Gefüllte Nudeltaschen für die Fastenzeit

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Letztes Jahr hat mich der Verlag Herder angefragt, ob ich ihm ein Bild meiner Mehlsuppe mit Fastenwähen überlassen würde. Ich habe ohne Honorar zugesagt. Dafür hat man mir unerwartet und unaufgefordert ein Belegexemplar des Werkes zugesandt. Das Foto meiner Mehlsuppe mit Fastenwähen “ziert” nun das Buch :-) Das Buch heisst:  Himmlische Küche, Kochbuch für die christlichen Feste, Autorin ist die evangelische Pfarrerin, Dr. Christa Spilling-Nöker, ISBN 978-3-451-30206-0. In einer Zeit, in der Bilder von uns Bloggern oft ungefragt geklaut und kommerziell verwendet werden, finde ich das eine nette Geste. Deshalb koche ich ein Gericht aus dem Buch nach.

Die Rezepte sind nach kirchlichen Festen geordnet. Die Autorin stellt darin Brauchtum und Rezepte der christlichen Feste durch den ganzen Jahreskreis hindurch vor. Erzählt wird der Hintergrund und die Geschichte der Feste und zugehörigen Gerichte. Die Rezepte selbst sind ein etwas uneinheitliches Konvolut aus verschiedenen Quellen. 12 stammen von Lea Linster, die restlichen stammen von der Autorin oder aus andern Quellen.
Unter Gründonnerstag fand sich ein Rezept von Lea Linster. Mein Beitrag zum kochtopfevent Verzicht mit Genuss, kulinarisch durch die Fastenzeit, diesmal betreut von Julia von German Abendbrot.

Blog-Event LXV - Verzicht mit Genuss - Kulinarisch durch die Fastenzeit (Einsendeschluss 15. März 2011)

Zutaten
für 4 Personen
15 selbst gemachte Nudelteigplatten von 12×12 cm aus etwa 300 g Pastateig von hier (Ravioliteig)
1 Elf. Butter und welchen für die Form

für die Füllung:
ca. 250 g Zucchini
1 Elf. Butter
1 Bund wintermüder Basilikum aus dem Treibhaus
120 g Parmesan gerieben (L.: 80 g)
230 g Ricotta, abgetropft
1 Ei
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
(L.: zusätzlich Piment d’Espelette, 1 Knoblauch)

für die Sauce:
1 mittlere Schalotte
2 Elf. Olivenöl
2 Knoblauchzehen
2 Dosen ganze Tomaten
Salz, Zucker Pfeffer

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Ofenfertig

Zubereitung
für den Nudelteig:
(1) Teig durch die Maschine walzen, Stufe 8,  und die geforderten Platten ausschneiden.
(2) Platten nacheinander für je 1 Minute in siedendes Salzwasser legen, in kaltem Wasser abschrecken und zum Abtropfen auf ein Küchentuch legen. Sofort befüllen.

für die Füllung:
(3) Zucchini waschen, trocknen, grob raffeln (L.: fein würfeln) und in etwas Butter kurz (1-2 Min.) andünsten. Den Basilikum waschen, trocken schütteln, die Hälfte davon fein hacken. Parmesan reiben und 20 g beiseitestellen.
(4) Gedünstete Zucchini, Basilikum, der zerdrückte Ricotta, 100 g Parmesan und das Ei verrühren. Würzen.

für die Tomatensauce:
(5) fein gehackte Schalotte und den Knoblauch in heissem Öl glasig dünsten. Ablöschen mit dem Inhalt der Tomatendosen. Würzen und etwa 15 Minuten auf kleinem Feuer köcheln. Die Sauce passieren, abschmecken und warm halten.

für den finish:
(6) Je einen Elf. Füllung in die Mitte der Teigquadrate legen. Die Ecken zur Mitte hin einschlagen wie bei einem Briefumschlag. Wenn man das mit den noch warmen Nudelplatten macht, muss man die Kuverts nicht zukleben. Die gefüllten Nudeln mit flüssiger Butter leicht einpinseln und in eine gebutterte Form legen.
(7) Vor dem Servieren die Form im vorgeheizten Backofen bei 200°C (Umluft 180°C) ca. 5-7 Minuten erwärmen. Sobald die Nudeln an der Oberfläche kross sind, können sie herausgehoben werden. Pro Person 2-4 Nudeln auf etwas Tomatensauce anrichten, mit Basilikumblättern und dem restlichen Parmesan bestreuen.

Anmerkung
Lea Linster meint zu ihrem Rezept: “Ihre Gäste werden Sie dafür lieben”. Die Herzchen stehen dennoch nicht im Rezept von Frau Linster. Ich hatte noch übrigen Kakaoteig. Die Ravioli selbst benötigen weder Ausstecher noch Stempel, Ravioligebisse oder sonstige Schablonen. Einfach Falten & Füllen und im Ofen Anwärmen. Herrlich leichte Pastaküche.

37 Gedanken zu “Gefüllte Nudeltaschen für die Fastenzeit”

  1. Ich habe ganze fünf Minuten gegrübelt, was wohl ein Elf Butter sein mag. Ist wohl eine regionale Bezeichnung,aber wofür? Schliesslich fiel der Groschen doch noch. :-)
    Aber das Rezept klingt sehr passend zum hoffentlich bald eintretenden Frühling. Danke fürs Teilen!

  2. die Taschen sind ja genial!!! und ganz ohne Gebisse oder sonstiges Zubehör. ;-)
    Die Form der Tasche ist mir bekann, da fällt nichts raus, hatte ich mal als Handtasche. Ähhh, also nicht aus Teig, sondern aus Leder.
    Nur wo bekomme ich den wintermüden Basilikum her???? *grübel* mein Lieferant wird beleidigt sein.

  3. In jedem steckt ein Herz. ;-) Was das Buch betrifft, finde ich es ja schon bedenklich, dass die nicht mal ihre eigenen Fotos schiessen können…

  4. Mit der Verfertigung dieser Nudeltaschen werde ich auch regelmäßig beauftragt. Das vom Verlag ausgewählte Foto ist allerdings auch wirklich sehr gelungen.

  5. Das ist doch wirklich eine nette Geste. Und ein schönes Gericht. Wobei mir Lea Linster und Fasten nicht so wirklich zueinander zu passen scheinen ;-)
    Vielen Dank für’s Mitmachen!

  6. Herzig! Super-schön und appetitlich abgewandelt. Werde ich mir auf jeden Fall für die Zucchini-Zeit vormerken….Und da ich keinen Nudelteig herstellen kann, werde ich auf die WanTan-Teigblätter zurückgreifen. Ich hoffe, das ist erlaubt ;)

  7. Das Rezept ist für die sommerliche Zucchinischwemme gemerkt. Schön, dass wir bei Dir jeden Tage lesen und schöne Bilder ansehen können, ohne auf ein Buch zu warten.

  8. @Mestolo: und beide vegetarisch gefüllt !

    @Tina: zum Abbau einer Zucchinischwemme nur bedingt geeignet.

    @Kiki: allen Konventionen zum Trotz verbleibe ich mit alpenländischer Sturheit bei meinen Elf-er Löffeln :-) Viel Arbeit, kopierte EL in Elf. zu verwandeln.

    @der Muger: musste zuhause etwas gutmachen ;-)

    @Hesting: Hungern und darben ist nicht meine Sache.

    @Alex: Pergament wäre Stufe 9. Da sich die Platten aber wieder leicht zusammenziehen, sind sie nicht allzudünn. Ist hier auch nicht nötig.

    @Gourmet-Büdchen: als Damen-Handtasche sind die Briefchen nicht geeignet,, da viieeel zu klein. Wintermüde wird der Basilikum von alleine ;-)

    @Christina: Cannelloni wären noch einfacher.

    @Rosa: Danke, von der Fasnacht krieg ich wenig mit.

    @zorra: das sehe ich nicht so streng, Ein kleiner Verlag, der eher auf christliche Literatur denn auf Kochbücher spezialisiert ist, wird sich einen Haus-Fotograf vielleicht nicht leisten können.

    @Gottfried: Packerlverfertiger auch Du.

    @germanabendbrot: ich esse lieber bei wohlgenährten Köchinnen als bei Diätassistenninen.

    @Hanne: oder mit fertigen Nudelplatten. Kein Problem.

    @Sivie: man kann nicht jedes Buch kaufen. Ich gucke immer erst in die Blogs, bevor ich einen Blick in ein Buch werfe.

  9. Eine nette Geste ist das schon, aber auch eine zwingende. Für Medienprofis eigentlich ein Unding Bilder zu “klauen”. Ist außerdem teurer als selbst zu fotografieren! ;-)

  10. Glückwunsch zum “Ruhm”!! Ich freu mich für dich.
    Gut zu wissen, dass es auch Kochbücher gibt, in denen die abgebildeten Gerichte tatsächlich essbar und nicht durch das Aufhübschen besodners ansehnlich, aber ungenießbar geworden sind.

  11. Mmmmh, Zucchinimaultaschen.
    Ich glaub, ich muss doch mal ran an die Teile, auch wenn ich die Arbeit scheue und zudem keine Nudelmaschine besitze.
    Aber die Maultaschen begegnen mir in letzter Zeit zu oft, als dass ich das ignorieren könnte.

  12. Ich liebe dich für die Herzerln, lieber Robert!!! :-)
    Du hast recht, eine wirklich nette Geste und heutzutage nicht selbstverständlich… trotzdem… kommt immer wieder vor… auch in den besten Häusern… ;-)

  13. @Peter: klauen geht rasch und die Mehrzahl der Blogger hat weder einen Stab Rechtsanwälte im Rücken noch Lust, sich mit derleich Angelegenheiten zu befassen.

    @Vanille: Winterbasilikum ist von sehr zarter, kränklicher Statur.

    @sammelhamster: genau, gut dass mir immer wieder etwas einfällt, um ihn zu retten :-)

    @the rufus: mit Ausstecher.

    @Petra: aus Pastateig mit Kakao.

    @Suse: eine Flasche Rhum hätte ich auch genommen.

    @mamiluise: gerade bei Maultaschen darf der Teig auch von Hand ausgerollt sein.

    @Elisabeth: Danke, das tut gut. Nächstesmal verwende ich mit Ranen gefärbte Pasta

    .

  14. Oh, eine nette Geste von Dir auf die Freude und Lust an Deinen schönen Bildern – und mit Quellenangabe ja auch redlich (wie man sich das so erhofft von einer Pastorin ;). Deine Pastaküche liebe ich einfach. Wenn Männer, also so richtige, mit Herzchen hantieren, will das gar nich kitischig wirken!

  15. wie wäre es alternativ mal damit, auf die vielen teuren Ingridienzien zu verzichten, statt einfach auf Fleisch.
    Das würde dem Charakter des Fastens eher entsprechen.

    Das teure Olivenöl, der Parmesan, der Ricotta, dem Piment D’Espelette, dem frischen Basilikum.

    Ich postuliere: Ein Gericht aus einem Harz4 Kochbuch entspräche sogar eher dem Grundgedanken.

  16. Nett diese Nudelpäckchen. Und ganz einfach.
    Was bei uns nicht funktionierte: Die “Kouverts” blieben nicht zu. Woran kann das liegen… Teig noch zu dick? Teig nicht gut genug abgetrocknet? Doch Ei zum “Zukleben” besser?
    Was mir auch nicht ganz klar ist: Einerseits schreibst Du von Nudelteig “abschrecken”, andererseits schreibst Du, dass der warme (!) Teig besser zuhält. Für mich ein Widerspruch. Oder verstehe ich da was falsch?

    1. verstehe ich nicht, gekochte pasta ohne Sauce klebt bei mir immer zusammen. Falls Du die Nudelplatten dicker machst, musst Du sie vielleicht 2-3 Minuten kochen. Abschrecken tue ich sie nur ganz kurz, so dass ich sie zum Falten überhaupt mit den Fingern anfassen kann, so bleiben sie noch warm. Da die gefüllten Päckchen nicht gekocht sondern überbacken werden, ist es aber ohnehin unwichtig, dass der Verschluss zusammenklebt.

      1. Habe mittlerweile gesehen, dass mein Hartweizengrieß deutlich “nach dem Haltbarkeitsdatum” lag :( Vielleicht ist das die Erklärung für die suboptimale Konsistenz.

  17. Höhöhö… Mal wieder Nudeltaschen zur Fastenzeit. Die schwäbischen Maultaschen wurden ja auch angeblich zur Fastenzeit erfunden, damit der liebe Herrgott das Fleisch nicht sieht ;-). Klingt auf jeden Fall lecker!

  18. Das Bild von der Fastensuppe ist aber auch besonders gut gelungen. Kein Wunder, wenn man da an dich herantritt.

    Ja, wenn Lea meint, meine Gäste werden mich dafür lieben (ich mag ihr energiegeladenes Erscheinungsbild so gerne!), dann muss ich mir das Gericht natürlich abspeichern!

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