Baby Artischocken mit Knoblauch, Kartoffeln und Marroni

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Knoblauch mit Beilagen

Die kleinen Babyartischocken aus Sardinien sind auf dem Markt schon längst verschwunden. Einheimische Artischocken wachsen, vielleicht aufgrund des rauheren Klimas ?, etwas zeitverzögert. Jedenfalls haben wir Mitte Oktober frisch geerntete, heimische Babyartischocken im Bio-Hofladen Widacher in Malters im Entlebuch gefunden. Die carciofini wachsen, im Unterschied zu ihren grössern Kollegen, in Bodennähe oder an Seitenästen. Frau L. (ist ja ihr Rezept) brät sie im Ofen zusammen mit Kartoffeln, Knoblauch und Tomaten, wenns schnell gehen muss, auch mal in der Pfanne. Jedes Jahr dasselbe, aber jedes Jahr gut. Diesmal mit viel Knoblauch und anstelle der Tomaten mit Marroni, vom Marronimannli.

J.W. Goethe schreibt in der Italienischen Reise (1829): “Der Vetturin aß mit größtem Appetit rohe Artischocken und Kohlrabi; freilich muß man gestehen, daß sie viel zärter und saftiger sind als wie bei uns.” Unsre sind auch saftig, aber nicht roh, dafür aussen knusprig. Nun will Frau L. künftig nur noch Artischocken aus Malters. Irgendwo findet man beim Reisen immer etwas, das anderswo einfach frischer ist oder besser schmeckt. Wenigstens liegt Malters bedeutend näher als Italien. Bei den heutigen Benzinpreisen….

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Entlebucher Spät-Carciofini

Zutaten
kleine Mahlzeit für 2 Personen:
500 g kleine Artischöcklein (Carciofini)
6 kleinere Kartöffelchen
250 g Marroni vom Marronibrater
6-10 Knoblauchzehen, geschält
Olivenöl extra
wenig Zitronensaft
Salz, Pfeffer
Parmesanspäne oder Balsamico oder beides oder keins von beiden infolge Vergesslichkeit
6 Scheiben Rohschinken

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im Teller spriessender Knoblauch

Zubereitung
(1) Die Carciofini grosszügig putzen, dh. oberes Drittel der Blüte abschneiden, die äussern, harten Blätter abknicken, mit dem Messer alles Harte und den verfärbten Stielansatz wegschneiden. Halbieren, Heu ist keines zu entfernen, und sofort in ein Wasserbad mit etwas Zitronensaft oder einer Messerspitze Ascorbinsäure legen.
(2) Die Artischockenhälften und die geschälten, halbierten Kartoffeln im Dampfsieb garen. Artischocken nach 3 Minuten herausheben und auf Küchenpapier beiseite legen. Jetzt verfärben sie sich nicht mehr. Die Kartoffeln nach weitern 3 Minuten herausheben.
(3) Kartoffeln, Artischocken und Knoblauch (ggf. halbierte Tomätchen) auf ein mit Alufolie belegtes, mit Olivenöl bestrichenes Blech legen, mit Olivenöl einpinseln, salzen, pfeffern und ca. 12 Minuten in der Ofenmitte backen, das Blech herausnehmen, alle Gemüse einmal wenden, nochmals mit Öl einpinseln und wieder für 8 Minuten in den Ofen schieben. Gegen Ende die Marroni dazulegen. Parmesanspäne oder/und Balsamico als Würze.

mein zweiter Beitrag an den Knoblauchevent des Gärtnerblogs, betreut von Sus.

Garten-Koch-Event Oktober 2011: Knoblauch [31.10.2011]

18 Gedanken zu “Baby Artischocken mit Knoblauch, Kartoffeln und Marroni”

  1. ich glaube, dass die kleinen Artischocken, poivrades, eh ein Wintergewächs sind, fast wie Kohl und nur die dicken aus der Bretagne im Sommer reif sind. MIt Maronen mal was ganz anderes, ich bräuchte noch Lardo darin!

  2. @karine: ein Eintopfgericht, sozusagen ;-)

    @chriesi: wollt ihr mich auf den Arm nehmen ? genial ist anders.

    @Bolliskitchen: weils die bald das ganze Jahr über gibt, weiss ich nicht mehr, wann deren Saison ist. Die sardinischen kommen jedenfalls erst im Frühjahr. Lardo=”Fett”. Kann ich hier nicht machen.

    @Dzoli: wachsen würden die in deiner Gegend bestimmt auch.

    @Freundin: erspart eine Zitrone :-)

    @Sybille-Anna: “:-)”

    @Rosa May: thanks and have a nice WE.

  3. Ein sehr feines Gericht, Robert. :-)
    Artischocken, ob groß oder klein, haben zweimal im Jahr Saison, die besten Artischocken gibt’s von Oktober bis Dezember/Januar und dann nicht ganz so aromatisch die von März bis Mai….

  4. Ich habe einmal das Zitronenwasser in eine transparente Plastikschüssel gefüllt. Die braunen Ränder, die entstanden sind, sieht man heute noch:( Kleine Artischocken sind die Kinder und Kindeskinder der großen Artischocke, der “Mamme”. Wie du sagst muss das bei euch zeitverzögert stattfinden. Ich bekomme die Carciofini erst im Frühjahr zu Spotpreisen und lege die Herzen, vorgekocht, in Olivenöl ein. Kastanien und Carciofini kommen bei mir nie zusammen.

  5. So schöne Artischocken gibt’s bei uns leider nicht… Ich versuche gerade, eine(!) Pflanze im Wohnzimmer über den Winter zu bekommen.

    Liebe Grüße, Sus

  6. GottseiDank liegt Malters sozusagen gleich um die Ecke. Da muss ich also nächstens (oder so) mal wieder hin!
    Danke für das tolle Rezept!
    In Venedig erhält man übrigens am Markt neben der Carciofini auch küchenfertige, frische Artischockenscheiben – die schwimmen da meistens in Wasser (das nicht nach Essig riecht oder schmeckt…!) und keiner ist sich zu schade, die zu kaufen.
    Da muss ich auch mal wieder hin!!!
    Billi

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