Remake: Badener Chräbeli und die Weihnachtsguetzlikollektion

Chräbeli 0_2011 11 20_1155
Aufrechter Gang auf hohen Stöckelschuhen

Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh
und sehet den fleißigen Backfrauen zu!

Sie backen, sie backen,
sie backen den ganzen Tag….

(Volkslied, leicht adaptiert)

Die einfachsten Dinge können unvermittelt Schwierigkeiten bereiten. „Änisbrötli ohne Fuessli sind ein Ärgernis“, wie schon ein altes Basler Kochbuch wusste. Die Badener Bäckereien haben Probleme damit. Auch wir tun uns schwer. Backwarenfabriken, wie Hug, bringen überhaupt keine Fuessli zustande. Einzig der Grossverteiler Migros Basel (ausgerechnet der !) hat die schönsten Füessli landauf landab. Dafür schmecken seine Chräbeli mittelmässig.
Nachdem ich bei einem Versuch, einen Teil des Puderzuckers durch Invertzucker zu ersetzen, totalen Schiffbruch erlitten hatte (alle Chräbeli waren fusslos wie die aus der Hug-Fabrik), probierten wir es mit sanften Variationen des Ursprungsrezeptes.
Minimal feuchterer Teig, 00-er Mehl anstelle von Weissmehl, Trocknung der geformten Chräbeli im Backofen bei ca 27°C, statt im Wohnzimmer. Resultat: die schönsten, höchsten Füessli, die wir je hatten. Keine schiefen dabei. Ohne Backtriebmittel. Geht doch. Für das Rezept siehe die Tabelle unten. (Bild oder Überschrift Anklicken)

Chräbeli 1_2011 11 20_1146
Badener Chräbeli: zeigt her eure Füsschen

Unsere Weihnachtsbäckerei hielt sich heuer in engen Grenzen. Von unserm Sortiment haben wir lediglich Leckerli, Berner Haselnussleckerli, Brunsli, Sultaninenplätzchen und Baumnussbrötchen gemacht. Hinzu kamen als Première noch die Schwabenbrötchen. Wer soll das süsse Zeug denn auch alles essen ?

links zu den Rezepten: (auf den Rezepttitel oder das Bild klicken)

Coburger Schmätzle Ricciarelli di Siena 1879
Coburger Schmätzle Ricciarelli di Siena 1879
Baumnussbrötchen Mailänderli
Baumnussbrötchen Mailänderli
Sterne, aus Zimt welche Basler Leckerli – unecht
Sterne, aus Zimt welche Basler Leckerli - unecht
Berner Haselnussleckerli Vanillebrezel, handgeschlungen
Berner Haselnussleckerli Vanillebrezel, handgeschlungen
Basler Brunsli Badener Chräbeli
Basler Brunsli Badener Chräbeli
Nürnberger Lebkuchen Weisse Pfefferkuchen
Nürnberger Lebkuchen Weisse Pfefferkuchen

links zu älteren Beiträgen:
Panforte Senese
Quittenpaste streng nach Reinheitsgebot
Sultaninenplätzchen…und ne Buddel voll Rum
Weihnachtsbäckerei Sachsen-Coburg+Lamiacucina
Frau L. bäckt

23 Gedanken zu “Remake: Badener Chräbeli und die Weihnachtsguetzlikollektion”

  1. Sehr scheen sin si worde, dini Äänis-Breetli ! Uf änglisch würd me dene sehr woohrschiinlig Badener-High-Heels-Cookies sage … :-)
    I wynsch Eych e gmietlige Sunntig.

  2. Liebe Robert,

    da kann ich nur meinen Hut ziehen. So schöne Füßchen schafft nicht jeder. Bei uns in Bayern gibt es die Anislaiberl und auch bei diesen, ist der Fuß das Wichtigste. Da das selbst den Konditoren nicht immer gelingt, gibt es immer weniger Bäckereien und Konditoreien, die sie noch backen.

    Es grüßt mit einer Verbeugung

    Martin

  3. Schön geworden! Ich blicke voller Neid auf das Bild. Aber hättest Du vielleicht auch einen Tip für Springerle-Teig? Der ist mir so richtig danebengegangen…

    Liebe Grüße, Sus

  4. Wunderbare Plätzchen. Allerdings habe ich das Problem mit den “Füßchen” noch nie verstanden (ich komme halt aus Norddeutschland) – wofür sind die gut bzw. warum ist es schlecht, wenn das Gebäck keine hat? Schmeckt es dann weniger gut?

  5. Also bei den Pfefferkuchentierchen anno 2007 warst du aber ziemlich schlampert unterwegs. Das würdest du heutzutage nicht mehr herzeigen.
    Schönen Advent in Stöckelschuhen!

  6. Die fertigen Chräbeli vor dem Backen mindestens 12 Stunden auf dem Backblech stehen lassen und die Füessli werden perfekt!

  7. @Rosa: we like our cookies ;-)

    @Basler Dybli: so hoch wie die im Claraplatz-Migros sind sie immer noch nicht. Der liegt aber im Rotlichtviertel.

    @Martin: Danke, Meister. es ist das erste Mal, dass sie uns so schön gelungen sind.

    @vanille3soeurs: ich heize den Ofen auf 30°C, dann stelle ich ihn ab und lass ihn auf 27°C abkühlen (Quecksilberthermometer) und schiebe das Blech rein, mit einer Kelle im Türschlitz und belasse sie über Nacht (12-18 Stunden) darin.

    @Sus: alle meine Erwägungen stehen im Rezept.

    @Ti saluto Ticino: Danke wir feiern zwar keinen Advent, freuen uns aer dennoch.

    @sammelhamster: wir kommen vermutlich nicht zum essen, wir verschenken sie an unsere festen Abnehmer.

    @Petra: natürlich schmecken sie genausogut ohne Füsschen. Jedoch sind die Füsschen der Stolz der Hausfrau, beweisen sie doch, dass sie präzise gearbeitet hat.

    @Sibylle: viel Glück ! siehe Kommentar oben.

    @Claus: irgendjemand wird sie bei euch schon essen ;-)

    @entegut: im Gegenteil, bin noch heute stolz auf den farbigen Gesichtsausdruck der Katze ! Stöckel… Doch nicht etwa in Manolo Blahnik’s ?

    @Aquario: das funktoniert auch nicht immer.

    @Sybille-Anna: Näheres werden wir beim nächsten Mal, Weihnachten 2012 wissen :-) 27°C siehe Antwort weiter oben.

  8. Noch bin ich heuer nicht dazugekommen, aber bald ist es so weit… wird aber knapp vor Weihnachten werden… damit die Köstlichkeiten nicht vorher vernascht werden ;-) Ich nehme mir ein Beispiel an dir… zumindest will ich´s probieren :-)

  9. Danke für die Zusammenstellung. Genau das habe ich gesucht. ‘Deine’ Mailänderli habe ich schon gebacken; sie sind einfach, aber superlecker.

  10. Robert! Dafür dass du kein Süßer bist, habt ihr ja gebacken wie die Weltmeister! Ich hoffe, du hast saure Gurkerl eingelegt, das braucht man unbedint nach solchen Backorgien, oder ;-)

  11. @the rufus: Löcher zum aufreihen als Kette sind schnell gebohrt.

    @Nathalie: sauber gewaschen !

    @april: Mailänderli haben wir heuer durch Schwabenbrödle ersetzt.

    @Ellja: die selbsteingelegten werden an Weihnachten geöffnet. Gerade rechtzeitig um der Übezuckerung zu entgehen.

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