Petersilienwurzel Soufflee

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Petersilienwurzeln waren noch wenige Jahre zuvor bei uns nur wenig bekannt. Bis wir von Norden her langsam mit den aus dem Süden stammenden weissen Wurzeln infiltriert wurden. Heute sind sie bei uns aus der Fondkocherei nicht mehr wegzudenken. Wenigstens bei denen, die selbst Fond kochen. Sogar ich bin heute in der Lage, auf einen Blick Pastinaken von Wurzelpetersilie unterscheiden zu können. Und ausser Fonds ? ….. lange Pause. Mit Karotten als Rohkostsalat, als Süppchen, und ….. ganz lange Pause.

Soufflees sollten es werden. Küchlein sinds geworden. Rezept aus einem dieser unmöglichen Rezeptportale, bei denen man nach dem öffnen mit Reklame-pop-ups über Autos, Gewinnspiele und Sex zugeschüttet wird. Ich habe das Rezept insofern geändert, dass ich auf die Zugabe von Butter zur Souffleemasse verzichtet habe. Das erhöht die Standfestigkeit des soufflees. Dafür habe ich eine mit Curry aromatisierte beurre blanc als Sauce dazu serviert. Damit der Butterhaushalt nicht aus dem Gleichgewicht gerät.

Garten-Koch-Event November 2010: Wurzelpetersilie [30. November 2010]

Zutaten
Vorspeise für 2 Personen
250 g Petersilienwurzeln; grosse
2 kleine Eier
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Butter für die Förmchen

für die Beurre blanc:
1 kleine Schalotte
50 ml Noilly Prat
1 grosse Msp. Curry Madras
3 Petersilienzweige
ca. 80 g Butter
etwas Rahm

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Zubereitung
(1) Die Petersilienwurzeln schälen, waschen, grob zerschneiden und auf dem Dampfsieb weich garen. Ca. 15-20 Minuten). Ausdämpfen lassen und durch das passevite (Flotte Lotte) drücken. Das Püree anschliessend zur Entfernung restlicher Fasern durch ein Sieb drücken.
(2) Backofen auf 200 °C (Umluft 180 °C) vorheizen. Für das Wasserbad auf die untere Schiene einen grossen flachen Behälter stellen und etwa 2 Finger hoch mit Wasser füllen. Portionsförmchen für Soufflees gründlich fetten.
(3) Eier trennen, das Eigelb mit dem Handrührgerät schaumig schlagen, danach mit dem Wurzelpüree mischen und mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
(4) Das Eiweiss mit einer Prise Salz steif schlagen, zuerst ein Drittel des Schnees unter die Wurzelpüree/Eimasse heben, dann den Rest vorsichtig unterheben und mischen. Sofort zu 3/4 in die Förmchen füllen und ab in den Ofen. Ohne die Türe zu öffnen 15-20 Minuten backen bis sie aufgegangen und leicht gebräunt sind.
(5) Indessen die Schalotten fein hacken, mit dem Noilly Prat aufkochen, absieben und auf etwa 1 Elf. einkochen. Wenig Rahm dazu, aufkochen, würzen mit Salz, Pfeffer und dem Curry, Hitze runternehmen, dann die kalte Butter unterschlagen. Die gehackte Petersilie untermischen und nach Bedarf nachwürzen.

Die Soufflées mit Handschuhen rausnehmen, mit einem Messer umfahren und aus den Förmchen stürzen. Wenn man sie im Förmchen belässt, bleiben sie schöner. Sofort mit der beurre blanc servieren.

Für den von sus betreuten event des Gartenblogs wollte ich es mir eigentlich einfach machen.  Kochen macht in einer ungeheizten Wohnung keinen Spass. Ich dachte erst an Kartoffelpuffer, Reibekuchen mit einem Anteil Wurzelpetersilie. Schmecken tun sie durch die Peterliwurzel ein wenig fruchtiger, ein Touch Selleriearoma, irgendwie rohkostig & gesund. Essbar, aber keine Verbesserung der Reibekuchen.

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Petersilienwurzel Reibekuchen Vergessen

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31 Gedanken zu “Petersilienwurzel Soufflee”

  1. Mit meiner ersten Petersilienwurzel hatte ich vor ca. 15 Jahren Kontakt als Beigabe zur “Berliner Kartoffelsuppe”. Damals war es noch gar nicht so einfach, sie zu bekommen, heute liegen sie in jedem Supermarkt. Aber- wie Du schon sagst: Suppe.
    Dass aus Wurzelwerk so ein luftiger Traum werden kann, wer hätte das gedacht!

  2. Ein hübsches Wölkchen – und führt mir vor Augen, dass ich dieses Jahr doch tatsächlich noch keine Petersilienwurzeln gegessen habe und das ziemlich bald ändern muss.

  3. Vielleicht sollte ich mich doch mal von den doppelt gebackenen (und damit idiotensicheren) Soufflés wegbewegen…?
    Irgendwie interessiert mich die Curry Beurre Blanc fast mehr als das kleine Soufflé.

  4. Das ist kein Haar sondern ein smiley, ohne Augen. Eine schöne Vorspeise, für ein mehrgängiges Menü. Ich bin gerade beim erarbeiten eines solchen, da ja mehrere Feierlichkeiten anstehen.

  5. @anglogermantranslations: gekocht wird nur wochentags ;-)

    @Arthurs Tochter: die Suppe ist im event schon mehrfach belegt.

    @Hesting: nein, damit es gelungen aussieht, hätte ich die Förmchen füllen und glattstreichen müssen. War mir aber nicht drum.

    @Bolliskitchen: pssst, nicht so laut, sonst wollen die andern alle auch eins.

    @Christina: noch hat es welche, plötzlich sind sie verschwunden und nur noch Pastinaken da.

    @kochschlampe: die Currybutter war eher eine Verlegenheitslösung, ein Küchlein ohne Sauce auf dem Teller geht nicht gut.

    @sammelhamster: nein, die soufflees schmecken zart, erinnern nur schwach an Petersilie. Die Reibekuchen waren mir zu rohkostig.

    @Magdi: Du arbeitest an einem mehrgängigen Menu. Wir machen jedes Jahr dasselbe ;-)
    Die Heizung ging kaputt, weil Väterchen Staat das Rheinufer sanieren will. Dabei ist die Abflussleitung unserer Wärmepumpe zerstört und verstopft worden, die Wärmepumpe fror ein, das Eis brachte die Austauscher zum Platzen. Das dauerte ganze 2 Wochen bis die Ursache gefunden war. Wie lange die Reparatur der Abflussleitung und der Austauscher dauern wird wissen wir nicht.

    @Eva: diese Sparte überlasse ich Frau L mit ihren Salätchen. Ich esse sie einfach.

    @Freundin: sie Antwort bei Magdi.

    @Rosa: der Geschmack der Petersilienwurzel nimmt beim Erwärmen etwas ab. Roh schmecken sie ursprünglicher.

  6. Ich muß zu meiner Schande gestehen, Wurzelpetersilie kenne ich bis jetzt nur in einer Suppe. Es wird allerhöchste Zeit mich mit der Wurzel auseinaderzusetzen ;-). Deine Soufflees sehen aber schon mal verdammt lecker aus!

  7. Ich tu mich mit der Peterslienwurzel (finde es immer lustig dass sie in USA ‘hamburg parsley’ heisst) auch noch schwer. Ich hab schon Suppe draus gemacht – kann man essen, muss aber nicht sein, und ansonsten gehört sie eben für mich zwingend zum Suppenbund bzw. in die Brüh- und Fond-Herstellung. In manchen asiatischen Nudelsuppen gibt es feine Scheiben davon, die anscheinend vorher frittiert wurden; das ist angenehm in Geschmack und Konsistenz, aber auch da ist der Gesamtzusammenhang wieder eine gute Brühe ;)

    Ich schaue mal ob ich noch was für den Event finde das ich so sehr mag dass ich es blogge; wie Du fand ich Reibekuchen damit auf der ‘schön dass wir drüber gesprochen haben’-Seite ;).

    Mehr als das Soufflé macht mich allerdings das Sößchen dazu an. Butter muss :D

  8. Du bist wirklich ein Profi, lieber Robert – ich werde mich umschauen, ob ich so eine Rarität auf dem Markt finde… und erkenne… :-) Sonst gibt es heute wieder Spinat-Lasagne ;-)

  9. Siehste und bei mir wird erst recht gekocht, wenn die Heizig ausfällt, die Gasflammen wärmen nämlich nicht nur die Speisen, sondern auch den Raum.

    Schade, dass die Rösti nicht so deins waren, die klingen im Prinzip nämlich auch recht schmackhaft…

  10. Neues Profilbildchen – bist du dem fb-Virus verfallen?

    Petersilwurzen sind Bestandteil jedes Suppengrüns. Und somit kommt diese Wurzel auch mit in die klare Rindssuppe, wie Karotten, Zeller, etc. Diese Wurzeln sind bei uns seit eh und je erhältlich.

    Basel liegt doch südlicher als Wien, außer ich mache einen Kopfstand vor der Landkarte – so viel zum Nord/Südgefälle einer Wurzel ;-)

    @Elisabeth: Kochst du selbst? Petersilwurzel ist doch bitte bei uns keine Rarität. Nimm einmal ein Suppengrün in die Hand. Das gibt es in jedem Supermarkt!

  11. Ich tippe eher auf ein Ost-West-Gefälle :-) Aus Ungarn kenne ich sie von jeher und wie Entegut sagt, in Wien auch kein unbekanntes Gemüse :-) Aber Du hast Recht bisher fast ausschließlich in der Suppe bei mir, ich glaube so ein Petersilienwurzelküchlein könnte ich als Vorspeise an einem Weihnachtstag basteln :-)

  12. @Toni: Danke, vorderhand tut sich nichts weil erst geklärt wird, wer für den Schaden verantwortlich ist.

    @sylvia: Schande ? kann ich keine erkennen.

    @foodfreak: eigentlich sollte man auch mit guten Karottenrezepten was anfangen können.

    @Elisabeth: mehr Suppen kochen ! :-) entegut hat Recht.

    @Suse: Früher wohnten wir mal mit einem Gasherd samt permanent brennender (Anzünd)-Flamme. Der gab in heissen Sommern schön warm.

    @entegut: Ein Land, das gut ein Dutzend unterschiedliche Siedfleischstücke kennt, hat einen grössern Bedarf nach Wurzelpetersilie als wir, in welchem man eine consommé double auf Speisekarten suchen muss. Das neue Bildchen gefällt mir. So bin ich.

    @Anikó: Du sagst es !

    @Claus: was es an Säure braucht, hats im Noilly Prat.

    @Enstel Sieben: oh Danke, habs gleich installiert, nun sind einige Blogs für mich wieder lesbar geworden. Toll.

    @anies’ delight: das ist das Schöne an den events, dass man immer wieder neues sieht :-)

  13. Im Laden an der Ecke stapeln sich die Ware, das Interesse ist klar erkannt worden. Aber auch etwa in Großbritannien werden Petersilienwurzeln öfters aufgetischt (da wächst schließlich nicht so viel ;-) ) als deftiger Eintopf ganz delikat, als Küchlein natürlich eine Herausforderung.

  14. Habe ich gekocht oder eher gebacken. Habe dazu ein ‘Parsnip’ Puree genommen. Ich denke, dass das die anderen Wurzeln sind, aber Petersilienwurzeln gibt es hier in UK eher nicht sondern nur Pastinaken. Das Ergebnis war sehr gut und ich werde es wieder machen. Habe das Souffle in einer Form gebacken.

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