CH-3653 Oberhofen: Schloss

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Schloss Oberhofen

Schloss Oberhofen liegt in der Gemeinde Oberhofen am Thunersee. Der mächtige Bergfried der einstmaligen Wehrburg Oberhofen entstand wohl im frühen 13. Jh. Der Besitzer, Walter von Eschenbach, wurde von König Albrecht von Habsburg (vermutlich) gezwungen, die Burg den Habsburgern abzutreten. Walter rächte sich 1308 zusammen mit weiteren Verschwörern und ermordete König Albrecht von Habsburg. Nach der Schlacht von Sempach (1386) besetzten bernische Truppen Oberhofen. Burg und Herrschaft gingen an die Familie der Scharnachthal über, hernach an andere bernische Patriziergeschlechter.

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Der alles überragende Bergfried

Die Schlosskapelle, die Niklaus von Scharnachthal 1473 gestiftet hat, enthält u.a. Fresken, welche die Marter der zehntausend Ritter der thebäischen Legion thematisieren. Ein Zusammenhang mit der Schlacht von Murten, die – wie schon die Schlacht bei Laupen – am 22. Juni, dem Zehntausendrittertag, siegreich geschlagen worden war.

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Schlosskapelle, 1473

1652 bis 1798 war das Schloss Sitz bernischer Landvögte und gelangte 1801 in Privatbesitz. 1844 erwarb der Oberzeremonienmeister am preussischen Hofe, der neuenburgisch-preussische Graf Karl Friedrich von Pourtalès das Schloss. Diese erfuhr um die Mitte des 19. Jahrhunderts bedeutende Umgestaltunge. 1926 gelangte das Schloss für ein Trinkgeld (Fr. 750’000) an den Amerikaner William M. Measey, der es 1940 in eine Stiftung einbrachte. 1954 wurde hier ein Filialmuseum des Bernischen Historischen Museums eröffnet. Das Schloss beherbergt das bedeutendste Wohnmuseum am Thunersee mit einer umfassenden Ausstellung zur bernischen Wohnkultur mit Interieurs des 16. bis 19. Jahrhunderts. Ab 2009 wird das Museum als selbständige privatrechtliche Stiftung.geführt

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Blick aus dem Seetürmchen auf den Niesen und eine Stechmücke
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Das hübsche Seetürmchen

Während Frau L. das Seetürmchen (geistig) zur Teestube ummöbliert, steige ich in die oberste Etage des Bergfrieds in den türkischen Selamlik, ein dem Grafen de Pourtalès vorbehaltener Rauchsalon. Gerne hätte ich mich auf eine der Ottomanen gesetzt. Musste aber mit einem Plastikstapelstuhl vorliebnehmen.

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türkischer Rauchsalon mit Ottomane aus TausendundeinerNacht und Plastikstuhl
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Blick in den Gartensaal, auch hier nichts, auf das man sich setzen dürfte
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Terassenpflästerung
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Blick auf den Niesen, endlich mit einer adäquaten Sitzgelegenheit

Quellen:
Schloss Oberhofen
wiki
G26

16 Gedanken zu “CH-3653 Oberhofen: Schloss”

  1. Wer möchte nicht so wohnen ….

    Bin ganz dicht bei Frau L. – lieben Gruß an dieser Stelle – die Idee mit dem Teestübchen teile ich, der Seeturm ist ein perfekter Ort dafür.
    Grüßle
    SK

  2. IST DAS SCHÖN!!!!! Schloß Oberhofen ich komme! Die vielen Türmchen, der türkische Rauchsalon, der See, das Licht und ……das zukünftige ;) Teestübchen……ein Traum. Hast alles wieder super-toll eingefangen. DANKE! Schönen Sonntag noch :)

  3. @Rosa May: the interior is a little bit fusty.

    @Dzoli: die Prinzessin sitzt im Turmzimmer und möbliert um. Hach, hab ich das wieder schön hingekriegt.

    @Micha: für den Preis hätt ich mit dem Amerikaner auch mitgeboten.

    @sweetkoffie: wer nicht ? ich bin da neidlos, komm ja mit unserer 4-Zimmer-wohnung kaum nach mit staubsaugen.

    @bee: dass sie darum die alten Polster mit Stechpalmenzweigen belegen müssen, finde ich aber nicht gastfreundlich.

    @Hanne: wenn man mir es zur Nutzung überlässt, lade ich ein :-)

  4. Zufälle gibt’s! Ich mache ja gerade unsere Fotobücher und bin im Moment in den Achtzigern. Da ist auch ein Foto von Oberhofen dabei; wir waren mal in Beatenberg, als die Kinder kleine waren. Ja, der gute Niesen und die Wettersprüche, die mit ihm zu tun haben. Schon damals sagte der Führer der Standseilbahn, dass sie nicht mehr stimmen.

  5. Ein wunderschönes altes Gemäuer … als Ich vor Jahren dort war … war alles tief eingeschneit und mir soooo kalt .

    Deine Bilder haben mich wieder in erinnerungen schwelgen lassen ;o)
    DANKE

    Lg Kerstin

  6. Ach, ein Teestübchen … nein, liebe Frau L., ein Zirbelstübchen, eine Eckbank, ein runder Holz-Tisch zum Essen, Trinken (Wein und Bier) und für eine Runde Skat oder ein Jass. :-)

  7. @april: die beste Wetterprognose gelingt, wenn man am Morgen in den Himmel guckt. Meteorologie, Bauernregeln und Sprüche “trgt der Niesen einen Hut” taugen zu nichts.

    @Verboten gut!: ist im Winter eh geschlossen.

    @Nathalie: meinetwegen, wenn man sich nur am Tisch vis-a-vis sitzen kann. Wegen dem Patiencespielen.

    @the rufus: einem Glas Schilchersekt. Wir wissen…

    @micha h: gern geschehen. Leider ist die Reisezeit für uns bald vorbei.

  8. Lieber Robert, da ich dieses Wochenende in Weil a. Rhein (!) war, sehe ich den Beitrag über Oberhofen erst heute. Und sah das 1. Bild und musste lachen, weil ich so eine lebhafte Erinnerung an den Ort habe, als meine Eltern mit uns Kindern ein Ruderboot dort mieteten (meine Eltern waren noch nie gerudert!) und, während mein Vater noch mit den Rudern herumplantschte, plötzlich der Damper näher kam und meine Mutter völlig panisch wurde, wir aber nicht wirklich weg kamen……unvergesslich.
    Ich war auch in St. Louis am Samstag. Kennst du die Fromagerie dort und den Brotladen, vor dem wohl regelmäßig, wie ich hörte, eine Schlange bis auf die Strasse steht? In Basel war ich nur kurz, es war mir zu viel Betrieb wegen der Messe.
    Herzliche Grüsse Brigitte

    1. @Brigitte: Ruderboote gibts noch heute zu mieten :-) wenn man sich das nicht gewohnt ist, fährt (schwimmt ?) man immer im Kreis herum.
      St. Louis kenne ich kaum, obwohl es so nah liegt. Wenn das geplate Basler Tram einmal dorthin fahren wird :-)

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