Rosenkohl-Schinken-Tarte

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Wie armselig, frugal würden wohl unsere Mahlzeiten aussehen, wenn wir nicht täglich via feedreader an die 150 Mahlzeitenvorschläge vorgesetzt erhielten ? Kürzlich bei Sylvia von rock the kitchen gesehen: ihre Rosenkohl-Hackfleisch-Tarte.
Dass ich das Hackfleisch durch Schinken und geräuchtes Mostbröckli ersetzt, mich überhaupt nicht an das Rezept von Sylvia gehalten habe und sonst noch einige Resten verbrauchen musste, liegt im Wesen der foodbloggerei begründet. Danke trotzdem für die Anregung.

Zutaten
für den geriebenen Teig (pâte brisée):
200 g Weissmehl
100 g Butter
1/2 Tlf. Salz
ca. 50 ml Wasser, nach Bedarf
1 Eigelb zum Bestreichen des Wähenbodens und -randes

für die Füllung:
Soviele Rosenkohlröschen, dass damit knapp das halbe Blech bedeckt ist
40 g Sbrinz oder Parmesan, frisch gerieben
3 feine Scheiben Schinken in etwa 5×5 cm grosse Flecken geschnitten
6 Scheiben Mostbröckli in feinen Streifen (Rindfleisch, das nach der Räucherung und Salzung luftgetrocknet wird, es gibt auch Versionen aus Schweinefleisch oder Pferd). Oder dünne Speckscheiben verwenden.

für den Guss:
2 Tlf. Maizena
2 grosse Eier (1 Eigelb davon abzweigen zum Bestreichen)
normalerweise nehme ich 2.5 dl Halbrahm
hier nichts als Resten: 80 g saurer Halbrahm, 90 g Vollrahm, wenig Ricotta und Milch
Salz, Pfeffer, Muskat

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Vorbereitung
(1) Mehl und Salz in die vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem Flachschläger (Kenwood: K-Haken) zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren.
(2) Knethaken montieren, Wasser in kleinen Portionen zugeben, möglichst kurz weiterrühren bis der Teig klumpt. Von Hand rasch zu einer kleinen Scheibe formen und 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(3) Rosenkohl putzen, in siedendem Salzwasser etwa 7 Minuten nicht zu weich blanchieren, abschrecken, halbieren und abtropfen lassen.
(4) Guss zubereiten, Maizena mit 1 Elf. Wasser anrühren, übrige Zutaten hinzurühren, würzen.

Zubereitung
(5) Teig in ein rundes Backbleck von 24cm auswallen. Stupfen, mit Eigelb einstreichen, für 15 Minuten in den Kühlschrank stellen, damit das Eigelb abtrocknet, dann mit Reibkäse bestreuen, darauf die Schinkenflecken auslegen, Rosenkohl (Bauch nach oben) einlegen, mit Mostbröckli überstreuen und vorsichtig mit der Gussmischung ausgiessen.
(6) 30-40 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 210°C (unterste Rille) ausbacken.

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Anmerkung
Das Anstreichen mit Eigelb, Ausstreuen mit Käse und Belegen mit Schinken dienen dazu, Feuchtigkeit aus dem Guss aufzunehmen, ohne dass der Boden durchweicht und ohne dass man die Tarte blind vorbacken muss.

27 thoughts on “Rosenkohl-Schinken-Tarte”

  1. Kai Bai dänggt bi dene gluschtige Helge an e Räschteverwändigswaije. Das seht jetzt so gluschtig us, dass i grad e Stigg zem z’ Morge kennt verdrugge.
    Wieviel wärde wohl hyte mit em runde Bläch in d’ Läde pilgere, zum go Abmässe wie viel Stigg Roosekeel, dass si emänd bruuche ? ;-)

  2. Ich wüsst auch nie, was ich kochen sollte, gäb’s da nicht das ein oder andere Foodblog :)

    Womit ich übrigens “Mostbröckli” assoziiere, will hier keiner wissen, glaub ich.

  3. So kann ich möglicherweise die kleinen aber feinen Kügelchen sogar meinen Kindern schmackhaft machen. Danke Robert.

  4. Bitte ein Stückchen für mich. Nochmals Rosenkohl nur für mich einkaufen lohnt nicht – da esse ich immer so lange dran und die Herren rühren den absolut nicht an… Also lasst mir ein kleines Stückchen zukommen!
    Liebe Grüße

  5. @Basler Dybli: die Einzelhändler verkaufen die Köhlchen bestimmt auch gerne stückweise.

    @mestolo: doch nicht etwa Kotzbröckli, oder noch schlimmer Trutenmöckli ?

    @der Muger: schon wegen des Fleischein- und auflage.

    @Bolliskitchen: quiches sind immer nett !

    @barcalex: schliesslich hab ich ihn abgezählt.

    @Rosa: wie anders könnte es sein.

    @mamiluise: richtige Fleischtiger, deine Kinder ;-)

    @phoenics: ich oute mich auch als Fan dieses Gemüses.

    @Nathalie: hier sind die Wochentage leicht durcheinander, weil ich zuwenig zeitnah poste.

    @Petra: das weiss ich, aber ich verstehe es trotzdem nicht.

    @Elisabeth: das muss auf Dauer langweilig sein, nur einen foodblog zu lesen ;-) aber ich vestehe schon, alles geht nicht.

  6. Fast zu schön zum Essen, obwohl ich da ordentlich zulangen würde. Bei mir sehen solche Tartes nicht so schön aus, ich bin nicht so akkurat.

  7. Da hätt ich gern ein Viertel, auch beim Buchfink, denn dorthin hätte ich nur ein paar Kilometer! Hauptsache es schmeckt. Ich liebe Rosenkohl,wie schon kund getan.
    Zizibe

  8. Auch wenn ich nicht weiß, was Mestolo denkt, ich könnte wetten, das gleiche wie ich! :)

    Das ist ja das allerschönste am foodbloggereinennachkochen: Die Abwandlungen!
    Und wie heißt es so schön: Mit dem bewussten Abweichen vom Rezept beginnt das Kochen!
    So soll es sein! ;)

  9. Und falls Du Dich bei den Rosenköhlchen doch mal verzählst und Lücken bleiben, fragst Du bei Deinem Maronibräter (steht der noch da?), ob er Reste für Dich hat. Ich liebe die Kombination Rosenkohl + Esskastanien mit einem Eiguss als Auflauf, aber als Tarte (mit oder ohne Maroni) kann ich es mir auch gut vorstellen.

  10. @sammelhamster. der Arme, so ohne Mäntelchen im kalten Winter draussen.

    @Buchfink: auf das kommts ja nicht an, wenn sie nur schmeckt.

    @Zizibe Kohlmoasn: es fehlt mir nur noch der Mango-Chutney ;-)

    @Arthurs Tochter: geheimnisvoller, rheinischer Dialekt !

    @Ute-S: mit Marroni mag ich sie auch. Wieder etwas für nächstes Jahr. Ende Saison sind die schönsten Marroni gegessen.

  11. Im Gegensatz zu manchen Persönlichkeiten die ohne Quellenangaben Sachen kopieren, hast Du hier bei einer kompletten Eigenleistung mich als Quelle angegeben. ;-) Vielen Dank! Ich werde Dein Rezept auf alle Fälle ausprobieren und notgedrungen auch umändern – in Franken gibts zwar Most, aber keine Mostbröckli!

  12. Was unser ‘Kriegs’minister kann, kann ich schon lange: ich habe mir dein Rezept kopiert. Allerdings werde ich es nicht in meiner Doktorarbeit verwenden, sondern in meinem privaten Rezepte-Ordner abheften.

    Ich bin ein großer Fan von Quiches und Tartes. Ein Riosenkohlrezept habe ich schon, aber bisher habe ich die Böden immer vorgebacken. Dein Rezept werde ich mal ausprobieren.

  13. hab die Tarte gestern nachgekocht, absolut eine leckere Rosenkohlvariante. Nahm selber aber geräucherten, fein gewürfelten, durchwachsenen Speck und in den Guss noch reichlich geriebenen Parmesan!Danke für die Idee!

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