Schokoladenravioli mit Orangensauce

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Am liebsten hätte ich für den Orangenevent die heiss-geliebten Arance♥ wieder hervorgezogen. Da solches nun einmal nicht geht, habe ich mir, inspiriert durch ein Dessert in Mario Gambas (1 Michelin Stern) Pasta Buch, Cucina del Sole, etwas Neues einfallen lassen. Für Pastafans ein Rezept zum Niederknien. Die sonst allem Süssen abgeneigte Frau L. hat mir dafür 3-Sterne verliehen. Virtuelle Nachkochsterne. Immerhin. Ich muss mir nun überlegen, wo ich die hinklebe.

Die Füllung stellte ich, statt aus weisser Schokolade und Mandeln wie bei Mario Gamba, mit dunkler Orangenschokolade und Mandelkrokant her. Die Orangensauce habe ich stark eingekocht, statt sie mit Unmengen Butter aufzumontieren. Das gibt ein reizvolles Spiel zwischen süss und sauer. Das Minzeeis habe ich als hier unpassend weggelassen.

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Zutaten
für eine Menge von ca. 50 Ravioli

für die Füllung:
100 g Lindt dunkle Schokolade Orange intense
100 g Ricotta
30 g Mandelkrokant, fein gehackt (siehe unten)

Teig für die dunkeln Ravioli:
125 g Weissmehl
40 g Kakao
2 Eier
15 ml mildes Olivenöl
bei Bedarf etwa 5-10 ml kaltes Wasser

Teig für die hellen Ravioli:
ca. 200 g Ravioliteig von hier
1 Eiweiss zum kleben

für die Orangensauce:
angerichtet für 2 Personen:
250 ml Orangensaft, frisch gepresst, z.T. aus Blutorangen
Grand Marnier
1-2 Elf. Puderzucker
1 schöne Blutorange
gehackte Pistazien

für das Mandelkrokant:
nach dem Rezept von foolforfood

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Zubereitung
(1) Teige bereiten.
(2) Schokolade im Wasserbad schmelzen und mit den übrigen Zutaten der Füllung verrühren. Abkühlen lassen.
(3) Ravioli bereiten (mezzalune). Dazu den Teig stufenweise zu dünnen Bahnen ausrollen. Kleine, runde Kreise von 6 cm Durchmesser ausstechen. Etwa einen halben Tlf. Füllung in die Mitte der Kreise geben. Falls der Teig trocken ist, die Hälfte des Kreisumfangs mit sehr wenig Eiweiss bestreichen und zu einem Halbmond zusammenklappen. Luft herausdrücken.
(4) den Orangensaft etwa auf ein Drittel einkochen. Zucker zugeben und weiter einkochen, bis ein dicker Jus entsteht. Mit Grand Marnier abschmecken.
(5) Orangen filetieren.
(6) Orangenfilets in der heissen Orangensauce kurz schwenken.
(7) Indessen die Ravioli in getrennten Töpfen in heissem, leicht gezuckertem Wasser ca. 3-4 Minuten ziehen lassen.

Anrichten
Je 4-6 helle und dunkle Ravioli abwechselnd mit Orangenfilets anrichten. Mit der Sauce überziehen. Mit gehackten Pistazien bestreuen.

Mein Beitrag zum Orangenevent des Gartenblogs, betreut von der unermüdlichen Sus.

Garten-Koch-Event Februar 2011: Orangen [28.02.2011]

54 Gedanken zu “Schokoladenravioli mit Orangensauce”

  1. DAS absolute Hammerdessert !!! Gschmagglich e Traum/Symbiose zwysche nit zu siess und lyycht suur, optisch wiene bunts Buggee.
    Nomol e grosses Danggerscheen, dass i d’ Härstellig vo dere Herrlichkeit ha dèèrfe miterläbe und probiere. I bi jetzt no hi und wäg !

  2. Ich habe bisher nur einmal süsse Ravioli gemacht. Dieses Rezept verlangt nach einem 2. Mal. Es schaut unglaublich “amächelig” aus und schmeckt sicher auch so.

  3. Es wird eindeutig Zeit die Pastamaschine mit süssem Teig bekanntzumachen, schokolade & Orangen ist sowieso einer meiner Lieblingskombis.
    Ein Traum Robert

  4. Der bauch sagt ja, der kopf sagt nein: süsse ravioli? Bin ich schon so “alt” für solche vorurteile? Ich liebe orangen heiss, ich liebe crêpes (was ja auch eine art teig ist) heiss, ich liebe schokolade heiss aber bei diesen orangen-schokolade-ravioli wird mir nicht mal mein herz warm. Eigentlich schade … ich bin sicher, es schmeckt divinement bon.

  5. kleine Pfützchen tummeln sich in meinem Mund und plätschern hin und her…
    ich muss jetzt die Tastatur säubern.
    Ein ungehaltenes Wort, aber für dieses Rezept in meinen Augen treffend: pervers gut!

  6. Ich habe die Arance schon öfters nachgemacht. Es ist so einfach und gerade deswegen so gut. Deine Ravioli sind mir zuviel Arbeit für ein Dessert.

  7. @Basler Dybli: Du musst es ja wissen ;-)

    @der Muger: auch Dessertmuffel werden da zugreifen.

    @Mestolo: gegen süsse Ravioli war ich immer skeptisch eingestellt. Nun nicht mehr. Noch gibt es Moro-Orangen.

    @Birgit: wie viel heimeliger und amächeliger das Wort “amächelig” tönt als “lecker” :-)

    @Tina: der braune Teig ist etwas spröder, ledriger, weniger elastisch in der Handhabung als der weisse, aber mit ein paar mal durchrollen geht er ganz gut.

    @sweetkoffje: Verführung bedeutet die Manipulation eines andern Menschen; ihn soweit zu bringen, dass er etwas tut, was er eigentlich nicht wollte. Ich kenne nur wenig Menschen, die keine Schokoladedessert wollen ;-)

    @Bollis Kitchen: die dunkle Schokoladenfüllung dominiert das bisschen Teig.

    @Nathalie: geht denn Mandelkrokant ?

    @Gourmeur: dass dein Herz nicht warm wird, muss an den Fotos liegen.

    @Christina: weisse Schoki mögen wir nicht. Pures Fett mit Zucker.

    @Gourmet-Büdchen: derartige kleine Ausrutscher sind erlaubt.

    @Vanille: mir auch. Mittelfristig wird hier das Fleisch seine momentan dominierende Rolle wieder einbüssen.

    @Rosa: Danke.

    @Peter: L-Sterne sind mir die liebsten. Man kann sich nichts dafür kaufen, dennoch sind sie etwas wert.

    @sammelhamster: “Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden” F. Kafka.

    @bee:
    @susa:
    der Kakaoteig ist weniger elastischer als der helle, trockener, ledriger, spröder. Ich habe ihn sicherheitshalber eine Nummer dicker (7) als den weissen Teig (8) gewalzt.

    @Magdi: stimmt, es ist etwas viel Arbeit, weniger Arbeit ist es, nur den dunkeln Teig zu machen.

  8. Auch mir fehlen die Worte… dabei gibt es hier ganz viele Zauber-Worte, die du himmlisch-gekonnt einkochst: Schokolade, Traum, Paradies, Orangen…
    Wahrlich zum Niederknien… :-)

  9. Oh, das ist viel besser als die Fleischorgien der letzten Zeit. Selbst ich Theoretikerin denke daran, ganz praktisch statt Kaffee und Schokoladenkaffeebohnen einmal für “Nachher” ein echtes Dessert zu machen. Falls es mir gelingt, aber der Ansporn ist: Es sieht wunderschön aus!

  10. Jaja, da sagt jemand, er würde die süßen Seiten immer auslassen. Ich glaube, wir haben gerade Deine süße Seite kennengelernt. :-) Und was für eine tolle!!!!

    Liebe Grüße, Sus

  11. @Sivie: Über der Küchentüre muss ich sie täglich ansehen.

    @Simone: so einfach wie gut.

    @Elisabeth: Vorsicht beim Niederknien, der Eierkuchen !

    @Poliander: theoretisch sind Ravioli einfach zu füllen, etwas Übung ist dennoch empfehlenswert.

    @Sabine: Du kannst auch bei Zitrone bleiben http://lamiacucina.wordpress.com/2010/04/20/zitronenravioli-an-orangenkaramellsauce/

    @Sus: pastaköche müssen auch süsse pasta kochen können.

    @Hesting: nicht erwartet ! Du kennst meine süssen Seiten (sweet pages) nicht ;-)

    @Claus: etwas herbstlich. So sind die Moros.

  12. In dem Buch Pasta! von Mario Gamba sind ebenfalls süße Raviolirezepte dirn, die ich allesamt noch nicht nachgemacht habe. Deine Begeisterung überzeugt mich, ich werds auch mal probieren.

  13. @Suse: das Rezept stammt auch aus dem Buch “Pasta”. Beim Nachschlagen hab ich das beinah gleiche aus dem andern Buch erwischt. Dasselbe Rezept wird wohl auch im dritten Buch von Gamba sein .

    @Christine: mit diesem Wüstling habe ich nichts zu tun .

    @barcalex: machen musst.

  14. Nein, die Zeit, den ganzen Blog zu durchstöbern, habe ich mir tatsächlich noch nicht genommen. Ebenso wenig wie bei Schnuppschnüß, Cascabel, Küchenlatein und anderen langjährigen Bloggern …

  15. Hallo!
    Also, sieht sehr lecker aus – und ist hiermit auf der “muss ich auch mal nachkochen”-Liste gelandet.
    Eigentlich hätte ich gerne auch beim verlinkten Arance kommentiert, aber da scheinen die Kommentare schon geschlossen zu sein, deshalb muss ich hier fragen: auch das sieht lecker aus und heute Nachmittag kann ich hoffentlich auch sagen “schmeckt lecker”, aber dennoch: was wird dabei denn mazeriert? Ich meine, wenn ich Orangen in Orangensaft einlege, irgendwie erscheint es mir unlogisch, dass dabei noch “was neues” herauskommt?!

    1. @Oliver: Ja, die Kommentare auf alte Einträge sind geschlossen.
      So einfach ist das nicht. Gegenstand der Mazeration sind einerseits die Orangenfilets, andererseits der Zitronenabrieb. Das “Lösungsmittel” ist Orangensaft und Zitronensaft. Mazerieren ist ein Geben und Nehmen von Inhaltsstoffen und Aromen, die sich austauschen. Da kommt viel Neues dabei heraus.

  16. Verdammt, es ist echt hart diese Bilder anzusehen und zu wissen, dass man selbst warscheinlich niemals in den Genuss von solch einem vorzüglichem Dessert kommen wird. Ich trau mir selbst sowas einfach nicht zu… *hust* toll toll toll! :)

  17. Hallo Lamiacucina,

    gestern habe ich deine leckeren schokoladenravioli nachgekocht! leider hatte ich einige Probleme mit dem dunklen Pastateig – der war total weich und klebrig :( Ich bin genau nach Rezept vorgegangen nur habe ich das olivenöl durch sonnenblumenöl ausgetauscht – in meiner verzweifelung hab ich dann mehr mehl und auch noch grieß dran getan aber verarbeitbarer ist er auch nicht geworden – die nuddelmaschine hat weiterhin nur teigbrösel ausgespuckt :( ein paar dunkle ravioli habe ich dann mit dem nuddelholz fabrizieren können aber dann war meine geduld am ende und ich hab den restlichen teig entsorgen müssen – hast du noch eine idee was ich anders machen könnte???

    geschmacklich waren sie ein traum und ich soll nächste woche wieder welche machen so gut kamen sie an :)

    P.s.: deine apfelcharlöttchen habe ich auch schon nachgemacht und die waren auch total lecker und sahen so entzückend aus wie bei dir :)

    1. @Lena: der dunkle Teig ist nicht ganz einfach. Bei mir war er beim anfänglichen walzen auch ziemlich spröde und bröckelig. Durch vielfaches walzen hab ich den Teig aber doch noch hingekriegt.
      Inzwischen habe ich mir das zweite Buch von Mario Gamba (Pasta!) angeschafft. Da ist das Rezept in leicht veränderter Form drin, erstaunlicherweise mit leicht abgeänderten Mengen für den dunklen Teig:
      125 g Mehl
      40 g Kakao (also deutlich weniger)
      2 Eier
      5 ml Öl
      5 ml Wasser

      Vielleicht probierst Du es damit nochmals ? M. Gamba verwendet für die Füllung übrigensweisse Schokolade.
      Liebe Grüsse

      1. hm also irgendwie seh ich in der menge vom kakao keinen unterschied zu dem vorherigen rezept – das einzige was neu ist ist die öl-und wassermenge?? werd auf jeden fall mein glück noch mal versuchen und dann auch etwas geduldiger sein beim walzen :)

        1. Die Mengen Kakao sind tatsächlich in beiden Büchern gleich. Im ersten Buch verwendet er mehr Wasser und Öl. Je nach Eigrösse muss evtl. die Wassermenge reduziert oder erhöht werden.
          Hier hilft offenbar nur Geduld. Berichte doch bitte. Solltest Du nicht zum Erfolg kommen, werde ich den Teig selber nochmals machen.

        2. ich bin dir ja noch eine antwort schuldig :) am sonntag habe ich die ravioli noch einmal gemacht! allerdings hatte ich wenig lust auf experimente und darauf meine geduld zu testen – deswegen hatte ich beschlossen auf das standard-rezept vom nudelteig zurückzukehren (1 ei auf 100g mehl) daraus gemacht habe ich :
          1 Ei
          25g Kakao
          25 Grieß
          50g Mehl
          schuss öl

          das wasser hab ich ganz weggelassen :) und siehe da es hat wunderbar funktioniert :))

          nach deinem hinweis auf mario gamba konnte ich auch ein brücke zu einem rezept schlagen das ich schon mal gekocht habe und das wie sich dann rausstellte auch von ihm war – daraufhin musste ich UNBEDINGT auch das pasta-buch von ihm haben. aber leider war das nürgends mehr erhätlich und weil die cucina del sol im angebot war gabs dann die – habe dann auch gleich zu den zweierlei teigen zweierlei füllungen gemacht – also mit weißer und dunkler schokolade und jeweils dann teig und füllung in hell und dunkel kombiniert… aber ich muss sagen deine idee mit der dunklen füllung war besser :)
          vielen dank für die tollen rezepte – heute probiere ich deine kürbisgnocchi aus :D

        3. Wasser ist in einem pastateig meist schlecht. Manche Rezepte sind in seinen bisher 3 Büchern identisch. Sein drittes Buch hab ich mir deswegen nicht mehr gekauft. Weisse Schokolade mag ich nicht besonders: einfache Erklärung.

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