CH-8640 Rapperswil: Rosenstadt

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Die Rapperswiler (1220–1352), ein begütertes, Ostschweizer Adelsgeschlecht, erbauten die Burg zwischen 1220 und 1230 auf einer in den östlichen Zürichsee ragenden Halbinsel. Der markante Nagelfluhsporn des langgezogenen Schlosshügels bildete den idealen Platz für eine Burg und die anliegende Stadt. Zumal sich hier die engste Stelle des Zürichsees befindet, ein Nadelöhr des Warenverkehrs zwischen den beiden Seeufern, auf der Wasserstrasse Zürich-Walensee sowie eine wichtige Etappe des Pilgerverkehrs (Schwabenweg, Jakobsweg) zum Kloster Einsiedeln.

Zwischen 1225 und 1233 gelang dem Adelshaus mit Rudolf III. als Anhänger der Staufer der Aufstieg in den Grafenstand. Damit wurde ein Teil ihrer Besitzungen aus der Landgrafschaft Zürichgau losgetrennt und bildete zusammen mit Lehen des Klosters Einsiedeln eine eigene Grafschaft.

Wenige Jahrzehnte darauf starb das Geschlecht der Rapperswiler im Mannesstamm aus; über Elisabeth, die Schwester des letzten Grafen, gelangten Stadt und Burg zuerst an die Familien Habsburg-Laufenburg, später zog König Rudolf I. von Habsburg 1283 die Reichslehen der Rapperswiler an sich und sicherte sich damit die Kontrolle über die strategisch wichtigen Bündner Pässe.

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Kapuzinerkloster mit Uferfortifikationen (17. Jhdt)

1350 wurden Schloss und Stadt Rapperswil von den Zürchern, in Folge einer 14 Jahre dauernden Fehde zwischen der Stadt Zürich mit den Grafen Johann I. und II. von Rapperswil (1336–50) zerstört und gebrandschatzt. Bereits zuvor wurde Graf Johann II. von den Zürchern gefangen genommen. Als Minnesänger dichtete er in Gefangenschaft ein Minnelied, das Goethe zur Ballade Das Blümlein Wunderschön: Lied des gefangenen Grafen inspiriert hat.

Das Schloss auf dem felsigen Sporn ist von drei Seiten von Wasser umgeben und war deshalb während Jahrhunderten militärisch sehr gut geschützt. Weithin mit seinen hohen Türmen sichtbar, dominiert es das Stadtbild der darunter liegenden Altstadt. Es bildet ein fast gleichseitiges Dreieck, wobei jede Ecke mit einem Turm verstärkt ist.

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Schloss Rapperswil
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Stadtpfarrkirche neben dem Schloss

Graf Johann II. von Rapperswil konnte die hohen Kosten für den Wiederaufbau der zerstörten Stadt und der Festungen nicht aufbringen und verkaufte zwischen 1354 und 1358 seinen Besitz an Herzog Albrecht von Österreich. Fortan hatten österreichische Vögte ihren Amtssitz im Schloss.

Herzog Albrecht II. von Habsburg-Österreich liess als neuer Besitzer Schloss und Stadt vermutlich bereits ab 1352 zu einem Stützpunkt gegen die expandierende Eidgenossenschaft ausbauen. Im Jahr 1358 initiierte Rudolf der Geistreiche von Habsburg-Österreich (welcher heutige Politiker dürfte sich dieses Attribut anheften ?) den Bau einer Holzbrücke über den See auf die andere Seeseite. Die Brücke ermöglichte eine direkte Verbindung zu den österreichischen Vorlanden, zu den habsburgischen Besitzungen in der Ostschweiz, in Süddeutschland und zum Gotthardpass, unter Umgehung der seit 1351 eidgenössischen Stadt Zürich.

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Blick auf Altstadt und auf Holz- und Autobrücke über den See

Rapperswil erfreute sich unter den Habsburgern grosser Autonomie, erhielt von Herzog Albrecht das Marktrecht und andere Privilegien. Die Stadt blieb deshalb den Habsburgern lange loyal verbunden. Nach der Ächtung von Herzog Friedrich IV. im Jahr 1415, befahl Kaiser Sigismund den Rapperswilern, sich von Friedrich abzuwenden. Für die erwiesene Treue verlieh er die Reichsunmittelbarkeit und die direkte Herrschaft über drei umliegende Hofgemeinden. Damit begründete er die Territorialherrschaft der Stadt Rapperswil.

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Österreich und Stadtwappen
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Haus Curti am See

Während des Alten Zürichkriegs kehrte Rapperswil 1442 unter die Herrschaft des Hauses Habsburg-Österreich zurück, ging aber gleichzeitig ein Bündnis mit Zürich ein.
Mit dem formalen Ende des Alten Zürichkriegs 1450 blieb Rapperswil hoch verschuldet und hoffte vergeblich auf finanzielle Unterstützung von Seiten Habsburg-Österreichs. Daher sahen einige Stadtbürger unter Führung des Stadtschreibers ihre Zukunft fortan unter eidgenössischem Schirm und zettelten im Spätsommer 1456 einen Aufstand an. 1464, kurz nach dem Tod Herzog Albrechts VI. von Österreich, verband sich Rapperswil mit einem Schirmvertrag mit Uri, Schwyz, Unterwalden und Glarus, der formal bis 1798 bestand. Damit wurde Rapperswil zu einem Protektorat der Eidgenossenschaft.

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von unten
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von oben

Die Reformation brachte Rapperswil kurze Zeit den neuen Glauben, sie kehrte unter dem Druck der katholischen Kantone 1532 aber wieder zum alten Glauben zurück. Fortan bildete Rapperswil ein katholisches Bollwerk, musste aber durch die Schirmherrschaft der katholischen Kantone weiterhin die Beschneidung seiner Rechte in Kauf nehmen.

Der nächste schweizerische Religionskrieg, der Erste Villmergerkrieg von 1656, endete mit einem Sieg der Katholiken und festigte die Hegemonie der katholischen Orte in der Schweiz.

Der zweite Villmergerkrieg von 1712 ging für die Katholiken verloren. die reformierten Kantone sicherten sich die Vorherrschaft in den Gemeinen Herrschaften. Die reformierten Orte Bern, Glarus und Zürich übernahmen 1712 bis 1798 anstelle der katholischen Orte die Schirmherrschaft über Rapperswil.

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Laube an der Hintergasse
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Baron de Ley kurvt um seine Behausung

1798 brachte die französische Revolution auch hier den Zusammenbruch der alten Ordnung: Das reiche Rapperswil verlor die ehemaligen Untertanengebiete, diese wurden frei und selbständig. Napoleon verfügte die Neueinteilung der eidgenössischen Kantone: im neuen Kanton Linth war Rapperswil für kurze Zeit Kantonshauptstadt. Doch hatte diese erzwungene Einteilung keinen Bestand: Bereits fünf Jahre später erfolgte eine Neuaufteilung, Rapperswil und Jona wurden dem neugegründeten Kanton St. Gallen zugeteilt.

Rosenstadt ? Davon ein andermal, wenn sie blühen. Ich verstehe nicht, warum ich hier früher nie angehalten habe.

Quellen: wiki und vvrj

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22 Gedanken zu “CH-8640 Rapperswil: Rosenstadt”

  1. E interessante Bricht mit tolle Helge, danggscheen. I ha letschte Herbscht brueflig mi Zält während fascht ere Wuche in Rapperswil ufgschlage und das Städtli bewunderet. Es isch wirgglig meh als ei Bsuech wärt!

  2. Da wollte ich schon immer mal hin. Mir war aber nicht bewusst, wie schön es dort ist. Baron de Ley weist erstaunliche Ähnlichkeit mit meinem Kater auf. Aber der sitzt hier neben mir und hat offenbar doch keinen Ausflug nach Rapperswil gemacht ;o)

  3. Vi elen Dank für die schöne Geschichte von Rudolf dem Geistreichen & Co. Und wieder ein zauberhaftes Städtchen. Aber zu essen gabs gar nichts heute.

  4. Auf die Rosen in der Rosenstadt bin ich auch gespannt, lieber Robert! Ja, bitte, bring auch Fotos von da, wenn sie blühen, die Rosen!
    Rudolf der Geistreiche… spitze :lol: noch nie gehört… obwohl ich geschichtlich bewandert bin… Ich lerne nicht aus :-)
    Fröhliche Sonntagsgrüße zu dir, Elisabeth

  5. @Basler Dybli: willkommen zurück aus dem fernen Osten ! Das war mein erster Besuch, warst Du auch im Lokal Paragraph 11 ?

    @ultraistgut: sehr viel Geschichte, ich hatte alle Mühe, den Stoff zusammenzufassen.

    @SchnickSchnackSchnuck: Ich hinke mit meinen Berichten meist ca. 3 Wochen hinterher. In Übergangszeiten im Frühjahr und im Herbst wird das augenfällig.

    @nata: schon wegen dem Baron will ich nochmals nach Rapperswil.

    @Buchfink: Gegessen haben wir in dem Lokal, wo ich die süssen Zitronenravioli entdeckt hatte.

    @Jutta Lorbeerkrone: und wir damit :-) Willkommen bei den Sonntagslesern ! Ich hätte gar nichts dagegen, wenn Du uns mit aktuellen Bildern aus Rom versorgen wolltest ;-)

    @Elisabeth: hoffentlich verpasse ich die Blüte nicht. Bei den Habsburgern gab es viele Rodolfos ;-)

    @Rosa: bin selber überrascht, wie schön es hier ist.

    1. Nei, i has nur vo usse (in dr Altstadt) geseh. Uff die Horde Lüt z’schliesse, muess es guet si. I bi bald wiider emol in Rappi (bim Grienefälder).

      1. Zuesätzlig häärzlig Danggscheen fir dr Willkommensgruess.
        P.S. Mi Panko-, Gogi-Tempura, etc.-Vorrot isch wiider “à jour” ;-)

  6. Mit der Verbindung zu Goethe kann ich mir den Ort und ansatzweise dessen Geschichte merken. Werde auf jeden Fall dort mal einen kurzen Stopp machen.

  7. @kulinaria: beruhigend, dass die Stadt immer noch steht.

    @the rufus: die Noten müsste ich eigentlich noch haben.

    @Christine: das lohnt sich, man ist ja gleich wieder auf der Autobahn.

  8. Rapperswil-> Wunderschöne Stadt!
    Schon komisch, dass wir uns nicht auf den Weg gelaufen sind. In diesen Tagen waren wir auch sehr oft da. Vielleicht nächstes Mal, wenn ihr für die Rosen noch einmal vorbei kommt. ;)

  9. Danke für den informativen Bericht über Rapperswil! Als Einheimische weiss man oft viel weniger über die Geschichte als die Touristen. ;o) Ich wollte schon immer mal an einer Stadtführung teilnehmen. Diese führt nämlich auch an der Gasse vorbei, in der ich wohne und der Herr Stadtführer bleibt dann immer vor meinem Küchenfenster stehen und erzählt die Geschichte vom “am Seil abelah” und warum die Schweizer am Estrich Winde sagen…

    Als kulinarischer Tipp kann ich den Gasthof Sternen in der Herrengasse empfehlen. Ein kleines feines und rustikales Lokal. Eine junge Köchin und Gastgeberin, die vor Begeisterung für das Kochen nur so strahlt, die saisonal und total nach Lust und Laune kocht, verwöhnt auf überraschende Weise!

    Übrigens: die Rosen blühen jetzt…

    Sonnige Grüsse aus der Rosenstadt
    tris

    1. tris: Danke für deine Hinweise auf die Gaststätte und Rosen. An Stadtführungen wird Geschichte anders und verdaulicher aufbereitet. Wenn es in der Altstadt irgendwo nach frisch hergestellter Seife riecht, wissen wir, woher das kommt :-)

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