Солянка рыбная с капустой, Soljanka Ribnaja, Soljanka mit Fisch und Kraut

Soljanka Ribnaja 0_2011 02 26_2589

Soljanka ist eine Suppe aus der russisch/ukrainischen Küche. Im Wesentlichen wird zwischen Fleischsoljanka, Fischsoljanka und der Pilzsoljanka unterschieden. Durch die Sowjetarmee ist das Gericht in der ehemaligen DDR zu einem Standardgericht geworden. Im Westen hat es sich erst nach der Maueröffnung durchgesetzt. Viele Menschen verbinden mit dieser Suppe schreckliche kulinarische Erinnerungen. Wenn jedoch ein Koch wie Lucas Rosenblatt ein Rezept recherchiert und überarbeitet, kann man davon ausgehen, dass es auch schmeckt. Das hat es denn auch.

Die Fleischsoljanka gibts hier: Soljanka miasnaja.

Zutaten
Stör, Lachs und Krebsfleisch sind authentische Zutaten. Da wir einen Gang zuvor eine finnische Lachssuppe assen, hat Lucas den Lachs durch Knurrhahn und Rotbarbe ersetzt.
50 g Lachsfilet, wir verwendeten ein Filet von Grondin (Knurrhahn)
150 g Zander mit Haut
100 g Seeteufel oder Rotbarbe
4 frische Riesenkrevetten
1 L Fischfond
1 gehackte Zwiebel
1 Elf. Butter
2 Elf. Mehl
100 g gekochtes Sauerkraut
50 g fein gewürfelte Wurzelgemüse
50 g fein gewürfelter Knollensellerie
10 schwarze, halbierte Oliven
2 fein gewürfelte Essiggurken
2 Elf. Gurkenessig
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
1 Bund gehackter Dill
1/2 Becher Sauerrahm
1 Prise Cayennepfeffer
Gewürzsalz Fisch

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Zubereitung
(1) Die Fischfilets in Würfel schneiden.
(2) Die Butter in einem Suppentopf zerlassen, darin die Zwiebeln glasig dünsten. Mehl zufügen, kurz mitdünsten. Dann mit Fischfond auffüllen. Die Wurzelgemüse und das Sauerkraut zufügen. Bei mittlerer Hitze 30 Minuten köcheln. Würzen.
(3) Die Fischfiletwürfel mit dem Fischgewürzsalz würzen, in den Sud geben und gar ziehen lassen.
(4) Kurz vor dem Servieren Essiggurken, Oliven und den Gurkenessig beigeben.
(5) Sauerrahm mit dem Dill, Cayenne und Gewürzsalz verrühren.
Die Suppe in vorgewärmte Teller verteilen und mit einem Elf. Sauerrahm garnieren.

Gewürzsalz Fisch

10 g Fenchelsamen
8 g Dill getrocknet
6 g Anissamen
2 g Safranfäden
6 g schwarzer Pfeffer
Zesten einer Biozitrone
200 g Fleur de sel
Die Gewürze im Gewürzmixer nicht zu fein hacken, dann mit dem Fleur de sel mischen.

35 thoughts on “Солянка рыбная с капустой, Soljanka Ribnaja, Soljanka mit Fisch und Kraut”

  1. Em LR bzw. diè/di Suppe in Ehre, aber doo muess’ i passe …
    :idea: No vorhär iss’ i die zwaiti Hälfti vo dr Wurscht vom Patatotto vo geschdert.

  2. Hoi Robert.
    Vor vielen Jahren, einem finsteren Wintermorgen, stieg ich in Bratislava aus dem Zug. Mein erster Gang führte mich ins Bahnhof-Buffet Frühstücks-Kaffee. Und da empfing mich eine Duftwolke aus kaltem Zigarettenrauch, feuchten Stiefeln und Soljanka. Unvergesslich…
    liebe Grüsse vom Muger

  3. Das klingt irgendwie nach Baikalsee, schön…. Auch wenn der Fisch dazu nicht passt;). Die Suppe ist sicher wuchtig an Aromen. Würde mir auch gefallen.

  4. @Basler Dybli: nicht vergessen die Haut von der Wurst abzuziehen.

    @der Muger: Hoffentlich hast Du Knäckebrot im Rucksack dabei gehabt.

    @Birgit: gibts überhaupt noch Fische im Baikalsee ?

    @Bollis Kitchen: warum das so so ist, steht teilweise im Text: Lieber Verzicht auf Authentizität, dafür frisch. Das würdest Du auch nicht anders handhaben.

    nun gehe ich gärtnern.

  5. Die welt ist voller spannender gerichte … hmmm, und wenn ich im ersten moment eher abgeneigt bin sowas zu kosten, probieren könnte man’s mal :-)

  6. Hmmmmmm, die ist aber ganz nach meinem Fischgeschmack!
    Mit Soljanka verbinde ich eher eine einfache Restesuppe, diese hier ist wohl eher das Gegenteil, sehr edel!

  7. Ohhh – ich glaube, ich setz’ heute mal aus. Bei Fisch halte ich mich gerne zurück. Es sei denn, er hat einen goldbraunen Mantel an und schmückt sich mit einem Stückchen Zitrone :)

  8. Was was WAS!!! Die meisten Menschen, die ich kenne verbinden damit sehr schöne Erinnerungen. Ich bin in der DDR groß geworden und Soljanka verbinde ich mit Schlachtfest und Soljanka aus dem Kessel. Wie Petra schon gesagt hat, eigentlich eine Restesuppe – aber ich liebe sie.

  9. Sehr fein! Und die Soljankas, die ich nach der Maueröffnung in den neuen Bundesländern gegessen habe, waren alle erste Sahne, ehrlich!

  10. Mich stören weniger die mediterranen Fische als die Riesencrevetten an Stelle der Krebse – und die Oliven! Crevetten finde ich geschmacklich so anders, dass ich sie mir in einer slawischen Suppe mit Dille, Schmand, Essiggurken und Sauerkraut nicht vorstellen kann.
    “Lieber Verzicht auf Authentizität, dafür frisch. ” – das Argument überzeugt mich in diesem Fall , wo es um ein ausgeprägt typisches Gericht geht, das von regionaltypischen Zutaten geprägt ist, nicht ganz. Nicht einmal bei verehrten Meister Rosenblatt ;-)

  11. @Rosa: sie hat wirklich gut geschmeckt.

    @chezuli: Danke. Ich gehe seit Jahren nicht mehr ins Kino :-)

    @gourmeur: bei den Crevetten musste ich auch durch. Schluck und Druck.

    @petra: ich kannte diese Suppen vorher nicht.

    @Erika: mutigmutig.

    @bee: im Sommer ? da liebe ich eher lauwarme oder kalte Suppen.

    @Hanne: Die schöne Müllerin ;-)

    @Berit: ich denke eher an die Suppe in Mensaessen ;-)

    @Claus: da war ich ja noch nie !

    @sammelhamster: mit Lachs liegst Du nicht falsch.

    @Elisabeth: was koch ich Jungfrau denn im Sternzeichen der Jungfrau ?

    @Eline: Krustentiere esse ich selten bis nie, und wenn dann ohne zu kauen. Ich habe deshalb keine Ahnung, wie sich Crevetten von Krebsen geschmacklich unterscheiden. :-) Warum in den Soljankarezepten häufig Oliven drin sind, weiss ich auch nicht.

  12. Etwas, das Soljanka heißt, kann ich nicht essen, und sei’s eine Pilzsoljanka aus lauter Shiitake und Truffes à l’Absinthe. Ich nehm heute die Fotos für gegenstandslose Kunst und komme übermorgen wieder, wenn, hoff ich, vom Ausflug erzählt wird.

  13. PS: Die Frage mit den Oliven kann ich beantworten – weil in der Sowjetunion Oliven angebaut wurden, in den mittelasiatischen Republiken Tadshikistan und Turkmenien. (Die ersten Oliven, die ich je aß, aß ich in Leningrad. Sie wurden in einer finsteren Spelunke zu Bier und Wodka gereicht.)

  14. @ Lamiacucina: Mir hat sie nicht geschmeckt, die Soljanka, nicht in der DDR, nicht in Russland. Kascha (Buchweizen) schon eher. Aber fährt man nach Leningrad oder Moskau des Essens wegen? Und danke für den schönen Link! In der Casa Poliander wird schon beratschlagt, wann und wie man sich de Poliander nähern könnte.

  15. Ich muß mich jetzt nicht schämen, daß ich die Reste-DDR-Soljanka, die ich kennengelernt hab (so mit Fleischwurst, Sauerkraut und Ketchup) mag? Von mir aus auch gerne ohne Wurst, aber ich kann mich für “banales” durchaus begeistern ;-)

  16. @kulinaria: Noch ein paar Jährchen, dann heisst hier die Soljanka schlicht “Fischsüppli vo Ziberlihogers Hannes Sonja”

    @La grosse mère: zwischen Hochküche und Alltagsküche mache ich schon lange keinen Unterschied mehr. Gut oder schlecht reicht als Kriterium. Wer gerne gut isst, braucht sich doch nicht zu schämen.

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