Topinambur-Gratin mit Mostbröckli und Haselnüssen

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Ein Topinamburgratin, gesehen in Bolli’s Kitchen, hat mich am folgenden Samstag gleich veranlasst, dieses hier so selten gekochte Wurzelgemüse einzukaufen. Doch sosehr ich am andern Morgen im Kühlschrank suchte, mein Bauchspeck war nicht mehr auffindbar. Schön wärs ja, aber ich meine die Vorratshaltung, nicht die Folgen der Suppendiät. Jedenfalls musste ich improvisieren.  Mostbröckli, das leicht geräucherte Rindfleisch aus dem Appenzell war ein durchaus passender, magerer Ersatz für den Speck. Von der Weihnachtsbäckerei übrig gebliebene Haselnüsse, leicht geröstet, bildeten eine sehr gute Ergänzung. Aussehen tut der Gratin beinahe wie das Original, wie ein Gratin ohne farbige Beilagen im Winterlicht halt aussieht. Schmecken tat er gut, eine dicke Lage schwarzer Trüffel hätte der Gratin aber schon noch vertragen ;-).

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Zutaten
gut 500 g Topinambur
1 Schalotte, fein gehackt
Butter
Weisswein
50 ml Rahm
2-3 dl Milch
1 Tlf. Kartoffelstärke
5 Elf. Sbrinz oder Parmesan frisch gerieben
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette

eine Handvoll Haselnüsse 10 Minuten bei 180°C geröstet, Schalen mit Frotteetuch abgerieben.

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Zubereitung

(1) Topinambour waschen, schälen und in 2 mm dicke Scheiben schneiden. Die Schalotte in einer grossen Pfanne in Butter glasig dünsten, Topinamburscheiben zugeben, mitdünsten. Mit einem kleinen Schluck Weisswein ablöschen.
(2) Indessen die Milch und den Rahm erwärmen, die Kartoffelstärke (Topinambur gibt weniger Stärke ab als Kartoffeln) und 3 Elf. Sbrinz darin verrühren und zu den Topinambur geben. Würzen. Die geviertelten Haselnüsse zugeben. Etwa 5-10 Minuten leise (ein)-köcheln, dann in eine gebutterte Gratinform giessen. Mit dem restlichen Sbrinz bestreuen. Die Butterflöckchen habe ich mir gespart.
(3) im auf 180°C vorgeheizten Ofen (Unter-/Oberhitze, Schiene 2) ca. 30 Minuten gratinieren.

25 Gedanken zu “Topinambur-Gratin mit Mostbröckli und Haselnüssen”

  1. Bei uns wachsen die Topinambur wild; vermutlich aus irgend einem Hausgarten ausgebrochen. Sie sind aber relativ klein und voller “Warzen”, so dass man sie kaum schälen kann. Aber schmecken tun sie toll… :-)
    liebe Grüsse vom Muger

  2. Als Kind hatte ich oft Topinambur – in Form eines geschmorten Karnickels und so mag ich sie auch am liebsten ;-)
    Ne Quatsch – unser Nachbar damals hatte nämlich immer Topinambur im Garten, die er allerdings immer seinen Chünglen verfüttert hat. Und weil er viele Chüngel hatte, haben wir dann öfters mal einen für den Topf gekriegt.
    Topinambur ohne Chüngel mag ich eigentlich ganz gerne – aber irgendwie denke ich da selten bis nie dran. Gut stoglet man bei Dir über solche vergessenen Dinge.

    Lieben Gruss von der Wilden Henne

  3. Das Gratin sieht sehr verführerisch aus. Topinambur und Haselnüsse gehören einfach zusammen. Lauwarmer Topinambursalat mit Haselnussöl, gerösteten Haselnüssen und einer Prise Zitronenthymian *hach* . Wie überstehe ich bloss den Tag, ohne dauernd an Topinambur denken zu müssen? Oder ein Süppchen daraus…

  4. @ Sammelhamster & Sybille
    Das Magenproblem kann auch mit der Sorte zusammenhängen. Topinambur wird leider nicht, wie z.B. Kartoffeln, mit Sortenbezeichnungen verkauft (obwohl sie existieren, siehe Saatguthandel). Bei rotschaligen Exemplaren fährt mein Magen auch Achterbahn, seither halte ich mich an die braunschaligen Sorten.

  5. Seit kurzem habe ich Topinambur wiederentdeckt. Seitdem probiere ich alles mögliche damit, Püree, Suppe, Chips, auch Glacés, Gratin war noch nicht dran, es ist höchste Zeit dafür.

  6. Topinambur kenne ich ausser vom Sehen überhaupt nicht. Leider! Kann mir also nicht vorstellen, wie das schmeckt. Das werd ich wohl mal ändern müssen! Kann mir jedoch vorstellen, dass das Schälen sich etwas schwierig gestaltet… schafft man das mit dem Sparschäler?

  7. Bei mir wächst Topinambur auf Balkonien. Der blüht immer ganz wunderbar! Und falls der Frost jemals wieder weggeht, kann ich auch ernten. Ich mag Topinambur gern, aber mir macht der auch arg Bauchgrummeln. Schwarwurzel leider genau so.

  8. Anfang Woche kochte ich Uwes Schweinemedaillons im Kartoffelmantel auf Topinambur-Gemüse. Da mir der Topinambur so gut geschmeckt hatte, wollte ich gestern wieder Topinambur auf den sich bringen – leider war er schon ausverkauft. Jetzt mit Deinem Rezept hoffe ich auf mehr Erfolg beim Einkauf für’s Wochenende.
    Danke und liebe Grüsse
    Urs

  9. @der Muger: die Warzen schäle ich grosszügig weg.

    @Wilde Henne: Chüngel darf ich wegen Selawie nicht essen, egal was der vorher gefressen hat.

    @sammelhamster: wir hatten beide Grummeln im Bauch und Frau L. will nur noch kleine Portionen von diesem Gemüse essen. Das ist aber mit Schwarzwurzeln und Artischocken auch so.

    @Rosa May: before and afterwards.

    @Sybille: uns Menschen fehlt einfach die Inulinase.

    @Cooketteria: das liest sich tatsächlich verführerisch, wie bringe ich das Frau L. bloss bei ?

    @Heike: das mach ich ja nur wegen Dir. Haselnusspulver ist nicht dasselbe :-)

    @Kochschlampe: Schälen ging bei mir schnell, weil ich die Knollen beim Händler einzeln ausgesucht habe ;-)

    @Verboten gut!: wenn Du die Folgen kennst….

    @Vanille3soeurs: Glace ? ich versuch mir mal eben den Geschmack von Kartoffeleis vorzustellen. Eigenartig, was es alles gibt.

    @Pepe nero: erst die Warzen weggeschnitten, dann mit dem Sparschäler.

    @Ti saluto Ticino: gute Idee im Risotto. Wenn sich nur die Wirkung nicht potenziert. Nächstes Jahr vielleicht.

    @Turbohausfrau: was bei Dir neben dem Knollen-Ziest alles wächst !! Bei mir treibt nur der Rosmarin, weil ich ihn in die Wohung nehmen musste.

    @Urs: langsam soll hier ja das Gemüse knapp werden, wenn die Kälte noch lange so weiter macht.

  10. …wollte “auf den Tisch” schreiben, aber die blöde Rechtschreibe-Korrektur machte “auf den sich” daraus, was ich nicht als korrekt empfinde…

  11. Hihi – Topinambour! Als wir noch in Deutschland wohnten bekamen wir ihn eines Tages durch die Bio-Kiste ins Haus – mit passendem Rezept. Es hat köstlich geschmeckt – 1 bisschen wie Artischocke. Tja und dann, dann kamen die Darmwinde! Eilig verliessen wir abwechselnd den Raum, bis wir verstanden das der andere das gleiche üble Problem hatte. Später haben wir herzlich gelacht als unserer 5-jähriger Sohn völlig verschämt aus der Siesta kam und erst nicht zu uns wollte. Wir haben’s ihm erklärt und einen grossen Spaziergang im Wald gemacht. Seitdem haben wir nie wieder welchen gegessen – zu gefährlich!

  12. @Elisabeth: Ravioli, die lassen sich mit allem befüllen ;-)

    @karin: also ist es gefährlich, in Deutschland zu wohnen und von Biokisten zu leben. Das vermute ich schon lange und freue mich auf ein paar Scheiben italienische Salami heut Abend.

    @Fritz Zickuhr: ich dachte Du verkaufst das in erster Linie ;-)

    @the rufus: besser ganz als nur halb eingewickelt, es ist nicht nur kühl, es ist kalt.

    @Urs: Deine Freude kann ich jetzt ganz und gar nicht nachvollziehen.
    .

  13. Danke für die Anregung, lieber Robert!
    Im Einkaufskorb sind heute wieder Topinambur gelandet…- neben Schwarzwurzeln und Purple Haze Karotten. Das Essen wird bunt, ich weiss nur noch nicht, in welcher Reihenfolge. ;-)

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