Frühlingszwiebeln in Marsala glasiert mit Rosmarin-Polenta-Terrine mit Oliven

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Frühlingszwiebeln in Marsala glasiert und Rosmarin-Polenta-Terrine mit Oliven

Da war doch noch was. Richtig. Das Rezept für die Beilage zu den griechischen Fleischbällchen. Wenn man die Polenta-Terrine in Stücken in wenig Olivenöl anbrät, schmeckt der Polentakuchen zwar himmlich gut, aussen allseitig knusprig, innen weich, aber so ohne Sauce oder Salat doch etwas trocken. Da kommt mir der von Sus betreute Frühlingszwiebelevent vom Gaertnerblog wie gerufen. Junge Zwiebelchen, glasiert in Marsala-Karamell. Nach einem Rezept von Carlo Bernasconi in La cucina verde, das passte sehr gut.

Garten-Koch-Event Mai 2011: Frühlingszwiebel [31.05.2011]

Frühlingszwiebeln in Marsala glasiert

Zutaten
Beilage für 2 Personen

400 g Frühlingszwiebeln
50 ml Marsala
2 Lorbeerblätter
50 g Zucker (L.: 30 g)
20 g Butter
Salz, schwarzer Pfeffer

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Zwiebelchen im Marsala-Karamell

Zubereitung
(1) Frühlingszwiebeln putzen, waschen und in kochendem Salzwasser mit den Lorbeerblättern während 12-14 Minuten bissfest garen.
(2) Inzwischen den Zucker und die Butter in einer Pfanne bei niedriger Hitze karamellisieren, den Marsala hinzugiessen und mit einem Holzlöffel gut verrühren.
(3) Die gegarten Frühlingszwiebeln in die Pfanne geben, und unter gelegentlichem wenden glasieren, bis die Flüssigkeit nahezu verdunstet ist.

Anmerkung
Diese Art des karamellisierens (Zucker und Butter gleichzeitig zu erhitzen) gefällt mir nicht. Man weiss nicht, ist es die Butter die braun wird oder der Zucker. Lieber den Zucker alleine karamellisieren, erst mit einem Schuss Wasser, dann mit dem Marsala ablöschen und dann die Butter zugeben.

Rosmarin-Polenta-Terrine mit Oliven

Ein einfacher, gut schmeckender Polentacake, hier aromatisiert mit Oliven und Rosmarin, wie er in vielen Haushalten seit eh und je gerne zubereitet wird. Im Rezept der neuesten Saisonküche werden die Schnitten zwar nicht angebraten, dafür etwas hochgestochen als “Terrine” bezeichnet. Richtig gut schmecken tun sie aber erst nach dem Anbraten. Nächstes Mal werde ich lieber wieder den gröbern Bramatamais verwenden, wie bei Eline.

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Rosmarin-Polenta-Terrine mit Oliven

Zutaten
Für 4 Personen, für 1 Cake- oder Terrinenform zu etwa 1 Liter (die Quelle gibt 1,5 l an, was einen flachen Fladen ergibt)
4.5 dl Milch (1 dl = 100 ml)
4.5 dl Wasser
Salz
270 g feiner Maisgries
3 Zweige Rosmarin
60 g schwarze Oliven
40 g geriebener Parmesan

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Zubereitung
(1) für die Polenta Milch und Wasser aufkochen, mit Salz würzen, Maisgries im Sturz zugeben. 10 Minuten unter Rühren kochen, dann Temperatur reduzieren und weitere 30 Minuten unter gelegentlichem Rühren zu einer dickflüssigen Polenta kochen. Pfanne vom Herd ziehen.
(2) Rosmarinnadeln fein hacken, Oliven entsteinen und klein schneiden. Rosmarin, Oliven und den grössten Teil des Parmesans unter die Polenta rühren.
(3) Terrinenform mit Backpapier auslegen. Polenta satt in die Form streichen. Mit etwas Käse überstreuen. 30 Minuten ruhen lassen.
(4) Backofen auf 170°C vorheizen. Terrine in der Ofenmitte 30 Minuten backen. Aus der Form heben und in 2 cm dicke Scheiben schneiden. In wenig Olivenöl in einer beschichteten Pfanne allseitig knusperbraun anbraten.

29 thoughts on “Frühlingszwiebeln in Marsala glasiert mit Rosmarin-Polenta-Terrine mit Oliven”

  1. Sieht gut aus. Weshalb den gekochten Mais auch backen? Könnte er nicht in der Form erkalten und dann gebraten werden? Und ja, ich werde Bramata nehmen. Mais ist für mich pure Sonnennahrung. Danke, Robert.

  2. habe ja neulich erst Polenta für´s Büdchen entdeckt und Deine Version schreit ja gerade nach einem Auftritt auf unseren Tellern. Kommt auf die Kochliste, aber nur mit den Zwiebeln! Na ja, für Herrn GB wohl auch die Fleischbällchen ;-)

  3. War schon gespannt auf die Polentaterrine. Dabei sind es auch “nur Schnittchen” ;-)
    Deine haben eindeutig exaktere Kanten als meine, die grobe Bramata lässt so genaues Schneiden nicht zu. Ein Mittelding (aber kein fauerl Kompromiss) zwischen Schnittchen und Brei ist mein Polentaauflauf mit Comte und Zedernnüssen. Ich könnte ihn hochgestochen auch “Soufflee” nennen.
    Zucker und Butter gemeinsam zu karamellisieren ist nicht sehr praktisch, aus den von dir genannten Gründen. Deine Methode ist eindeutig besser kontrollierbar.

  4. @Lisa: klar war das doppelt gemoppelt Diesen Schritt kann man auslassen. . Aber das bleiche Aussehen des fertig gebackenen Kuchens gemäss Originalrezept der Saisonküche war wenig appetitanregend.

    @Nathalie: weisser Mais schmeckt mir zuwenig nach Mais.

    @uwe@highfoodality: Die Zwiebelchen gehen für Fleisch, sind jedoch leicht süss, was aber gut zum Mais passt.

    @der Muger: das wie bitte ? gibt es nicht, bei mir nicht.

    @Christina: ich auch nicht, was mich aber nicht davon abhielt, als Fleischgang noch ein Steak mit Kräuterbutter zu braten.

    @Rosa: echte Gesundheitsfanatiker würden die Zwiebeln roh verspeisen.

    @gourmet-Büdchen: in Norddeutschland ist Polenta wenig beliebt. Gerade für Maisverweigerer ist die zusätzliche Aromatisierung und das Anbraten eine gute Brücke zum Mais.

    @Elisabeth: das Kalb hab ich extra weggelassen, um Dich nicht zu vergraulen ;-)

    @Eline: Vieles in Kochbüchern wird von den Köchen zu wenig hinterfragt. Du bringst mich auf eine Idee: Soufflee. Danke.

    @Kerstin: Danke, dein Lavendelfeld begeistert mich jedesmal beim hineingucken.

  5. Ich mische immer Dorata und Bramata im Verhältnis 1:1. Die Polenta wird dann “bissiger” und behält doch einen seidigen Charakter.

  6. Ich liebe Polenta so auch. Ich habe bis jetzt immer viel Basilikum und “Peterli” rein getan. Vielleicht probiere ich das ganze jetzt einmal mit Rosmarin.

  7. Auf die Polenta habe ich schon gewartet! :-)
    Selbst bei den Polentaschnitten arbeitest du exakt wie ein Schweizer Uhrwerk. Ich würde gerne wissen, ob du auch noch schnell dabei bist, denn Zeitangaben hast du eigentlich keine bei deinen Rezepten. ;-)

  8. Wie schaffst Du es nur, solch WUNDERBARE Fotos zu machen? Ich bin total begeistert! Und Deine goldbraunen Polenta-Schnittchen könnten auch bei uns Anklang finden. DAS hat nämlich gar nichts von einem Brei-Charakter :)

    Und noch was zu Deinem Tomaten-Ei-Rezept.Ich liebe Tomaten-Rührei. Dazu ein Butterbrot. Mehr braucht’s nicht. Die einfachen Dinge halt….

  9. Ich hätte sie auch nochmals angebraten, allein wegen des Aussehens :) … und bei dir obendrein noch ein kräutriges Steak dazu? What the hell came over you, Robert? ;)

  10. @Claus: vor allem das Steak !

    @mamilouise: eine gute Idee, darauf wäre ich nicht gekommen. Entweder gibts das eine oder das andere.

    @Rahel: Basilikum wird auch gut schmecken. Zum Anbraten ist die Version mit Rosmarin jedoch robuster.

    @entegut: Zeit spielt bei mir meist keine grosse Rolle. Wenn ich koche, nehme ich mir die Zeit, bin ja eher bei den Langsamen.

    @Hanne: die Fotos macht die Kamera. Gebratene Schnittchen haben viel mehr Charakter als der Brei, obwohl ich den auch mag.

    @sammelhamster: sind ja auch 2 Rezepte ;-)

    @Christine: ein 250 g Steak für 2 Personen. Das ist nicht viel Fleisch, genügt jedoch.

  11. Ich musste die Polenta gleich einmal selbst ausprobieren und ich muss sagen sie war brillant. Das sollte aber kein Eigenlob werden sondern ein ganz dickes Dankeschön für das tolle Rezept.

  12. @Vanessa: besonders wenn der Marsala kein industriell hergestellter ist.

    @Mestolo: Polentawetter ist das ganze Jahr !

    @findedeingeschenk: gern geschehen.

    @the rufus: kannst ja etwas Polentagries zum Schwrazplentenmehl geben :-)

  13. habe ich gleich nachgekocht. Marsala Flasche war leer, musste also spontan auf Sherry umsteigen (ja, die sind nicht unbedingt ähnlich). Hat trotzdem sehr gut geschmeckt. Die “restlichen” Polentaschnitten gab es 2 Tage späte noch mit einer schnellen Tomatensauce mit viel Petersilie und frischem Basilikum.
    Kompliment: Köstliches Rezept!

  14. ist zwar nur noch Stehplatz in der Kommentarbox, aber meinen Beifall zur Polenta will ich trotzdem anbringen. Werde ich ausprobieren, hoffentlich zur Freude der Familie.

  15. Hab gerade die Zwiebeln gemacht und statt marsalla Portwein genommen, die Reduktion wurde mit den Fingern vom Teller geschlotzt.

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