Gewürzgurken Sachsen-Coburg+Lamiacucina

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Aus dem Rezeptbuch von Frau Curtius, von der wir unsere Weihnachtsplätzchen geerbt haben. Früher hat Frau L. noch jedes Jahr grosse Mengen Gurken eingemacht. Irgendwann sind wir alters- und bequemlichkeitshalber auf Konservenware umgestiegen. Das Auffinden der gurkigen Meloncelle war die Gelegenheit, wieder einmal zwei Glas davon einzumachen.

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Zutaten
für zwei 1 L Konservengläser
2 kg reife, aber feste Gartengurken, macht nichts, wenn sie z.T. schon gelbe Stellen aufweisen. Erstmals verwenden wir anstelle von Gartengurken apulische Meloncelle.
750 ml Apfelessig
500 ml Wasser
1 Elf. Zucker

30 g Kochsalz (Nachtrag: 17.07.2010)
100 g Schalotten (10 Stück)
50 g Senfkörner
5 g weisse Pfefferkörner
2 Nelken
6 frische Lorbeerblätter
40 g Meerrettich in 3 mm-Scheiben, wird später zugefügt, sobald er auf dem Markt frisch zu haben ist
1 kleine Hand französischen Estragon, kein deutsch-russischer
1 kleine Hand Dill (Originaltext Curtius)

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Zubereitung
(1) Gurken schälen, ein paar grüne Streifen dürfen bleiben, längs halbieren, entkernen, in Stücke schneiden und lagenweise in eine Schüssel legen und mit Salz bestreuen. 1 Tag zugedeckt an einem kühlen Ort stehen lassen.
(2) Essig mit dem Wasser und Zucker aufkochen, erkalten lassen.
(3) Die Gurken mit Küchentüchern sorgfältig abtrocknen (ohne sie abzuspülen), lagenweise mit den Gewürzen, Schalotten und Kräutern in die zwei Konservengläser schichten und mit dem abgekühlten Essigwasser übergiessen. Verschliessen und 1 Tag kühl stellen. Nicht benötigtes Essigwasser wird an den nächsten Tagen zum Ergänzen benötigt.
(4) Gläser öffnen, Wölbung eines Siebes gegen die Öffnung halten und den Essig vollständig abgiessen und auffangen. Danach aufkochen, Trubstoffe absieben, erkalten lassen und wiederum in die Gläser zurückgiessen. Verschliessen und 1 Tag kühl stellen.
(5) gleiches Prozedere wie unter 4 ein drittes Mal wiederholen. Nun den Essig nach dem aufkochen und sieben auf 60°C erkalten lassen, pro Liter Flüssigkeit 800 mg Sorbinsäure zufügen, erkalten lassen und wieder in die Gläser zurückgiessen.
Gläser verschliessen und mind. 6 Wochen im Keller stehen lassen.

Anmerkung
Das Originalrezept sah kein Konservierungsmittel vor, wir hatten auch nie Probleme mit der Haltbarkeit. Aus Sicherheitsgründen, weil wir die Ein-Litergläser viele Male öffnen und verschliessen, haben wir angefangen, Sorbinsäure, ein harmloses Konservierungsmittel, zuzugeben. Die Vorstufe der Sorbinsäure, die Parasorbinsäure, ist in der Natur in Vogelbeeren enthalten. Trotz Konservierungsmittel muss sehr sauber gearbeitet werden.

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28 Gedanken zu “Gewürzgurken Sachsen-Coburg+Lamiacucina”

  1. So ein ähnliches Rezept kenne ich von meiner Großmutter. So hat sie Senfgurken eingemacht. Wie kommst Du auf den Namen des Rezepts?

  2. Die Bilder sehen wundervoll aus, und ich schätze deinen Einfallsreichtum, wie du Rezepte bereicherst! :-) Ich habe keine Gurken im Garten, da muss ich noch warten… ;-)

  3. Okay, sie sehen sehr schön aus! Und schmecken werden sie sicher fantastisch. Aber im Moment habe ich ein Problem mit eingelegten Gurken…. :)

  4. Gurkeneinmachen erinnert mich sehr an meine Großmutter. Nur Merettich im Einmachglas ist mir neu. Eine schweizer Spezialität?

  5. Gurkeneinmachen kenne ich auch. Hunderte von Cornichons mussten wir als Kinder früher bürsten! Das war GESTERN! Heute mache ich noch gerne süß-saure Gurken ein, dafür müssen die Gurken aber wirklich an der Pflanze gelb werden, es sind gewissermaßen die vergessenen oder die auf dem Markt vorbestellten….

  6. @Bolliskitchen: Essigwasser drei mal aufkochen ist nicht kompliziert.

    @Eva: gerade für single-Haushalte sind solche Gurken ideal, immer wieder mal ein paar Gurkenstücke aus dem Glase naschen ist ein beständiger Quell der Freud. Allein wenn man den Deckel aufmacht !

    @Peter: die Herkunft des Nmens ist unter dem angegebenen link beschrieben, hier nochmals. http://lamiacucina.wordpress.com/2007/11/18/weihnachtsbackerei-sachsen-coburglamiacucina/

    @Mestolo: von mir aus morgen, weils so heiss ist.

    @Rosa: die sind auch gut.

    @Elisabeth: die von Staudts sind auch nicht schlecht.

    @nina: es gibt auch noch anderes :-)

    @Susa: das Rezept stammt von einer deutschen Dame, die lange in Bulgarien lebte.

  7. @Alex: ausgerechnet Du ?

    @Eva: bin zwar kein Pfarrer aber das Wohl meiner Schäfchen liegt mir dennoch am Herzen ;-)

    @sammelhamster: wir besitzen nun schon die 4. Generation Einmachgläser, alle vorherigen sind immer wieder Entrümpelungsaktionen zum Opfer gefallen.

  8. Habe gestern die Gewitterwolken weiter in Deine Richtung geschickt – dachte bei mir, dass ich 2 – 3 Tage die Hitze wohl noch aushalten kann ;)
    Sauer Eingelegtes esse ich selten, aber stünde so ein hübsch anzuschauendes Glas auf meinem Tisch, würde ich sicherlich zugreifen.

  9. es geht einfach nichts über selbst konserviertes… sieht sehr köstlich aus. wir hätten bitte gern so ein glaserl (ist eher unwahrscheinlich, dass wir heuer selbst zum sauer-konserven-machen kommen).

  10. @Christine: um 17 Uhr hat 2 Minuten lang geregnet und ein paar Wolken aufgetürmt, nun haben wir die Fenster auf Durchzug. Solch nette Geschenke sind uns immer willkommen.

    @kulinaria: wenns schmeckt, wie es riecht, bin ich guter Hoffnung.

    @reibeisen: Ihr solltet euren Besuchern Gewürzgurken anstelle von Kuchen aufstellen ;-)

    @nesrin: dann weisst Du, wie gut sie schmecken.

    @stefania: Sarò felice di condividere altri :-)

  11. Oh, da fallen mir spontan Omas Senfgurken ein. So weit ich mich erinnere wurde die Lake insgesamt nur zweimal erhitzt. Aber Meerrettich war auch drin.

  12. @aftenstjerne: genau Omas Senfgurken. Hier werden die Gurken auch nur zweimal mit der Lake übergossen.

    @Magdi: das wundert mich nicht bei deiner Küche.

    @Jutta L.: Die deutschen mögen wir meist nicht besonders, weil sie uns zu süss sind. Unsere sind nur sauer.

    @Suse: die kleinen sind besonders knackig, die landen hier in der Konserven industrie.

  13. Endlich ein Gurkenrezept mit wenig Zucker! Selbst meine Mutter ist dem deutschen Trend erlegen, macht und mag nur noch süßsaure und hat sogar ihr altes, nicht süßes Rezept vergessen.

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