Spargelraviolizigarren mit Petersilie

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Meiner Mutter Sohn hätte schon lange gerne mal Petersilienravioli mit Trüffeln hergestellt. Weil nun aber die Zeitläufte eher für Spargeln als für Trüffel sprechen, habe ich die Ravioli mit feingehäckselten Spargeln, etwas Sbrinz sowie Mie de pain gefüllt und mit viel Petersilie gewürzt. Ausser dem fehlenden Ei sind das die Zutaten für klassische Spargeln polonaise. Vorgesehen waren kleine, hübsche Ravioli. Da mir in dieser Woche vor lauter andern Dingen die Kocherei über den Kopf gewachsen ist, habe ich die Füllung kurzerhand in dünne Teigplatten eingerollt (geht schneller) und Zigarren daraus gedreht. In Kuba machen das die Zigarrendreherinnen (Torcedores) angeblich auf dem nackten Oberschenkel. Das kann ich nicht, wäre wegen der Haare auch nicht appetitlich. Die Ravioloni sind nicht sehr elegant, aber schnell gemacht und schmecken gar nicht schlecht. Auch nicht schön fotografiert, ich muss in Ermangelung meines Normal-Objektivs erst noch lernen, in der kleinen Küche mit einem Stativ umzugehen, ohne dauernd über dieses blöde Dreibein zu stolpern.  Mein Beitrag für den Petersilienevent des Gartenblog, betreut von Sus.

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Zutaten
Hauptmahlzeit für 2 Personen

für die Spinatmatte:
200 g Spinat
wenig Wasser

für den Ravioliteig:
200 g Weissmehl
50 g Hartweizengriess (De Cecco)
100 g Eimasse (1 Vollei und 2-3 Eigelb)
25 g Spinatmatte
1 Tlf. Salz

für die Füllung:
500 g Grünspargel, 300 g für die Füllung
1 Frühjahrszwiebel mit Grün
30 g Butter
30 g Sbrinz oder Parmesan, frisch gerieben
2 Elf. Mie de pain (getrocknete Brotbrösel aus weissem Brot)
1/2 Bund glatte Petersilie
Muskatnuss Salz, Pfeffer

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Zubereitung
für den grünen Ravioliteig:
(1) Spinat waschen. Die tropfnassen Blätter im Mixer unter Zugabe von wenig Wassers feinst pürieren. Saft durch ein Sieb drücken, um die Faserbestandteile zu entfernen. Den Spinatsaft vorsichtig erhitzen (über 65°C, einmal kurz vor das aufwallen bringen, aber nicht kochen. Mit einem Teesieb das aufschäumende (koagulierte) Chlorophyll abschöpfen. Gut und lange atropfen lassen.
(2) Eimasse mit dem abgeschöpften Chlorophyll fein vermixen. Den Teig wie hier beschrieben aus Mehl und der grünen Eimasse zusammenkneten.

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für die Ravioli:
(3) die Enden der Spargeln nach Notwendigkeit einkürzen. Dann die Spargelspitzen abschneiden. Die Stangen in feinste Würfelchen (Mirepoix) schneiden (das geht bei mir mit Zack). Die Frühlingszwiebel mitsamt dem Grün fein hacken.
(4) In einer weiten Pfanne die Butter leicht aufschäumen und hellbraun werden lassen. Spargeln und Frühlingszwiebeln dazu geben, ablöschen mit einem kleinen Schuss Wasser und unter Wenden bei mittlerer Hitze etwa 10 Minuten dünsten. Auskühlen lassen, dann den Käse, die feingehackte Petersilie und die Brösel untermischen und würzen.
(5) Den Teig auf der Pastamaschine auf dünnstmögliche Dicke auswalzen (8-9/9),  in Rechtecke von Walzenbreite (14cm) x10 cm schneiden. Die beiden Schmalseiten und eine Längsseite mit wenig Eiweiss anpinseln.
(6) 1 Elf. Spargelfüllung auf einen langen, schmalen Streifen daraufsetzen. Den Teig wie eine Zigarre aufrollen. Darauf achten, dass die Nähte gut verklebt sind. Die Enden zusammendrücken. Die Ravioli auf ein mit Pastamehl bestäubtes Leinentuch geben. Bis zur Verwendung kühl stellen.
(7) Die restlichen ganzen Grünspargeln sowie die Spargelspitzen in einem Gemisch aus Olivenöl und Butter langsam anbraten. Salzen, pfeffern.
(8) Indessen die Spargelzigarren in reichlich Salzwasser garziehen lassen. Herausheben, die Enden abschneiden und zusammen mit den echten Spargeln und der Butter servieren.

Anmerkung
ergab 16 Zigarrenravioli. Den nicht benötigten Rest des grünen Teiges habe ich eingefroren.

Garten-Koch-Event April 2011: Petersilie [30.04.2011]

23 thoughts on “Spargelraviolizigarren mit Petersilie”

  1. Deiner Mutter vermutlich einziger Sohn hat das sehr gut gemacht! Die Packerln schauen sehr appetitlich aus.
    Der Titel dieses Gerichts wird die internette Erotikbranche ganz wurrlig machen. Übrigens nach 100 Raviolizigarren hast du sicher keine Haare mehr auf den Oberschenkeln. ;-)

  2. @chezuli: vor allem schnell ;-)

    @Sabine: eine Hoyo de Monterrey war meine erste und letzte…

    @Rosa: erst wollte ich sie spargeldünn ausrollen, hab dann aber die Geduld verloren.

    @gourmet-büdchen: wenn mehr Zeit gewesen wäre, hätte es noch ein paar Kirschtomätchen dazu gegeben.

    @sammelhamster: Wildravioli gibts erst im Herbst wieder.

    @Hanne: wenn man sie inhalieren wollte, schon.

    @entegut: das mit den Schenkeln ist eine alte Legende. Cigarren werden auf einem Werktische gerollt, mit grosser Präzision. Die Leutchen von der Erotikbranche sollen sich mal grün ärgern

    @bee: Spargelravioli ? Hatte ich die schon ?

    @anie’s delight: Sigara Börek kann man rauchen, diese hier nicht ;-)

  3. Verflixte Technik! Vor allem beim fotografieren. Irgendwann verzweifel ich mal da dran…

    Sehr schöne Nudelfüllung, da gibbet gar nix!

  4. @Kerstin: daran ist nichts genial. Nur Handwerk ;-)

    @the rufus: Grillen ist ebenso ungesund.

    @Claus: irgendwann greif ich zu Palette und Pinsel.

    @Uwe: egal ob einem ein Petersilienstengel oder eine Spargelstange im Hals stecken bleibt. Das reizt zum Husten.

  5. Tolle Idee. Mal schauen, ob ich das nachbauen kann. Habe evtl. jetzt wieder Zeit auch mal einen Kommentar zu schreiben und nicht nur im Durchflug reinzuschauen, wie bisher.
    Liebe Grüße auch an Frau L.

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