Nachgekocht: Gnocchi di Castagne, Marroni Gnocchi

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Kürzlich gesehen bei New kitch on the blog. Und weil das gut aussah, und wir Marroni gerne mögen, und weil wir auch Gnocchi gerne mögen, und weil unser Marronimannli auch wieder mal etwas an uns verdienen wollte… habe ich die Gnocchi nachgekocht. Nicht genau nach dem Rezept von Christina, bei Gnocchi bin ich etwas eigen, aber doch beinahe. Die Gnocchi sind, obwohl ich sie ohne Mehl zubereitet habe,  fester als meine Kartoffelgnocchi, einfach herzustellen, ziemlich robust und schmecken himmlisch nach Marroni. Danke Christina.

Zutaten
Hauptmahlzeit für zwei Personen
für die Gnocchi:
250g festkochende Kartoffeln (Amandine)
200 g Marroni, vom Marronibrater, geschält gewogen (Christina nimmt vorgegarte und kocht sie in Gemüsebrühe nach)
30 g Kartoffelstärke
2 Eigelbe
geriebene Muskatnuss
Salz, Pfeffer

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Wer findet die echten ?

für die Sauce:
100 ml Sahne Halbrahm
100 ml teilentfettete Milch
100 g mittelalter Bergkäse, fein gerieben
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette
200 g Kirschtomaten
1 Elf. Olivenöl
1 Elf. Rosmarin, sehr fein gehackt
3 Zweige Petersilie zur Deko

Unser Marronimannli 0_2010 01 09_4512
Rosario Puglisi, Marronibrater, Basel
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nur noch mischen

Zubereitung
(1) Die Kartoffeln mit der Schale im Dampfsieb gar kochen. Während der letzten paar Minuten die geschälten Marroni hinbzugeben, um sie möglichst weich zu kriegen.
(2) Kartoffeln heiss schälen und in noch warmen Zustand zusammen mit den Marroni durch die feinste Scheibe des Fleischwolfs drehen (Die Marroni wollten sich nicht flottelotteln lassen). Weil die Lotte eh schon benutzt war, hab ich die Masse aus dem Fleischwolf gleich nochmals durch die feinern Löcher der Lotte gedreht. Dann die Eigelb und die Kartoffelstärke hinzufügen und mit Salz, Pfeffer aus der Mühle sowie einer kräftigen Prise von frisch geriebenem Muskat würzen. Diese Masse mit Hilfe einer Teigkarte zu einer homogenen, nicht zu feste Masse mischen, aber nicht kneten. Je nach Feuchte der Kartoffeln und Marroni muss der Stärkeanteil leicht variiert werden. Ein perfekter Teig klebt nicht.
(3) Den Teig auf einer mit Hartweizendunst bemehlten Arbeitsfläche zu daumendicken Rollen formen und diese in 2-3cm lange Stücke schneiden. Zwischen den Händen zu einer marroniähnlichen Kugel rollen. Die Kugel über eine Gabel oder ein Gnocchibrettchen abrollen. Mit zwei Fingern ein Zipfelchen formen.
(4) Für die Sauce den Halbrahm mit der Milch erhitzen, den Käse unter Rühren zugeben und in der Sauce schmelzen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette abschmecken.
(5) Tomaten waschen, halbieren, Olivenöl in einer Pfanne moderat erhitzen, Rosmarin zugeben, 5 Minuten darin ziehen lassen, Tomatenhälften zugeben,  weitere 3 Minuten darin schwenken. Die übriggebliebenen Fotomodelle ganzer Marroni hab ich auch noch darin mitgewärmt.

Die Gnocchi in Salzwasser knapp unter dem Siedepunkt 5 Minuten gar ziehen lassen, mit einem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen, auf der Sauce anrichten und Tomätchen und Petersilie zu den Gnocchi geben.

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39 Gedanken zu “Nachgekocht: Gnocchi di Castagne, Marroni Gnocchi”

  1. Marroni-Gnocchi – sogar mit Zipfeli. Absoluti Perfektion in Reinkultur! Di attraktivi Komposition gniesst mi Bewunderig bereits am friehe Morge.

  2. Fast ein bißchen schade, dass ich schon vorher wusste, was es heute gibt. Dennoch ist es auch ohne Überraschung beeindruckend. Das Suchbild muss ich mir mal anschauen, wenn ich wacher bin, im Moment kann ich es noch nicht lösen. ;)

  3. Wir haben leider keinen Marronibrätler nebenan, müssten trockene Cheschtene nehmen, oder halt gefrorene kaufen. Heute will Frau H auch Gnocchi machen, weil noch etwas Kartoffelpüree übrig ist.

  4. Eine schöne Idee, allerdings finde ich auch die Tomatensauce nicht so wirklich passend. Dagegen könnte ich mir diese Marroni-Gnocci hervorragend z.B. als Wildbeilage vorstellen..

  5. Das sieht wunderbar aus. Wenn ich meine Bastelarbeiten zum Thema Zitrusfrüchte durch habe, dann werde ich mich hingebungsvoll den Gnocchi und den gefüllten Nudeln widmen. Und die hier sind dann sicher mit dabei.

  6. @Basler Dybli: mit dem Werkzeug eines Skulpteurs wäre es noch einfacher.

    @Rosa: heavenly=marroni sag ich ja.

    @Mestolo: nicht zu lange suchen :-)

    @Isi: ein Winter ohne Marronibrater. Wie hältst Du das durch ?

    @Elisabeth: auf meine Marroniskulpturen bin bzw. war ich stolz.

    @Bolli’s Kitchen: ich finde überhaupt nicht, dass sich Gegensätze beissen. Die Gourmetliteratur wimmelt davon. Heiss-kalt, weich-hart, Süss-sauer.

    @Eva: das braucht keine Fingerfertigkeit.

    @Erich: Frau H. will sie also machen, Du solltest auch einmal anfangen zu üben :-)

    @ArthursTochter: wer Kartoffeln sieden kann, kann auch Gnocchi machen.

    @Sammelhamster: es ist immer eine Freude, Rosario in seinem kalabresischen Deutsch sprechen zu hören.

    @Christian: zweifellos wären sie dafür ideal. Aber da wir sie als Hauptgericht essen, tut ihnen der fruchtige Anteil gut. Wegen der marroni-mehligen Textur würden sie sonst zu trocken wirken.

    @kochschlampe: Du bastelst mit Zitrusfrüchten ?

    @nina: in Basel hats über 30 davon !

  7. Wie schön, jetzt kennen wir auch Rosario, das Marronimännli! Ich muss auf vakuumierte Marroni zurückgreifen und jetzt endlich mal das vor Jahrzehnten in Italien erworbene Gnocchibrettchen einweihen.

  8. @Tina: Danke für deinen Hinweis, hab erst jetzt gemerkt, dass ich Dich vergessen hatte im feedreader zu installieren.

    @Buchfink: kürzlich wurde er auch im hiesigen Gratisblatt zu seinen Neujahrswünschen befragt, da dachte ich mir, ich will auch ein Foto von ihm :-)

    @Luxurious: Käsesauce und kurz im Olivenöl geschwenkte Tomatenhälften. Das war keine Tomatensauce. Die Tomätchen sehen halt schnell aus wie Sauce :-)

  9. Wie schade, dass der Marronibräter erst auf dem nächsten Weihnachtsmarkt wieder in der Stadt sein wird. Bis dahin muss ich mich wohl mit dem Anblick dieser Kosakenzipfel trösten ;-)

  10. Was für eine wunderbare Idee – leider sind die Maronibrater weg… ich würde das sofort nachkochen – die Gnocchi sind Dir so super gelungen – wie immer

  11. Hach… bei uns sind die Maronibräter nicht nur jetzt weg ….NEIN, es gibt sie bei uns einfach nicht :-(((
    Wie so Vieles, was wirklich lecker ist.
    Aber die Variante mit den vorgegarten könnte ich mal versuchen, die finden sich noch in meinem Vorrat.
    Deine Gnocchi sehen phantastisch aus und genau so lecker schmecken sie bestimmt auch !!!!

  12. Ich habe noch selbstgemachtes Maronipüree im Tiefkühlschrank. Ich werde diese Gnocchi ausprobieren (ohne kundsthandwerkliche Verzierungen), für mich passen sie gut zu dunklem, geschmorten Fleisch. Wenn sie fester als Kartoffelgnocchi sind, sind sie einen Versuch wert.

  13. Ein Gericht ganz nach meinem Geschmack: Inmitten der gebündelten Power von Kartoffeln und Marroni findet sich die sommerliche Frische der Tomaten, sahnig abgerundet im Abgang. Bitte mehr davon!

  14. Ich habe ungefähr 30 km bis zum nächsten Marronimannli, und dann hat er nicht mal einen festen Standplatz und ich müsste mir die Haken abrennen beim suchen nach ihm. Deswegen kaufe ich mir die kastanjer (Wort nr 11) roh beim Gemüsehändler. Allerdings habe ich sie bis jetzt immer gekocht, geschält und dann kurz in der Pfanne geröstet. Ist es besser sie stattdessen im Ofen zu backen?

  15. @bee: man sollte sich nie auf Campingplätzen kennenlernen.

    @chriesi: eher irdisch, Marroni schmecken irdisch.

    @Christina: ich habe zu danken.

    @Alissa: weg ? was tun die denn bis sie Eiskrem verkaufen ?

    @Karin: wenn ich jünger wäre würde ich in Norddeutschland ein Marronibratergeschäft auftun.

    @Eline: die Schwierigkeit ist das Mischen des zähen Marronipürees mit dem luftigen Kartoffelpüree. Auch deshalb hab ich beide zusammen durchgedreht.

    @kekstester: noch mehr Marroni ! mal sehen.

    @kulinaria: die war echt :-)

    @aftenstjerne: Danke für den Fernkurs, das geht ja flott und leicht. Ich hab noch nie gekochte gegessen. Ich bilde mir ein, das Braten auf dem Holzfeuer gibt ihnen einen herzhafteren Geschmack. Jedoch werden sie dadurch vermutlich auch etwas trockener.

  16. Es sieht absolut köstlich aus! Ich werds auf jeden Fall nachkochen.
    Endlich mal was anderes mit Marroni, ich mach sonst immer Suppe draus.
    Mangelns Marroni gibts aber auch die Vorgekochten, die sind schon ganz lecker.
    Danke für das Rezept! Gabi

  17. das wüsste ich auch gerne Robert – vielleicht sehe ich einen auf dem Flohmarkt am Sonntag da steht im Winter manchmal eine rund dann nehme ich welche mit!

  18. @speedy: In Suppe schmecken sie auch gut, hab ich schon lange nicht mehr gemacht.

    @thally: Gnocchi gehören halt zu den pasta.

    @alissa: ich drück Dir die Daumen.

    @kitchenroach: ich kann dafür nicht mit Fisch konkurrenzieren.

  19. Welch schöner Beitrag! Das Bild mit den versteckten Maroni ist echt spitze. Es liest sich alles verdammt lecker und das wir Rosario mal zu Gesicht bekommen, ist eine besondere Freude. Jetzt muß ich gleich mal bei Christina lünkern.

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