Austro Gnocchi

Austro-Gnocchi 0_2010 11 07_0706

Ich könnte schwören, dass ich dieses Gericht in meiner Jugend schon mehrfach gegessen habe. Die drei Autoren des Buches Austro Pasta (Rezension hier) waren aber schneller als ich. Haben ja auch 60 Jahre Zeit gehabt dafür, das Rezept in ihr Buch drucken zu lassen. Nun sind daraus halt Austro Gnocchi geworden. Tönt auch irgendwie besser als Eiertätsch mit Knöpfli. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass mir das Gericht nach wie vor schmeckt. Einzig den Salat habe ich nach dem Fototermin gleich wieder abgeräumt. Mit Salat sieht mir das zu sehr nach Fitnessteller aus. Abgesehen davon, hatte ich eh keinen Bummerlsalat zur Hand. Ulrike hat die Buchführung über alle die Sünder übernommen, die das Buch bis heute schon rezensiert haben :-)

Zutaten
für die Nockerln:
300 g glattes Mehl (mein Emmentaler Knöpflimehl mit Dinkel)
3 Eier
150 ml Milch
2 Elf. frische Butter
1 Elf. Pflanzenöl

für das Gericht:
150 g Neusetzer oder ein anderer Selchspeck (Bauernspeck von Maurer aus der Migros)
Salz, Pfeffer
Prise Muskatnuss
4 Eier zum Verquirlen
1 Elf. Schnittlauch (war aus, nahm ich halt Petersilie)
1 Häuptl Bummerlsalat, (Eisbergsalat, bei mir wars Rucola und Wasserkresse vom Salatteller der Frau L. gestiebitzt)

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Speck auslassen
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Eier auf Nockerl stocken lassen

Zubereitung
(1) Mehl, zerlassene Butter, Eier und eine Prise Salz mit der Milch (in der Küchenmaschine) zu einem lockeren Nockerlteig verarbeiten.
(2) Nach 30 Minuten Teigruhe den Teig durch ein Nockerlsieb (Knöpflisieb) in kochendes gesalzenes Wasser drücken. Sobald die Gnocchi aufsteigen, abseihen und in kaltem Wasser kurz abschrecken. Nockerl mit wenig Öl benetzen damit sie nicht zusammenkleben. (Das tun sie ohnehin nicht, wenn man sie in kaltem Wasser abschreckt).
(3) Speck in lange Streifen schneiden und in einer Teflonpfanne auslassen, bis sie “grammlig” werden (damit ist wohl kross gebraten gemeint). Bei fettem Speck das überschüssige Fett abgiessen. Nockerl kurz im Speck schwenken.
(4) Eier mit Salz, Pfeffer und etwas Muskatnuss versprudeln. Die Eiermasse über die Nockerl giessen und 1-2 min.  stocken lassen. Die Eiernockerl auf einem vorgewärmten Teller mit gehacktem Schnittlauch anrichten. Dazu Bummerlsalat servieren oder auch nicht.

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31 thoughts on “Austro Gnocchi”

  1. mir gefällt der Schweizer Name viel besser!

    Und ich hoffe, das die keinen Reibach mit ihrem Buch machen, wieso sollte das jetzt noch jemand kaufen, wo eh hunderte von Bloggern die Rezepte veröffentlicht haben???………

  2. Ich achte immer darauf das ich die Eier ganz am Schluss nicht wirklich stocken lasse sondern das sie nur ganz leicht “anstocken”. Die “Gnocchi” werden so schön saftig.

  3. Einfach und gut, sowas ess´ ich auch gerne. Werde mich irgendwann auch noch in die Liste einreihen, bisher kam ich nicht dazu. Ich finde es eigentlich ganz nett von dem Verlag, die Blogwelt mit Kochbüchern zu versorgen. Man wird ja nicht gezwungen es anzunehmen und darüber zu schreiben, in diesem Fall mache ich das aber gerne, weil mir das Buch gefällt.

  4. Zuerst dachte ich, dies sei eine weitere Spätzle-Variation, aber die geschmolzene Butter im Teig ist neu für mich. Gut für die Gaumen und die Waage, aber irgendwas ist ja immer :-)

  5. @Hesting: meines ist aus dem CO.OP. ber bei Mig.ros gibts das auch.

    @Ulrike: Sündenfall wegen unerlaubter Werbung. Aber das Buch war stärker als ich.

    @Bolliskitchen: Jamie O. ist da viel schlauer. Der fordert zum Nachkochen auf, aber das Rezept darf man nicht veröffentlichen.

    @Toni: was soll ich auf Skiiern ;-)

    @barcalex: das habe ich auch so gemacht. Das Wort “anstocken” ist mir nicht eingefallen.

    @Christina: Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust. J.W.G.

    @Susa: mit Butter werden sie saftiger.

    @Linda: warte mal, ich hab eben ein todsicheres :-) Rezept ausprobiert. Demnächst hier.

    @Paule: Danke !

    @Sophie: zu spät. Die Wasserkresse wurde aus separatem Teller gegessen. Die amerikanische Sitte, alles auf einen Teller zu schichten, inklusive den roten Dessert-Jelly, mag ich nicht.

    1. Hihi, ja ich bin auch eine Sünderin. Und das auch noch ohne Rezepte… aber wer das von mir vorgestellte Buch danach noch kaufen will, dem ist nicht zu helfen ;-)

      Warum heißen die Austro Gnocchi denn Gnocchi? Ist die Bezeichnung Gnocchi nicht für Kartoffelteigwaren und Muschelnudeln reserviert? Aber ist ja eigentlich auch egal, sieht sehr gut aus. Ich hätte den Salat dazu auch gerne genommen.

      Viele Grüße und schöner Tag noch
      Juliane

  6. Eiernockerl!
    Mit dieser Speise verbinde ich Kindheit. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter Speck darüber gegeben hat. Ich mache es auch nicht, sondern einfach nur Schnittlauch und grüner Salat.

    Austro Gnocchi – mir würde es gefallen, wenn dieser Ausdruck in Ironie entstanden ist, um die Verherrlichung der italienischen Küche wieder ein wenig auf den Boden zu bringen. Vor zwanzig Jahren war es die französische Küche, jetzt verkauft sich gut italienisch. Man wird dabei ertappt, was gerade trendy ist.

  7. Also, ICH mag den Salat, weil´s so schön frisch aussieht und mir schmeckt das – zusammen mit den Gnocchi, mhm… nur das Austro gefällt mir nicht, denn… wer hat´s erfunden!? :lol:

  8. kurze info zum neusetzer:
    neusetzer ist ein markenname, es handelt sich um einen mangalitza-speck in der tradition des lardo di colonnata, d. h. weißer rückenspeck, gewürzt, gesalzen, in marmorbecken gereift. der neusetzer kommt vom weingut krispel aus neusetz bei straden (südoststeiermark). ich kenne den speck und habe ihn auch schon vor ort am weingut gekauft. wenn man so einen speck auslässt, wird er grammelig, weil quasi zu grammeln, es ist ja so gut wie gar kein muskelfleisch dran. neusetzer ist kein selchspeck, deshalb ist die formulierung “oder anderer Selchspeck” im buch auch missverständlich.
    habe gerade danach gesucht, neusetzer kann man online z. b. hier kaufen:

    http://www.schaetzeausoesterreich.at/schaetzeausoesterreich/shop/delikatessenundfeinkost/wollschweinmangalitzaspezialitaeten/neusetzermangalitzarueckenspeck.php

  9. @sammelhamster: das weiss ich, ich esse den Salat eher, damit er gegessen ist :-)

    @entegut: Speck ist auch nichts für kleine Kinder, das mögen nur ältere Herren. Ich weiss gar nicht, was derzeit trendy ist. Nachdem die italienischen Beizen hier alle in türkischen Besitz übergegangen sind, die Molekuarküche nurmehr in Altersheimen angeboten wird und jeder hier versucht, mit convenienceprodukten zuhause dem Ivo Adam nachzueifern, irre ich orientierungslos umher :-)

    @Elisabeth: ein Koch aus Oesterreich wars bestimmt.

    @chriesi: für die deutschen Leser, uuuufein = schweizerische Variante für lecker :-)

    @katha: dann hätt ich mich also besser an den lardo di colonnata gehalten. Das Buch ist ja nicht von Dir, deshalb danke für die Aufklärung.

    @Sylvia: Du ohne Buch, ich mit ,-)

  10. ..ja da sind Wir wieder auf den Teppich zurück gekehrt, auch wenn er fliegt. Die erlichen bodenständigen Gerichte sind doch ironischerweise, jene bei denen uns immer wider das Herzl auf geht. Sensationell und schon retweetet..
    Dank& Grüezi

  11. @Nathalie: ich hab das ja nicht erfunden. Meine Mutter kochte das schon, und woher sie es hatte, kann ich sie nicht mehr fragen.

    @Ernstel7: Wir ? Den Pluralis majestatis benutze ich nur selten ;-)

    @Hunk: das ist so etwas wie eine Weiterverbreitung von posts in Twitter.

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