CH-4310 Rheinfelden: zu Rheinfeld an des Kaisers Pfalz

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Marktgasse, Rathaus, Rathausturm

Ende des 10. Jahrhunderts errichtete eine Adelsfamilie (die späteren Grafen von Rheinfelden) auf einer Rheininsel eine Burg. Das Gebiet, etwa 25 km oberhalb Basels,  gehörte damals zur Grafschaft Burgund. Am angrenzenden Ufer entstand eine Siedlung. Der Besitz ging später an die Zähringer über. Der in der Zwischenzeit entstandenen Marktsiedlung wurde das Stadtrecht zuerkannt. Rheinfelden stellt somit die älteste Zähringerstadt auf Schweizer Boden dar. Um 1150 wurde hier die erste Rheinbrücke zwischen Konstanz und Strassburg erbaut. 1225 erhielt Rheinfelden den Status einer Freien Reichsstadt.

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Eckhaus Futtergasse
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Bannerträger, angeblich Albrecht VI.

1330 ging Rheinfelden durch Verpfändung in habsburgischen Besitz über und wurde neben Säckingen, Waldshut und Laufenburg zu einer der vier Waldstädte im südlichen Breisgau, einem Teil von Vorderösterreich. 1445, als die Habsburger in den Alten Zürichkrieg verwickelt waren, zerstörten Aufständische die Burg auf der Rheininsel, worauf sich die Stadt mit Basel verbündete. Nach mehrmonatiger Belagerung musste sich Rheinfelden 1449 wieder der österreichischen Herrschaft unterwerfen. Nach dem Waldshuterkrieg von 1468 verpfändeten die Habsburger  aus Geldmangel das gesamte Fricktal an Burgund. Nach der militärischen Niederlage der Burgunder im Krieg gegen die Eidgenossen fiel Rheinfelden 1477 wieder an die Österreicher zurück.

Rheinfelden entstand nicht an einer Grenze, sondern als Zentrum eines Wirtschaftsraumes. Die historische Altstadt liegt halbkreisförmig am Ufer des Rheins zwischen der kleinen Rheininsel und einem Bächlein im Osten. Die Alte Rheinbrücke verwendet die Insel als natürlichen Brückenkopf und besteht aus zwei Teilen, die den Fluss in abgewinkelter Linie überqueren. Von Rheinfelden aus ist der Rhein bis zur Nordsee schiffbar. Die Hauptachse der Altstadt ist die von der Brücke zum Storchennestturm verlaufende Marktgasse. Die Stadtmauer ist nur noch im Osten und Süden mitsamt Türmen und Wehrgängen erhalten. Der Kupferturm, heute Storchennestturm, bildet das östliche Stadttor mit zwei Durchgängen.

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Storchennestturm
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Osttor im Storchennestturm

An der Nordseite der Marktgasse steht das Rathaus, das nach einem Brand im Jahr 1531 neu gebaut wurde. Der Rathausturm war vermutlich Teil der ersten Stadtbefestigung. Der Saal ist mit Porträts zahlreicher österreichischer Herrscher geschmückt.

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Rathaus, 1531
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Goldener Adler, Barockgasthof, 1726

Im 17.  und 18. Jahrhundert litt das Städtchen mehrfach unter den kriegerischen Zeitläuften. Nacheinander wurde es von Bauernaufständen, Schweden, Franzosen, kaiserlich-bayrischen und protestantischen Truppen heimgesucht, geplündert und verwüstet.

1797 wurde das Fricktal nach dem Frieden von Campo Formio ein französisches Protektorat. Anfang 1802 wurde Rheinfelden Distriktshauptort im neu geschaffenen Kanton Fricktal, der sich im August der Helvetischen Republik anschloss. Seit 1803 ist Rheinfelden Hauptort des gleichnamigen Bezirks im Kanton Aargau, verlor aber seine rechtsrheinischen Gebiete endgültig an das Grossherzogtum Baden.

Mit der Entdeckung reicher, unterirdischer Salzvorkommen im Jahr 1844 begann der wirtschaftliche Aufschwung.   Rheinfelden entwickelte sich in der Folge zu einem bekannten Sol-Badekurort. Die Eröffnung  der Eisenbahnlinie Basel-Brugg 1875 brachte die Ansiedlung weiterer Industrien mit sich, u.a. der beiden Industriebrauereien Salmenbräu und das noch heute bestehende Feldschlösschen… beide heute in Dänischem Besitz.  Die ehemals so stolzen Brauereigaststätten sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. Kleider, Hudeln und Pizzerien.

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Brauereigaststätte Feldschlösschen
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Brauereigaststätte Salmen
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Hier ist die Zeit stehen geblieben
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Blick auf die Stadt von der Rheininsel
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Blick in eine der vielen Gassen
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Kapelle der Johanniterkommende

es gäbe in Rheinfelden noch so viel zu zeigen. Nicht nur, aber überall und immer wieder der Doppeladler:

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Tu felix Austria

Quellen: wiki

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13 Gedanken zu “CH-4310 Rheinfelden: zu Rheinfeld an des Kaisers Pfalz”

  1. Eine heraldische Anekdote erzählt man sich von der Stadt. Über das golden und rot gestreifte Wappen herrschte Streit, welche Farbe nun oben sei; nachdem man aus pragmatischer Erwägung das Stadt- dem Bezirkswappen angeglichen hatte (Rot oben), widerrief der Stadtrat 1985 seine Entscheidung. Nun sind die Sterne, die die Tugenden der Stadt versinnbildlichen, zusammengestaucht – symbolisiert doch der mittlere der drei unteren ohnehin schon die Todesverachtung der Aargauer…

  2. Oh, wo sind die Schokoeier!? Ich dachte, bei dir würde ich welche finden!? :lol: Aber ich freue mich auch über die schönen geschichtlichen Informationen! :-)
    Fröhliche Ostern, lieber Robert!
    Herzlichst Elisabeth

  3. Wie immer eine wunderschöne Reiseimpression, die große Lust macht, die Stiefel zu schnüren.

    Seit ich begonnen habe, unsere Ausflüge in Wort und Bild zu fassen, kann ich erst nachvollziehen, wieviel Arbeit hinter deinen Einträgen steckt. Ganz lieben Dank für all die schönen Berichte (nicht nur zum Reisen, versteht sich) und ein wunderschönes Osterfest mit Pasta und aufrechten Öhrchen.

  4. Eimol meh e interessante Bricht mit tolle Photeli (und das erscht no fascht vor dr Diire). P.S. Du hesch sooo rächt mit dene Brauereie.

    Irgendwenn bikunsch du emol s’ goldige Edelwiss vo Schwiiz-Tourismus. ;-)

  5. @Nathalie: das Wasser im Solbad war mir dort auch immer warm genug :-)

    @bee: bei der wundersamen Vermehrung der Tugenden im Laufe der Jahrhunderte ist es kein Wunder, dass die Biederkeit den Platz auf dem obersten Balken für sich beansprucht.

    @Elisabeth: Du suchst nach Schoko-eiern ? Wir haben uns der Linie zuliebe dieses Jahr keine gegönnt.

    @Jutta: Das merkst Du bestimmt selbst auch, wenn man die Fotos zuhause auswertet und beschreibt, bleibt viel mehr vom Auflug hängen. Teig und Füllung warten, ich bin nach dem Mittagessen immer so faul.

    @Basler Dybli: wenn ich das goldene Edelweiss nicht bald erhalte, werde ich künftig nur noch über das Ausland berichten :-)

    1. E gueti Idee! :-)

      I gang scho mol vorus in “Panko-Kontinänt” go photele und mäld mi denn in drey Wuche wider. Däm seit me Zämmenarbet. E guety Zyt!

  6. Wieder so ein schnuckeliges Örtchen mit reich verzierten Häusern. Danke fürs Mitnehmen, Informieren und Zeigen und noch einen schönen Osterabend.

  7. @Rosa: Die Stadt hat sich in den letzten Jahren herausgeputzt.

    @April: Danke, es hat noch mehr davon :-)

    @Elisabeth: das sagen alle Frauen…und lassens dann doch bleiben

    @the rufus: der Doppeladler fliegt wieder im Aufwind

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