Kartoffelsuppe

Kartoffelsuppe 0_2011 12 15_1963
Kartoffelsuppe getrüffelt

2011 war ein schwieriges Jahr. 2012 soll noch viel schwieriger werden. Da heisst es rechtzeitig, den Küchenbetrieb auf Sparkurs zurückzufahren. Schmalhans wird in diesem Blog das Regiment übernehmen. Die einfache, klare Kartoffelsuppe von Frau Bushcook, Freunde nennen sie burschikos bushi, kam da gerade recht. Die Grundsuppe habe ich ziemlich unverändert nachgekocht, den Saibling durch ein kleines Trüffelrestchen ersetzt, das ich in letzter Minute dem Untergang im Hörnlihack entrissen hatte.

Zutaten
300 g festkochende Kartoffeln
1 feinwürfelig geschnittene Zwiebeln
25 g Butter
40 g Karottenwürfel
80 g Selleriewürfel
40 g Lauchwürfel
1 Knoblauchzehe
80 ml trockener Weißwein
400 ml Geflügelfond
1 Lorbeerblatt
1 Elf. feine Petersilienstreifen
1 Tlf. gehackter Majoran
4 Elf. feine Frühlingszwiebelscheiben (hab ich weggelassen)
Meersalz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
von mir: ein Restchen eines schwarzen Trüffels.

Kartoffelsuppe 0_2011 12 15_1961
Bodenständige Kost: Kartoffeln wie Trüffel

Zubereitung
(1) Die Kartoffeln schälen und würfelig schneiden. Zwiebel in Butter farblos anschwitzen, Karotten- Sellerie- und Lauchwürfel sowie fein gewürfelten Knoblauch zufügen, ebenfalls kurz anschwitzen und mit trockenem Weißwein ablöschen und Geflügelfond auffüllen.
(2) Kartoffelwürfel und Lorbeerblatt hinzufügen und köcheln lassen, bis die Kartoffeln genussfähig sind.
(3) Petersilie, Majoran (Frühlingszwiebeln) und Trüffelscheiben  in die Suppe einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Einen Moment ziehen lassen.

19 Gedanken zu “Kartoffelsuppe”

  1. Schöne klare Suppe, und wenn Schmalhans heißt Trüffel statt Fisch (den es in wenigen Jahren so oder so nicht mehr gibt), dann fände ich das auch nicht so schlimm.

  2. Puh, du bist nun schon der dritte Blog, der in 2012 einfacher, preiswerter kochen will….;-)
    Da es bei mir ja schon immer recht einfach zuging, muss ich mich da nicht groß umstellen.

    Im Gegensatz zu ‘edekaner’ bin ich heute nicht so bei dir, denn ich mag Kartoffelsuppe lieber gebunden, aber zum Glück haben wir alle verschiedene Geschmäcker! :-)

  3. Im ersten Moment dachte ich “ach schön, eine einfache Kartoffelsuppe”, aber dann sah ich schon das milchkaffeebraune Scheibchen schwimmen…..Halt lamiacucina! Und das ist auch gut so :)

  4. Lieber Robert, freue mich sehr, daß Dir die Suppe gefällt. Den Trüffel dazu kann ich mir gut vorstellen. Ich mag Kartoffelsuppen gebunden und klar, da könnte ich mich nicht auf eine Lieblingsvariante festlegen.

  5. Ein gutes, sparsames Familienessen – schließlich kommen die taratoffoli zurück zum tartuffo, dem sprachlichen Stammvater ;-)

  6. @Nathalie: habe ich den Eindruck erweckt, man müsste sich Sorgen machen ?

    @duni: mit den festkochenden Amandines geht das einfach.

    @edekaner: am Aussterben der Fische fühle ich mich wenig mitschuldig :-)

    @Rosa: You like potatoes too ?

    @Claus: nach Frankreich, die kommen von dort. Hier gabs im Herbst reichlich Burgundertrüffel.

    @Eva: in nächster Zeit wird es noch genug Cremesuppen geben.

    @Margit Kunzke: Danke für die Idee, ich hör noch nicht auf mit Suppen.

    @Bolliskitchen: tiefe Preise ? bei uns so hoch wie noch selten !

    @Hanne: das Milchkaffee-artige ergab sich zufällig.

    @Suse: wie gesagt, alles unbeabsichtigt.

    @bushcook: sonst koche ich Suppen nie nach Rezept :-)

    @bee: interessant, jetzt müssten wir nur noch den Zusammenhang zwischen Weinstein (Tartarus) und Tartüffel klären.

  7. Das Nudelwasser kocht noch nicht, da müsste ich ja noch eben Zeit für ein kleines etymologisches Extempore haben.

    Der Tartarus hat natürlich weder etwas mit dem mythologischen Höllenschlund zu tun noch mit dem fast gleichnamigen Beefsteak. Es leitet sich her von den Salzen der Weinsäure, den Tartraten, in diesem Fall vom Kaliumbitartrat, trivial: Weinstein. Der fällt beim Dekantieren aus und gibt zusammen mit Natron ein Brause- bzw. Backpulver. Macht auch Flecken weg. Man kann den Tartarus trocken destillieren, wodurch man das sogenannte Weinsteinöl erhält. Ob das die Hände des Kochs pflegt, wage ich zu bezweifeln, jedenfalls beschreibt Jean Baptiste Besard in der Isagoge (1617) jene bräunliche, übel riechende Flüssigkeit als probates Mittel für Gambisten, die Spannfähigkeit der Griffhand damit zu erhöhen. Die Flecken kann man dann sicher mit dem oben genannten Mittelchen wieder entfernen.

    Tartrat ist übrigens ein Palindrom, womit wir bei den rundlichen Dingen wären. Die Tartüffel muss seinerzeit recht klein und weich gewesen sein, denn der Lexikograf Gottfried Schmotther beschrieb 1726 das neue Gewächs aus Peru als eine Art tartuffeln, dem von den Italienern benutzten Wort für die Erdmorcheln. Der Name kam über das französische truffe aus dem lateinischen terrae tuber ‘Schwellung’ (siehe: Tuberkulose), da der Schlauchpilz rund wie eine Beule aussieht und unter der Erde wächst. Im Elsässischen fallen die beiden Worte in Troffel zusammen. Wie klein die ersten Kartoffeln tatsächlich waren, zeigt sich im steirischen Erdkästen. Wie Kastanien.

    Über das Anlaut-[k] im Deutschen streiten sich die Gelehrten. Vermutlich ist der Wechsel von zwei gleichen Verschlusslauten [t] eine Entwicklung, um das Wort schneller aussprechen zu können, ähnlich wie das frühneuhochdeutscheKapir, das aber nur im Mittelrheinischen überlebte. Woanders macht zweimal [p] in Papier nichts aus.

    Mit einem Wort: nicht alles, was unterirdisch wächst, ist der Hölle verfallen ;-)

  8. Deine Anregung bezüglich Kartoffelsuppe habe ich sofort aufgenommen und heute einen Kartoffeltopf gekocht, denn Samstag ist bei uns Eintopf-Tag :-).
    Mangels Trüffeln habe ich heimische Schüblig Würste erhitzt (die sind auch sehr lecker)- da ich die Kartoffelsuppe auch lieber sämig mag, habe ich das Gemüse zum Schluss mit dem Schneebesen kräftig durchgerührt, da blieben noch ein paar Kartoffel- und Karottenstückchen zum Kauen übrig…

    Zum Thema Schmalhans ab 2012: Schon Albert Einstein äußerte einmal, dass er im Falle eines Atomkriegs in die Schweiz gehen würde, denn dort fände alles zwanzig 20 Jahre später statt als anderswo…

    LG
    Markgraeflerin

  9. Ich mag getrocknete Schwammerl in der Kartoffelsuppe und einen Teil der Erdäpfel püriere ich, damit sie gebunden ist. Ein Schuss Schlagobers ist für mich die Belohnung, die bei dir Trüffel heißt.
    Die Ente mag keine drühfäl! bääh!

  10. @the rufus: Kürbis ess ich auch nur einmal im Jahr.

    @bee: oh, Danke für die Unterweisung, nun weiss ich, womit ich koche.

    @Karin Schindler: Kartoffeln sind immer eine Inspiration wert :-)

    @Entegut: Danke für die Anregung, Trockenpilze hats genug im Tiefkühler, damit sie mir nicht von den Maden gefressen werden. Ich weiss, keine Trüffel mehr für das nächste Halbjahr.

  11. Uhmmm, habe gerade eine Klare-Suppen-Phase. Ich glaube dein Rezept ist etwas für heute Abend. Ich habe zwar keine Trüffel zu Hause (ausnahmsweise, ha,ha), aber Pilze.

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