Lorbeerbekränzte Zwiebelsuppe

Zwiebelsuppe 0_2011 01 28_2021
Lorbeerbekränzte bzw. -getränkte Zwiebelsuppe... gepfeffert... und Basler Fastenwähe

Solange sich französische Kaiser, Imperatoren und Präsidenten mit Lorbeer  selbst bekränzen, statt ihre soupe à l’oignon damit zu würzen, dürfen sie sich nicht wundern, wenn die französische Zwiebelsuppe zum schlechten Touristenfutter verkommt, wie ich kürzlich bei Bolli lesen musste. Wie man mit Lorbeer und andern guten Zutaten (hick..) eine ungewöhnliche, wunderbare Zwiebelsuppe erhält, will ich hier beschreiben.  Eine  aromatische Zwiebelsuppe, die es in sich hat. Die der französischen Zwiebelsuppe  bei uns glatt den Rang streitig macht. Die Suppenbasis (Zwiebel, Rotwein, Portwein) habe ich bei Lucas Rosenblatt entlehnt. Der viele Rotwein und Portwein verliert durch langes Kochen den Alkohol. Keine Bedenken, ich war nicht benebelt, als ich der Suppe im Titel den Lorbeerkranz aufsetzte.

Wir haben die Zwiebelsuppe mit Basler Fastenwähen [hick klick zum Rezept] gegessen. Très délicieux.

in die Suppe damit, statt aufs Haupt, citoyen Bonaparte !

Zutaten
für die Suppe:
600 g rote, geschälte, mit dem Chopper gewürfelte Zwiebeln (geht schnell und erspart Tränen)
2 geschälte, zerdrückte Knoblauchzehen
2 Zweige gezupfter Thymian
2 Elf. Olivenöl
2 Elf. Weissmehl
2.5 dl Rotwein
2.5  dl roter Portwein
1 L frisch hergestellterGemüsefond
4 frische Lorbeerblätter, seitlich eingerissen oder zerknüllt
1 Elf. Kräutersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

für den Sbrinzschaum:
50 g Sbrinz
1 dl Halbrahm
Pfeffer aus der Mühle
Salz

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Zwiebeln (viel) und Knoblauch (wenig)

Zubereitung
für die Suppe:
(1) Zwiebeln und Knoblauch im Olivenöl langsam und lange dünsten. Die Zwiebeln dürfen keine Farbe nehmen. Dann mit dem Mehl bestäuben.
(2) Rotwein und Portwein zugeben und zur Hälfte einkochen. Den Gemüsefond, Kräutersalz, Thymian und die Lorbeerblätter zugeben und mindestens 20 Minuten (besser eine Stunde) leise köcheln lassen.

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Suppe aufgiessen mit Gemüsebrühe

für den Sbrinzschaum:
(3) Zutaten für den Schaum mit dem Stabmixer aufschäumen und würzen.

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Kurz vor dem Abtauchen

wer lieber die weisse Variante mag:

Soupe à l’oignon

 

Anmerkung
Die 4 mittleren Lorbeerblätter haben eben ausgereicht, um der Suppe einen leichten Hintergrund an Lorbeer zu geben. Der Lorbeergeschmack darf präsent sein, soll aber auf keinen Fall vorherrschen.  Die Suppe wird sehr gut vertragen. Mein Beitrag zum Lorbeerevent des Gärtnerblogs, betreut von Sus:

Garten-Koch-Event Januar 2011: Lorbeer [31.01.2011]

38 thoughts on “Lorbeerbekränzte Zwiebelsuppe”

  1. Meistens mag ich’s eher klassisch, aber diese variation hat, so scheint’s mir, einen lorbeerkranz verdient. Aber nicht drauf ausruhen, gell? Wir wünschen uns noch viele weitere so spannende rezepte und geschichten. DANKE!

  2. Rote Zwiebelsuppe. Interessant.
    Mal sehen, ob ich es dieses Jahr schaffe, mit Rotwein warm zu werden. ;)
    Bislang finde ich die Fastenwähe noch interessanter.

  3. Diese Festwähe könnte ich mir jetzt glatt als zweites Frühstück genehmigen, wenn ich nur eine hätte. Aber die Idee mit dem Rotwein in der Zwiebelsuppe klingt auch sehr interessant. Den Sbrinzschaum werde ich mir mal ausleihen. Ich habe nämlich den Verdacht, dass das Schäumchen zu sehr vielen Sachen sehr gut passen könnte.

  4. Zwiebelsuppe habe ich noch nie selbst gemacht und nur selten mal im Restaurant bestellt. Zu Unrecht eigentlich. Und Lorbeer mag ich auch ziemlich gerne. Also einfach mal ausprobieren;-)

  5. @Mestolo: Danke, dass Du für mich in die Bresche springst ;-)

    @kitchenroach: Rotwein ist für alte Knaben, eine von den besten Gaben.

    @Tina: Danke, natürlich darf man, gefeiert wird aber erst beim fünften. Vor dieser Zwiebelsuppe braucht Dir nicht zu grausen.

    @Bolliskitchen: es ergab sich so. Das DoFollow ist nur etwas für euch google-Blogger.

    @gourmeur: keine Bedenken, die Hybris hat mich nicht erfasst. Das war in der Geschichte immer der Anfang vom Ende. Der Lorbeer gehört in die Suppe.

    @Hesting: Fastenwähe gibts bei uns einmal die Woche zu Mehlsuppe, Hier einmal zu Zwiebelsuppe. Das köstlichste aller köstlichen Gebäcke.

    @Rosa. nur nicht zuviel.

    @Elisabeth: die Kranz gehört in die Suppe, oder auf oder neben ;-)

    @Simone: ach so…. mein Gedächtnis…. das Alter

    @nata: der Sbrinzschaum war nur Handgelenk x Pi. So richtig ausgereift ist er nicht. Die sandigen Käsekörner müssten vorher geschmolzen werden, was sie hier erst in der heissen Suppe tun.

    @Birgit: der pragmatische Weg ;-)

    @Gourmet-Büdchen: als typisches Wintergericht ist Zwiebelsuppe bei uns nie ganz aus der Mode gekommen.

    @sammelhamster: siehe bei @nata.

    @barcalex: ja. Frische Zwiebeln wirken zudem sehr aggressiv auf empfindliche Haut. Ich hatte einmal einen Zwiebelwickel mit frischen Zwiebeln aufgelegt, und sah danach blatternarbig aus.

  6. Es gibt Leute, die Zwiebel nicht mögen oder nicht vertragen. Zum Glück gehöre ich nicht dazu. Mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, wenn ich für irgendein Gericht Zwiebel anröste:)

  7. Gratuliere zu dieser Veröffentlichung…. Zwiebelsuppe soll in der heutigen Zeit gross gehert werden. Das Rezept finde ich ist mit dem Lorber hervorragend umgesetzt und verdient diese Ehre. Wer doch zuviel kocht oder anderst gesagt trotz hervorragendem Schmecken eine Wenigkeit nochin der Pfanne findet, soll den Rest unbedingt mit Zucker und Gelantine einkochen und es als Konfitüre konservieren. Schmeckt dann im Herbst köstlich zu einer Rotweinbirne als Wildbeilage.

  8. So, ich koche die Suppe gerade nach – wird sehr gut – soviel kann ich schon jetzt sagen. Übrigens gibst du 2x Thymian zu – ich hab mich für die spätere Variante entschieden.

  9. Zwiebelsuppe stand bei mir für diesen Winter auch noch auf dem Plan. Ich muss mich nur noch entscheiden, welche Variante ich denn gern probieren will & den dann vor allem auch umsetzen. Das könnte noch der schwierigere Teil werden.

  10. @creezy: die roten sind ja auch milder…

    @Magdi: das anschwitzen von Zwiebeln ist immer das, was auch bei uns gerne zuerst gemacht wird ;-)

    @uwe@highfoodality: sieh mal hier Sbrinz, der bessere Parmesan

    @Kulinariker: willkommen in meinem Blog, Stefan. (Für die andern: das ist der mit den schönsten Tomaten auf dem Luzerner Markt). Von der Suppe bleibt nichts übrig, Für Konfitüre würde ich das Mehl weglassen und sonst noch ein paar Sachen ändern.

    @barcalex: Danke, das war ein Verschreiber. Ist korrigiert.

    @Kochschlampe: die helle französische soupe à l’oignon hat die leichtere Brühe, diese ist hier extraktreicher.

  11. Ziibelesuppe – und denn no mit frysche Faschtewaije. Derzue no ei, zwai … Glas vom “Kochwyy”. Do isch sogar no Eel am Huet im Beriich vom Meeglige. ;-)

  12. Was ein Glück, dass du das Rezept für die Fastenwähe gleich mitgeliefert hast – so eine habe ich nämlich auch mal von der (Freiburger) Migros gegessen und da habe ich gedacht: “Schweizer, eure Fastenzeit ist wahrhaft hart!”
    So ein Zwiebelsüppchen habe ich schon lange nicht mehr gegessen.

  13. @Basler Dybli: “Eel am Huet”, das hängt von der Menge abgezweigten Kochweins ab.

    @the rufus: Vor einer Zwiebelsuppe wird auch ein Diktator zum gewöhnlichen Esser.

    @Christina: dabei sind die von der Migros zwar günstig, aber bei Weitem nicht die Besten.

    @Suse: ich hab diese Suppe auch noch in optisch eleganterer Aufmachung anzubieten.

  14. Schön, daß Du noch teilgenommen hast. Und dann mit so einer so schönen Suppe.

    Jedesmal, wenn ich einen Lorbeerkranz sehe, muß ich immer an Fenchel denken. :-)

    Liebe Grüße, Sus

  15. Die ist mit nicht so geglückt.War ohne Einlage fad.Lag vielleicht am Wein.Portwein war Supermarktware, 9 Euro für 0,75 l und Dr. Benz Spätburgunder 2007.

  16. @Johannes: ein Jahrgangsportwein muss für die Suppe nicht sein. Mein Eindruck ist eher, dass ein deutscher Spätburgunder vielleicht nicht so geeignet ist. Ich nahm meinen Koch-Gigondas.

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