Süss-saure Zwetschgen

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Zwetschgenzeit. Von den ersten, knapp reifen Zwetschen legt Frau L. zwei Gläser süss-sauer ein. Entgegen dem klassischen Rezept versucht sie dieses Jahr, auf das Kochen der Zwetschen im Sud zu verzichten. Der Essig-Weinsud wird einfach heiss über die Früchte gegossen. Eines ist schon heute absehbar, mit ihrer runzligen Haut werden auch daraus keine Schönheitsköniginnen werden. Aber ist auch nicht vorgesehen. Erste Proben lassen jedenfalls Gutes erwarten. Wer lieber der klassischen Variante vertraut, findet bei Low Budget Cooking eine Alternative.

Zutaten
für zwei 750 ml Konservengläser (unerprobtes Rezept)
1 kg knapp reife, aber nicht unreife Zwetschgen
3.5 dl Obstessig
2.5 dl Rotwein
300 g Zucker
2 x 1 cm Zimtstange
2 Pfefferkörner weiss
2 Lorbeerblätter
2 Stück Ingwer, daumengross
Sorbinsäure

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Zubereitung
(1) Essig mit Zucker und Wein aufkochen, bis der Zucker gelöst ist.
(2) Zwetschgen waschen, trocknen und mit einer Nadel oder einem Spießchen rundum mehrfach einstechen.
(3) Zwetschgen und Gewürze dicht in die beiden zuvor ausgekochten Gläser füllen und mit dem heissen Essig-Weinsud übergiessen. Verschliessen und 1 Tag kühl stellen. Nicht benötigter Essig-Weinsud wird an den nächsten Tagen zum Ergänzen benötigt.
(4) Gläser öffnen, Wölbung eines Siebes gegen die Öffnung halten und den Essig-Weinsud vollständig abgiessen und auffangen. Danach aufkochen, Trubstoffe absieben und wiederum heiss in die Gläser zurückgiessen. Verschliessen und 1 Tag kühl stellen.
(5) gleiches Prozedere wie unter 4 ein drittes Mal wiederholen. Nun den Essig-Weinsud nach dem aufkochen und sieben auf 60°C erkalten lassen, pro Liter Flüssigkeit 800 mg Sorbinsäure zufügen, erkalten lassen und wieder in die Gläser zurückgiessen.
Gläser verschliessen und mind. 6 Wochen im Keller stehen lassen. Die Gläser gelegentlich kurz umdrehen.

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22 thoughts on “Süss-saure Zwetschgen”

  1. Bei uns kosten diese Zwetschgen ( called italian plums) ein Vermoegen. Habe sie aber auch letztes Jahr auf unserem Markt gekauft. Ist fuer mich ein Stueckchen Heimat.
    Wozu isst man sie denn suess sauer eingelegt?

  2. Die Frage habe ich mir auch gerade gestellt -wozu essen. Ich hoffe wir erfahren in 6 Wochen wie sie schmecken, dank den späten Zwetschgen reicht es ja immer noch zum ausprobieren ;)

  3. Als Liebhaber von Eingemachtem sollte ich die Zwetschgen drannehmen, ja, obwohl ich mich an den Geschmack nicht mehr erinnern kann. Die traditionelle Methode braucht weniger Aufmerksamkeit, einmal machen, fertig, das wird wohl meine Methode sein.

  4. Das klingt nach einem ganz schönen Akt. Bei uns wurden Zwetschgen maximal als Mus eingekocht. Die meisten kamen in die große blaue Plastiktonne, durften ein bisschen vor sich hin gären und kamen dann in die Brennerei. ;)

  5. @mykitchen: hier sind sie billig. Da sie grösser sind als Kirschen, sind sie viel schneller gepflückt.

    @nata: ich lasse mich überraschen. Wir haben das schon soo lange nicht mehr gemacht, dass ich mich selbst nicht mehr erinnere.

    @schnapperin: klassische Beilage zu gekochtem Rindfleisch.

    @Rosa: dann kann ich mich ja freuen.

    @Erich: bei der klassischen Methode muss man einfach aufpassen, dass sie nicht zerplatzen. Ich erhoffe mir bei unserer Methode, dass sie knackiger bleiben.

    @besucher: bei sauberem Arbeiten verhindert die Sorbinsäure die Gärung. In 6 Wochen weiss ich, ob sie noch Biss haben. Bericht folgt.

    @karine: ist offenbar eine etwas in Vergessenheit geratene Beilage.

    @Evi: in vergeistigter Form gefallen mir die Zwetschgen auch.

  6. Prima, da weiß ich jetzt, was ich mit unseren Zwetschen noch anstellen kann. Habe ca. 10 Bäume (Bäumchen, viele Aufschläger) im Garten, die letztes Jahr bestimmt eine Tonne Zwetschen getragen haben (das mit der Brennerei ist mir auch das liebste, so kann man am längsten konservieren ;- )). In diesem Jahr sitzt nicht viel drauf, für den Eigenbedarf allerdings noch viel zu viel. Danke für das Rezept!
    Gruß
    Mike

  7. Keine Schönheitsköniginnen, die armen Zwetschken… was tust du ihnen hiermit nur an!? :lol:
    Ich hätte sie gerne nur süß, denn süß, das sind sie :-)

  8. @Mike: wenn das alles Olivenbäumchen wären :-)

    @Magdi: bei uns werden sie praktisch nur frisch gegessen.

    @Elisabeth: Ach wie bald, schwindet Schönheit und Gestalt, besser als frisch vom Baum kann man sie kaum zubereiten, da sind wir uns einig.

    @Claus: danke, werde ich nach den Ferien probieren.

    @Andreas: wir Alten erinnern uns noch, was Oma gekocht hat :-)

    @Linda: Danke für den Hinweis, wegen dem provenzalischen habe ich deinen Beitrag nicht gefunden. Geht also sogar mit Knoblauch.

  9. Die hat meine Oma auch immer eingemacht. Aber nicht wie Du nach der “Gurkenmethode”, sondern “klassisch” mit Essig und Kandis eingekocht. Passen auch gut zu Fleisch (Rinderbraten, Wild). Und gelegentlich gab es sie bei uns in Westfalen auch zu Reibekuchen (= Kartoffelpuffer).
    Deine Methode klingt single-tauglicher. Aus dem Glas müsste man doch wie bei Gurken, Zucchini, etc. immer mal wieder welche entnehmen können, ohne gleich das ganze Glas aufzubrauchen, oder?

  10. @Toni: wir essen wenig Kuchen. Das meiste frisch.

    @Ute-S: mit dem Glas im Kühlschrank und mit sauberem Angelbesteck sollte der Inhalt nach dem öffnen ein paar Wochen halten.

  11. He nu so denn – i wynsch dir/Eych wunderscheeni und erholsami Ferie. Machet’s guet und kemmet gsund zrugg !!!

    P.S. I glaub i mach in dere Zyt eglai “régime”… Das ka nyt schaade ;-)

  12. ich habe ein ähnliches Rezept probiert, schmeckt super gut auch ohne Wochenlang zu lagern ( muss ja vorkosten.) In schöne Eimachgläser gefüllt ein ideales kleines Geschenk für liebe Menschen.
    Versucht es echt klasse

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