservierte Künstler kennenzulernen und dann in ihr Atelier geladen zu werden, ist das nicht genau Dein Geschmack von Leben und Schönheit? Da passieren keine Zufälle. Das Leben schreibt diese Geschichten selber und lädt uns immer wieder ein auf Ohren-, Augen- und Gaumenschmäuse.
    Schön geschrieben.
    Der Künstler selbst sieht sich selbst ausnehmend grumpy würd ich mal sagen.
    lieben Gruß
    elisabeth

  7. Das war bestimmt ein eindrucksvoller Ta. Sowohl das Essen als auch das Atelier verheißen Genuß. Frage mich, ob solch ein Selbstbildnis aus dem Kopf gemalt wird. Man sieht sich doch so selten. Aber wahrscheinlich ist gerade das die Faszination und in Wirklichkeit sieht derjenige anders aus.

  8. @ellis.sillus: ein liebenswertes Chaos.

    @elisabeth: mürrisch sieht er in Natura nicht aus. Ich versuche immer, alle Augen-, Ohren- und Gaumenantennen ausgefahren zu halten.

    @Poulette: wie er uns sagte, malte er alle Figuren des Tryptichons aus dem Kopf.

  9. Das ist ein sehr schöner Blogeintrag, Danke dafür.
    Natürlich habe ich mir die Seite von “pittore” angesehen. Mich fasziniert die Entwicklung im Ausdruck seiner Malerei. So war ab 1990 eine starke Phase angelehnt an van Gogh. Sehr schön sind seine barocken Bilder, die Portraits, das von dir abgebildete Tryptichon und das aus 2005 “Interieur”.
    Gruß auch an den Maler, falls er hier mitliest (Internet! :-) )

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