CH-2525 Le Landeron: Altstadt

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Tage ohne  Internet-Anschluss sind angeblich beschaulich und erholsam. Quatsch. Am Morgen der Abreise ging in Basel die Heizung kaputt. In unsern Fasnachts-Ferien im Jura regnete es Bindfäden, die dem Schnee rasch den Garaus machten.

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Im Häuschen war es  dank Holzfeuerung wenigstens gemütlich warm und auch bei den Katzen hatte sich die Wiedereröffnung der Küche rasch herumgesprochen.

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Um dem Dauerregen zu entfliehen, führte uns ein kleiner Ausflug in einer Stunde Fahrzeit hinunter an den Bielersee. Auch hier trübes, immerhin trockenes Wetter. Am Südufer des Bielersees liegt das malerische Kleinstädtchen Le Landeron. Erbaut auf einer sandigen Moräneninsel im ehemals sumpfigen Seeland zwischen Flussarmen der damals noch unkanalisiert mäandrierenden Zihl, dem Fluss, der Neuenburger- und Bielersee verbindet.  Der Flecken wurde von den Grafen von Neuenburg 1325 als befestigte Siedlung erbaut, um der Expansion der Bischöfe von Basel Einhalt zu gebieten. Das Städtchen wurde anstelle der bei Grenzstreitigkeiten vollständig zerstörten, nahegelegenen Vorgängerfestung Nugerol neu aufgebaut.

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Der Uhrturm (1631)
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Südtor (Portette)

Der Ort, nahe der Wasserwege auf Zihl und dem See gelegen, entfaltete sich aufgrund der guten Verkehrslage rasch zu einem prosperierenden Marktstädtchen. Im  Jahre 1449 schlossen die Bürger mit der Stadt Solothurn einen ewigen Bund. Zu jener Zeit gehörte die Grafschaft Neuenburg noch zum Einflussbereich Berns. Solothurn wie Bern suchten in jener Zeit, ihre Territorien auszudehnen. Nach der Reformation im 16. Jhdt. erreichten die Streitigkeiten ihren Höhepunkt. Die Berner versuchten, Le Landeron zu reformieren, womit sie bei den von Solothurn unterstützten Bürgern auf heftigen Widerstand stiessen. Der Städtebund mit Solothurn wurde mehrmals erneuert. Noch heute unterhält Solothurn in Le Landeron ein bedeutendes Weingut, die Domaine de Soleure, die im Besitz der Bürgergemeinde Solothurn steht.

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Ostseite

Die Absichten Solothurns, sich am Jurasüdfuss in Richtung Welschland auszudehnen, nahmen 1707 ein Ende, als die über zwei Jahrhunderte währende Regentschaft des Hauses Orléans-Longueville über Neuenburg mit dem Tod der kinderlosen Fürstin Marie de Nemours erlosch. Durch einen geschickten Schachzug Berns erkannten die Neuenburger ihr Fürstentum dem König von Preussen zu. Damit wurde das Fürstentum dem Zugriff Frankreichs entzogen. Friedrich Wilhelm III. von Preussen “überliess” das Fürstentum 1806 Napoleon I., der seinen Feldmarschall Louis Alexandre Berthier als Fürsten von Neuenburg einsetzte. Nach dem Sturz Napoleons verzichtete Berthier gegen eine lebenslängliche Rente auf das Fürstentum Neuenburg zu Gunsten Preussens, welches davon wieder Besitz nahm. 1815 anerkannte der Wiener Kongress Neuenburg als “Schweizer Kanton und preussisches Fürstentum”. Marschall Berthier konnte sich seiner Rente jedoch nicht lange erfreuen, er stürzte noch im selben Jahre aus dem Fenster der fürstbischöflichen Residenz Bamberg zu Tode.  1857 verzichtete Preussen auf seinen Anspruch auf das Fürstentum Neuenburg.

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Westseite

Die Hauptgasse ist das Zentrum des Städtchens Le Landerons. An den Enden der Gasse findet sich der um 1549 erbaute Brunnen des Tapferen (fontaine du Brave) und der Brunnen des Stadtpatrons Mauritius von 1574. Die beiden Brunnen sind durch eine breite Lindenallee verbunden, die unter der Herrschaft des Marschalls Louis-Alexandre Berthier angepflanzt wurde. Nicht von ihm, er hat sein Fürstentum nie gesehen.  Die Häuser der Altstadt stammen grösstenteils aus dem 16. und 17. Jahrhundert, mit Kern aus dem 14. Jhdt. Alles noch erhalten, ein einziges Haus fehlt, dasjenige, neben dem Südtor, der Portette. Es wurde abgerissen, weil der Tor-Durchgang zu eng war.

Das Alt-Städtchen wirkte bei unserem Besuch wie ausgestorben. Im September findet hier der grösste Antiquitätenmarkt der Schweiz statt, die Fête de la Brocante. In der Stadt haben sich einige Antiquare und Kunsthandwerker niedergelassen, die wohl in der wärmeren Jahreszeit ihren Geschäften nachgehen.

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Brunnen
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Tor im Uhrturm

Im Café Restaurant L’Escarbot, mitten im Städtchen, ist gut essen. Da der Menuteller an diesem Tag nicht nach unserm Gusto war, haben wir uns in Lüscherz  im Gasthof  zum Goldenen Sternen getröstet. Fritierte Felchen als Vorspeise und Kalbssteak mit Currysauce und Früchten. Frau L. hat sich das gewünscht. Richtig altmodischer Landgasthof, aber sehr gut und gepflegt gekocht.

Quellen: Histoire de la commune Le Landeron und wiki

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Chicoréesalat mit Vanilledressing und Birnen-Gorgonzola-Crostini

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Ein gewöhnlicher Chicoreesalat, der durch ein Vanilledressing geschmacklich einen ganz neuen Auftritt erhält. Zusammen mit den Crostini eine hübsche Vorspeise. Angerichtet im Kochkurs der Berufsfachschule Basel. Quelle: A. Wildeisen, Vanille Gewürz der Göttin, AT-Verlag, 2003.

Zutaten
für 4 Personen

2 Chicorée
2 Radicchio

für das Dressing:
50 ml Sherry
1/2 Tlf. Zucker
1/2 Vanilleschote, aufgeschnitten und Mark ausgekratzt
2-3 Elf. Rotweinessig
Salz, Pfeffer
4-6 Elf. Olivenöl

für die Crostini:
4 Scheiben Toastbrot
ca. 75 g Gorgonzola-Mascarpone
2 reife Birnen

Zubereitung
(1) Vanilleschote, -mark, Sherry und Zucker in kleinem Pfännchen aufkochen, 10 Minuten ziehen lassen, Vanilleschote herausnehmen.
(2) Rotweinessig, Olivenöl, Salz und Pfeffer verrühren, warmen Vanillejus im Faden zugeben und zu einer cremigen Sauce rühren.
(3) Birnen schälen, in flache Scheiben schneiden, ca. 15 Minuten im Dressing marinieren.
(4) Salate waschen, rüsten, in grosse Stücke schneiden, auf Salatteller anrichten, grosszügig mit dem Dressing beträufeln.
(5) Toastbrot toasten, die Scheiben mit dem Gorgonzola-Mascarpone bestreichen, Birnenscheiben drauflegen und mit dem Salat servieren.

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Einsiedler Ofeturli (Käse-Zwiebelkuchen im Kartoffelteig)

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Hier löse ich eines meiner beiden Nachkochversprechen ein. Letztes Jahr schon einmal gekocht… und auf der Festplatte vergessen. Beim zweiten Nachbacken hat mir das Foto nicht gefallen, nun also zum dritten. Ein Käse-Zwiebelkuchen in einem Teig aus geraffelten Pellkartoffeln. Keine Haute cuisine, sondern ein einfaches Bauerngericht, deftig, aber gut. Üblicherweise bäckt man das Ofentoori/-turli etwas flacher, in einem  hohen Kuchenblech. Mein Beitrag für den Kleinkuchenevent  der Hedonistin. Ähnlich aussehende Zwiebelkuchen macht man in  Hamburg. Ohne Käse, ohne Kartoffeln, dafür mit Hefeteig.

Monatlicher Blog-Event bei Low Budget Cooking: Kleine Kuchen
Zutaten
Hauptspeise mit Salat für 3-4 Personen
für den Teig:
ca. 350 g Kartoffeln
50 g frische Butter
120 g Mehl
1 schwacher Tlf. Salz

für den Belag:
180 g Käse (Greyerzer, jung)
2 kleine, ganze Eier
0.6 dl Milch
0.7 dl Rahm
1 gehäufter Tlf. Speisestärke
180 g Zwiebeln fein gehackt
15 g frische Butter
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
25 g Speckwürfeli

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Zwiebeln dünsten
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Kartoffeln, Butter, Mehl, Salz

Zubereitung
(1) Kartoffeln in der Schale in Salzwasser oder über Dampf weich garen. Erkalten lassen, schälen. An der Röstiraffel in eine Schüssel reiben.
(2) Butter kurz ins Tiefkühlfach stellen, anschliessend zu den Kartoffeln reiben, Mehl und Salz zugeben und alles zu einem festen Teig kneten, 1 cm dick ausrollen und in eine gefettete, oder mit Backpapier ausgelegte 18-er Spingform legen, Rand hochziehen.
(3) Die Zwiebeln schälen und fein hacken, in 15 g Butter ganz langsam andünsten, keine Farbe nehmen lassen.
(4) Den Käse reiben und mit den in Milch und Rahm verquirlten Eiern, der Speisestärke und den gedünsteten Zwiebeln zu einer glatten Masse verarbeiten. Mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss nach Belieben würzen.
(5) Die Masse auf den Teig geben und Speckwürfeli darüberstreuen oder diese in die Masse geben.

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backbereit
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fertig gebacken

(6) Im auf 210°C vorgeheizten Backofen (O-/U-hitze, unterste Schiene) ca. 35-40 Minuten (L: 50 Minuten). Die letzten 15 Minuten nur noch mit Unterhitze oder abgedeckt, damit der Boden gut durchbacken wird.

Dazu gabs Nüsslisalat (Feldsalat) und einen vorzüglichen Pinot noir: Graf Zeppelin 2005 vom Weingut Grillette in Crissier. Ein ausserordentlich fein nuancierter Pinot noir, wie man ihn sonst nur aus dem Burgund kennt. Graf Zeppelin heisst er, weil der Wein in den 30er Jahren auf dem  transatlantischen Liniendienst den Passagieren kredenzt wurde.

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Weitere Rezepte von Käse-, Zwiebel- und Kartoffelkuchen:

Plain in pigna, verappenzellert
Appenzeller Chäsflade
Schaffhauser Bölletünne

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Rote Bete Ricottine mit Gorgonzolasauce

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Ricotta-Kartoffel-Knödel mit roter Bete. Ein Rezept aus dem Ristorante Al Borgo in Rovereto. Aus der Nachbarschaft  des Blogs Täglich Freude am Kochen. Sehr zarte Knödel mit dem guten, erdigen Geschmack roter Randen, der so gut zu Gorgonzola passt. Gut habe ich erst einen Probeknödel gemacht. Der war nach dem Garen ziemlich flach, so dass ich den Teig mit etwas Stärke noch verfestigen konnte. Statt den Käse in einer Béchamelsauce zu schmelzen, würde ich das beim nächsten Mal direkt in Halbrahm machen.

Zutaten
ca. 300 g (2 Stück) rote Bete, gekocht
ca. 180 g Kartoffeln (2 Stück), gekocht
300 g Ricotta, abgetropft
1 Ei
1 Eigelb
3 Elf. Weissbrot ohne Rinde (L. Panko)
80 g Parmesan, frisch gerieben
40 g Kartoffelstärke (20 + 20 g)

für die Sauce:
15 g Butter
15 g Mehl
3 dl Milch
50 g Gorgonzola
Salz, Pfeffer, Muskatnuss

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Zubereitung
(1) Ricotta über Nacht in ein Küchentuch wickeln und auf ein Sieb legen, das mit saugfähigem Küchenpapier belegt ist. Das Küchenpapier mehrfach gegen trockenes Auswechseln. Die Ricotta sollte ziemlich trocken sein.
(2) Kartoffeln und rote Bete auf dem Dampfsieb garen. Die Kartoffeln schälen, ausdämpfen lassen und durch die Kartoffelpresse drücken. Eine der roten Beten mit Ei und Eigelb fein mixen. Unter die Kartoffeln mischen. Parmesan, Panko, Kartoffelstärke hinzu und alles zu einem festen Teig vermischen. Würzen mit  Salz, Pfeffer und Muskatnuss. 30 Minuten kühl stellen.
(3) Mehl in der heissen Butter anschwitzen, die Milch portionsweise hinzugeben, dabei mit dem Blitzrührer die Knollen zerschlagen. 15 Minuten leise kochen lassen. Den Gorgonzola in kleinen Stücken darin schmelzen lassen.
(4) Kleine Knödel mit Hilfe von 2 Löffeln abstechen und in heissem, nicht sprudelndem Salzwasser garen.
(5) Die Sauce auf vorgewärmte Teller verteilen, die Knödel aus dem Wasser heben, abtropfen und zusammen mit aus der zweiten roten Bete geschnittenen Streifen anrichten.

Anmerkung
Durch den Garprozess bleichen sie aussenrum etwas aus. Im Anschnitt sind sie jedoch schön rot.

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Entrecôte Marchand de Vin

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Fleischesser hätten bei diesem zarten Entrecôte vom Biometzger zugeschlagen. Wir zwei haben uns in 300 g geteilt. Dazu haben wir Brot gegessen und einen ordentlichen Wein getrunken.

Cucina rapida - schnelle Küche für Genießer. Ein Blog-Event von mankannsessen.de

Das Rezept  für das Entrecôte Weinhändlerart hat Frau L. vor zig Jahren bei Agnes Amberg abgekupfert und seither mehrfach  auf Hausmacherart vereinfacht und abgeändert.  Mit gut abgehangenem Fleisch kann man aufs marinieren verzichten, aber rechtzeitig daran zu denken, kostet nichts. Weil man es so einfach und schnell zubereiten kann, ist es ein Kandidat für Cucina Rapida. Während Frau L. sich in der Küche zu schaffen macht, prüfe ich den Wein.

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vorher
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nachher

Zutaten
1 Stück Rindsentrecôte, ein in Scheiben geschnittenens Stück Roastbeef à 300 g, reicht normalerweise für 1 Fleischesser
zum marinieren: Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, Pfeffer, 1 Rosmarinzweiglein

1 mittlere Schalotte
2 dl Rotwein
2 dl Kalbsfond konzentriert
ca. 2 Elf. gehackte Kräuter: z.B. glatte Petersilie, Thymian
1 grosse Zeste Biozitrone
Dijonsenf
1 Elf. Cognac
etwas Olivenöl
ca. 50 g kalte, frische Butter
Salz, Piment d’Espelette, Paprika

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Das Fleisch war so zart, dass es in Form gebunden werden musste

Zubereitung
(1) Das Fleisch je nach Stück 1-3 Tage im Kühlschrank bedeckt marinieren in etwas Olivenöl,  einer zerdrückten Knoblauchzehe, ein paar zerdrückten Pfefferkörnern und einem Rosmarinzweig.
(2) Ofen auf 70°C vorwärmen mit Esstellern und einem Teller zur Aufnahme des Fleisches.
(3) Stahlpfanne mittel bis hoch erhitzen, etwas frisches Olivenöl zugeben und das abgetupfte Fleisch beidseitig je eine Minute kräftig anbraten, Temperatur etwas reduzieren und das Fleisch fertig garen (bei uns etwas mehr als à point, entsprechend ca. 8 Minuten total). Gegen Ende mit einem Löffelrücken beidseitig sehr wenig Senf und etwas Paprika einmassieren und nur noch kurz weiterbraten. Salzen, Pfeffern und das Fleisch mit Alufolie bedeckt im Ofen warmhalten.
(4) Pfanne mit Küchenpapier austupfen. Die gehackte Schalotte darin kurz andünsten, dann den Bratfond mit 1 dl Rotwein ablöschen und den Wein nahezu vollständig eindampfen. Nochmals 1 dl Rotwein hinzugeben und diesen auf die Hälfte einkochen lassen. Kalbsfond, Cognac und eine grosse Zitronenzeste zugeben und ebenfalls auf mind. die Hälfte reduzieren.
(5) Mit dem Schwingbesen die kalte Butter einrühren. Die Schalotten dürfen drin verbleiben. Würzen mit Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette.

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für uns gerade richtig

(6) Fleisch aufschneiden, den ausgetretenen Saft in die Sauce arbeiten und zusammen servieren. Mit den Kräutern überstreuen.

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Weinrallye 30: Naturwein

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Der Einkauf in einem Basler Bioladen erinnerte mich an das heute laufende Weinrallye, den Tag, an dem von an Wein interessierten Weblogs über ein zuvor bestimmtes Thema geschrieben wird. Heute: Naturweine. Der event durch Matthias Metze von socialwine betreut.

Naturweine waren bisher kein Thema für mich.  Ein Winzer, der gute Weine herstellen will, der seine Weine  und Böden liebt, wird schon deshalb verantwortungsvoll mit Spritzmitteln umgehen. Und andere als gute Weine trinke ich nicht. Wieviel Natur  in den vom Bioladen angebotenen Weinen drin ist, weiss ich nicht. Das Knospen-Label muss genügen. Einige der im Laden angebotenen Weine stammten von Dieter Meier. Den kenne ich zwar kaum, weiss von ihm allenfalls, dass er in der Öffentlichkeit elegant mit Schnurrbart à ma façon, Halstuch und Zigarre auftritt und das, was Claudio von Anonyme Köche von einer Begegnung mit ihm berichtet hat. Dieter Meier, Sohn einer Bankiersfamilie, Theaterautor, Pokerspieler, Konzeptkünstler, Individual-Anarchist und Avantgardist,  gründete in den Achtzigerjahren zusammen mit dem Musiker Boris Blank die Band “Yello”. Mit neuartigen sounds feierte er als Sänger-Darsteller internationale Erfolge. Kurzum ein Mensch, der dem Teufel vom Karren gefallen zu sein scheint. Hier ist er:

Heute gilt seine Passion seiner 1995 gekauften Farm Ojo de Agua in Argentinien. Dort führt er mit unbestritten nachhaltigem Erfolg eine Bio-Zucht von Hereford-Rindern, die er vor allem in der Schweiz erfolgreich vermarktet.  Ich habe auch schon welches gebraten. Und, da die Ranch im Mendozagebiet liegt, produziert er seit 2003 auch Wein, der hierzulande ebenso erfolgreich Absatz findet.  Seit 2006 ist das Weingut für Bioweine zertifiziert. Dafür engagierte er als flying winemaker den jungen Louis Mitjavile, winemaker des Clos Dubreuil und Sohn der Weinlegende François Mitjaville (Chateaux Tertre-Rôteboeuf und Roc de Cambes.)
Dieter Meier baut hauptsächlich Malbec (60 Prozent) sowie Cabernet Sauvignon und Merlot an. Seine Weine sind für ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis bekannt. In der nzz erschien unlängst ein Artikel, in welchem er schildert, wie er auf den Wein gekommen ist.

Mein Wein:
Ojo de Agua 2007, Cuvee spéciale,
Malbec, Merlot, Cabernet Sauvignon

Eine Stunde dekantiert. Jugendliches Violett-Purpur. In der Nase fruchtig, rote Beeren, Pfeffer, Gewürze und Vanille vom Holz. Im Antrunk eine überraschende Fülligkeit bei gleichzeitig weicher Tannintextur, Kirschen und Pflaumen im Aroma. Bei rund Fr. 20.- ein preisgünstiger, sehr guter Wein. Den hohen Alkoholgehalt merkt man erst beim Lesen der Rückseite der Flasche.

Farsu magru, Sizilianischer Rollbraten

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Farsu magru, auch Falsu magru: ein gefüllter, sizilianischer Rollbraten. Eine große, mit hartgekochten Eiern, Käse, Speck, Salsicce und Schinken reich gefüllte, würzige Rolle, die mehrere Esser satt und glücklich macht. Die sizilianische Küche ist vermutlich die älteste Italiens, jedenfalls eine Küche mit vielen ausgezeichneten Spezialitäten. In der Basler Kochschule zubereitet nach einem Rezept im Buch Die echte italienische Küche, Reinhardt Hess, Sabine Mälzer, GU-Verlag. Das Buch ist erstmals 1991 erschienen, erhielt irgendwann mal die Silbermedaille der Gastronomischen Akademie Deutschlands. Es bietet einen Querschnitt an Impressionen und Rezepten durch alle Regionen Italiens. Kein schlechtes Einsteigerbuch.

DKduW
Zutaten
Hauptgericht für 8 Personen
für die Füllung:
200 g Rinderhackfleisch
ca. 200 g frische, rohe Salsicce piccante mit Fenchel (notfalls Schweins- oder Kalbsbrät), ausgedrückt
2 Eier
50 g Semmelbrösel
3 Elf. Reibkäse (Caciocavallo, Provolone, Pecorino)
2 Knoblauchzehen gehackt
Oregano, Thymian, Rosmarin, Salbei nach Belieben
Salz, schwarzer Pfeffer

für das Einrollen:
1 grosse Scheibe Rindfleisch, ca. 600 g,  3 cm dick im Schmetterlingsschnitt aufgeschnitten oder ca. 4 dünne, grosse Rindsplätzli für Rindsrouladen. Das Fleisch soll flachgeklopft und überlappend aneinandergelegt eine Fläche von etwa 30×40 cm belegen.
150 g Pancetta in dünnen Scheiben
2 hartgekochte Eier, geschält, in Scheiben
100 g Provolone in dünnen Scheiben
100 g Rohschinken, dünne Scheiben
Salz, schwarzer Pfeffer

für die Sauce:
2 Zwiebeln, grob gehackt
Kräuterzweige (Lorbeer, Rosmarin)
250 ml Rotwein
1 grosse Dose (800 g) Pomodori pelati
Salz, Pfeffer

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Füllen
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Rollen

Zubereitung
(1) Rinderhack, Schweinsbrät, Semmelbrösel, Käse und Eier gut mischen und würzen mit dem Knoblauch, den Kräutern, Salz und Pfeffer.
(2) Die Fleischscheibe(n) vorsichtig zwischen Plastikfolie flachklopfen. Dann auf der Arbeitsplatte auf eine Plastikfolie flach, allenfalls leicht überlappend auslegen, die Hackfleischmasse darauf verteilen, glattstreichen. Ringsum einen Rand von 2 cm frei lassen. (Beim Schweizer Fleischschnitt sind Rindsplätzli nicht so gross, wir haben mehrere überlappend nebeneinander gelegt und erst mit der Pancetta belegt, damit die Masse nicht rausdrückt).
(3) Käsescheiben, Pancetta, Rohschinken und die Eierscheiben gleichmässig auf der Hackfleischschicht verteilen.
(4) Wie eine Roulade satt aufrollen und mit Küchengarn zusammenbinden. Aussen mit Salz und Pfeffer würzen.

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Anbraten
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Schmoren

(5) Die Roulade im grossen Bräter in Olivenöl rundum anbraten, herausnehmen. Die gehackten Zwiebeln im Bratfett glasig dünsten, Kräuterzweige dazugeben, ablöschen mit 250 ml Rotwein, eine Dose gehackte Tomaten dazugeben, Sauce abschmecken, Braten hineinlegen und mit geschlossenem Deckel im auf 160°C vorgeheizten Ofen (Umluft, untere Ofenhälfte während ca. 2 Stunden schmoren lassen. Braten einmal wenden.

Wir haben dazu Scherenschnittgnocchi serviert.

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Pastinakensuppe, Velouté de Panais au Safran

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Die dezente Würzung mit Safran passt sehr gut zum aromatischen Geschmack der Pastinake. Damit noch etwas aufs Bild kommt, habe ich ein paar braun geröstete Focacciascheiben mit wenig Roquefortkäse bestrichen. Das gibt der Suppe, die genauso langweilig aussieht, wie Crèmesuppen halt auszusehen pflegen, einen besonderen geschmacklichen und visuellen touch.  Etwas anderes ist mir auf die Schnelle zu Pastinaken nicht eingefallen, ich bin gespannt, was ausser Püree, Suppe oder Tartes noch für andere Ideen beim Pastinaken-Event des Gartenblogs zusammenkommen. Pastinakensuppe gibts im Netz  u.a. mit Kokos, Maronen, Kürbis, Haselnüssen, langem Pfeffer und Ingwer. Und in Frankreich mit Safran, da hab ich die Inspiration her.

Garten-Koch-Event Februar 2010: Pastinake [28. Februar 2010]

Zutaten
450 g Pastinaken
50 g Schalotte, gehackt
30 g frische Butter
ca. 8-9 dl Gemüsebrühe (oder Hühnerbrühe, wer hat)
1 dl Halbrahm (25% Fett)
Salz, Piment d’Espelette
60 mg Safran Pulver 1/2 Sachet
eine Prise Safranfäden
dünne, geröstete Brotscheiben
etwas Roquefort oder Gorgonzola

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Zubereitung
(1) Schalotten hacken, Pastinaken schälen und in Würfel schneiden. In einem grossen Topf die Butter schmelzen, die Schalotten darin andünsten, Pastinaken zugeben und 3-5 Minuten mitdünsten. Mit Gemüsebrühe ablöschen. Ca. 30 Minuten auf kleinem Feuer köcherln, dann das Safranpulver zugeben.
(2) Alles zusammen im Mixer sehr fein mixen, anschliessend durch ein Sieb streichen, eine velouté muss samtartig sein. Den Rahm zugeben, mit Piment d’Espelette würzen, nochmals warm machen und mit dem Stabmixer aufschäumen.
(3) Servieren mit gerösteten Brotscheiben und Blaukäse sowie ein paar Safranfäden.
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CH-6130 Willisau: Stedtli

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Wenn in dem Luzerner Landstädtchen Willisau Grossmutters Unterwäsche vor den Fenstern hängt, weiss der Besucher, dass hier die Narren los sind. Letzten Samstag sind wir (endlich) wieder mal zu einer ordentlichen Ausreise aufgebrochen.

Seit dem 11. Jhdt. gehörte die Willisauer Gegend zur Grafschaft im Aar-Gau. Der letzte Aar-Graf schenkte seinen Besitz an den befreundeten Kaiser Friedrich I. Barbarossa. Dieser überliess den Grafen von Habsburg das lenzburgische Eigengut im Süden des Aar-Gaus und damit auch Willisau.
Anfang des 14. Jhdts. verpfändeten die verschuldeten Habsburger ihren gesamten Willisauer Besitz an die Herren von Hasenburg (Burg in Asuel im Kanton Jura). Um ihren Besitz zu befestigen, gründeten die Herren von Hasenburg 1302/03 anstelle des bestehenden Pfarrdorfes das Städtchen Willisau. 30 Jahre später erhielt Willisau das Stadtrecht.

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Der Willisauer Zweig der Hasenburger starb Mitte des 14. Jhdts. im Mannesstamm aus. Stadt und Herrschaft Willisau wurden 1407 an den Stadtstaat Luzern verkauft. 400 Jahre lang regierten fortan patrizische Landvögte aus Luzern. 1690-95 baute Luzern ein stattliches Landvogteischloss als Residenz.

Das Rathaus wurde 1704, nach dem letzten von insgesamt 4 Stadtbränden als Kaufhaus mit Schaal (Metzgerei), Korn- und Tuchlaube erbaut. Das Schlachthaus wurde bis 1956 benutzt.

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mit blitzsauberer Köchin
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Rathaus "dekoriert"

Willisau war und blieb trotz des mittelalterlichen Stadtrechtes eine Kleinstadt (von heute etwas mehr als 7000 EW).

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Blick vom Obertor zum Untertor
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"dekoriert"

Vier grosse Feuersbrunsten zerstörten das Städtchen. 1375 liess Leopold III., Herzog von Österreich, Steiermark und Kärnten als Landesherr das Städtchen anzünden, damit die eingefallenen Guglerscharen keine Bleibe vorfinden. Die Gugler waren etwa 22’000 “arbeitslose” französische und englische Söldner im Dienste von Enguerrand VII. de Coucy, einem Enkel von Leopold I., der seinen (an sich legalen) Erbanspruch auf den Aargau gewaltsam gegen Albrecht III. und Leopold III. durchsetzen wollte. Die Guglerheere wurden aber aus allen Teilen des Mittellandes vertrieben.

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Nach der Niederlage von Sempach gegen die Truppen der Eidgenossen (Uri, Schwyz, Unterwalden und Luzern) liess Leopold III. das Städtchen erneut anzünden. Weitere Stadtbrände fanden 1472 und 1704 statt. An der Müligass findet sich noch ein altes Holzhaus in der damals üblichen Ständer-Bohlen-Kontruktion sowie die alte Stadtmühle, deren Fundamente auf die Zeit der Stadtgründung zurückgehen.

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Blick in die Mühligass
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vom Feuer verschont

Der habsburgische Doppeladler hat längst abgedankt. Zuspruch finden weiterhin die Willisauerringli, eine in der ganzen Schweiz ausserordentlich beliebte, süsse Spezialität, die gemäss Gerichtsbeschluss nur in Willisau hergestellt werden darf. Ringförmige bräunliche Guetzli aus Zucker, Mehl, Honig und Gewürzen. Charakteristisch für das Willisauer Ringli sind der harte Teig sowie der typische Zitronen-Honig-Geschmack. 7 Pfund Zucker, 7 kleinere Tassen Wasser, Rinde von zwei Zitronen und einer Orange und etwa 5,5 bis 6 Pfund Mehl, so lauten gemäss Urrezept die Rohstoffe für das Willisauer Ringli. Hinzu kommen Gewürze und ein wenig Honig. Der hohe Zuckeranteil ist dafür verantwortlich, dass die Ringli steinhart sind. Man bricht sie mit dem Ellbogen und lutscht sie dann weich. Falls die Ringli härter sind als der Ellbogen muss letzterer 4 Wochen in Gips gelegt werden.

Erfunden wurden die Willisauerli von Martha Peyer, Köchin auf Schloss Heidegg, die das Rezept  um die1850 in die Ehe eines Bäckermeisters in Willisau einbrachte. In der Bäckerei Amrein werden heute noch die echtesten der echten hergestellt. Hier lässt sich auch der fällige Kaffee in angenehmer Umgebung trinken.

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Habsburger Doppeladler
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Stammhaus der Willisauerli

Zorra war übrigens letztes Jahr auch hier.

Quelle: wiki und eine Publikation der Einwohnergemeinde Willisau “eine runde Sache”.

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