Kardy mit Oliven und Kapern, Cardy alla brindisina

Cardy alla brindisina 1_2011 03 19_2929
kurz vor dem Zudecken

Das Gericht stammt aus Apulien, im Gebiet um Brindisi bereitet man sie mit schwarzen Oliven,  Kapern, Sardellenfilets und Paniermehl zu. Oft werden sie dort mit den einheimischen Wildkarden, Carduncieddi, einer stachligen, löwenzahngrossen Art, zubereitet.
Meine Rezeptidee stammt aus Die mediterrane Küche von Alain Ducasse, wo frische, grosse Kardy verwendet werden. Ich habe immer noch zwei Gläser Kardy-Konserven im Vorrat und verwende eines davon. Nichts zum Nachkochen. Im Moment gibt es hier noch keine frischen Kardy. Wir waren wiederum begeistert vom feinen Geschmack der Kardy aus dem Glas, diesmal in anderer Kombination als mit Trüffeln, wie hier oder da.

Noch ein Beitrag an den von Sus betreuten Gartenkochevent.

Garten-Koch-Event März 2011: Kapern [31.03.2011]

Zutaten
1 Glas Kardy (500 g abgetropft)
100 g schwarze Oliven
2 Anchovis (Sardellen) Hab ich weggelassen um das feine Aroma der Kardy nicht zu stören.
2 Elf. Salzkapern
1 Bund glatte Petersilie
etwas Zitronenabrieb (steht nicht bei Ducasse)
milder Pecorino
Olivenöl extra
Salz, Pfeffer

Cardy alla brindisina 0_2011 03 19_2938
auf dem Teller

Zubereitung
(1) Die Kardy abgiessen, den Saft auffangen und stark einkochen.
(2) Oliven entsteinen, hacken, Kapern wässern, [Sardellen fein hacken], Petersilie waschen, grob hacken. Mischen.
(3) Einen Drittel der Kardystücke in einer geölte Rechteckform in gleichmässiger Schicht auslegen.
(4) Die Hälfte der Oliven, Kapern, Sardellen und Petersilie auf den Kardy verteilen. Mit Pecorino bestreuen.
(5) Darüber noch eine Lage Kardy legen und in gleicher Weise belegen. Mit dem letzten Drittel der Kardystücke zudecken. Leicht festdrücken. Pecorino draufstreuen.
(6) Den stark einreduzierten Saft mit Salz und Pfeffer würzen, darüber träufeln und im vorgeheizten Ofen bei 180°C ca. 10 Minuten glasieren.

24 thoughts on “Kardy mit Oliven und Kapern, Cardy alla brindisina”

  1. Tolle Fotos. Aber schon wieder komisches Gemüse ;-) sieht aber aus, als ob es winderbar munden tut. Nur gut, dass wir nächste woche nach Italien fahren.

    liebe Grüsse vom Muger

  2. Bei deinen Kardy mit schwarzen Trüffeln habe ich mir schon vorgenommen, einmal danach Ausschau zu halten. Bisher noch nichts entdeckt. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. ;-)

  3. Kardy sind urschweizerisch, oder? Ich kenne sie auch aus Apulien und mag sie gerne wie Rapa oder Broccoli zu Orecchiette (Hast Du ja gestern bei mir gelesen.).

  4. Sehr schön angerichtet, man beachte die Läufer- und die Binderschicht! :-)

    Kardy hab’ ich noch nie gegegssen, kann mir aber vorstellen, dass ich das “artischockige” dran sehr gern mag!

  5. @Elisabeth: Lasciate ogni speranza.

    @der Muger: in Genf findest Du das leichter als in Italien.

    @Rosa: mit Disteln aus Genf muss das schmecken.

    @irene:
    @sammelhamster:
    hier gibts mehr darüber http://lamiacucina.wordpress.com/2007/12/03/gratin-de-cardons-au-parmesan/

    @Christina: frühestens im Spätherbst.

    @Eva: ich koche gerne nichtssagende Gerichte :-)

    @utecht: gewiss sind sie schweizerisch. Sogar als AOC geschützt. http://www.admin.ch/cp/d/3f8259f0_1@presse1.admin.ch.html

    @Twocents: genau, aber stachlig sind sie auch. Nicht die aus dem Glas.

    1. Ja, genau – Brindisi, etwas südlich von Genf.
      Du mit deinem komischen Sellerie-Artischocken-Grünzeug! Aber es sieht toll aus. Und ich vermute, so schmeckt es auch.

  6. Sieht super aus, werde ich mit Genfer Cardons nachkochen. Mein 1. Besuch auf diesem Blog, den ich eigentlich per Zufall (wie so oft) entdeckt habe : Ich such(t)e nämlich ein Rezept für Pâtés vaudois, und habe ein einziges anständiges Rezept eben auf diesem Blog gefunden (und nichts über Google französisch). Aber es hat sich ja gelohnt :-)

  7. @Eva: kennst mich ja ;-)

    @Ruth: Freue mich auch schon wieder auf den Herbst, wenn es frische gibt. Aber die aus dem Glas sind auch sehr gut. Ja die Pâtés vaudois. Will ich schon lange nochmals machen. Die besten (nicht die echtesten) in der Schweiz sind die Véroniquepastetli bei Brändli in Basel. Muss ich hinkriegen.

    @Magdi: dafür wächst bei uns ausser Disteln nicht soviel wie bei euch.

  8. Nachdem ich es in der letzen Woche endlich geschafft habe, die von Dir (zu Recht) so gelobten Cima di Rapa aufzutreiben, dachte ich, Du schickst mich diese Woche schon wieder auf die Suche nach seltenem Gemüse. Aber da ich die als Konserve gewiss hier mitten in Deutschland nicht finde, habe ich ja bis zum Herbst noch Zeit, mich nach Quellen für frische Kardy umzusehen.

  9. @irene: frische sind etwas fester im Biss, aber die Konserven schmecken so gut, dass sie auch von Profiköchen verwendet werden.

    @the rufus: Von einem Gratis-Drittanbieter. Du hast ja dasselbe !

    @Ute-S: grosse Einkaufstaschen mitnehmen, die Stangen sind gross und stachlig :-)

  10. Ich habe mal mal versucht, Cardy auszusäen; leider ohne jeglichen Erfolg. Als Konserve bekommt man sie hier dummerweise aber auch nicht. Also werde ich es wohl nochmal mit Säen versuchen müssen…

    Liebe Grüße, Sus

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